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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.06.1903
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- Ausgabe
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- 1903-06-13
- Erscheinungsdatum
- 13.06.1903
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4704 Nichtamtlicher Teil. ./H 134. 13. Juni 1903. ein Exemplar der -Laders- von Dorat. Ausgabe vom Haag (Holland), 1770, roter Maroquinband, hervorzuhebcn ist, das mit 580 Frcs. bezahlt wurde. — Eine um dieselbe Zeit in der 8alls 8zävostrs stattgehabte Auktion ergab für ein einziges Buch »Oeuvres äu k. k. Oosöstan«, dessen Einband das Wappen der Marie von Medici schmückte, die stattliche Sume von 2755 Frcs. Ein ivcitrcr Verkauf von Stichen und Almanachen aus der Sammlung der Frau H. L. N. bot für Liebhaber großes Interesse und brachte an einem einzigen Tag 26 063 Frcs. Den höchsten Preis erzielte ein Stich von Debucourt, -koux Kaisers«, mit 2080 Frcs. Leider war das Exemplar ohne Rand, was den Sachverständigen verhinderte, zu bestimmen, ob es sich um einen Stich avant la lettre handelte. Das Fragment eines seltnen und berühmten Stiches von Debucourt, »1/Oissau ranüns« brachte es nur auf 800 Frcs., obwohl dieses, freilich nicht voll ständige Kunstblatt früher von Frau N. mit 2000 Frcs. bezahlt worden war. Ein in Farben gedruckter Stich von Debucourt aus dem »Hinanaoli national cle 1791, äeäis aux amis cke la Oon- stitution- erzielte 1300 Frcs., — ein farbiger Stich von Janinet nach Lemoinc, Fräulein Duths vor ihrem Toilcttetisch darstellend, 1000 Frcs., — ein gleichfalls farbiger Stich »kstit Oonseil« von Janinet nach Lavreince 1005 Frcs., — ein Aquarell von Hagen, das das Innere einer verschwenderisch ausgestattetcn Wohnung zeigt, ist deswegen interessant, weil es von einem russischen Edel mann der Tragödin Rachel zugeschickt, von dieser aber mit wenig schmeichelhaften Worten zurückgesandt wurde, und weil sich diese kurze Korrespondenz auf dem Rand des Bildes befindet; das Aquarell fand zu 300 Frcs. einen Käufer. Der Kuriosität wegen sei ein Miniaturporträt der Marie Duplcssis von Corbin erwähnt, auf dessen Rückseite zu lesen ist: »Dieses treffend ähnliche und nicht geschmeichelte Porträt ist das einer jungen Frau, welche durch ihre Schönheit und die Anmut ihrer Unterhaltung berühmt wurde. Sie starb brustkrank in Paris im Jahre 1847, und Alexandre Dumas üls feierte ihr Angedenken in seinem Roman »Ka Karns aux Oawslias«. »Die Miniatur erzielte 550 Frcs. — Ein weitrer, sehr seltner Stich »Ka, Kölns Naris-^ntoinstts st Naäams cks ksllsAaiäs« von Duclos nach Desfossss (avant la lsttrs), der die Königin darstcllt, wie sic der Frau von Bellcgarde im Mai 1778 die Freilassung ihres Gemahls ankündigt und auf dem sich eine Anzahl historischer Persönlichkeiten vereinigt finden, brachte 241 Frcs-, — »Ks Kain» und »Ks Ksvsr- in Farben nach Vaudouin 405 Frcs., — »Inr Lougustisrs Oalants« von I. B. Tilliard nach Boucher 1010 Frcs., — »Kss kasaräs ksursux äs KKsoarpolstte« nach Fragonard 980 Frcs., — »ks Natin» und -ks koman« nach Garneret 780 Frcs., — »K'^sssmblss au Oonosrt» und -k'^sssmblss au 8alon« nach Lavreince 600 Frcs., — »k'Ouvrisrs en kentsllss«, farbiger Stich nach Lavreince, 650 Frcs., — »Ibe damestsrs« und »Mrs kortuns kslisr«, zwei Stiche von Smith-Ward nach Peters, 520 Frcs. Die Almanache aus dem achtzehnten und dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, deren sich in der Sammlung gegen vierzig befanden, zum Teil in alten Einbänden, und die neuer dings von den Amateuren sehr gesucht sind, erzielten ziemlich hohe Preise, unter andern» der Taschenalmanach »Ks lablsau äs Karls-, Ncujahrsgabe für 1790, 280 Frcs. Eine Sammlung in Quart, »Oabluvt äs Zravurss äs woäss äs 1785«, wurde zu 360 Frcs. zu- gesprochen. Manches Interessante wies ferner der dreitägige Verkauf der Bibliothek H. Fontcneau auf. Am ersten Tag handelte es sich besonders um Bücher mit den Wappen von Bibliophilen. Für eine Geschichte Frankreichs mit den Wappen von Machault d'Arnouvillc, Generalkontrollcur der Finanzen, wurden 395 Frcs. gezahlt. Am zweiten Tag erreichte oen höchsten Preis, nämlich 1600 Frcs., ein Exemplar der »kablss äs Ka kontalns», Ausgabe von 1765—1768, »den Kindern Frankreichs gewidmet«, mit Illustrationen von Fessard und einem Einband mit dem Wappen der Gräfin Dubarry. Noch zu nennen sind: »Orusmsuts lnvsntss par äsan Lörain«, eine Sammlung von 140 Ornamenten, Maroquineinband mit dem Wappen der Louise Elisabeth von Orlöans, genannt Mademoiselle de Montpensier, Königin von Spanien, 815 Frcs., — »K'chpoo-U^pss« von Bossuet, Original ausgabe von 1689, Exemplar Bossucts mit seinem Wappen^nuf dem Einband, 631 Frcs., — -KIoAs lilstorigus äs N. Is marguis äs Nontmirall«, 1766, roter Maroquineinband mit dem Wappen der Gräfin Dubarry, 765 Frcs. Der dritte Verkaufstag brachte die reichste Ausbeute. Wir beschränken uns auf folgende Angaben: ein Exemplar der «(kairäss ksurss« von Olivier Maillard, Buchdrucker und Nachfolger von Geoffroy Toro, datiert vom Jahre 1542, mit reichen Randver zierungen auf jeder Seite uud Figuren in und außer dem Text, Mosaikeinband des 16. Jahrhunderts, 3300 Frcs. (Von den »Oranäes ksurss« Maillard's sind übrigens nur 2 oder 3 Exemplare bekannt.) Ein Manuskript von 162 Seiten von dem berühmten Nicolas Jarry, datiert von 1662 und betitelt »Kritzrss 8alntss st Okrstlsunss« geschmückt mit Majus keln und Ornamenten in Farben und Gold, Einband in schwarzem Chagrin mit Schließhakcn in ziselierten, Gold, 1200 Frcs., — »ksurss L 1'ksa.ßs äs karis«, gedruckt zu Paris von Nicholas Hygma, gleichzeitig Almanach für 1515—1530, Exemplar auf Velin in altem Einband, seltne und gesuchte Ausgabe, 755 Frcs., — »ksurss L I'ksags äs koms«, für Simon Vostre von Pigouchet hergestellt, 1502 — 1520, Exemplar auf Velin mit 15 großen Figuren, Einband von Chambolle Duru, 610 Frcs., — »koras Lsatas Narias Virginis«, gedruckt zu Paris von Germain Hardounn, 1525—1537, Exemplar auf Velin mit 40 Figuren, alter Einbano in rotem Maroquin, 600 Frcs., — »koras«, Manuskript aus der Mitte des 15. Jahrhunderts auf Velin mit 6 Miniaturen und ca. 1000 Kapitalbuchstaben, reicher, alter Einband, 415 Frcs., — »örsvlarium Komauum-, 1647, Exemplar in einem kostbaren Einband von Le Gascon, 450 Frcs., — »Ko ksmpls äs la (Kairo-, 1653, Einband in olivengrünem, mit Lilien geschmückten Maroquin mit dem Wappen Ludwigs XIV., 355 Frcs. Der dreitägige Ver kauf brachte im ganzen 53 144 Frcs. Aus einem Mitte Mai in der Salle Sylvestre stattgefundenen Verkauf, in dem die botanische Bibliothek von Alexis Jordan von Lyon unter den Hammer kam, verdient unter vielen und sehr umstrittenen Werken vor allem ein Buch Er wähnung, nämlich die »Klara (Kassa, sivs plantarum rariorum üistoria in provinoiis aut iusulis (Kaseins Isota«, London, 1806 bis 1840, 10 Foliobände mit 966 Stichen und 10 schönen Frontispizen, vollständiges Exemplar in Maroquin, das für 4350 Frcs. Andrew Carnegie zugeschlagen wurde, der es dem botauischcn Gartcu von New Dort zum Geschenk machen will. Die von dem unermüd lichen Maurice Delestre und dem Buchhändler Paul Klincksieck ge leitete Versteigerung dieser Fachbibliothck ergab nicht weniger als 60 000 Frcs. Verein jüngerer Buchhändler in Halle a./S. — Nach dem im vorigen Vierteljahr durch Fortgang bezw. Austritt von Kollegen die Mitgliederzahl im Verein nicht unwesentlich ver mindert worden war, hat der Verein während der letzten Monate wieder Zuwachs erhalten, so daß er jetzt seine frühere Stärke von 25 Mitgliedern wieder erreicht hat. — Einen herben Verlust er litt der Verein zu Ostern durch den Fortgang des langjährigen ersten Vorsitzenden Kollegen Hartelt, der sich um das Vereins leben große Verdienste erworben hat. Der Verein ehrte den Scheidenden durch Überreichung eines Andenkens, sowie durch Er nennung zum Ehrenmitglicdc. — Der an seiner Stelle zum ersten Vorsitzenden gewählte Kollege Rothe legte sein Amt schon nach wenigen Monaten nieder, worauf in der außerordentlichen Generalversammlung vom 22. Mai Kollege Beuemann zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Zuwendung. — Herr Verlagsbuchhändlcr Carl Müller- Grote, i. Fa. G. Groteffche Verlagsbuchhandlung, Berlin, hat der Kasse für Stellenlose der »Allgemeinen Vereinigung Deutscher Buchhandlungsgehilfen den Betrag von 100 ./6 überwiesen. Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler. 1803—1903. Denkschrift der Firma I. I. Christen in Aarau. Kl. 8". 5 Seiten u. 3 Bildnistafeln in Umschlag. (Sprechsaal.) Plakate. (Vgl. Nr. 127, 130, 132 d. Bl.) Künstlerisch schöne Plakate sind wohl jedem Sortimenter will kommen, da sie zur Ausschmückung seiner Auslagen ein angenehmer Artikel sind. In meiner nahezu zwanzigjährigen Praxis in großen und kleinen Städten habe ich aber noch nie die Erfahrung gemacht, daß ein Buch nach der Plakatempfehlung verlangt worden wäre. Weit zweckmäßigere Reklame dürfte es nach meiner Meinung sein, dem Sortimenter Umschläge der betreffenden Bücher zu geben, die er zur Dekoration der Scitenwände seiner Schaufenster verwenden könnte und auch gern verwenden wird. Plakate mögen für Kolonialwarenhandlungen Wert haben, der Büchcrkäufer will dagegen einen ganzen Buchtitel sehen und zwar in übersichtlicher Darstellung. Tausende von schönen und teuren Plakaten nehmen-Lehrlinge und Gehilfen mit nach Hause zur Schmückung des Junggesellcn- heims; ebenso viele werden Packmaterial. Ich würde als Ver leger keinen Pfennig für Plakate ausgeben, dagegen jeder Novität eine Um sch lag feite beilegen. Das Buch dem Interessenten, der Titel ins Schaufenster! Dieses Verfahren dürfte auch weit billiger sein. Mettmann. Carl Schneider, Prokurist i. H. Hugo von der Heyden.
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