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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.07.1870
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1870-07-18
- Erscheinungsdatum
- 18.07.1870
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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Nichtamtlicher Theil Der fünfte Deutsche Jonrnalistentag in Frankfurt a. M. am 3., 4. und 5. Juki. lieber die diesjährigen Verhandlungen des Deutschen Journa listentages wird der Deutschen Allgemeinen Zeitung folgendermaßen berichtet: Am 3. Juli Vormittags 10 Uhr wurde der fünfte Deutsche Journalistentag eröffnet. l)r. Mar Friedländer aus Wien (Neue Freie Presse) hob in seiner Ansprache hervor, daß die Genossenschaft die Stürme des Jahres 1866 überdauert und trotz der politischen Meinungsunterschiede, die sie in sich berge, die Zielpunkte, um derent willen sie begründet worden sei, fest im Auge behalten und in ver söhnlichein Zusammenwirken zu verwirklichen gestrebt habe. Auch in Frankfurt werde hoffentlich die Sache des Journalistentags um ein gutes Stück weiter gefördert werden. Unter guten Vorzeichen trete er hier zusammen; er sei der Wiege Gutenberg's nahe und an der Geburtsstätte Goethe's und Börne's. Es wurde hierauf durch Acclamation vr. Fricdländer zum Vorsitzenden, vr. Stein (Breslauer Zeitung) zum ersten, Ham- meran (Frankfurter Journal) zum zweiten Viceprästdentcn, Voget (Frankfurter Zeitung) und Paul Lindau (Neues Blatt) zu Schrift führern ernannt. Der Cassenbericht des Vororts Wien ergab einen Bestand von 1265 Fl. 83 Kr., wovon 300 Thlr. dem Localcomitö zur Deckung der Kosten überwiesen wurden. Es wurde nun in die Tagesordnung eingetretcn. Das Aus schußmitglied Steinitz (Volks-Zeitung) berichtete über einige Sta tutenänderungen, die eine festere Organisation des Journalistentags bezwecken. Nach de» Vorschlägen des Ausschusses soll zunächst §. 2. der Statuten dahin abgeändert werden, daß Zeitschriften, die alles pnblicistischen Inhalts baar sind, vom Journalistentage ausgeschlos sen bleiben sollen; Zweifel darüber in einzelnen Fällen soll zunächst der Ausschuß, auf Berufung die Generalversammlung entscheiden. 11 r. Stein will die Worte „wegen gänzlichen Mangels an publicisti- schem Inhalte" gestrichen wissen; durch diese Fassung würden alle Fachblätter ausgeschlossen sein. Der Ausschuß habe mit diesen Worten wohl sagen wollen, daß Blätter, die keine Originalartikel haben, auszuschließcn seien, vielleicht habe er dabei an die Kreisblät ter gedacht, die in Masse dein Journalistentage beitreten und densel ben majorisiren können, Vr. Friedländer gibt im Namen des Aus schusses die Erklärung ab, daß dem Ausschußantrage keine politische Tendenz zu Grunde liege. Zirndorfcr-Frankfurt will weder die Annoncenblätter noch die Kreisblätter ausgeschlossen wissen; die officiöse Presse bilde einen berechtigten Theil der Gcsammtpressc. vr. Bodek (Deutsche Allgemeine Zeitung) hält es der Würde des Journalistentags nicht angemessen, wenn Blätter zugelassen werden, die gar keine publicistische Thätigkeit entwickeln, Blätter, die lediglich Annoncen znm Inhalte haben; politische Maßstäbe sollen nicht an gelegt werden, da die Grenze der Unabhängigkeit schwer zu bestimmen sei. vr. Stein-Posen, Bürgers-Cöln re. sprechen gegen den Antrag; die Furcht vor dem Majorisirtwerden sei übertrieben; wenn man ein mal auszuschlicßen anfange, werde man nicht aufhören. Ein Antrag des vr. Stein, den Ausschußantrag auf sich beruhen zu lassen und zur Tagesordnung überzugchcn, wird mit überwiegender Majorität angenommen. Ein zweiter Zusatzantrag (§. 4.) ging dahin, daß jede Zeitung, die dem Journalistentag beitritt, sich dadurch zu einer Mitgliedschaft von mindestens drei Jahren verpflichte — damit (wie der Referent bemerkt) „der Journalistcntag nicht zu einem Taubenschlag werde, wo man kommen und gehen könne, wie cs beliebt". Dieser Antrag wird nach längerer Debatte angenommen. Sonnemann (FrankfurterZeitung) berichtet nun über das viel besprochene und schwierige Thema der Altersversorgung. Er weist auf eine bereits seit Jahren bestehende Einrichtung in seinem Zci- tuugsunternehmen hin, wo die Altersversorgung nicht bloß Sorge des Arbeiters, sondern auch des Arbeitgebers sei. Aus dem Be richte erhellt, daß die Genossenschaft innerhalb drei Jahren ein Ver mögen von 6000Fl. angesammelt hat. JederArbeiter zahlt wöchent lich 1 Fl., der Verleger gibt einen Theil seines Reingewinns ab, mindestens 3—500 Fl. per Jahr. Das Guthaben der einzelnen von Anfang an beigetretenenMitglieder beläuft sich jetzt auf 231 Fl. Die austretenden Mitglieder erhalten jedesmal ihr volles Guthaben ausbezahlt. Im Hinblicke auf den günstigen Erfolg dieser Genossen schaft arbeitete Referent ein ähnliches Statut für eine Altersver sorgung für Journalisten aus und legt es vor. Hr. Wittelshöfer-Wien als Korreferent berichtet über den Wiener Schriftstellerverein Concordia, welcher aus Beiträgen der einzelnen Journalisten und aus zu seiuem Besten veranstalteten Feierlichkeiten bereits ein Capital von 150000 Fl. zusammengebracht hat. Derselbe hat den Zweck der Krankenunterstützung, wird dem nächst auch eine Altersversorgungscasse ins Leben rufen. Die Con cordia beruht auf dem Prinzip der Selbsthilfe. vr. Guido Weiß-Berlin empfiehlt den Sonnemann'schen Plan zur Annahme vorbehaltlich einiger formellen Aenderungeu in den Statuten, die man durch eine Commission erledigen lassen könne. In ähnlichem Sinne spricht sich Volkhausen-Frankfurt aus. vr. Friedländer-Wien empfiehlt den Sonnemann'schen Vor schlag als den einzigen, der zum Zwecke führe. Der siitliche Kern des Sonnemann'schen Antrages liege in der Amortisation der Ar beitskraft; diese müsse vorbedacht werden, was nur geschehen könne, wenn Verleger und Mitarbeiter sich gleichmäßig zur Amortisation besteuerten. Die Neue Freie Presse werde eine Casse wie die vor geschlagene etabliren, das gegebene Beispiel werde zünden. (Bei fall.) In der Wiener Concordia sei nicht die Basis für eine wahr hafte Pensionscasse geschaffen. Nach einigen Erwiderungen gegen erhobene Einwände durch den Referenten wurde zur Abstimmung geschritten und folgender Antrag angenommen: 1) den Sonnemann'schen Statutenentwnrf einer Commission zur Berichterstattung zu überweisen, welche bis morgen zu referiren hat; 2) dieses Statut nach definitiver Fassung sämmtlichen deutschen Zeitungen empfehlend mitzutheilen, und 3) den Vorstand zu beauftragen, dafür zu sorgen, daß alljährlich der Bericht über die Erfolge des Statuts einen ständigen Platz aus der Tagesordnung des Journalistentags erhalte. Weiß, Wirth, Hahndorf, Bürgers und Volkhausen, unter Zuziehung des Referen ten Sonnemann, wurden in den Ausschuß gewählt. Gleichzeitig wurde ein Antrag des Hrn. Steinitz angenommen, dahin gehend: der Journalistentag empfiehlt die Bildung von Vereinen nach Muster der Concordia in Wien für solche Orte, wo sie ausführbar sein sollten. . . . In der Sitzung des folgenden Tages wurde diese wichtige Frage, mit der sich der Journalistentag seit seinem Beste hen, aber immer resultatlos, beschäftigt hat, endlich einer befrie digenden Lösung näher gebracht. Der erwähnte Sonnemann'sche Statutenentwnrf für eine Journalistengenossenschaft war inzwischen von einer Commission (Referent Bürgers von der Rheinischen Zei tung) geprüft worden und lag nun, in einigen unwesentlichen Punk ten geändert, zur Abstimmung vor. Er wurde einstimmig ange nommen; ebenso der Antrag des vr. Weiß, daß dieser Entwurf sämmtlichen Zeitungen empfehlend mitgetheilt und der Vorstand be auftragt werden solle, dafür zu sorgen, daß alljährlich über die Er folge dieser Statuten berichtet werde und die Frage überhaupt einen. 343*
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