Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.06.1921
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U 13-t, 11. Juni I9Ll. Redaktioneller Teil. langsam, aber sicher abstirbt. Ich glaube nicht, daß die Einwohner der Vereinigten Staaten, selbst während des höchsten Grades der Kriegs- wnt, die Deutschen jemals so haßten, wie es z. B. die Franzosen tun. Die Teile des Volks, die hier lesen, sind vollständig teilnahmlos, so weit es sich um europäische Angelegenheiten handelt, mögen es deutsche, französische oder englische sein.« Bctricbsrevisionen. - In der letzten Zeit hat das Neichswirt- schastsministerium weitere Betriebsrevisionen vornehmen lassen, so namentlich in der Papierindustrie. In buchhändlerischen Betrieben sind solche Revisionen vorläufig nicht weiter angeordnct worden. Ob aber der Gedanke vollkommen fallen gelassen worden ist, muß zweifel haft erscheinen. Die Revisionen haben begreiflicherweise Beunruhi gung in den betroffenen Kreisen hcrvorgerufen. Wie aus dem von uns in Nr. 00 des Börsenblattes vom 26. April, Seite 008, veröffentlichten Gutachten des Neichsjustizininisteriums hervorgeht, ist aber an der ge setzlichen Berechtigung nicht zu zweifeln. Das erste Forschungsinstitut für Hochschulkuude. Prof. I)r. Paul Sstzinank in Güttingen hat jetzt die Leitung des am 1. Oktober 1920 in Göttingen eröffncten Hochschnlarchivs der Deutschen Studentenschaft Übernommen. Nachdem der 1. Studententag im Jnli 1919 in Würz- burg die Errichtung dieses Archivs beschlossen hatte, entwickelte es sich allmählich zu einem Mittelpunkt der hochschnlkundlichen Forschung in Deutschland. Die Wissenschaft vom Hochschulwesen will Ssymank in diesem ersten Institut seiner Art anSbaucn. Die Arbeit der akademi schen Auskunftsämter soll hier zusammcngefaßt werden, das soziale Leben der Hochschulangehörigen, der akademischen Berufe, der akade misch Gebildeten eine Studienstätte haben. Nückschauende Tätigkeit archivalischer Art wird daneben getrieben, eine Bücherei für das ge samte Hochschulwesen angelegt. Zur Erhaltung der wissenschaftlichen Forschungsstätten. — Be rufene Männer der deutschen Gelehrtenwelt haben in Verbindung mit der großen Ausstellung »Das deutsche Buch«, die auf der Frankfurter- Messe stattfand, in einer Reihe von Vorträgen die brennende Frage der Erhaltung der deutschen wissenschaftlichen Forschungsstätten in der Zeit der schweren Not besprochen. Da hier eine dringende Lebens frage deutscher Kultur vorliegt, die dauernd im Vordergrund des Interesses steht, hat das Frankfurter Meßamt die bedeutsamen Aus führungen von Professor Dr. Minde-Pouet, Direktor der Deutschen Bücherei in Leipzig, De. Christian Berghoeffer, Direktor der Nolh- schildschen Bibliothek in Frantfurt, Dr. Christoph Weber, Bibliothekar der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin, und Professor Dr. Ernst Marckwald, Oberbibliothekar an der früheren Universitäts- und Lan desbibliothek Straßburg, im Druck erscheinen lassen. Es legt die vier Vorträge der genannten Gelehrten im Heft 2 der »Schriften des Frankfurter Meßamts« allen denen vor, die sich der schweren Sorge be wußt sind, die deutschen wissenschaftlichen und Forschungsinstitute vor dem Untergang zu bewahren. Die lesenswerte Schrift ist unter dem Titel »Die Not der wissenschaftlichen Forschung in Deutschland« er schiene Frankfurter Woche der Bcrussberatuug. — Man schreibt uns: Vom 27. Juni bis 2. Jnli veranstalten das Städtische Bernfsamt und das Berufsamt für Akademiker in Frankfurt a. M., Universität, einen Lehr gang über Berufsberatung unter besonderer Berücksichtigung der Zu sammenarbeit von Schule und Berussaint. Um einem verständnisvollen Haud-in-Hand-arbeiten die ZPege zu bereiten, werden Lehrer und Leh rerinnen aller Schularten, Berufsberater und Bcrnfsbcraterinnen, Jugend- und Schulpflcgcrinncn, Studierende, Schulaufsichtsbeamte usw zur Teilnahme eiugeladcn. Den Verhandlungen liegen die Leitsätze des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung (Erlaß vom 26. Februar 1920) zugrunde, sodaß alle wichtigeren Probleme der Berufsberatung ausgerollt werden. Sämtlichen Vorträgen folgt eine Aussprache. Die Teilnehmergebühr für den gesamten Lehrgang be trägt 20 Mark, für die Tageskarte 5 Mark. Schriftliche Anmeldungen bis 20. Juni an das Städtische Berufsamt, Frankfurt a. M. Frankfurter Knustmesse. — Die Vorbereitungen für die 5. Frank furter Kunstmesse, die am 25. September gleichzeitig mit der Frank furter Internationalen Herbstmesse (25. September bis 1. Oktober) eröffnet werden soll, sind bereits im Gange. Vielen Anregungen ans dem Kunsthandel folgend, hat sich das Meßamt entschlossen, dem ein zelnen Aussteller durch Vermietung von offenen Ständen bzw. ge schlossenen Kojen ei".en direkten Verkehr mit den Kauflicbhabern zu ermöglichen. Diesen Ständen, die möglichst geschmackvoll und gut be leuchtet eingerichtet werden sollen, werden die unteren Hallen und Säle des Erdgeschosses Vorbehalten bleiben. Die Säle des Oberge schosses (Kaiser- und Knrfürstensaal) sollen wie schon auf der letzten Ausstellung straff zusammcngefaßte Sonderausstellungen zeigen, deren Thema von Messe zu Messe wechseln soll. Für die nächste Messe ist eine Ausstellung mittelalterlicher Kunst geplant. Nähere Auskunft er teilt die Geschäftsstelle der Frankfurter Kunstmesse im Römer. Die deutsche Danteseier. — Ter Ausschuß für eine deutsche Dante- fcier teilt mit, daß am 3. Juli in der Berliner Staatsoper eine Ge dächtnisfeier für Dante in Aussicht genommen ist. Adolf von Har- nack hält eine Ansprache, Ernst Troeltsch die Festrede. Vor- und nach her wird altitalienische Musik aufgeführt. Wilhelm Raabe und die neue Rechtschreibung. Die Rechtschrei bung soll wieder einmal geändert werden. Daß ihr zünftige und nicht- zünftige Schulmeister eine übertriebene Bedeutung beilegen, daß sie Vereinfachung und Vereinheitlichung erstreben und schließlich gerade das Gegenteil erweichen — man denke nur au das Arbeiten mit Nach schlagewerken —, das ist alles nichts Neues. Auch für unsere Tage noch passen jene kritischen Worte, die, wie die Quickborn-Korrespondenz schreibt, Wilhelm Raabe seiner Rittmeistern» Grünhage im »Horn von Wanza« in den Mund legt: »Da lese ich fast alle Wochen einmal davon in den Blättern, wie die Orthographie oder Rechtschreibung, oder »vie ihr es nennt, verbessert werden muß; und in Potsdam haben sie sogar einen Verein gebildet, der die i-Tüpscl abschaffen will. Lehren schreibt ihr ja jetzt wohl ohne h und Liebe ohne c? und tut cnch auf den Fort schritt, »vie der Bürgermeister sagt, riesig was zugute. Ja freilich, Riesen seid ihr; aber ein paar in der alten Weise gedruckte Bände von Schiller und Goethe werdet ihr doch übrig lassen müssen, und in denen lesen »vir Alten dann weiter«. Mit den von der Nittmeisterin angedenteten Änderungen scheint inan es ja wieder zu tun zu haben. Da jede rechtschreiberische Änderung die Drucke reien zu großen Anschaffungen neuen Schriftmaterials zwingt, so »vürde — bei den enormen Aufwendungen, die solche Anschaffungen heute erfordern — eine weitere Ver teuerung der Bücher die Folge sein. Das Hinundher der Rechtschrei bungen in neuen und alten Büchern »vürde, dagegen gehalten, sogar das kleinere Obel sein. Oder sollte wohl der Reichstag die nötigen Milliarden für die Neuanschaffungen und das Ankäufen und Ein stampfen der alten Buchbestände gleich mitbewilligen? Tie Notenpressen sind ja einmal vorhanden, und die sind ja vielleicht ain leichtesten auf die neue Rechtschreibung einzustellcn. Die neue Amtssprache. — Wie die amtliche Sprachpflege in» neuen Deutschen Reich gehandhabt wird, geht aus einem Erlaß über die Amts sprache hervor, den der R e i ch s a r b e i t s n» i n i st e r am 12. Februar 1921 für seinen Geschäftsbereich herausgegeben hat. Sein Wortlaut sei hier »»ach der Veröffentlichung in der »Zeitschr. des Allgemeinen Tcnt- schen Sprachvereins« (Heft Mai/Juni 1921) wiedergegeben: »1. Der sprachliche Ausdruck muß klar und unzweideutig sein. Vorschriften, die beachtet werden sollen, müssen so gefaßt sein, daß sie jeder — auch der weniger Gebildete — verstehen kann. Wer klar denkt, drückt sich auch klar aus; 2. die Sprache soll einfach sein. Ein Kanzleistil, der sich in veralteten und verschnörkelten Formeln gefällt, ist ebenso abzulehnen wie jede andere Stilkünsielei; 3. die richtig gehandhabte Sprache ist ein Kunstwerk. Wohlklang der Worte »nutz sich mit Ebenmaß im Satzbau verbinden. Lange Schachtelsätze zerstören das Ebenmaß ebenso sehr wie zerhackte Sätze. Worte, die fehlen können, ohne den Sinn des Satzes zu ändern, sind fortzulassen. Kürze ist nnangebracht, wenn sie Unklar heit verursacht. Je länger ein Satz ist, desto sorgfältiger und übersicht licher muß er aufgebaut sein; 4. eine Gewähr dafür, daß der sprachliche Ausdruck der Gesetze und Verordnungen allen berechtigten Anforde rungen entspricht, bietet die Durchsicht der Entwürfe durch den Allge meinen Deutschen Sprachverein. Um seine Mitarbeit zu gewinnen, ist in jeden» geeigneten Fall au die Geschäftsstelle Berlin W 30, Nollen- dorfstraßc 13/1-B, heranzutreteu; 5. Freindworte, die zwanglos durch deutsche Worte ersetzt werden können, haben keine Daseinsberechtigung; 6. ein Verzeichnis der wichtigsten, im Reichshaushalt vorgenomincnen Verdeutschungen bringe ich zur Kenntnis. Diese Verdeutschungen er suche ich im dienstlichen Verkehr anzuwendcn.« Mit diesen» Erlaß knüpft das Ar'beitSininisterinm, »vie der Obcr- landesgerichtspräsident Ernst Dronke (Frankfurt) in einer Besprechung des Erlasses in der oben erwähnten Zeitschrift niit Recht hervorhebt, an die besten Überlieferungen des alten Reiches an und fügt folgendes hinzu: »Auf einen Gedanken, den der Herr Minister ansspricht, sei noch besonders hiugeivieseu. Vorschriften, die beachtet werden sollen, müssen so gefaßt sein, daß sie jeder, auch der weniger Gebildete, verstehen kann. Wir sprechen alle, welchen Bildungsgang »vir auch genommen haben, eine und dieselbe deutsche Sprache und müssen uns dessen beivußt bkeibeu. Es ist kein Zufall, daß gerade der Arbeitsminister, und zwar ersichtlich in seiner besonderen Aufgabe als A r b e i t e r minister, an diese Pflicht und an die Wichtigkeit ihrer Erfüllung erinnert.« SOS
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