Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.07.1890
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1890-07-14
- Erscheinungsdatum
- 14.07.1890
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18900714
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-189007143
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18900714
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1890
- Monat1890-07
- Tag1890-07-14
- Monat1890-07
- Jahr1890
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
3732 Nichtamtlicher Teil. 160, 14. Juli 1890. Last, der bekannte Leihbibliothekar, Aut. Hartinger, der auch in wei teren Kreisen bekannte Chromolithograph, C. A. Müller, sämtlich in Wien, dann Otto Hügel in Großwardein. Ich möchte Sie bitten, zum Zeichen Ihrer Teilnahme sich von den Sitzen zu erheben. (Geschieht.) Von sonstigen Vorkommnissen habe ich zu berichten, daß wir im Vereine mit dem Vorstande der Wiener Korporation an die k. k Scbulbücher-Vcrlagsdirektion eine Eingabe gerichtet haben, in welcher wir um die Einsührung eines gleichmäßigen (25 prozentigen) Rabattes und Gewährung von verschiedenen Erleichterungen bei der Aus lieferung petitionierten. Diese Eingabe wurde am 5. Februar 1890 von beiden Vorstehern persönlich überreicht, eine Erledigung derselben ist noch nicht erfolgt. Eine andere Eingabe machten wir am 12. Dezember 1889 gegen die neu angeordnete Stempelpflicht der Heftausgaben wöchentlich erscheinender Journale, gleichfalls im Vereine mit dem Korporations- Vorstände von Wien. Ungeachtet mehrfacher persönlicher Besuche und Bemühungen wurde dieselbe schon mit Erlaß des hohen Finanzmisteriums vom 31. Dezember 1889.abschlägig beschicken. Beide Eingaben sind in ihrem Wortlaute in der -Korrespondenz- abgedruckt worden.») Von den Pensen, welche uns die Beschlüsse der zwei letzten Haupt versammlungen ausgegeben haben, ist die Ausarbeitung eines Gesetz entwurfes zum Schutze des litterarischcn und artistischen Eigentums vollständig erledigt. Die von Ihnen ernannte Kommission, bestehend aus den Herren Artaria, Cranz, Hölder, Konegen und . Kramer, hat mit Zuziehung des Herrn vr. Grünwald unter dem Vor sitze des Herrn v. Hölder in vielen und langen Sitzungen die schwierige Aufgabe vollkommen bewältigt und das Elaborat persönlich dem Herrn Iustizministcr überreicht, von welchem in zuvorkommendster Weise die Vor lage in der nächsten Rcichsrats - Session in Aussicht gestellt wurde. Es obliegt mir die Pflicht, allen bei der Kommission beteiligten Herren, namentlich dem Obmanne derselben, Herrn v Hölder, für die Ueber- lassung seines Lokales und für die Leitung der mühevollen Verhandlungen hier nochmals unseren besten Dank auszusprechen. Die Kommission zur Beratung eines neuen Preßgesetzes hat sich erst in den letzten Wochen konstituiert und besteht aus den Herren: C. Aug. Artaria, C. Konegen und I. Schellbach. Mit der Regelung der Kolportage hat sich eine Kommission, be stehend aus den Herren: E. Marx, C. Ko ne gen und C. Daberkow beschäftigt. Uebcr die Thätigkeit dieser sowie der anderen Kommissionen wird Ihnen heute noch ausführlich referiert werden. Bezüglich der Druckschriften, welche durch die Kolportage vertrieben werden, hat auf Anregung ^des Herrn Statthalters von Nieder- Ocsterreich die Korporations - Vorstehung eine Vorlage überreicht, in welcher ca. 200 Liescrungswerke zur Approbation vorgeschlagen werden. Im Interesse der von uns vertretenen Vereins-Mitglieder in den Kcon- ländcrn hat Ihr Vorstand persönlich bei dem Herrn Statthalter Audienz genommen und gebeten, daß bei der Regelung dieser Angelegenheit auch die Stimme des Vereines gehört werde, was in freundlichster Weise zugesagt wurde. — Wir haben uns ferner veranlaßt gesehen, eine Eingabe an den Bürgermeister von Wien zu richten, in welcher wir uns gegen die Heber- lassung des Grillparzcrsestbuches an eine nicht österreichische Firma mit Subventionierung von 5500 fl. und auch dagegen aussprachen, daß der österreichische Buchhandel keine solche Weltfirma besitze, welcher die Her stellung dieses Festbuchcs überlassen werden könnte. Wir beteiligten uns ferner an einer Eingabe um Ermäßigung der Kreuzband-Porti; auch wurde beschlossen, gegen den Entwurf des Gesetzes über das Raten-Geschäst vorstellig zu werden. Der Wortlaut dieses Gesetzentwurfes war in der »Korrespondenz» abgedruckt'*) und es wird Ihnen nicht entgangen sein, welche große Gefahren derselbe für den Sortiments- Buchhandel enthält. Auf eine Eingabe an das hohe Finanz-Ministerium, diverse Fach-Journale betreffend, haben wir am 10. Mai eine größtenteils zustimmende Erledigung erhalten. Was unseren außerämtlichen Verkehr anbelangt, so habe ich zu er wähnen, daß wir am 3. Juli 1889 ein Cirkular an jene Verlags- sirmen gerichtet haben, welche ihre dem Börsenvereine zur Verfügung ge stellten Unterschriften zurückgezogen hatten. Wir haben hierauf ca. 60 Ant worten von bedeutenden Verlegern erhalten, welche zum Teil ihre Unter schriften wieder gewährten oder die bestimmten Zusicherungen gaben, noto- rischen Schleuderern nichts mehr zu liefern. Ueber Aufforderung des Verbands-Vorstandes der Orts- und Kreisvereine haben wir am 2. Okto ber 1889 ein Cirkular erlassen, worin wir unsere Mitglieder ausforderten, dem Sortimenterbunde beizutreten. Wir haben hieraus 149 Beitritts- Erklärungen erhalten. Die Errichtung eines Svrtimcntcrbundes hat mehr fach irrige Anschauungen gefunden; es möge ausklärend erwähnt werden, daß diese Vereinigung nichts anderes bezweckt, als denjenigen Herren Verlegern, welche die Bestrebungen dcs soliden Sortimcntes gegen maß lose Schleuderet unterstützen, sich durch besondere Verwendung für ihren Verlag dankbar und erkenntlich zu erweisen. — Im Januar 1890 haben wir ein Rundschreiben erlassen, worin wir das definitive Inkrafttreten der Bestimmungen in dem Verkehre mit dem Publikum kundmachen. Es bleibt mir nun noch übrig, unsere Thätigkeit zu erwähnen, welche ') Börscnbl. 1889 NrJ298. ") Brgl. Börscnbl. 1890 Nr. 98. durch zahlreiche Mitteilungen über Kontraventionen gegen diese Bestim mungen hervorgerusen wurde. Es kann mit Befriedigung konstatiert werden, daß in den meisten Fällen die einfache Aufforderung unsererseits genügte, befriedigende Erklärungen zu erlangen. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir den sämtlichen Herren Obmännern, welche in wiederholten derartigen Fällen uns bereitwilligst ihre Unterstützung liehen, den verbind lichsten Dank des Vorstandes auszusprechen. Ich kann hierbei nicht um hin, mitzuteilen, daß Herr Marx, der Obmann der Sektion Niederöster reich. zu unserem größten Bedauern seine Stelle niedergelegt hat. Er hat sich stets mit besonderer Energie der Gesamtinteressen angenommen, und ich möchte Sie aufsordcrn, unsere» Dank für seine so ersprießliche Mitwirkung durch Erbeben von den Sitzen auszudrücken. (Geschieht.) Nur in zwei Fällen sahen wir uns veranlaßt, die Sperre zu verhängen, waren jedoch in einem Falle sogleich, im andern nach Verlauf einiger Wochen wieder in der angenehmen Lage, die Sperre aufzuheben. Schließlich sei mir gestattet noch zu erwähnen, daß wir die Druck legung der »Correspondenz» an die Gcsellschasts-Buchdruckerei vergeben und durch einen günstigen Vertrag eine Ersparnis von mehreren Hundert Gulden erzielt haben. Unser Mitgliederstand hat in diesen zwei Jahren durch Tod oder anderweitigen Austritt 41 Mitglieder verloren, dagegen durch Neueintritt 60 Mitglieder gewonnen, so daß wir also einen Zugang von 19 Mit gliedern zu verzeichnen haben. Aus den hier kurz angeführten Arbeiten, die zu bewältigen Ware», ersehe» Sie freundlichst, daß an die Zeit und Arbeitskraft Ihrer Vorstands mitglieder sehr starke Anforderungen gemacht worden sind. Ich muß diese Gelegenheit ergreifen, meinen Mitarbeitern für ihre thatkrästige Unter stützung meinen besten Dank auszusprechen: namentlich den Herren Artaria, Wilhelm Müller und in den letzten Monaten Herrn I. Schellbach, welche in aufopferndster Weise die Erledigung der zahllosen Eingänge gefördert habe». Zu meinem großen Bedauern hat Herr W. Müller seine Stelle als Schriftführer niedergelegt und eine Wieder wahl zur Zeit nicht anzunehmen e>klärt. Ich glaube in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich ihm hiermit den Dank des Vereines für seine erfolg reiche Thätigkeit votiere. Nachdem auf Befragen des Herrn Vorsitzenden niemand zu diesem, wiederholt mit Beifall ausgenommenen Rechenschaftsbericht das Wort ergriff, lud derselbe den Schatzmeister Herrn C. Aug. Artaria ein, über das Kaffawesen des verflossenen Vereinsfahres zu berichten. Der Herr Schatzmeister verlas den Rechnungs-Abschluß pro 1889, der eine Summe der Einnahmen von 5078 fl. 3 kr. und eine Summe der Ausgaben von 6688 fl. 74,5 kr. ver zeichnet. Der auf das neue Jahr zu übertragende Saldo ist 5680 fl. 18,5 kr. Nachdem die Versammlung die von den Ver trauensmännern Herren Denticke, Knbasta und Reger geprüfte und richtig befundene Rechnungslegung acceptiert und dem Schatz meister einstimmig Generaldecharge erteilt hatte, ergriff Herr vr. Breitenstcin das Wort, um betreffs der »Buchhändler-Corrcspondenz« einige Wünsche vorznbringen. Herr Artaria beantwortete diese Anregungen, welche dankend zur Kenntnis genommen wurden. Punkt 3 der Tagesordnung war der Bericht über die er folgte Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes, betreffend den Schutz des litterarischcn und artistischen Eigentums, den der Vorsitzende in folgende Worte zusammenfaßte: Seitdem in der Hauptversammlung vom September 1888 über die Arbeit der Kommission berichtet wurde, hat diese ihre Aufgabe voll kommen beendet, unter Mitwirkung eines erfahrenen Juristen einen ganz neuen Gesetzentwurf in drei Lesungen gründlich durchberaten und fest- gestellt, und endlich dieses Operat Sr. Excellenz dem Herrn Justizminister im Einvernehmen mit dem Vorstande überreicht. Aus dem eingehenden Referate des Herrn Artaria in der Haupt versammlung vom September 1888 sind Ihnen die Prinzipien bekannt, von denen sich die Kommission bei ihren Beratungen leite» ließ: es galt, unsere veralteten Gesetzesbestimmungen mit der neuen einschlägigen Ge setzgebung in Einklang zu bringen, und zu diesem Zwecke wurden nament lich das ungarische und deutsche Gesetz, sowie auch die in Frankreich, Belgien, Italien rc. gütigen Bestimmungen eingehend studiert. — Außer der im Einklänge mit der ungarischen Gesetzgebung angenommenen fünfzigjährigen Schutzfrist, einem ausgiebigeren Schutze der musikalischen Erfindung und der Aufführungsrechte, werden auch ständige Sachver- ständigen-Kommissionen vorgeschlagen, welche in allen Streitfragen von den Gerichten beizuziehen sein würden. Se. Excellenz der Herr Justizminister nahm die von Herrn A. v. Hölder geführte Deputation auf das freundlichste aus, anerkannte die Notwendigkeit einer gesetzlichen Reform und sagte das Studium unseres Entwurfes sowie die eventuelle Zugrundelegung desselben für dieSfällige
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder