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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.12.1890
- Strukturtyp
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- 1890-12-01
- Erscheinungsdatum
- 01.12.1890
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- Deutsch
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6810 Nichtamtlicher Teil. äS 278, 1. Dezember 1890. und während der Betriebspansen nichts kostet, während die Dampf maschine, auch wenn sie nicht arbeitet, im Zuge gehalten werden muß. Zu den interessantesten derartigen Anlagen der neuesten Zeit gehört diejenige der llank Note anck IntboAiapbia tlo. in Boston (vergl. büeetrieal Logirer No. 112). Hier wirkt ein Elektromotor von zehn Pferdestärken, der zehn bis fünfzehn Mal weniger Raum einnimmt, als eine Dampfmaschine gleicher Stärke, ohne Kessel und Zubehör. In Boston allein arbeiten in Drucke reien etwa zwanzig derartige Motoren nach dem System von Sprague, welches von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft i» Deutschland eingesührt wurde. Chamerot, der Vorsitzende des französischen Buchdrucker- Vereins, äußerte sich in einer Sitzung desselben, »ll'cmpiimerie« zufolge, über die Setzmaschinen wie folgt: » .... Es steht fest, daß die Lagermansche Maschine, welche den Gebrauch beider Hände gestattet, die das Setzerschiff entbehrlich macht, und deren Ausschließe-Mechanismus als ein kleines Wunder anzusehen ist, allen Anforderungen genügt. Eine solche Maschine, meine ich, tritt sicherlich einmal in die Praxis, da sie keine Abänderung des Buchdrucker-Materials erheischt und sich für alle Arten Arbeiten eignet. Neben der Lagermanschen Maschine, welche zu keinen ernst haften Bedenken Anlaß geben dürste, finden wir den Linotype, welcher sich allerdings den verschiedenen Bedürfnissen weniger gut nnpaßt, der sich aber zu den laufenden Arbeiten und dem Zeitungs satz sehr wohl eignet. Der Bau desselben ist ein Wunder. Ter Erfinder hat alles vorgesehen, und der Apparat verrichtet alle Arbeiten selbstthätig in wunderbarer Weise. Allerdings leidet der Linotype noch an manchen Unvollkommenheiten, denen jedoch abzuhelfen sein dürfte In dem jetzigen Zustande sind übrigens dessen Leistungen in vieler Hinsicht sehr befriedigend. Der Linotype macht den Schriftvorrat entbehrlich und gestattet, stets von neuer Schrift zu drucken, was sehr wertvoll ist. Meines Erachtens lassen sich alle laufenden Arbeiten mit der Lagermanschen Maschine oder mit dem Linotype aussühren. Die Drohung, die in diesen Maschinen liegt, ist also ernsthaft zu nehmen. Darunter verstehe ich nicht etwa eine Drohung des Prinzipals gegen die Gehilfen, sondern die Drohung aus der unaufhaltsamen Gewalt des Fortschritts. Diese Maschinen drohen den Prinzipalen wie den Gehilfen, da sie leicht den Wert unseres Schriftmatcrials erheblich vermindern können. Da aber die Maschinen kostspielig und schwer einzusühren sind, dürften sie sich mir langsam einbürgern, falls die Gehilfen bei ihrer ver söhnlichen und weisen Haltung beharren und den Agitatoren ihr Ohr verschließen.« »I/Iinxrimeris« zufolge tritt neuerdings die bekannte Ma schinenbau-Anstalt von Marinoni in Paris mit einer Ro tationsmaschine auf, welche Geschäftsbücher, Formulare und dergl. druckt, also Arbeite» mit Linien und Schriften. Erst geht die Papierbahn unter einer Art Kamm, dessen Zähne ver stellbar sind, durch, worauf die Schrift von der eigentlichen Ma schine aufgedruckt wird. Anzunehmen ist es, daß auch deutsche Firmen derartige »Endlose« Herstellen; uns ist jedoch darüber nichts Näheres bekannt geworden. Vielleicht sind die betreffenden Maschinenbau - Anstalten so freundlich uns Nachrichten darüber zukommen zu lassen. Ernst Wentscher in Berlin, dessen sinnreiche Setz-Maschine wir s. Z. besprachen, erhielt unter No. 53 423 ein Patent aus ein Korrektur schiff, bei welchem man die zu korrigierende Zeile auf mechanischem Wege soweit aus dem Satz heraushcben kann, daß das Korrigieren leichter ausführbar ist. In der »Papierzeitung« bricht Herm. Hofmann eine Lanze zu Gunsten der Reform des Accidenzsatzes. Dieses Ziel sei durch die Abschaffung oder Einschränkung der über handnehmenden Einfassungen zu erreichen, welche die Schrift, also die Hauptsache, förmlich erdrücken! »Unsere Accidenzschriften müssen so lebhaft und ansehnlich werden, daß sie nicht allein den Wettstreit mit dem Ornament siegreich ausfechten können, sondern daß sie auch im stände sind, dasselbe zu ersetzen. Denn wie man die Sache auch wenden möge, jedes Zierstück, das dem Buchdrucker bisher geboten wurde, ist aus dem Bedürfnis her- vorgegaugen, Drucksachen zu verschönen. Kann die Schrift dieser Forderung selbst Nachkommen, so ist der Notbehelf, der Zierat, überflüssig.» Die Schrift ist der Aufgabe vollkommen gewachsen. Das zeigen unter ander»', die englischen und amerikanischen Druck sachen, bei welchen Einfassungen und Zierate meist ganz weg fallen. Sehr lehrreich ist in dieser Hinsicht das amerikanische Fachblatt »Laxer auä Lress«, auf das wir bereits hinwiesen. Das erste Vierzehntagehest der Zeitschrift »Moderne Kunst« zeigt, daß es dem Verleger R. Bong im Verein mit der Sittenfeld'schen Druckerei gelungen ist, es auch bezüglich der Farben bei auf der Buchdruckpresse hergestellten Aqnarell- Faksimile-Drucken der Pariser Firma Boussod, Valadon, bezw. den Weihnachtsnummern des Pariser »Figaro«, nachzumachen, wenn nicht gar die Leistungen derselben zu übertreffen. Holzschnitt oder Metallplatten zu derartigen Arbeiten weiden allerdings von deutschen und österreichischen Anstalten längst chergestellt; die Drucke zeigten jedoch, soweit wir es übersehen können, den gleichen Farbenglanz nicht, und sie standen den auf der lithographischen Presse hergestellten Sachen nach. Was ist zur Herstellung von der artigen Faksimiles vorteilhafter: Steindruck oder Buchdruck? Die Entscheidung hängt wohl von der Höhe der Auflage ab. Die Bong'schen Faksimiles sind nicht in dem Texte, sondern auf be sonderen Blättern abgedruckt. Es sei bei diesem Anlaß auf die von Herm. Hofmann herausgegebeue Anleitung zu dem früher erwähnten Messer holzschnitt hingewiesen (Berlin, Max Krause). Darunter ver steht der Verfasser ein Verfahren zur raschen Herstellung einfacher Holzschnitte mittels eines Stockes, der aus einem Grundblock, einer Papierlage und einer leicht abtrennbaren polierten Hart holzdecke besteht. Nach erfolgtem Einschneiden der Umrisse der Züge werden diese Umrisse auf dem Unterlageblock vertieft, woraus man die Stellen der Holzdecke und der Papierlage, die nicht drucken sollen, absprengt. Inzwischen wurde das Verfahren weiter ausgebildet. Die Blöcke haben nunmehr beiderseits Holz decken, so daß sie zweimal zu benutzen sind; auch sind sie mit einer doppelten Holzdecke versehen, damit die Schnitte mehr oder weniger tief gelegt werden können. Für Plakatschriften von Wichtigkeit. Auch sind die Werkzeuge verbessert. Licenzen zur Ausübung des patentierten Verfahrens erteilt die obengenannte Berlagshandlnng. Unter Nr. 53 359 erhielt Th. A. Decker in Monnerich (Luxemburg) ein Patent auf eine Druckfarbe zur Herstellung von wetterbeständigen Karten oder dergleichen aus Kautschuk oder ähnlichen Stoffen. Diese Farbe dringt in den zu be druckenden Körper tief ein und läßt sich angeblich ganz gleich mäßig auftragen, so daß man einen sauberen Druck erhält. Sie besteht aus Kopaivabalsam, Kolophonium, Melasse, Bleiglätte, Teer, Indigo, einer Lösung von salpetersaurem Silber und Königswasser. Der Kopaivabalsam führt eine möglichst innige Verbindung der Farbe mit dem Stoffe sowie eine Verdünnung derselben herbei. Ein tieferes Eindringen der Farbe befördert gleichfalls die Lösung von salpetersaurem Silber sowie das Königs wasser. — Bewährt sich das Verfahren, gelingt es, durchaus regenfeste Karten auf einem sich nicht zerknitternden, elastischen Stoff zu drucken, so wäre nicht bloß der Armeeverwaltung, son dern auch manchen Zweigen des Buchhandels damit sehr gedient. Es ließen sich auf diesem Wege unverwüstliche Reisekarten und vielleicht auch, weun die Herstellung nicht zu teuer, Schulkarten Herstellen. Es sind bei Lieferungen wiederholt Streitigkeiten daraus entstanden, daß Papiere, welche vertragsmäßig keinen Holz schliff enthalten sollten, sich bei der Untersuchung in der Papier-
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