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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.06.1871
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1871-06-14
- Erscheinungsdatum
- 14.06.1871
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18710614
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-187106145
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Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1871
- Monat1871-06
- Tag1871-06-14
- Monat1871-06
- Jahr1871
- Titel
- Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.06.1871
- Autor
- No.
- [1] - 1737
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Erscheint außer Sonntags täglich. - Biö früh 9 Uhr eingehende Anzeigen kommen in der nächsten Nummer zur Aufnahme. Börsenblatt für den BeNrüae iüc das Börsenblatt sind an die Redaction — Anzeigen aber an die Expedition desselben zu senden. Deutschen Buchhandel und die mit ihm verwandten Geschäftszweige. Eigenthnm des BörsendereinS der Deutschen Buchhändler. 133. —Leipzig, Mittwoch den 14. Juni. -> Nichtamtlicher Theil. 1871. Alfred Mauke. Hamburg, 9. Juni. „Rasch tritt der Tod den Menschen an" — das ist ein Wort, welches man mit Recht bei dem plötzlichen Tode unseres Verstorbenen sagen kann. Wohl Dem, der jederzeit zum Sterben bereit ist, und wenn es für die schwergeprüften Hinter- lassenen einen Trost gibt, so ist es der, daß der Entschlafene wohl zum Sterben vorbereitet war. Er war ein Mann, der an seinen Heiland glaubte, der sich durch nichts in seinem Glauben beirren ließ und treu und offen denselben jederzeit bekannt hat. Alfred Mauke, im Jahre 1824 geboren, trat 1841 bei K. Bädeker in Coblenz in die Lehre, woselbst er vier Jahre verblieb. Auf diese Zeit hat er stets mit großer Liebe zurückgcblickt und trotz seiner vielen Reisen diesen Aufenthalt am schönen Rhein niemals vergessen. Seine späteren Wanderjahre führten ihn nach Stettin, Berlin, Wien, Paris und London, eine Reihe von Städten, in denen er sich die ihm sein ganzes Leben zu Statten gekommene tüchtige und welt männische Bildung erworben hat. Im Jahre 1849 kehrte er ins väterliche Haus zurück, und wurde dort 1855, nachdem sein Onkel Rudolph Besser aus der Handlung ausgetreten, Associe seines Vaters. Nach dem 1859 erfolgten Tode des letzteren übernahm er die Handlung allein und führte dieselbe, nachdem 1865 sein Bruder Wilhelm eingetrcten, unter der neuen Firma „W. Mauke Söhne" bis zu seinem Tode fort. Seit Anfang 1870 war er alleiniger Inhaber des Sortiments, während der Verlag von dem Bruder für eigene Rechnung übernom men worden war. Frisch und heiter, nachdem er manche Sorgen, welche das Leben einmal mit sich bringt, überwunden, haben ihn viele College» noch in der diesjährigen Ostcrmesse gesehen und sich ge freut, ihn nach mehrjähriger Abwesenheit wieder einmal begrüßen zu dürfen. Er kehrte gesund zurück und freute sich auf den Sommer, um ini Kreise der Seinigcn in dem herrlich gelegenen Landhause seines Schwiegervaters nach des Tages Arbeit die Annehmlichkeiten des Landlebens zu genießen. Am 1. Juni, nach einer Versammlung des Kirchen-Collcgiums, dessen thätigcs Mitglied er war, kehrte er Nachmittags fünf Uhr in seine Wohnung zurück, um von dort hinaus aufs Land zu seiner Familie zu eilen. Es sollte nicht fein! Kaum daselbst angelangt, ereilte ihn der unerbittliche Tod und machte seinem Leben durch einen Herzschlag plötzlich und unerwartet, ohne jede vorherige Krankheit oder Un wohlsein, ein Ende. Jede Hilfe war vergebens, und die herbeige rufene Familie fand das Leben des treuen Mannes schon völlig er loschen. Ein so jäher Tod mag für den Betreffenden leicht sein; Achtnnddreihigster Jahrgang. für die Hinterlaffenen aber hat eine solche Todesart etwas Er schütterndes und Unfaßbares! Alfred Mauke hinterläßt, außer seiner nächsten Familie, einen großen Kreis hiesiger und auswärtiger, treuer und wahrhafter Freunde, welche ihn alle aufs tiefste betrauern werden. Sanft ruhe seine Asche! W. M. Aus den Papieren der Weidmannschen Buchhandlung. II.*) A. F. Bartholomäi. Die Briefe Bartholomäi's waren für den Herausgeber nicht lediglich von buchhändlerischem Interesse; sie sind auch ein Beitrag zur Kenntniß seelischer Vorgänge. Ihrem Schreiber, dem ersten Verleger von Wieland's Don Sylvio von Rosalva ist es nach seiner Ulmer Zeit nicht mehr dauernd wohl geworden. Der früher etwas hochmüthige Mann sinkt von seiner Höhe herab, und wie er sich auch abmühc, durch Unterwürfigkeit die alten Verbindungen wiedcrzu- knüpfen und aufs neue emporzukommen, so gelingt beides nur vor übergehend; denn auch aus dem letzten vorliegenden Schreiben Bar tholomäi's fließt uns nicht die Gewißheit, daß diesem wenigstens ein ruhiges Alter geworden sei. Wie weit der Schwabe, weniger glück lich als sein Landsmann Cotta, an solchen Verhältnissen die Schuld trug, wissen wir nicht; gewiß wird er nicht der ganz unschuldig lei dende Theil gewesen sein, wie er selbst cs glaubte. Eigenen Fehlern kam dann wohl noch häuslicher Mißstand zu Hilfe, denn sofern An deutungen eines dritten Briefes richtig verstanden werden, so war es Bartholomäi's Gattin, für welche des alten Reich Hilfe einmal in Anspruch genommen wird. Die Frau ist von daheim geflohen, wie man glaubt, nach Leipzig. Man meldet diese Thatsache dem alten Philipp Erasmus mit dem Ersuchen, doch seinen Einfluß zu Gunsten des gestörten ehelichen Verhältnisses geltend machen zu wollen. Wir dürfen annehmen, daß der vielerfahrenc Reich, sofern er dieses zarten Auftrags sich zu entledigen unternahm, dies mit Ge schick und Erfolg gethan hat; denn ein so vielseitiges und oft rühren des Vertrauen, wie man cs dem würdigen Leipziger von allen Sei ten entgegenbringt, ist doch erst das Ergebniß des festen Bewußtseins, daß das cntgegengebrachte Vertrauen in jeder Weise erfüllt werde. 1764 war der Don Sylvio erschienen, im Winter 1771 auf 72 druckte ihn die Dürre'schc Officin in Leipzig in zweiter Auflage, dies mal für Weidmann's Erben und Reich, in deren Verlag der Roman übergegangen war. Bartholomäi lebte, wie es scheint, damals noch in leidlichen Verhältnissen, denn als ihm Reich gelegentlich verschie dener Geschäftsbriefe Vorhalt thut, wegen mittelbarer und nmnittel- »s I. S. Nr. 13t. 255
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