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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.02.1895
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1895-02-16
- Erscheinungsdatum
- 16.02.1895
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- Deutsch
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Erscheint Nn Verbindung mit den »Nach richten aus dem Buchhandel») täglich init Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — JahrcSprcis: für Mitglieder ein Exemplar 10 für Nichtmitglicder 20 ,/t. Bölseilblatt für den Anzeigen: für Mitglieder 10 Pfg., für Nichtmitgliedcr 20 Pfg.. für Nichtbnch- händler 30 Pfg. die dreigespaltenePetit- zeile oder deren Raum. Deutschen Buchhandel und die verwandten Geschäftszweige. Eigentum des Bvrscnvcreins der Deutsche» Buchhändler zu Leipzig. Leipzig, Sonnabend den 16. Februar. 1895. Nichtamtlicher Teil Von: Reichstage. Aus den Verhandlungen über die Gewerbeordnung. (Wandergewerbe, Kolportage und Reisebuchhandcl.) (Fortsetzung aus Nr. 39.) II. Sitzung vom 1. Februar 1895. Fortsetzung der ersten Beratung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung (Wandergewerbe) — (Nr. 94 der Drucksachen), in Verbindung mit der Fortsetzung der ersten Beratung des von den Abgeordneten Gröber (Württemberg), vr. Hitze, I)r. Schaedlcr, Spahn, Letocha, Marbe, Metzncr (Neustadt), Euler eingebrachtcn Gesetzentwurfs, betreffend die Abänderung der Gewerbeord nung für das Deutsche Reich (Wandergewerbe) — (Nr. 69 der Drucksachen). Abgeordneter von Stroinbeck: Sie wissen bereits, meine Herren, daß in den uns heute beschäftigenden Fragen das Zentrum geteilter Meinung ist, namentlich hinsichtlich des Antrages der Herren Gröber, vr. Hitze, Metzner und I>r. Schaedler. Ich bedaure lebhaft, daß dieser Antrag so aus gefallen ist, daß ich genötigt bin, denselben auf das be stimmteste zu bekämpfen. Bevor ich des näheren hierauf ein gehe, gestatten Sic mir einige wenige Worte zu der Regierungs vorlage. Auf die meisten Einzelheiten derselben werde ich nicht cingehen, ich würde sonst zu lang werden müssen, und ich glaube, diese Einzelheiten werden sich besser in der Kom mission erledigen lassen. Ich hebe daher bezüglich der Regierungsvorlage nur hervor, daß ich eine gewisse mäßige Verschärfung der Straf bestimmungen mit Freuden begrüße. Meine verehrten Freunde haben diesen Punkt in ihrem Anträge ganz übersehen, und doch scheint mir derselbe von Wichtigkeit zu sein. Es läßt sich nicht leugnen: wenn und insoweit unehrliche Elemente in dem Hausiererstande vorhanden sind, dann wird ihnen dieser unehrliche Geschäftsbetrieb dadurch erleichtert, daß sie thatsächlich unter dem Deckmantel der Anonymität handeln können. Wird jemand, der in einem seßhaften Geschäfte kauft, irgendwo übervorteilt, geschädigt, so weiß er, mit wem er es zu thun hat, er kann sich an seinen Verkäufer halten. Ganz anders beim Hausierer, der — wenigstens in manchen Fällen — nach abgeschlossenem Geschäfte auf Nimmerwiedersehen verschwinden kann. Ich glaube, daß durch die Unehrlichkeit, welche unter dem Deckmantel der Anonymität im Westen und im Süden Deutschlands sich gezeigt haben soll, die Mißstimmung gegen den Hausierer allgemein gefördert ist; durch unehrliche Geschäftsgebarung einzelner Hausierer wird der ganze Hausierstand geschädigt. Das empfinden auch in denjenigen Gegenden, wo das Hausieren, abgesehen vielleicht von ganz vereinzelten Ausnahmen, in ehrlicher Weise betrieben wird, die Hausierer selbst. Zweiundsechzigster Jahrgang. Ich möchte mir zum Nachweis dessen erlauben, aus der Generalversammlung des cichsfeldischen Hausierervereins — er nennt sich Handelsvercin —, welche am 13. v. M. statt- gesunden hat, folgendes zu verlesen: Die Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen, welche die Fernhaltnng der bestraften Subjekte vom Hausierer gewerbe bezwecken, wurde allgemein gebilligt, da sic im Interesse der Standesehre liegt. Auch wurde hervorgehoben, cs möge auch gewerbsmäßigen und leichtsinnigen Konkursmachern das Hausierergewcrbe entzogen werden. Sie sehen, meine Herren, im Eichsfelde herrschen noch die Grundsätze deutscher Treue und deutscher Ehrlichkeit vor! Damit verlasse ich die Regierungsvorlage und bemerke nur noch, daß ich weit entfernt bin, das scharfe Urteil zu teilen, welches mein verehrter Fraktionsgenosse vr. Schaedler über sie gefällt hat. Ich wünsche nur, da ich in meiner Fraktion ja nicht ganz vereinzelt dastehe, daß es heute einem meiner Kollegen und Gesinnungsgenossen, dem Herrn Abge ordneten Fuchs, noch möglich sein werde, zum. Worte zu kommen; ich möchte bitten, dies nicht durch frühzeitigen Schluß der Diskussion zu verhindern. Das darf ich aber nicht übergehen, daß ich den ver bündeten Negierungen und ganz besonders der königlich preußischen Regierung in hohem Grade dafür dankbar bin, daß sie eine gegenüber dem Anträge Gröber so maßvolle Ge setzesvorlage eingebracht haben. Es handelt sich nach den dieser Vorlage beigegcbenen statistischen Nachweisen um über 226 000 Personen, welche im Besitz eines Wandergemerbe- scheins sind; das ist eine so enorme Anzahl, daß es gewiß im höchsten Grade gerechtfertigt ist, deren Interessen zu be rücksichtigen. Ich möchte hier gleich einschalten, daß allein in meinem Wahlkreise, dem Eichsfelde, über 2000 Familien an dem Hausiererwesen beteiligt sind. Es ist das nicht etwa in folge des Umstands, daß diese Handelsleute lieber umher wandern — im Gegenteil, sie blieben viel lieber in ihrer Heimat —; aber bei der Ungunst der landwirtschaftlichen Verhältnisse, dem schlechten Boden, fehlt es ihnen an Erwerbs- gelegenheit, und so sind sie genötigt, für sich und ihre Familien den notwendigen Lebensunterhalt im Umherziehen durch Hausier handel zu erwerben. Für die Ehrlichkeit des Hausiergewerbes im Eichsfeld er laube ich mir noch anzuführen, daß die dortigen Hausierer alljährlich einen ganz bestimmten Bezirk bereisen; sie erscheinen alljährlich wieder. Das spricht dafür, daß sie die Kund schaft zur Zufriedenheit bedient haben; es spricht auch dafür, daß sic nicht gewillt sind, unter dem Schutz der Anonymität Unreellitäten zu begehen. Ich habe mich, soweit ich das als Einzelner konnte, auch in der Provinz Sachsen erkundigt, ob etwa durch übermäßigen Andrang von Hausierern und durch deren Zudringlichkeit Belästigung des Publikums entstanden wäre: soweit ich aber habe erforschen können, habe ich über all verneinende Antworten erhalten. 118
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