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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.01.1898
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1898-01-25
- Erscheinungsdatum
- 25.01.1898
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- Deutsch
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19, 25. Januar 1898. Nichtamtlicher Teil. 665 wenigsten wohl in denjenigen Häusern, in welche dieses Ver zeichnis zumeist dringt. Weshalb also diese ganze Anpreisung? Ist die deutsche Jugendschriften-Litteratur wirklich so dürftig, daß man seine Zuflucht zu Bruchstücken von Büchern nehmen muß, deren übriger Inhalt — wir wollen damit durchaus nicht zugegeben haben, daß die empfohlenen Stücke besonders geeignet sind — für die Jugend ungeeignet ist? Oder sind die Herren Bearbeiter zu unbewandert auf diesem Gebiete? — Wir sind geneigt, das letztere zu glauben Es ließe sich noch manches kritisieren, doch genügt wohl das Mitgeteilte zum Erweise dafür, daß wir es mit einer im ganzen unbrauchbaren und unpraktischen Arbeit zu thun haben Zu verwundern ist nur, daß die hiesige Ober- Schulbehörde und Inhaber von Privatschulen dem Ver zeichnisse ihre Unterstützung geliehen haben. Diese Erfahrung läßt befürchten, daß man auch in anderen Städten in gleicher unkritischer Weise das Verzeichnis zulassen und verteilen wird, wie es in Kiel geschehen ist Deshalb, und um den in der Einleitung enthaltenen Angriff auf den Buchhandel zurückzuweisen, haben wir eine öffentliche Beleuchtung des Un wertes dieses mit so viel Selbstbewußtsein auftretenden Ver zeichnisses für angebracht gehalten. Dadurch hoffen wir auch, optimistische Verleger vor kühnen Hoffnungen und Erwartungen zu bewahren, wie sie eine Berliner Verlagsfirma offenbar gehegt hat, die in einem auffälligen und teuren Inserate im Börsenblatte im November ankündigte »der Hamburger Jngendschriften-Ausschuß und die Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens empfehlen in ihrem diesjährigen Weihnachtsverzeichnis« u. s. w und es nun den Hamburger Firmen anheimgab, sich rechtzeitig mit dem nötigen Bedarf an den teuren Goldschnittbänden ver sehen zu wollen. Der Hamburgische Buchhandel kennt die Wirkungslosigkeit dieses unpraktischen und unpassenden Ver zeichnisses schon längst Ebenso werden die in Frage kommen den Verleger kaum eine Wirkung dieses Verzeichnisses verspürt haben, abgesehen vielleicht davon, daß bei der ganz billigen Litteratur, wie z. B. »Universalbibliothek für die Jugend«, die empfohlenen Bändchen mehr, andere davon gar nicht verkauft worden sind. Höher schätzen wir Erfolg und Wirkung des Verzeich nisses nicht ein. Wir hoffen, daß es in dieser Fassung nicht wiederkommen wird. Hamburg, den 19. Januar 1898. Der Hamburg-Altonaer Buchhändler-Verein. Kleine Mitteilungen. Postdienst an Kaisers Geburtstag. — Wir machen daraus aufmerksam, daß am Geburtstage Seiner Majestät des Kaisers die Post in Leipzig (wie vermutlich überall im Gebiete der Reichs post) nur beschränkten Dienst hat. Es werden also, wie an Sonntagen, am nächsten Donnerstag den 27. Januar, der leider mit einem Hauptspeditionstag des Leipziger Kommissionsgeschäfts zusammentrifft, ankommende Briefe nur zweimal — früh und vor mittags — ausgetragen, die zweite Post sogar um etwa eine Stunde später als an anderen Wochentagen, so daß die Kommis sionäre die prompte Erledigung empfohlener Bestellungen, die mit dieser zweiten Post eingehen, nicht garantieren können. Auch die Aufgabe der abgehenden Paketsendungen ist abends auf eine kurze Zeit beschränkt, so daß auch hieraus Verzögerungen entstehen können. Post. — Der Reichsanzeiger schreibt: Im Postanweisungs- Verkehr nach Großbritannien ergeben sich für die Aus zahlung der Beträge häufig Schwierigkeiten daraus, daß die Empfänger von den Absendern über die Einlieferung der Post anweisungen nicht mit Nachricht versehen worden sind. Da Groß britannien demPostanweisungs-Uebereinkommen des Weltpostvereins nicht beigetreten ist, so gelten sür den Verkehr mit Großbritannien be sondere Vereinbarungen. Die in Deutschland nach Großbritannien cin- gelieferten Postanweisungen werden nicht den Empfängern übersandt, sondern nach Eintragung in die vertragsmäßig vorgesehenen Ueber- Fliiyuudsechzigsler JayrMiz. weisungslisten nebst dem Abschnitt bei der deutschen Auswechselungs stelle in Köln zurückbehalten. Auf Grund der Ueberweisungslisten werden in Großbritannien inländische Postanweisungen (mons^- oräsrs), jedoch ohne Angabe des Absenders, für die Empfänger ausgesertigt. Vor der Auszahlung der Beträge nimmt die britische Postverwaltung in Anspruch, daß die Empfänger sich über ihre Berechtigung durch Nennung des Absenders ausweisen. Um Wei terungen und Verzögerungen bei der Auszahlung zu vermeiden, ist es bei dem britischen Postanweisungssystem durchaus erforderlich, daß die Empfänger von der Einlieserung der Postanweisungen jedesmal durch die Absender besonders benachrichtigt werden. Vom Feilbieten im Umherziehen ausgeschlossene Werke. — Die Leipziger Zeitung teilt unter dem 22. d. M. fol gendes mit: «Das königliche Ministerium des Innern hat zur besseren Usbersicht der vom Feilbieten im Umherziehen ausge schlossenen Druckschriften und Bildwerke ein Gesamtverzeichnis dieser Litteratur ausgestellt und wird alljährliche Nachträge zu diesem Verzeichnisse als Beilagen zum Königlich Sächsischen Gendarmerie blatte ausgeben. Zur Erleichterung der Entschließung wegen eventueller Beanstandung einer neu auftauchenden Druckschrift haben die Gewerbepolizeibeamten sofort Bericht zu erstatten und zwar nicht, wie bisher, an das königliche Ministerium des Innern, son dern unmittelbar an die Redaktion des Gendarmerieblattes. Diese neue Verordnung gründet sich aus die Vorschriften des Z 56 Abs. 3 der Gewerbeordnung und eine Ministerialverordnung vom 23. April 1897.. Leipziger Ausstellungszeitung. — Die Verwaltung der Stadtbibliothek zu Leipzig ersucht, den Lesern mitzuteilen, daß ihr zu einem vollständigen Exemplar der vorjährigen Leipziger Ausstellungszeitung die Nummern 8, 9, 10, 22, 23, 27 fehlen. Sollte jemand noch im Besitz einer oder der anderen dieser Num mern sein, so wird er gebeten, sie der Stadtbibliothek freundlichst zu überlassen. Preis für ein Geschichtswerk. — Von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen ist zur Erinnerung an den im Jahre 843 abgeschlossenen berühmten Vertrag von Verdun der sogenannte Verdun-Preis ausgesetzt worden sür das beste Werk über deutsche Geschichte, das innerhalb eines fünfjährigen Zeitraumes erschien. Die diesmal für die Prüfung der im Lause der Jahre 1892—1897 geschriebenen Geschichtswerke eingesetzte Kommission besteht aus dem Präsidenten der Justiz-Prüfungskommission, Wirkt- Geh. Rat Professor Stölzel, dem früheren Kriegsminister General v. Verdy du Vernois, dem Direktor der königl. Staatsarchive Geh. Ober regierungsrat vr. Koser, dem jetzigen Rektor der Berliner Universität Professor Schmoller, Professor Scheffer-Boichorlt in Berlin, Professor Harnack in Berlin, Professor v. Wilamowitz-Möllendorff in Berlin, Professor Erler in Königsberg und dem Direktor des Friedrich Wilhelm-Gymnasiums in Köln, Geh. Rat Ur. Jäger. Statistik der österreichischen Veröffentlichungen. — In einem Berichte, der der vorjährigen bibliographischen Konferenz in Brüssel über die österreichischen Publikationen erstattet worden ist, macht der Berichterstatter, Herr C. Junker in Wien, die folgenden Angaben: «Für die Statistik ist man lediglich auf die Schätzung an gewiesen, und selbst hierfür ist die Grundlage eine sehr unsichere. Die -Oesterreichisch-ungarische Buchhändler-Korrespondenz- wies von in Oesterreich erschienenen Schriften im Jahre 1896 in deutscher Sprache über 3200 in sonstigen Sprachen über 2000 Nummern auf. Hier sind einige Zeitschriften mit ausgenommen und bei diesen, sowie bei allen Lieferungswerken, we che be kanntlich im slavischen Buchhandel sehr häufig sind, bildet jedes Heft eine Nummer. Nach den Aufzeichnungen der k. k. Hof bibliothek. in welche Einsicht zu nehmen Herr Hosrat von Zeißberg uns freundlichst gestattete, belief sich der Einlauf an Pflichtexemplaren im Jahre 1896 aus 6097 Bände; hier sind die Zeitschriften nicht gezählt, ebensowenig die amtlichen Publikationen, welche keine Pflichtexemplare sind, wohl aber auch die Verlagsartikel der ausländischen, in Oesterreich kon zessionierten Firmen. Faßt man diese Angaben zusammen, so dürfte man nicht sehr fehlgehen, wenn man behauptet, daß eine vollständige, die nichtperiodischen, selbständigen, in einem Jahre in den im österreichischen Reichsrate vertretenen König reichen und Ländern erschienenen Schriften aufzählende Biblio graphie ungefähr 5000 Titel ausweisen würde, wovon etwa sieben Zehntel auf die deutsche, drei Zehntel aus die sonstigen Sprachen kämen. Für die Bestimmung der Zahl der jährlich erscheinenden Zeit schriften bieten das »Preisverzeichnis der in der österreichisch ungarischen Monarchie und im Auslande erscheinenden Zeitungen 89
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