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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.09.1902
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1902-09-30
- Erscheinungsdatum
- 30.09.1902
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- Deutsch
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7772 Nichtamtlicher Teil. 227, 30. September 1902. Kleine Mitteilungen. Deutscher Buchgewerbeverein. (Lx libris - Ausstel lung.) — Am Sonntag den 28. September wurde in dem großen Saale des Deutschen Buchgcwerbehauses zu Leipzig eine Aus stellung von etwa 4000 Lx libris (Bibliothekszeichen) eröffnet, die in der ersten Abteilung ein hochinteressantes Bild über den Ent wicklungsgang dieser graphischen Kleinkunst vom fünfzehnten Jahr hundert an bis zur Neuzeit giebt. Die zweite Abteilung zeigt, nach Städten geordnet, die Arbeiten solcher zeitgenösischen Künstler, die auf dem Gebiete der Lx libris-Zeichenkunst eine ganz besondere Thätigkeit entfaltet haben. Neben Barlösius,Baluschek, Doepler d.J., Eckmann f, Hildebrandt, Hirzel, Lechter, Sattler, Staffen u. a. aus Berlin finden wir von Leipziger Künstlern Lina Burger, Otto Greiner, Max Klinger, Bruno Heroux, Mathieu Molitor und Walter Tiemann. Auch die Düsseldorfer, Karlsruher, Stuttgarter, Münchener u. a. Lx libris-Zeichner sind mit ihren besten Erzeug nissen vertreten. Der Besuch der interessanten Ausstellung, auf die wir noch näher eingehen werden, sei jedermann empfohlen. Paul Krügers Memoiren. — Von Paul Krügers Memoiren über den Burenkrieg wird aus Amsterdam geschrieben: -Durch einen Herrn, der dem Präsidenten Krüger geschäftlich nahesteht, erfahre ich allerhand interessante Einzelheiten über das demnächst erscheinende Memoirenwerk, die ich nachstehend verzeichnen will. Die erste Anregung zu dem Buche ist nicht aus Burenkreisen, sondern von dem Münchener Verleger I. F. Lehmann ausgegangen. Herr Lehmann bot dem Präsidenten Krüger eine halbe Million Mark, wenn er sich dazu verstehen wolle, seine Erinnerungen und An sichten bezüglich des Burenkrieges aufzuzeichnen. Ohm Krüger ant wortete jedoch mit einem kategorischen Nein und der Erklärung, daß er ausschließlich noch für sein armes Volk, nicht aber für seinen eigenen Ehrgeiz oder gar materiellen Gewinn thätig sein wolle. Nun verstrich eine lange Zeit, während welcher von Memoiren überhaupt nicht mehr geredet wurde. Erst als die kriegerischen Ereignisse in Afrika eine entschiedene Wendung zum Schlimmen und Schlimmsten nahmen, griff man das Thema wieder auf, diesmal jedoch nicht auf Seiten der Verlegerwelt, sondern in der unmittelbaren Umgebung Krügers, wo man die Notwendig keit einsah, authentische Darlegungen über den Krieg zu ver öffentlichen. Auf vieles Drängen willigte nun auch Ohm Krüger ein, die Geschichte des Kampfes und seine Ansichten über diesen einem Sekretär zu diktieren. Irgend welches Honorar wollte er aber auch jetzt nicht entgegennehmen, vielmehr den ganzen Er trag seiner Arbeit den notleidenden Buren zugewiesen sehen. Natürlich entstand auf die Kunde von diesem Entschluß hin sofort ein großer Wettbewerb von Verlegern, die sich gegenseitig in Honorarangeboten zu überbieten suchten, bis zuletzt der Mün chener Lehmann das Verlagsrecht für den gesamten internationalen Büchermarkt übertragen bekam. — Präsident Krüger machte sich unverweilt an die Arbeit. Gewissenhaft, wie er ist, gab er eine Darstellung der Ereignisse, bei der jedes Wort gleichsam auf die Goldwage gelegt wurde. Mit peinlicher Gerechtigkeit suchte er die Thatsachen rein für sich selber sprechen zu lassen, Licht und Schatten, soweit das menschenmöglich, ohne jede Voreingenommen heit zu verteilen. Der lapidare Stil ist einfach, die Darstellung der Ereignisse spannend. Charakteristisch ist der echt niederdeutsche trockene Humor, der nicht nur in dem geschilderten Reden und Thun des Präsidenten, sondern auch in seiner Schreibweise ge legentlich zum Ausdruck kommt. -Der deutsche Herausgeber, der sein Amt sehr gewissenhaft nimmt, ist unlängst mit einer Liste von nicht weniger als 180 Fragen bei Krüger eingetroffen, über die er von ihm selbst Auf schluß erhält, um die Uebersetzung auf das genauste zu gestalten und eventuell das Original durch authentische Zusätze zu bereichern. Die Mitteilungen, die Präsident Krüger jetzt noch Herrn Schovalter macht, und die von diesem noch in das Manuskript hinein ver arbeitet werden, gehen auch in alle Uebersetzungsausgaben über, so daß diese einander völlig gleichwertig sein werden. Für Eng land und die Vereinigten Staaten ist das Verlagsrecht an eine Londoner Firma (Fisher llnwin) abgetreten worden. Die hollän dische Ausgabe hat dre Firma Martinus Nijhoff erworben. Das llebersetzungsrecht für Frankreich ist ebenfalls bereits vergeben, ebenso für Schweden, Norwegen, Dänemark. Die Verhandlungen mit italienischen, spanischen, russischen, magyarischen und tsche chischen Verlegern sind noch im Gange.- Zum Jubiläum der Bodleianischen Bibliothek. (Vergl. Nr. 224 d. Bl.) — Die berühmte Bodleianische Bibliothek in Oxford wird, wie hier schon mitgeteilt worden ist, am 7. und 8. Oktober d. I. ihr dreihundertjähriges Bestehen feiern. Die Bibliothek verdankt ihren Namen dem englischen Staatsmann und Gelehrten Sir Thomas Bodley (1545—1613), der den Grund seiner gelehrten Bildung in Deutschland empfing, wohin seine Eltern vor den Verfolgungen der Königin Maria, der Katholischen, mit dem zwölfjährigen Knaben geflüchtet waren. Nach weiteren Studien in Genf kehrte er nach England zurück, als Elisa beth den Thron bestiegen hatte, studierte in Oxford, machte Reisen ins Ausland und diente der Königin in zahlreichen diplo matischen Missionen. 1596 zog er sich aus dem Staatsdienst zurück und begann ein Gelehrtenleben in Oxford, wo er sich mit Opfer freudigkeit der Erweiterung der Universitätsbibliothek widmete und dieser Aufgabe ein großes Vermögen opferte. Er soll gegen 200 000 Pfund Sterling dazu verwendet haben. Auch in seinem letzten Willen hatte er durch Vermächtnisse dasür gesorgt, daß seine Bücherschätze sorglich gepflegt und der Wissenschaft dienstbar gemacht werden konnten. Vibliotheksverkaus. — Wie der Allgemeinen Zeitung aus Rom gemeldet wird, soll Fürst Barberini seine aus 60000 ge druckten Bänden und 8000 Manuskripten bestehende Bibliothek an den Papst verkauft haben. Die italienische Regierung habe erst verspätet von dem Verkaufsplan Kenntnis erhalten und habe auch nur feststellen können, daß das Gesetz zum Schutz der Kunstwerke nicht in Frage komme, da sich der Verkaufsakt nur auf die Bücher und Manuskripte beziehe, also weder auf die Gemäldegalerie, noch auf die in den bisherigen Bibliotheksräumen aufgestellten sonstigen Kunstwerke. Auch das Familienarchiv bleibt im Besitz des Fürsten. Papst Leo XIII. habe die Absicht geäußert, für diesen neuen vatikanischen Besitz ein besonderes Gebäude als Unter bringungort ausfindig zu machen und dort die Bibliothek den Forschern geöffnet zu halten. Geschäftsjubiläum. — Herr Ernst Oswald Jahn, In haber der Kommissions- und Kolportagebuchhandlung C. O. Jahn in Leipzig, die am 1. Oktober 1877 unter der Firma Bruno Ra- delli eröffnet worden ist (zugleich auch Inhaber der Firma R. Walthers Verlag in Leipzig) wird morgen den Gedenktag des sünfundzwanzigjährigen Bestehens seines Stammgeschäfts begehen. Aus dem Stammgeschäft haben sich andre Geschäfte abgezweigt, die seinen Namen tragen, -Jahn L Schreyer- und -Jahn L Sohn-, und alle sind, zum Teil unter seiner persönlichen Leitung, im Hause Querstraße 26/28 vereinigt. Sie bilden in ihrer Gesamtheit einen großen Geschäftsbetrieb, der sich aus bescheidenen Anfängen entwickelt hat. Zu seinem Ehrentage sprechen wir dem Herrn Jubilar unsere aufrichtigen Glückwünsche aus. Geschäftsjubiläum. — Herr August Lauterborn in Ludwigshafen a. Rhein wird am kommenden 1. Oktober die Freude haben, das vierzigjährige Bestehen seines Geschäfts, das freilich erst 1874 als Buchhandlung auftritt, zu feiern. Der Anfang der angesehenen Firma geht auf den 1. Oktober 1862 zurück, an welchem Tage Herr Lauterborn eine lithographische Anstalt und Steindruckerei eröffnete. 1867 gesellte sich hierzu eine Buchdruckerei, endlich 1874 die Buchhandlung. Der Gründer und Leiter des vielseitigen Geschäftsunternehmens hat sich seiner Aufgabe mit Hingebung und Umsicht gewidmet, und darf mit Befriedigung auf einen langen und erfolgreichen Berufsgang zurückblicken. An Anerkennung hat es ihm nicht ge fehlt. Während einer Zeit von sieben Jahren bekleidete er, durch das Vertrauen seiner Mitbürger geehrt und getragen, die Stelle eines stellvertretenden Bürgermeisters seiner aufstrebenden, an Umsang und Bedeutung in den letzten Jahrzehnten mächtig ge wachsenen Stadt; im Jahre 1897 wurde er durch Verleihung des Verdienstkreuzes des Ordens vom heiligen Michael ausgezeichnet, und 1900 widerfuhr ihm die Ehre, zum königlich bayerischen Hos- buchdrucker ernannt zu werden. In weiten Kollegenkreisen wird die Nachricht von seinem Ehrentage aufrichtige Teilnahme wecken, der auch wir ihn hiermit gern versichern. Personalnachrichten. Professor Horst Kohl. — Herr Professor vr. Horst Kohl vom königlichen Gymnasium in Chemnitz, der bekannte Heraus geber der politischen Reden Bismarcks und anderer Bismarckiana, wird zum 1. April 1903 nach Leipzig übersiedeln, um fortan am neubegründeten königlichen Carola-Gymnasium in Leipzig als Lehrer thätig zu sein. Gestorben: am 27. September nach langem Leiden der Buchhändler Herr Rudolf Niese in Saalseld, Inhaber der dort bestehen den geachteten Firma Const. Niese, an deren Besitz und Leitung er seit 1866 beteiligt war und deren Alleinbesitz er am 1. September 1877 übernommen hatte.
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