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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.02.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-02-22
- Erscheinungsdatum
- 22.02.1901
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- Deutsch
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1548 Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. 45, 22. Februar 1901. K. k. Hofbibliothek in Wien. — Die neuen Ausleih- Bcstimmungen der k. k. Hofbibliothek in Wien, deren Bekannt gabe ivir schon erwähnt haben, finden in den dortigen Zeitungen eine durchweg anerkennende Beurteilung. Die Neue Freie Presse sagt darüber: -In den vom Kaiser wiederholt ausdrücklich ge billigten Bestrebungen, die Schätze der kaiserlichen Bücher- sammlung möglichst leicht und allgemein zugänglich zu machen, ist abermals ein bemerkenswerter Fortschritt zu verzeichnen. Die neuen -Bestimmungen für das Entlehnen von Werken aus der k. k. Hofbibliothek- erleichtern den weitesten Kreisen wissenschaftlicher und Literarischer Forscher die Beschaffung des Büchcrapparats mit einer Liberalität, deren Ausmaß am besten durch den Vergleich mit den früher gehandhabtcn Vor schriften und anderwärts geltenden Bestimmungen gewürdigt wird. Das Britische Museum in London, das bekanntlich die reichste Büchersammlung der Welt birgt, leiht prinzipiell weder Hand schriften noch Bücher aus; die zweitgrößte Sammlung, die Pariser Libliotbsqus Xatiovals, versendet wohl Handschriften, aber keine Druckwerke. Allerdings muß man, bevor man über diese drakonischen Maßregeln ein entsprechendes Urteil fällt, in Erwägung ziehen, daß die genannten Weltinstitute über prächtig eingerichtete Lese säle verfügen, die den Benutzern der Sammlungen alle nur denk bare Bequemlichkeit bieten, wahrend der etwas euphemistisch -Lese- saal- genannte enge und dunkle Korridor der Hofbibliothek, die naturgemäß die Centralstätte wissenschaftlicher Konsultation bilden soll, schon 1830 zu bitteren Klagen Anlaß gab, gleichwohl aber wegen Mangels entsprechender Räumlichkeiten heute demselben Zwecke dienen muß wie vor hundert Jahren. Um so drückender wurden die Ausleihbestimmungcn empfunden, die noch bis vor kurzer Zeit galten. Dieses den zeitgemäßen Anforderungen hohnsprechende Reglement hat im Laufe der letzten zehn Jahre wesentliche Milde rungen erfahren; den weitestgehenden Ansprüchen dürften die Satzungen für das Entlehnen von Werken aus der Hof- bibliothck genügen, die soeben allgemein bekannt gemacht wer den. Nicht blvß den Würdenträgern und Beamten des Hof staates, den Reichsrats- und Landtagsabgeordncten, diploma tischen Vertretern, Akademiemitgliedern, Universitätsprofessoren, sondern auch allen Doccntcn, Adjunkten rc. der Hochschulen, den Lehrkräften der Mittelschulen, sowie Bibliotheks- und Archiv beamten steht das persönliche Ausleihrecht zu; eine weitere wich tige Bestimmung gestattet sämtlichen Staats-, Landes- und Kommu nalbeamten, unter diesen auch ffämtlichcn Lehrkräften der Volks und Bürgerschulen, die Entlehnung von Werken, falls die Vorgesetzte Behörde durch Amtsstempel oder Unterschrift des Vorstandes (Direktors) die Haftung übernimmt. Ebenso wichtig ist die Verfügung, daß bei Entlehnungen nach auswärts nicht bloß wie bisher die Universitäten und Akademien, sondern auch — in kleineren Städten — Be^irkshauptmannschaften, Gemeinde vorstehungen, Konvente, Pfarrämter, Schulleitungen oder Militär behörden die Vermittelung von Entlehnungsgesuchen unter entsprechender Befürwortung übernehmen können. Eine be sondere Erleichterung darf in der liberalen Bestimmung erblickt werden, daß von nun ab die nach auswärts versendeten Druckwerke auch in die Privatwohnung der Gesuchwerber aus geliehen werden, falls der Wert der gewünschten Werke nicht be sondere Vorsichtsmaßregeln nötig macht. Durch diese ganz neue Ausleihordnung ist die erste Büchersammlung des Reiches zweifel los ihrer eigentlichen Bestimmung in vollem Maße gerecht ge worden, jener edlen Bestimmung, einen mächtigen Fastor in der Förderung wissenschaftlicher Forschung und litterarischen Studiums zu bilden.«^ Neue Geschäftsform. — Die -Papier-, Schreibwaren- und Ansichtskartenbörse- vom 5. Februar 1901 berichtet folgendes: Ein ganz Schlauer ist jener Papierhändler, der sich kürzlich in Berlin als -Konsumverein- etablierte. Das betreffende Cirku- lar, das am besten über diese neue Art des Handelsverkehrs Auf schluß giebt, lautet: -Neuer Konsum. Ein- und Verkauf nur gegen bar. Die Unterzeichnete Handlung beabsichtigt, sämtliche von ihr geführten Artikel zum Selbstkostenpreise abz'ugeben. Da ich aber nicht ohne Verdienst leben kann, so muß jeder Käufer 1 Jahres beitrag zahlen. Dafür erhält das zahlende Mitglied für sich und seine Familienmitglieder gegen Vorzeigung der Quittung auf die Dauer des ganzen Jahres 1901 sämtliche von mir geführten Artikel zum Selbstkostenpreise, selbst das kleinste Quantum wird abgegeben. Wer Mitglied werden will, zahle an den Unterzeich neten 1 gegen Quittung. Nur wenn so viel Mitglieder bis zum 1. Januar 1901 ihren Beitrag zahlen, daß ich meine Existenz dabei finde, tritt der Konsum in Kraft; andernfalls wird der Beitrag gegen Quittung sofort zurückerstattet. Wer schon jetzt seinen Beitrag zahlt, erhält von dem Tage an bis Ende dieses Jahres sämtliche Waren, wenn auch nicht zum Selbstkostenpreise, so doch zum Vorzugspreise. Der Weihnachtscinkauf schon allein wird Ihnen den Jahresbeitrag von 1 und mehr ersparen. Postwertzeichen werden an Mitglieder ohne Aufschlag verkauft. Wenn mein Unternehmen Anklang findet, werde noch mehr Artikel cinführen. Für die Recllität meines Geschäftes bürgt meine zwanzigjährige Selbständigkeit. Hochachtungvoll Louis Köhler, Berlin X,, Brunnenstr.77, Papier-, Kontobücher, Galanterie-, Ledcrwaren-, Puppen- und Spielwarcn-, Papierwäsche-, Schulbuch- und Sortimentsbuchhandlung.- Preise für Gemälde. — In Rudolf Lepkes Kunst-Auktions- haus in Berlin wurden am 12. d. M. folgende Preise für Bilder neuerer Meister erzielt: Ad. v. Menzels Gerichtsscene 9690 — Ed. Grützners Falstaff 6560 — Jos. GallegoS Rechtfertigung 3350 — Desselben Geheimnis 1775 V6, — Gabr. Max' Fürbitte der Braut 2260 —Oswald Achenbachs Parkansicht 2250 — CH. Hoguets Marine 2050 -H. In NewAork wurde in der Gemäldcversteigerung der Samm lung des verstorbenen Edward Kcarncy gezahlt für: Mauve, Nach einem Regen 13 800 — Corot, Schloß Pierrefonds 12 800 — Schreyer, Die Vorhut 12 600 ./ß. — Jnneß, Landschaft 8000 — Perrault, Moses auf dem Nil 4000 — Madrazo, Die Maske 3300 —Derselbe, Fischer 4100 ^8,—Lerolle, Rückkehr am Abend 4900 — Weil, Der Kampf 4440 ,/6, — Fcrnandez, Fortunys Atelier 4400 ./L Buchhändler verband Hannover - Braunschweig. — Der auf nächsten Sonntag den 24. Februar anberaumt gewesene ordentliche Verbandstag in Osnabrück ist wegen Erkrankung mehrerer Vorstandsmitglieder auf Sonntag den 10. März ver legt worden (vgl. die Bekanntmachung im amtlichen Teile). Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler: Xataloxs ckss autiquarisobsu Lüxsrlaxsrs clor 1. L. Lsij srs'sobsu Luobbanckluux in Ltrsobt. Xr. 193: Nusilriittsratur, Lartitursu, Xlavisrausrüxs u. s. rv. 8°. 33 8. 886 Xro. Xr. 194: dsrmanisoüo unck romanissbs I'biloloxio unä Vltsr- tumslruucks. 8". 34 8. 864 kirn. Xatalox ssltsnsr tbsoloxisobor 8okriktsu unck Libslausxabsu ckss XV. unä XVI. labrlrunägrts aus äsrn Lüobsriaxor cksr 1. 8. Lsij srs'sobsu Lu ob bauckluux in Ltrsobt. 1900. 16". 20 8. 138 kirn. ckuristisobss Littsratuibla.lt. Lsrlin, 6. Ls^mauus Vorlax. Xr. 122, Lck. XIII, Xr. 2, 15. Lsbruar 1901. 4". 8. 29—52. XXXV. Xuust-tluotiou von 8. Lsuäs in IVisn. — Xatalox sinsr roiobbaltixsu 8ammluux von altsu Xupksrsticbeu unck Litbo- xrapbiou unck e.rvar Lortraits, bistorisebo Llattsr, IVisusr 8eeusn, Niuiatursu unä /lguargllg aus äow Xaoblasss äos Lsrru Läuarck 8sis, stückt. Obsrbsamt.su i. ?. Lsx.-8". 76 8. 1481 Xru. Vsrstsixsruux am 25. Lsbr. 1901 u. kolx. Raxs äurob 8. llsnäo in IVisu. Lavarioa. 114. Lmtiquariats-Xatalox (ruxlsisb 8upp1omont ru Latalox 111) von Lrisckriob Xlübsr, Luobbauäluux unä Antiquariat in Nüuobsu. 8". 83 8. 1638 Xru. Vuob — oin 8aobvorstäuckixsu-Outaobtou. Lin Loitrax ?.ur 6s- sobiobts cksr Ossollsobakt kür xrapbisobs Inäustris (lVisuor Nocks) von ckaoquss Lbilipp (Lbilipp L Xramsr). Or.-8". 75 8. IVisn 1901, Lruolr unä Vsrlax von 1 aequo» Lbilipp. Leobts- unck 8taatsrvis8gnsobakt. Xatioualölrouomis. 8oeial- rvisssusobaktsu. .Intiquar-Xatalox Xr. 219 (cksr xanrsn ksibs Xr. 369) von ^lbsrt kaustsiu, Lobrvsirsrisobss Anti quariat in Aürieb. 8". 73 8. 2486 Xrn. (Sprechsaal.) Rechtsfrage im Ramschgeschäft. (Vgl. No. 40, 42 d. Bl.) III. Nach meiner Ansicht kann V. keinesfalls verpflichtet sein, die (in unbestimmter Zahl) eingehenden Ostcrmeßremittenden kostenlos nachzuliefern. — Es wurde offenbar eine bestimmte Anzahl von Büchern verkauft; die Remittenden konnten schon aus dem Grunde nicht als unbcrechnct mitverkaust werden, weil deren Menge unbekannt war. Nach der Auffassung des L. müßte ihm auch das Recht der Einsichtnahme in die Konti des zustehen, um die Zahl der Remittenden festzustellen. — Wie würde es sich ferner mit etwaigen unvermeidlichen Disponenden verhalten? 8. in NO XVIII.
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