Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.08.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-08-13
- Erscheinungsdatum
- 13.08.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19010813
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190108136
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19010813
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1901
- Monat1901-08
- Tag1901-08-13
- Monat1901-08
- Jahr1901
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
6316 Nichtamtlicher Teil. -V 187, 13. August 1901 Kollegen in Münster sei für die liebenswürdige Aufnahme, welche sie ihren Gästen boten, an dieser Stelle nochmals herz lichste gedankt. Aachen, Barmen, Hamm, Koblenz, Münster, im Juli 1901. Der Vorstan des üreisvereius der Rheinisch-Westfälischen Suchhändler. Albert Jacobi. Georg Schumacher. Ludwig Meinardus. Adolf Graeper. Sigismund Theissing. Emil Griebsch. Kleine Mitteilungen. Association littsrarirs st artistigus intsriig.tioiis.Is. — Der in Vevey tagende internationale Kongreß zum Schutz des littera rischen und künstlerischen Eigentums vergl. Nr. 185 d. Bl.) hielt, wie -W. T.-B.» meldet, am 9. August zwei Sitzungen ab, in den die verlangten Abänderungen der Berner Konvention beraten wurden. Ein vorläufiger Ent wurf der neuen Konvention wird nunmehr ausgearbeitet und nebst den Motiven und dem Bericht über die Verhandlungen den Regierungen und den Gesellschaften der Vertragsstaaten zugcstellt werden. Ein Sonderbericht hebt hervor, daß einige Nicht- Vertragsstaaten Geneigtheit zeigten, der Berner Litterarkonvention beizutreten, während andere sich immer noch ablehnend ver hielten. Der deutsche Delegierte Diefenbach referierte Uber den Schutz chromolithographischer Werke; er verlangte Gleich stellung derselben mit den in Artikel 4 aufgezählten Werken der Lithographie. Auf Antrag Osterrieths (Deutschland) erhielt eine Sonderkommission den Auftrag, eine Denkschrift über die Frage eines Schutzes des Eigentums an musikalischen Werken gegen deren Aufführung durch mechanische Musikinstrumente aus- zuarbciten. — Am folgenden Tage (10. August) beschäftigte sich der Kongreß in seiner Morgensitzung mit den Forderungen und den Interessen der Künstler und beauftragte eine Kommission mit der Ausarbeitung eines Verlagsvertrags-Entwurfes mit besonderer Berücksichtigung von Bildern und Skulpturen. Zum Schlüsse äußerte der Kongreß den Wunsch, es möchten die Vetrugssälle, die durch Unterschiebung oder Abänderung der Namen und Zeichen auf Kunstwerken begangen werden, in allen Ländern durch Spezialgesetze bestraft werden. In Oesterreich verboten. — Das k. k. Landes- als Preß- gericht in Laibach hat mit Erkenntnis vom 6. August 1901 die Weiterverbreitung der Druckschrift: -Beichtgcbot und Beichtmoral der römisch-katholischen Kirche-. Mit Auszügen aus den von den kirchlichen Oberen approbierten Lehrbüchern der Moraltheologic des Heiligen und Kirchenlehrers Alphons Maria de Liguori, des Jesuiten ll. Joh. G. Augustinus Lehmkuhl und des Redemptoristen I. Aertnys. Eine christ-katholische Antwort auf einen römisch- katholischen Angriff von Or. Karl Weiß, Pfarrer der christ katholischen Gemeinde St. Gallen, Verlag von Wiser L Frey in St. Gallen, nach H 308 Str.-G. verboten. Zur Frage der Ueberproduktion im Buchhandel. (Vergl. Börsenblatt 1901, Nr. 154.) — Unter dem Stichwort -Wo sollen die Bücher bleiben- wird aus Paris berichtet: Die Natio nalbibliothek in Paris befindet sich in tcilweisem Umzug, die Manuskripte werden an einen anderen Ort gebracht; 50 Angestellte sind mit dem Umtragen der 60000 Pakete oder Kartons beschäftigt. Man schaudert bei dem Gedanken, daß dasselbe mit den ge druckten Werken notwendig werden könnte, die heute schon nicht weniger als 4 Millionen Bände ausmachen und sich jährlich um etwa 80 000 vermehren. Die Zahl der Bücher und Bro schüren, die täglich in der Welt gedruckt werden, grenzt ans Wunderbare. Die Zunahme ist so groß, erklärte der Bibliophile Langlois, daß man sich nicht vorstcllen kann, wohin das führen soll. Eine sehr mäßige Schätzung setzt die Zahl der bisher pro duzierten Werke mit selbständigem Titel auf 10 Millionen und die jährliche Produktion auf eine halbe Million an. In zwanzig Jahren wird also ein Katalog der litterarischen und wissenschaft lichen Produktion der Welt 20 Millionen, oder wenn man die wahrscheinliche Progression berücksichtigt, 25 bis 30 Millionen Titel ausweisen! Vom Katalog der französischen National bibliothek, dessen Herausgabe durch den jährlichen großen Zuwachs der Bibliothek natürlich auch verzögert wird, ist jetzt erst der mit dem Worte Bancrost endigende 6. Band (seit 1897) erschienen; wenn die Fortsetzungen in demselben Tempo vor sich gehen, dürste der Schlußband erst in etwa 60 Jahren erscheinen! Man hat darauf hingewiesen, daß im Durchschnitt in Europa und Amerika täglich allein mehr als zwei größere oder kleinere Werke über die Fragen der Bibelkritik erscheinen; die Bibliographie der X-Strahlen vermehrt sich alle Tage um eine Nummer! Schon vor fünfzig Jahren hieß es: -In einem halben Jahrhundert wird es einem Gelehrten thatsächlich unmöglich sein, die ganze Litteratur über einen ge gebenen Punkt der Geschichte des Mittelalters zu kennen.- Und 1848 stieß Renan einen Alarmruf aus: -Wenn die National bibliothek fortfährt, sich mit allen neuen Erzeugnissen zu bereichern, wird sie in hundert Jahren absolut unbrauchbar sein; der Reich tum selbst wird ihren Wert aufheben. Es giebt eine Grenze, an welcher der Reichtum einer Bibliothek ein Hindernis und eine wirk liche Verarmung wird, weil es unmöglich wird, sich darin zurecht zufinden.- Unter der Rubrik »Dante- muß z. B. der universelle Katalog zwanzigtausend oder dreißigtausend Bände aufführen, von denen drei Viertel vielleicht kein Interesse haben, wenigstens heute nicht mehr. Aber die Schwierigkeit ist, sie von vornherein auszuscheiden. Das Problem der besten bibliographischen Klassi fizierung hat seit langem die Gelehrten beschäftigt, und die mehr oder weniger guten Vorschläge sind zahlreich; der Berliner Ober bibliothekar 2r. Fritz Milkau hat kürzlich die Geschichte der Vor schläge für Universalkataloge im 19. Jahrhundert in Deutschland, Frankreich, England, Italien u. s. w., von Schrettinger (1810) bis zu den Gründern des -Institut international äs LidlioArapdis- in Brüssel 1895 (Leipzig 1898, Harrassowitz), geschrieben. Ander seits erhebt sich angesichts der unaufhörlichen Zunahme der Bücher produktion, vor den ungeheuren Bücherhaufcn, die fast in geo metrischer Progression anwachsen, die Schwierigkeit, die Bücher untcrzubringen; man sieht schon den Augenblick, wo es thatsächlich unmöglich wird, all dieses Papier mit Druckerschwärze aufzu- bewahrcn. Was giebt es aber für ein Heilmittel für diese drohende Ueberproduktion? Langlois sieht nur eines: den allzu fruchtbaren Schriftstellern Enthaltsamkeit zu predigen, also littera rischen Malthusianismus. Nur so könnte die Büchergefahr be schworen werden. Die Affaire -Figaro-. — Das Handelsgericht in Paris fällte am 7. August sein Urteil im Prozeß der Aktiengesellschaft des -Figaro- gegen die geschäftsführenden Redakteure Psrivier und de Rodays, von denen der erstere trotz des Votums einer Aktionärversammlung, die beide Geschäftsführer abberief, bekanntlich unter Protest mutig und unerschrocken die Leitung des Blattes in der Hand behielt. Das Gericht gab Psri vier und de Rodays vollständig recht, weil auf der betreffenden Aktionärversammlung nicht die zwei Fünftel des Aktienkapitals vertreten waren, die die Statuten für den Fall von Personal änderungen in der Leitung als Minimum vorschreiben. Das Gericht erklärte daher alle Beschlüsse jener Versammlung für ungiltig und wies das Verlangen ab, die gerichtliche Abberufung von Psrivier und de Rodays auszusprechen. Es wird sich nun zunächst darum handeln, eine stimmfähige Aktionärvcrsammlung zusammenzu bringen. Psrivier behält also bis dahin seine Diktatur im -Figaro-. Adreßbuch der deutschen Rednerschaft. — Die Gesell schaft für Verbreitung von Volksbildung hat das neue Adreßbuch der deutschen Rednerschaft, ein Verzeichnis derjenigen Redner, Wanderlehrer, Recitatoren, Deklamatoren rc., die sich bereit er klärt haben, im kommenden Winter Vorträge zu halten, aus gegeben. Dieses Buch enthält 181 Namen. Ein großer Teil der ausgenommenen Redner stellt seine Zeit und Kraft ohne besondere Entschädigung in den Dienst der guten Sache. Außer diesem Hauptverzeichnis geben die Landes- und Provinzialvcrbände der Gesellschaft besondere Rednerlisten heraus. Während bei Bc- ründung der Gesellschaft an guten Vortragskräften ein sehr fühl- arer Mangel bestand, und besonders Gelehrte zu Vorträgen in Bildungs- und Handwerker-Vereinen nur schwer zu bewegen waren, ist heute erfreulicherweise bei den Vertretern der Wissenschaft die größte Bereitwilligkeit vorhanden, an der Belehrung und Bildung weiterer Kreise mitzuarbeiten und zur Popularisierung der Wissenschaften beizutragen. Hauptsächlich begehrt sind gegen wärtig die Demonstrationsvorträge, die besonders der Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse und der Pflege des Kunstsinnes im Volke zu gute kommen. Crispis Memoiren. — In den Tageszeitungen wird ver schiedenerlei über Crispis handschriftliche Aufzeichnungen berichtet. Im Anschluß an unsere gestrige Notiz sei von den unkontrollier baren Nachrichten noch einiges mitgeteilt. Die Aufzeichnungen sollen sehr umfangreich sein, sodaß sie zwei starke Druckbände füllen würden. Sehr viele Dokumente, namentlich solche, die sich auf die sicilische Revolution von 1848 bis 1849 und Garibaldis Zug von 1860 bezögen, befänden sich in Crispis Besitz und würden den Memoiren beigegeben, darunter zahlreiche Briefe Mazzinis und Garibaldis. Die Redaktion des ganzen Materials habe Crispi kurz vor seiner letzten Erkrankung vollendet. Mit
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder