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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.06.1904
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1904-06-18
- Erscheinungsdatum
- 18.06.1904
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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^ 139, 18. Juni 1904. 5307 Nichtamtlicher Teil. der großen und berühmten Antiquare imstande ist, für ihre Ver bindungen, die sich über die ganze Welt erstrecken, in sachkundiger Weise Einkäufe auszuführen.« ^ Deu^ts^che SchiNer-Stiftunq.^— Der^^Jahre^be^rich^ zum 70. und vr. Rudolf v. Gottschall zum 80. Geburtstag dar gebracht wurden. Der deutsche Kaiser widmete der Stiftung 1000 der Kaiser von Österreich 1000 Kronen, der Großherzog von Weimar 750 über die Förderung der Stiftungszwecke qangenen Anregung, die deutschen Theater möchten von jeder Aufführung eines Stückes von Schiller, Goethe, Lessing, Shake speare eine Tantieme von 1 v. H. der Schiller-Stiftung zufließen lassen, hat bisher außer dem Großherzoglichen Hofthcatcr in Weimar nur das Schiller-Theater in Berlin Folge geleistet. So viel Dank und Ehre diesem Vorgehen gebührt, so sehr wäre zu wünschen, daß auch andere sich der gleichen Ehrenpflicht unter zögen. Das Gesamtvermögcn der Stiftung betrug zum Schlüsse des Berichtsjahres 1903 339434 ^ 38 -Z. Von der 1903 aus gegebenen Gesamtsumme von 53670 entfielen auf lebens längliche Pensionen 14970, auf vorübergehende 27 275, und auf einmalige Bewilligungen 11425 ^. Dazu kommen noch Leistungen der Zweigstistungen. so daß sich für die Gesamtleistung (1903) ein Betrag von 69010 ^ 10 H ergibt. Wie Mommsens »Römische Geschichte» entstand. — Als Theodor Mommjen^im Herbst 1848 als ^Professor der Rechte Handlung, Salomon Hirzel und Karl Reimer, gebildet hatte, die Männer, die ihm Freunde wurden und seine Arbeiten mannig fach anregten und förderten. Hirzel und sein Schwager Reimer hatten einst den Gebrüdern Grimm den Plan zu ihrem deutschen Wörterbuch geliefert, sie hatten Dahlmann zur Abfassung seiner Revolutionsgeschichte veranlaßt, und sie sollten nun auch die An regung zu Mommsens Hauptwerk geben. Die Einzelheiten über diese letzte Anregung sind bisher nicht allgemein bekannt geworden; sie werden es jetzt aus einem Briefe, den Theodor Mommsen im März 1877 an Gustav Freytag geschrieben hat, und den Freytags Witwe der -National-Ztg.« zur Veröffentlichung überlassen hat. Da schreibt Mommsen: .... »Wissen Sie, wie ich dazu gekommen bin, die rö mische Geschichte zu schreiben? Ich hatte in meinen jungen Jahren alle möglichen anderen Dinge im Sinn, Bearbeitung urkunden, allenfalls ein Pandektenkompendium, aber dachte an nichts weniger als an Geschichtsschreibung. Da traf mich die bekannte Kinderkrankheit der jungen Professoren, dem ge bildeten Leipzig zu gegenseitiger Belästigung einen Vortrag über irgend etwas zu halten, und da ich eben an dem .... Ackergesetz arbeitete und mit diesem selbst doch bei meiner hielt ich einen politischen Vortrag über die Gracchen. Das Publikum nahm ihn hin wie ähnliche Dinge auch und ergab sich mit Fassung darein, von dem berühmten Brüderpaar auch ferner nur eine dunkle Ahnung zu haben. Aber unter dem Publikum waren auch K. Reimer und Hirzel gewesen, und zwei Tage darauf kamen sie zu mir und fragten mich, ob schichte schreiben wollte Nun war mir das zwar sehr über raschend, da mir selbst diese Möglichkeit noch nie in den Sinn gekommen war, aber Sic wissen ja, wie cs in jenen Kultusminister werden?, so sagte er gewöhnlich zu. So sagte ich denn auch zu, aber ich sagte es doch auch mit darum, weil jene beiden Männer mir imponierten, und ich dachte: wenn in ihrem Wirken und Schaffen schieden wir die Weidmänner nicht, und wir werden sie jetzt erst recht nicht scheiden, wo sie beide nicht mehr sind. Das aber möchte ich, daß Sie dem Publi kum sagten: wenn es richtig ist, wie ich es ja wohl glauben muß, daß mein Geschichtswerk dankbare Leser gefunden hat, so ehört ein guter Teil des Dankes, vielleicht der beste, den eiden Männern, die mir diese Aufgabe gesetzt haben. . . .* Tageblatt«, wenn er hier den »besten« Teil des Dankes, den das deutsche Volk für seine -Römische Geschichte« schuldet, den »Weid männern« Hirzel und Reimer zuspricht. Aber Mommsens Worte sind doch auch ein wohlverdientes Ehrendenkmal für die beiden seltenen Anreger und Förderer deutscher Geistesarbeit. Die Freibibliothek und Lesehallen in Frankfurt a. M. — Der soeben versandte X. Jahresbericht dieser modernen Volks bibliothek enthält außer dem allgemeinen Bericht des ersten Vorsitzen den vr. Arthur Pfungst ausführlich statistische Tabellen über die Benutzung des Instituts, ein Verzeichnis der aufliegenden Zeitungen und Zeitschriften und einen Situationsplan nebst Abbildungen der seit Oktober vorigen Jahres bezogenen neuen Räumlichkeiten. Die dürfte gewiß auch die Leser des »Börsenblattes« interessieren, des halb geben wir nachstehend darüber, dem Jahresbericht folgend, einige kirrze^ Mitteilungen. Direkt von der Straße gelangt man ein geräumiges Wartezimmer, wo Tagesblätter und illustrierte Zeitschriften den Wartenden die Zeit verkürzen. Hier erfolgt auch die Buchausgabe und ein eigener Ausgang führt direkt hinaus auf die Straße. Durch diese Einrichtung ist jedem Andrang an den Schaltern -vorgebeugt. Rechts im Vorraum befindet sich der Eingang zum ca. 200 qm großen Lesesaal, der in erster Linie für die Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften bestimmt ist. In seinen Größenverhältnisfen sowohl, wie in seiner Ausstattung dürfte er einer der schönsten Lesesäle freier öffentlicher Bibliotheken Deutschlands sein. Ober- und Seiten licht erhellen den Saal gleichmäßig in allen seinen Teilen, und d^ie mit grünem Tuch bezogenen Lesetische und Gaslampen mit Büsten von Goethe, Schiller und Lessing, während auf der entgegen- esetzten Seite über den Zeitungs- und Zeitschriftengestellen die is jetzt erschienenen, etwa hundert Meisterbildcr des Kunstwart verlags auf rot bezogenen, sich wirkungsvoll vom Hellen Grunde abhebenden Tafeln — nach Schulen systematisch geordnet — auf gespannt sind. Jedes Bild trägt den Namen des Meisters und jede Schule ist durch besondere Überschrift gekennzeichnet. Eine Kunstgalerie im kleinen. Mehr als 400 Zeitungen und Zeit schriften stehen hier dem Besucher zur Verfügung. Außerdem liegen in diesem Saal eine große Anzahl aktueller, die ver schiedensten Tagesfragen behandelnder Broschüren auf. Auch Atlanten und Globen können hier benutzt werden. An den großen Lesesaal schließt sich ein kleinerer an, der für Buchlektüre bestimmt ist und auch als Schreibzimmer dient. Die daselbst aufgestellte Hand- und Nachschlage - Bibliothek zählt gegenwärtig 950 Bände. Die Verwaltung ist bemüht, die dafür bestgeeigneten Werke nach und nach anzuschaffen. Beide Säle stehen mit dem Bibliotheksraum durch Schalter in Ver bindung. Die eigentliche Bibliothek befindet sich unmittelbar hinter dem großen Schalterraum; sie ist nach dem Magazin system eingerichtet. Die verstellbaren Regale bieten Platz für 25000 Bände. Ein zweiter, bis jetzt nur für Zeitschriften benutzter Saal liegt im Hellen, direkt zugänglichen Untergeschoß und nimmt den ganzen Raum unter dem großen Lesesaal ein. Mindestens 15000 Bände können hier bequem untergebracht werden. Das Institut ist auch in technischer Beziehung der Neuzeit entsprechend eingerichtet; die Heizung geschieht durch eine Niederdruck-Dampf anlage. Was die Benutzung des Instituts betrifft, so entnehmen wir dem Berichte folgende Daten: 1683 Leser und Leserinnen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr neu angemeldet. Der Handwerkerstand mit 584 Anmeldungen steht an erster Stelle. Im ganzen wurden bis 31. Dezember 14 792 Tauschkarten aus gegeben, von denen durchschnittlich stets über 5000 gleichzeitig in Benutzung sind. Entliehen wurden 145 062 Bände; durchschnitt lich pro Tag 504 Bände gegen 457 im Jahre vorher, die sich folgendermaßen verteilen: -Schöne Literatur* 122 889 oder 84^/g Prozent, -Jugend- und Volksschriften« 5523 oder 3'/, Pro zent, -Belehrende und wissenschaftliche Bücher« 13 703 oder 9'/, Prozent; die -Fremdsprachliche Unterhaltungsliteratur* weist 701*
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