Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.04.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1900-04-14
- Erscheinungsdatum
- 14.04.1900
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19000414
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190004147
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19000414
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1900
- Monat1900-04
- Tag1900-04-14
- Monat1900-04
- Jahr1900
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
2926 86, 14. April 1900. Nichtamtlicher Teil. I. Weisc'ö Hofbuchh. in Stuttgart. Lorcntzen: Der Odenwald in Wort u. Bild. Mit 29 Lichtdr.- Bildern u. ca. 130 Bildern im Text. 8.-10. Lsg. gr. 4°. (S. 97 —144.) a n. 1. - C. F. Wintcr'sche Vertagst», in Leipzig. Lronn's, H. O, Mas8sn n. OrclnunASn clss Tblsi-Rsiobs, visssn- sodattliod clai-Asstollt in IVoil n. Lilä. §ortASsotrt v. N. lZraun. 4. Lä. IVitrwsr: Vsrmss. 59.—62. llk^. Ar. 8". (VII u. 8. 1615 —1731.) s, n. 1. 50 Verzeichnis künftig erscheinender Sucher, welche in dieser Nummer zum erstcnmale angrlründigt sind. Eduard Aveuarius in Leipzig. 2941 von Berger, über Drama u. Theater. 2. Ausl. 1 G. Hcdetcr in Leipzig. 2940 ^.wsrioan Oatalogns 1895—1900. Ernst Hofmann L Co. in Berlin. 2939 Günther, A. v. Humboldt, Leop. v. Buch. Geisteshelden. Band 39. 2 ^ 40 Leinenband 3 ^ 20 -ft Halbfranz band 3 ^ 80 -Z. Saitschick, Genie u. Charakter. 2 ^ 50 -ft geb. 3 50 Schäffle-Lechler, Die staatl. Wohnungsfürsorge. 85 H. Conrad Lcrch in Schweidnitz. 2941 Noväk, der perfekte Böhme. 1 60 -). Ludwig Müller, Kunstverlag in Lübeck. 2942 Ferrari, Kaiser Wilhelm II. 25 Georg Reimer Verlag in Berlin. 2941 Harvs-olr, äis körÜAliob prsussisoüs illeaäsmig äsr IVisssn- soba-ktsn. 1 Moritz Schauenburg in Lahr. 2940 Allgemeines Deutsches Kommersbuch. 59.-62. Ausl. Th. Schröter's Verlag in Zürich. 2942 Raaben, im Banne der Wahrheit. 2 Fern, aus einer anderen Welt. 2 Nichtamtlicher Teil Ein Bücherfreund und feine Bibliothek. »Die Spezialisten verschwinden mehr und mehr, und die Originale und Sonderlinge unter den Menschen werden von Tag zu Tag seltener; dies ist, vom gesellschaftlichen Stand punkt aus betrachtet, ein Fortschritt, das menschliche Leben büßt jedoch dadurch viel des Pittoresken ein.« So beginnt Jules Huret im Figaro (Nr. 63) einen Artikel: »On bibliopbils st NUS bibliotbdgus« über den Vicomte de Spoelberch de Lovenjoul, einen ebenso emsigen wie eigenartigen Sammler und hervorragenden Bibliophilen. Spoelberch de Lovenjoul ist ein Original, wie sie immer seltener werden, dabei aber ein äußerst fleißiger und tüchtiger Gelehrter, der sich durch seine kritisch-biographischen Schriften und Forschungen über Th. Gautier, A. de Müsset und ganz besonders über Honorö de Balzac ein großes Verdienst um die französische Litteratur erworben hat; sein Werk: »Nistoirs äss osnvrss äs Nonors äs Lalrao« wurde von der TVeuäsmis kranyalss mit einem Preise gekrönt. Spoelberch de Lovenjoul entstammt einem alten, reichen flandrischen Adelsgeschlecht; schon frühzeitig regte sich bei ihm das Interesse an den Schätzen der französischen Litteratur, zugleich aber auch ein Sammeleifer, der die vom Vater auf den Sohn vererbten Kunstschätze der Lovenjoulschen Familie um manch wertvolles Stück bereicherte. Sein besonderer Stolz ist seine Bibliothek und Sammlung von Briefen und Reliquien berühmter französischer Schriftsteller, die er in den vierzig Jahren seiner Sammlerthätigkeit in seinen Besitz ge bracht hat und die allerdings von einer solchen Reichhaltig keit und Eigenart ist, daß sie schwerlich ihresgleichen finden dürfte. Wir entnehmen dem Artikel noch folgende interessante Einzelheiten über einen gelegentlichen Besuch des Verfassers in der Lovenjoulschen Bibliothek in Brüssel. Die Bibliothek hat zunächst die Eigenart, daß man beim Eintreten überhaupt kein einziges Buch sieht; man ahnt jedoch, daß hinter den drei Meter hohen, mit Schiebethüren versehenen und rings an den Wänden des großen Raumes befestigten Schränken etwas verborgen sein muß. In der That, wenn man die Thüren zur Seite schiebt, sieht man ungeheure Massen von Zeitschriften, gebunden und sein säuberlich geordnet; — man findet daselbst vollständige Sammlungen aller wichtigen französischen Zeitungen und Zeitschriften von 1830 an bis zur Gegenwart, die seltensten Zeitungen, die oft nicht einmal in den großen öffentlichen Bibliotheken vorhanden sind: den Figaro von der 1825 er schienenen Probenummer ab, »la, Lrssss«, »Is 8iöols«, »Is Oonstitntionnsl«, »Is Oorsairs«, »Iss Osbkcks«, »Io Iswps« von 1828, »Is MtioiwI«, die »Rsvns äss äsux rnonäss« von Anfang (1831) an, ja selbst ihre Vorläufer von 1828 ab, die von der George Sand herausgegebene »Rsvus inäspsu- äiints« (1841) und noch viele andere seltene. Oberhalb der großen Schränke ist ein schmales eisernes Geländer angebracht, auf dem man den ganzen Raum rings herum passieren kann; unter den großen Schränken befinden sich wieder kleinere, in denen die laufenden Zeitungen unter gebracht sind, und zwar treffen diese nicht täglich ein, da dabei leicht Nummern verloren gehen könnten, sondern allwöchentlich von einer Pariser Centralstelle in Paketen zu sammengeschnürt, worauf diese dann sofort auseinander gefaltet und eingeordnet werden. Diese ungeheure An sammlung von Zeitungs- und Zeitschriften-Nummern und -Jahrgängen erscheint im ersten Moment absurd, ja in seinem Heimatlande Belgien wurde Spoelberch de Lovenjoul von Uneingeweihten vielfach für nichts weiter als für einen über spannten Zeitungssammler gehalten. In der That wäre es eine schnurrige Idee, wenn sich Spoelberch de Lovenjoul da mit begnügen würde, all die vielen Zeitungen und Zeit schriften zu sammeln und sorgsam aufzubewahren, wiewohl jedermann bekannt sein dürfte, wie schwer es hält, oder wie unmöglich es oft ist, in späteren Jahren ein vollständiges Exemplar einer Tageszeitung zusammenzufinden. Aber alle Zeitungen, die alten und neuen, die von gestern und heute sowohl, wie jene von vor 50 und 60 Jahren, sind genau inventari siert, und die lange Reihe der Zeitungsbände könnte so manches von dem Fleiße ihres Besitzers erzählen; der umfangreiche Zettelkatalog legt Zeugnis davon ab, welche Unsummen von Zeit und Arbeit Spoelberch de Lovenjoul auf sein Zeitungs museum verwendet, denn jeder Artikel, jedes Gedicht eines einigermaßen bekannten Autors ist oder wird alsbald von Spoelberch de Lovenjoul auf Zetteln notiert und eingeordnet. So hat z. B. Thöophile Gautier während seiner langen Schriftsteller- und Journalistenthätigkeit nicht eine Zeile ge schrieben, die nicht in dieser merkwürdigen Bibliographie der Zeitungs- und Zeitschriften-Litteratur verzeichnet wäre. Es ist begreiflich, daß bei dem fortgesetzten ungeheuren Zuwachs trotz der großen Räumlichkeiten der Platz nach und nach knapp werden mußte; Spoelberch de Lovenjoul hat sich dann auf verschiedene Weisen geholfen und ist fortgesetzt darauf bedacht, neue sinnreiche Einrichtungen zu erfinden, um den Platz ausnützen zu können. So hat er in den Gängen praktische Regale aufgestellt, und an Stelle der
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder