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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.01.1905
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1905-01-23
- Erscheinungsdatum
- 23.01.1905
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- Deutsch
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742 Nichtamtlicher Teil. 18, 23. Januar 1985. Nichtamtlicher Teil. Internationale Statistik der Druckwerke. Den nachfolgenden Aufsatz entnehmen wir mit gefällig er teilter Erlaubnis dem Droit ä'Luteur LVII. Nr. 12 vom 15. Dezem ber 1904 in deutscher Übersetzung: Die Statistik ist der Maßstab des großen Stromes der geistigen Produktion; obschon es ein recht ungenaues und unvollkommenes Werkzeug ist, liefert es doch wenigstens einige Angaben über die Menge und die Verteilung einer Produktion, die der ernstesten Aufmerksamkeit wert ist. Einesteils handelt es sich dabei um die Geistesnahrung der Welt, d. h. um einen der wenig zahlreichen Lebens genüsse, die in den Kulturländern nicht mehr das Privileg irgend einer Klasse der Gesellschaft sind, nachdem (nach kublieborü' 1Ve«.blz) die Presse das »great äemoeratio ogent ok tbs vorlä- geworden ist. Andernteils sind dabei sehr mächtige Interessen im Spiel. Das hat man gesehen, als ein sozialistischer Schriftsteller dieser Produktion das Endziel ge sellschaftlichen Nutzens adgesprochen hat, und als ein Schweizer Kanton im Bundesrat erklärt hat, daß »die Musik, die dramatische Kunst und die Dichtkunst nicht zum Gebiete der Volkswirtschaft gehören und nicht zur Entwicklung der nationalen Wohlfahrt beitragen«. Es wurde sofort er widert, daß die Wissenschaften und die Künste den höchsten sozialen Nutzen bringen'), daß jede Bekundung des geistigen Lebens eines Volkes, nach einstimmiger Meinung der in der Volkswirtschaft erfahrensten Männer, bestimmte wirtschaftliche Folgen hat"). Man braucht sich nur die großen Betriebe vor Augen zu halten, die dem Buchgewerbe dienen, die graphischen und die ihr verbündeten Betriebe mit ihrem Heere von Arbeitern, die großen Verlagsunternehmen, die zahlreichen Anstalten, die sich dem Unterricht in der Kenntnis dieser Dinge widmen, die beträchtlichen Honorare, die den Schriftstellern und Künstlern aus diesen Unternehmungen zufließcn, den bedeutenden Austausch von literarischen und künstlerischen Werken von Land zn Land. Die Statistik, die uns ein wenig über diese Er scheinungen aufklärt, ist heute mehr geschätzt als noch vor etwa zehn Jahren, Mit ihrer Hilfe verfolgt man die Wechselbeziehung zwischen der Ausdehnungskraft dieser Produktion und der Aufnahmefähigkeit der Öffentlichkeit, die durch die Entwicklung des Schulunterrichts, durch die Ausbreitung der Zeitungspresse, durch die Popu larisierung der wissenschaftlichen Forschung beständig ver größert wird, man beurteilt danach besser das Bestehen einer Überproduktion, die in geringem Grade überall fest gestellt ist; die ungleiche geistige Nahrung der verschiedenen Volksschichten und die Mängel in der Verteilung dieser Erzeugnisse. Die hohe Wertung, die man der Statistik ent gegenbringt, offenbart sich auch in den Versuchen, allgemeinere Ergebnisse zu gewinnen, und in der Kritik der Fehler und Lücken der bestehenden Bibliographien, für die man die genauere Bezeichnung der Sonderdrucke, der bloßen Titel- Neuausgaben, der außerhalb des Buchhandels erscheinenden Werke, der Gelegenheitsdrucke, der Dissertationen und Schul- ') Vgl. -1/llumo.oito» vom 18. November 1984. Artikel oo» Jean Ajalbert, überschricben: -De ckroit ä« 1'artietö -nr l'coarrs ä'art- am Schluß. "1 Botschaft des Bundesrats, betreffend die Forderung vom 13/29. Juni 1898 betreffend Ausdehnung des den Werken der Plastik vom Bunde gewährten Schutzes aus andre Zweige der Kunst. Vom 4. Dezember 1982. <Bundesblatt Band V, Seite 758-773). Programme und der amtlichen Veröffentlichungen anstrebt'). In allen diesen Richtungen hat unsre jährliche Zusammen stellung einen urkundlichen Wert gewonnen, wie die Spezia listen offen oder stillschweigend anerkennen, je nachdem sie anführen oder benutzen mit oder ohne Quellenangabe. Deutschland. Die deutsche Statistik der literarischen Veröffentlichungen, die von der I. C. Hinrichsschen Buchhandlung in Leipzig aufgestellt wird, ist eine der gewissenhaftesten und ge nauesten; aber die Zahl der außerhalb des Buchhandels er schienenen Schriften gibt sie nicht an. Auch die Anzahl der hergestellten und der verkauften Exemplare einer ersten Auflage, der Titelausgaben und neuen Auslagen bleibt unbekannt und läßt, mangels Quellen, nur Vermutungen oder unvoll ständige Betrachtungen zu. Was die Preise der Verlags werke betrifft, so steht es damit nicht ganz so. G. Loserth hat sogar in der »Zeitschrift für die gesamte Staatswissen schaft» (Tübingen 1984, 2. Band) einen auf guter Unterlage ruhenden Versuch einer Statistik gegeben, auf den wir die Spe zialisten verweisen. Einer von diesen letzteren, Paul Hennig, schließt aus den dort gegebenen Untersuchungen, daß sich der Preis der Bücher in den Jahren 1858 bis 1966 um 38 Pro zent erhöht habe. Dabei gibt er zu bedenken, daß diese Auf wärtsbewegung nicht der Wertminderung des Geldes während desselben Zeitraums entspreche, noch weniger der Erhöhung der Autorenhonorare, den vermehrten Herstellungskosten, endlich auch nicht dem tatsächlichen Anwachsen der Unkosten für Miete, Steuern und kaufmännischen Betrieb; die Steigerung hätte nicht gleichen Schritt gehalten mit der modernen wirtschaftlichen Entwicklung. Ungeachtet dieser pessimistischen Feststellung steigt die Flut der Veröffentlichungen beständig, so zioar, daß im Jahre 1983 fast 3868 Veröffentlichungen mehr erschienen sind als im Jahre 1988: 1902 1903 Allgem. Bibliographie, Bibliothekswesen, Enzyklopädien, Gesamtwerte, Sammel- Universitätswesen 483 491 Theologie 2 446 2 468 Rechts- u. Staatswissenschaft 2 189 2 348 Heilwissenschaft 1833 1 848 Naturwissenschaften, Mathematik 1 301 1 430 Philosophie, Theosophie 444 505 Erziehung u. Unterricht, Jugendschriften 4 050 4 384 Sprach- und Literaturwissenschaft 1 757 1 693 Geschichte 1044 1048 Erdbeschreibung, Karten 1 447 1 294 Kriegswissenschaft 664 640 Handel, Gewerbe, Verkehrswesen 1 727 1858 Bau- und Jngenieurwissenschaft 850 834 Haus-, Land- und Forstwirtschaft 849 862 Schöne Literatur (Theaterstücke; Volks- erzählungen) 3 808 3 903 Kunst 947 929 Adreßbücher, Kalender und Jahrbücher 623 615 Verschiedenes 444 456 Insgesamt 2V 906 27 686 Diese Vermehrung um 788 Veröffentlichungen, die immerhin weit weniger beträchtlich ist als die um 1575 Ver öffentlichungen des Jahres 1962 gegen das Vorjahr 1961, verteilt sich auf 18 Gruppen, in denen die Aufwärts bewegung seit einigen Jahren anhaltend ist, hauptsächlich in Nr. 49 vom^ 2. Dezember 1903.
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