Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.10.1905
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1905-10-09
- Erscheinungsdatum
- 09.10.1905
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19051009
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190510092
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19051009
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1905
- Monat1905-10
- Tag1905-10-09
- Monat1905-10
- Jahr1905
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
89SS Nichtamtlicher Teil. 235, 9. Oktober 1905. Uber Titelformung. Von vr. Wilh. Kothe, Assistenten a. d. Kgl. Universitäts- Bibliothek Göttingen. Die Bedeutung, welche die Wahl des Titels für den buchhändlerischen Erfolg eines Werkes haben kann, ist jedem Verleger bekannt und schon öfter hervorgehoben worden.*) Wenig berücksichtigt jedoch und selbst von gewandten Autoren und großen Verlagsfirmen unbeachtet sind gewisse An forderungen an die Wahl des Buchtitels, die vom biblio graphischen Standpunkt aus erhoben werden müssen: der Titel eines Buches muß nicht nur eigenartig und treffend sein in der Wiedergabe des Inhalts, er muß auch entsprechende Vorzüge in formeller, namentlich grammatisch-stilistischer Hin sicht aufweiscn. Ein jedes Buch tritt an die Personen, die es zu Lesern begehrt, in den meisten Fällen zunächst nicht selbst heran, es muß sich seinen Weg mühsam bahnen ver mittelst Ankündigungen, Prospekte, Inserate, Buchhändler kataloge. Je treffender und zusammengefaßter dabei auch die äußere Form des Titels ist, je leichter er sich allen den Bedingungen zu fügen vermag, die auf dem Wege vom Drucker durch die Geschäftswelt zum Leserkreis ihm gestellt werden, je weniger belastet mit hinderndem Beiwerk oder störenden Eigenschaften er dann auch innnerhalb des Leser kreises und namentlich der gelehrten Welt seinen Weg fort setzen kann, desto günstiger ist die Aussicht für die Verbreitung, die Benutzbarkeit und damit auch den Absatz des Werkes, das ihn an der Stirn trägt. Es ist das ein Punkt, an dem Autor und Leser, Verleger und Sortimenter und auch die Anstalten, denen weiterhin die Vermittelung des Buches an seinen Leserkreis obliegt, die Bibliotheken, in gleichem Maße interessiert sind. Bei der nun folgenden Aufstellung der Regeln für die Wahl der Titelfvrm unterscheiden wir zwischen Büchern, die das Werk einer auf dem Titel namhaft gemachten Persön lichkeit sind, und solchen, bei denen in Ermangelung eines genannten Verfassers die Bezeichnung der Schrift nach dem Inhalt allein für ihre Aufzählung in Bücherkatalogen und für die Zitierung maßgebend ist. Zu der zweiten Art ge hören außer anonym erscheinenden Einzelwerken namentlich die periodisch erscheinenden Schriften, Journale und Zeitungen, sowie große Sammelwerke, die als Produkt der Arbeit einer ganzen Reihe von Autoren bequemer unter einem zusammen fassenden sachlichen Titel angeführt werden, z. B.: Handbuch der klassischen Altertumswissenschaft (Hrsg. v. I. Müller). Es leuchtet ein, daß für diese zweite Klasse literarischer Er zeugnisse die richtige Titelfassung weit belangvoller ist als für Werke, deren Hauptbezeichnung (und im täglichen Leben oft einzige Bezeichnung!) der Familienname des Verfassers ist. Wir beginnen darum auch mit diesen Werken, die nur nach einem sachlichen Stichworte zitiert und in alphabetische Verzeichnisse eingereiht werden können. Als erste und wichtigste Norm hat hier die Einzahl des Titels zu gelten, bei großen Sammelwerken wenigstens die energische Tendenz, die Sondertitel in straffe Abhängig keit von ihrem Haupttitel zu bringen. Ein und dasselbe Werk sollte nie auf dem Umschlagtitel oder dem Vortitel anders genannt werden als auf dem Haupttitel. Wie kann der Buchhändler eine Schrift kurz und korrekt anzeigen, der Bibliothekar katalogisieren, der Gelehrte zitieren, wenn sie beispielsweise auf dem Umschlag den Titel führt: Be grüßungsschrift zur 3. Versammlung . . . ., auf dem ersten inner« Titelblatt: Festgruß für die Teilnehmer der 3. Ver sammlung . . ., auf dem Blatt dahinter: Studien, gewidmet *) Vgl. z. B.: G. Uhl, Die Herstellung und der Vertrieb der Bücher. Leipzig 1999. S. 8 u. folg. den Teilnehmern . . . ? Oder, um andre Beispiele aus der Praxis herauszugreifen, wenn auf ein und demselben Titel blatt steht: »Viel Vergnügen! Wegweiser für Besucher der Gewerbeausstellung« oder: »Ein illustriertes Weihnachtsbuch. Lieder und Dichtungen zum Weihnachtsfest.» Hunderte der artiger Titelfassungen ließen sich hier nur aus den letzten Jahren anführen. Welche Summe unnötiger, zeitraubender und nutzloser Arbeit erfordern solche Titelfassungen durch die notwendig werdenden Verweisungen der einen Benennung auf die andre, durch das Zitieren nach verschiedenen Stich worten, durch die Vermischung des Wortlautes der ver schiedenen Titel derselben Schrift! Und diese Arbeit muten Verfasser und Verleger solcher Schriften unbewußt gerade denen zu, welchen sic die Verbreitung und Benutzung ihres Werkes schon aus eigenstem Interesse möglichst er leichtern sollten. Die Tendenz zur Einzahl des Buchtitels braucht indes keineswegs so aufgefaßt zu werden, daß dem Titel einer Einzelschrift zur Erläuterung und näheren Orientierung nicht ein zweiter beigegeben werden könnte; nur muß er auf demselben Titelblatt hinter der Hauptbezeichnung der Schrift stehen und von jedermann als bloß erklärender Untertitel sofort unterschieden werden können, z. B.: »Die Hilfe. Nationalsoziales Volksblatt.« Zu dem Begriff der Einzahl des Titels ist bei periodisch erscheinenden Schriften auch seine genaue Beibehaltung für alle späteren Jahrgänge zu rechnen. Wie katalogisiert oder zitiert man z. B.: Bericht über die Tätigkeit d. Vereins für Naturkunde in Cassel jso 1837j, Jahresbericht über die Tätigkeit nsw. jso 1838—47j, Bericht über die Tätigkeit nsw. jso wieder 1847—Süj, Bericht des Vereins f. Naturkunde in Cassel jso 1869 —1894s, Abhandlungen und Bericht des Vereins usw. sso 1894 ff.j? Erscheint dem Verleger und Herausgeber eine Änderung des Titels namentlich wegen einer inhaltlichen Wandlung der Publikation unvermeidlich, so mögen sie nicht mit kleinen Mitteln und in unwesentlichen Dingen ändern, sondern klar und gründlich. Über den Zusammenhang mit dem, was vorausgegangen ist, wird Buchhändler, Bibliothekar und Leser viel besser durch einen direkten Hinweis auf dem Titelblatt aufgeklärt als durch farblose Adjektiva (wie das beliebte „neu"), mit welchen man den alten Titel ausstaffiert. Im übrigen lehrt die Erfahrung, daß in den weitaus meisten Fällen die Titeländerung einer bereits eingebürgerten Zeitschrift unnötig und nutzlos war. Bei Sammelwerken empfiehlt es sich, wenn irgend mög lich, die einzelnen Bestandteile entweder zusammenhängend in der Abfolge des Erscheinens oder auch, um später er scheinende sachlich verwandte Bände einschieben zu können, mit springenden Nummern durchzunumerieren, so daß ihr Zitieren nur unter dem Haupttitel unter Beifügung einer einzigen Zahl möglich ist, z. B. Deutsche Chirurgie 44 (— I. N. Nußbaum, Die Verletzungen des Unterleibs). Wie schwer ist beispielsweise wegen der fehlenden Durch numerierung folgender einziger Band zu zitieren: Ver öffentlichungen der historischen Kommission der Provinz Westfalen, Inventars der nichtstaatlichen Archive, Regierungs bezirk Münster, Beibd. 1 (Kreis Borken) Heft 1 (Urkunden in Anholt). In diesem Zitat dürfen ohne Gefährdung der Klarheit nur die eingeklammerten Worte fehlen, weil hier eben die Zahl den Titel vertritt. Wie einfach könnte das Zitat lauten: Veröffentlichungen der historischen Kommission der Provinz Westfalen 3! Das letzte Beispiel zeigt auch, wie unbequem bei der-
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder