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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.10.1905
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1905-10-09
- Erscheinungsdatum
- 09.10.1905
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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235. 9. Oktober 1905. Nichtamtlicher Teil. 8999 artigen Publikationen minutiöse Unterteilungen werden können. Sie sind übrigens eine Besonderheit der deutschen Bücher macher. die dazu neigen, die Bequemlichkeit und Zweckmäßig keit einer fein ausgedachten und bis ins kleinste durchgeführ ten logischen Klassifikation zu opfern. Und wenn zum Schluß ans allen Unterabteilungen ein großes bedeutendes Ganzes zusammenschließend sich aufbaute, so könnte man wohl darüber streiten, ob praktische Kürze oder durchgeführte logische Unter teilung den Vorzug verdienten. Gewöhnlich aber stehen noch, wenn das Sammelwerk zu erscheinen aufhört, nicht bloß zahl reiche der wohlpräparierten Schachtelabteilungen, sondern sogar manche der geplanten Hauptabteilungen öde und leer Un entwirrbar für den Ungeübten werden die Verhältnisse, wo derartige Titelhäufungen mit den oben erwähnten Titelveränderungen Zusammengehen. Die so angesehene Comenius-Gesellfchast begann, um ein Beispiel aus jüngster Zeit anzuführen, 1893 herauszugeben: -Mitteilungen der Comenius - Gesellschaft. Blätter für Volkserziehung-. 1895 wurde der Titel geändert in: -Comeniusblätter für Volkserziehung», der ursprüngliche Titel -Mitteilungen . . .- indes als Untertitel belassen Zu dieser Veröffentlichung parallel laufen die schon seit 1892 erscheinenden -Monats hefte der Comenius-Gesellschaft«. Um beide Veröffentlichungen auch äußerlich als zusammengehörig zu kennzeichnen, faßte man 1904 die »Monatshefte« und die »Comeniusblätter» unter dem Übertitel -Monatsschriften der Comenius-Gesell- schaft» so zusammen, daß in einem Jahrgang Nr. 1. 3, 5 usw Monatshefte find. Nr. 2. 4. 6 usw. aber — Comenius blätter. Die beiden konfundierten Zeitschriften stehen noch dazu in verschiedenen Jahrgängen, die -Monatshefte« rechnen äußerlich nach Bänden, die »Comeniusblätter- nach Jahr gängen Die Auszählung der Unzuträglichkeiten und nahe liegenden Verwechselungen, die sich im praktischen Gebrauch, zumal im Bibliotheksverkehr aus solchen Titelverhältnissen ergeben, darf ich dem phantasievollen Leser wohl ersparen Neben der Tendenz nach »Einzahl- des Buchtitels er heben wir als zweite Forderung »Kürze«. Die Vorteile, die eine Bllcherbestellung oder ein Zitat »Hermes. Bd 10- in jeder Beziehung hat vor »Neue Jahrbücher für das klassische Altertum. Geschichte und deutsche Literatur und für Päda gogik. Jg. 10«. sind so einleuchtend, daß es uns von Rechts wegen wundernehmen müßte, daß so lange, unbequeme Buchtitel überhaupt existieren. Aber der Grund liegt, wie auch in dem eben angeführten Beispiel, tiefer: Der Autor und der Verleger wünscht mit dem Titel auch den Inhalt des Werks möglichst zu erschöpfen Bei der Wertung dieses Grundes sehen wir davon ab. daß Titel, die den Inhalt einer Publikation auch nur annähernd in ihren Nuancen wiedergäben. ins Reich der Unmöglichkeit gehören wir weisen vielmehr nur auf die Tatsache hin. daß diejenigen, für die das so ausführlich betitelte Werk bestimmt ist. jene Berech nung stets zuschanden machen: sie schneiden dem Titel ein fach so viel ab. daß er die Eigenschaft der Kürze bis zu einem gewissen Grade erlangt; man greift zu subjektiven Abkürzungen. Verstümmelungen. Sigeln in großer Antiqua schrift. bei deren Anblick dem Lesenden manchmal die Augen flimmern und deren Auflösung die Bibliothekare für das lesende Publikum oft erst bewerkstelligen (d. h erraten) müssen Ist damit die Absicht des Titelgebers in irgend einer Weise erreicht und nicht vielmehr in ihr Gegenteil verkehrt? Was besagt denn inhaltlich ein Zitat wie -Fleckeisens Jahr bücher"? Der Haupttitel, unter dem ein literarisches Er zeugnis seinen Weg durch die Welt machen soll, muß kurz sein, er braucht nur ein Schlaglicht auf den Inhalt zu werfen und wird ihn in dieser Beschränkung immer noch besser illustrieren als die gebräuchlichen verstümmelten Not titel. Das andre alles, was der Titelgeber zur näheren Charakterisierung des Werks sagen will, gehört in den Unter titel. der ja überall da. wo es sich um die gewünschte Auf klärung des Publikums über das Buch handelt (in Pro spekten. Buchhändleroerzeichnissen. Bibliothekskatalogen usw.), immer unverkürzt zu lesen steht Der Vorzug der Kürze des Buchtitels darf allerdings nie erkauft werden durch die Gefahr der Verwechslung mit einem andern. Darum hat als dritte Regel zu gelten: un beschadet der Kürze Streben nach Differenzierung durch Vermeidung abgegriffener und allzu landläufiger Bezeich nungen. durch Emanzipation von der bloßen Mode. Ein Hauch persönlicher Eigenart gilt mit Recht als einer der größten Vorzüge des Stils: hier kann ein Autor die Kraft und Individualität seiner Schreibart in einem für sein Werk sehr bedeutsamen Punkte bewähren! In der Tat, durch mustern wir einmal kritisch alle die Namen, die sprach schöpferische Männer ihren Geisteskindern gegeben, so bieten sich uns dafür recht interessante Ergebnisse. Wie kraftvoll, kurz und poetisch zugleich benannte Nietzsche seine Schriften! Wie schlicht und klar unsere Klassiker! Unter den Händen mancher modernen Titelgeber allerdings würde vielleicht das, was Wieland -Merkur-, Schiller »Thalia-, Schiller und Goethe -Horen» taufte, als »Zeitschrift für . . .« oder »Blätter zur ...» in die Welt gehen müssen. Gewiß wird sich der eigentümliche Stil einer Epoche auch in der Titelgebung nicht verleugnen können, das zeigen obige der Antike entnommenen Zeilschriftentitel der Klassiker periode; und ihre direkte Nachahmung wäre ebenso geschmack los wie die Rückkehr zu dem sehr charakteristischen, doch etwas wunderlichen Titelstil des ausgehenden sechzehnten und des siebzehnten Jahrhunderts —: aber ebenso gewiß ist auf der andern Seite, daß sich auch innerhalb der Grenzen moderner Redeweise Titel bilden lassen, die an Kürze und origineller Differenzierung mit den besten der deutschen Literatur welteisern können. Man vergleiche beispielsweise: »Universum-, -Der Türmer«, -Hochland-. Mit der Erfüllung der besprochenen Anforderungen an einen gut geformten Buchtitel, möchte man glauben, sei alles erschöpft, was überhaupt in dieser Richtung ver langt werden könne. Dem ist leider nicht so. Wir müssen noch ein viertes Ansinnen an die Titelgeber stellen. Dasselbe ist freilich nicht grundsätzlicher Natur und würde gegenstandslos sein, wenn hier erst ein mal die überall als dringende Notwendigkeit empfundene einheitliche Norm*) geschaffen wäre. Die Forderung lautet: Gefügigkeit des Titels für die landläufige alphabetische Verzeichnung. Oder wer von den Lesern hätte nicht schon mit Mißbehagen ein dem Titel nach bekanntes Buch an so und soviel Stellen des Alphabets gesucht, sei es in Buch- händlerverzeichnissen und Bibliothekskatalogen oder in Lite raturnachweisen und Bücherregister»? Eine anonqm er scheinende Schrift, die z. B. den Titel hat »Aus dem Leben der Großherzogin-Mutter Marie von Mecklenbnrg-Strelitz-, ordnet heutzutage i e s der erste Verzeichne!: Aus dem Leben . . . l 2 .. zweite ., Leben Großherzogin-Mutter, t 2 .. dritte ., Marie Mecklenburg-Strelitz usw. oder »Studien und Darstellungen aus dem Gebiete der Ge schichte». Die ausgezeichneten -Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der preußischen Bibliotheken-, Berlin 1899, haben den Anfang gemacht, wenigstens eine bedeutende Zahl von Bibliotheks katalogen einheitlich zu normieren. llSt
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