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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.11.1896
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1896-11-10
- Erscheinungsdatum
- 10.11.1896
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage und wird nur an Buch händler abgegeben. — Jahrespreis für Mitglieder des Borscuvereins ein Exemplar lv für Nichtmitglicdcr Sil — Beilagen werden nicht angenommen. Börsenblatt für den Anzeigen: die dreigespaltene Petitzeilc oder deren Raum so Psg., nichtbuchhändlerische Anzeigen 30 Psg.; Mitglieder des Börsen- vereins zahlen nur 10 Pf., ebenso Buch handlungsgehilfen für Stellegesuche. Rabatt wird nicht gewährt. Deutschen Buchhandel und die verwandten Geschäftszweige. 262. Eigentum des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. Leipzig, Dienstag den 10. November. 1896. Amtlicher Teil Bericht über den 18. Kongreh der ^L^oein-tion littseLirk kt 8.eti8tiM6 intkruLtionLlk in Bern am 22.—29. August 1896. Erstattet van Otto Mühlbrccht in Berlin. Im Aufträge des Vorstandes des Börsenvereins begab sich der Unterzeichnete am 21. August nach Bern und nahm an den Verhandlungen des Kongresses teil. Die glänzenden Tage des vorjährigen Kongresses in Dresden und Leipzig stehen noch in zu frischer Erinnerung des Referenten, als daß sie nicht zu einem Vergleich herausforderten. In Dresden imposante Fest- und Versammlungsräume, in Bern der ein fache Sitzungssaal des Nationalrates. Dort eine zahlreiche glänzende Gesellschaft, der Hof, die Minister, Stadtvertreter, die Spitzen vieler Behörden, viele Teilnehmer aus den Kreisen der Wissenschaft, Kunst und des Buchhandels, hier der Bundes präsident und der Direktor des schweizerischen Justizdeparte ments und kaum 50 bis 60 Teilnehmer, die den großen Saal verhältnismäßig leer erscheinen lassen. In Dresden das belebende Element der vielen hospitierenden Nichtmitglieder, die durch die Fülle der von ihnen in die Verhandlungen hin eingetragenen neuen Gesichtspunkte die Debatten ebenso frucht bar wie belehrend und interessant gestalteten, in Bern fast nur die Mitglieder, die alljährlichen Besucher der Kongresse, der Mehrzahl nach Franzosen und Belgier. Nur vier Deutsche waren bei der Eröffnung am Sonnabend zugegen: Herr Ur. Albert Osterrieth-Berlin, Herr Martin Hildebrandt- Berlin, der Vorsitzende der »Deutschen Schriftsteller-Genossen schaft«, Herr Gustav Diercks - Berlin als Delegierter des »Schriftsteller-Verbandes« und der Delegierte des Börsen vereins. Zu uns gesellte sich später noch Herr Kirchbach- Berlin, Redakteur des Berliner Lokal-Anzeigers. Der Advokat Herr E. Eisenmann-Paris, ein geborener Berliner, nahm auch wiederholt als Vertreter deutscher Interessen das Wort. Von Buchhändlern nahm außer mir nur Herr Kollege A. Francke aus Bern an den Verhandlungen teil. Den französischen Buchhandel vertraten Herr Lucien Layus - Paris, der Sekretär des Osrols äs Is. librsiris ätz la k'rrinss, und Herr Paul Ollendorff-Paris. Sonst war kein Buchhändler als Beauftragter zugegen. Die geringe Teilnahme der Schweizer selbst an den Ver handlungen hat vielleicht mit ihren Grund in dem Umstande, daß eine gewisse Verstimmung in der Schweiz vorhanden ist gegen die willkürlichen, znm Teil unberechtigten Forderungen der Agenten der französischen Autoren- und Komponisten- Vereine, die durch ihre Einmischung in das private Vereins leben und das rücksichtslose Eintreiben von Tantiemen sich unbeliebt gemacht haben. Da nun die ^ssooikUion littö- rairs st artistigns mtsroatlonüts nach dem Muster der fran- Drciundsechzigster Jahrgang. zösischen 8osists ckss riatsrus, eowpositsnis st 66itsar8 äs mu- sigus in Paris ein Netz von Gesellschaften zur Wahrnehmung der Autoren-Jnteressen über alle Länder ziehen möchte, so erscheint die Zurückhaltung der Schweizer unter den obwal tenden Umständen begreiflich. Im übrigen war die gastliche Aufnahme seitens der Schweizer Regierung und der Berner Bevölkerung eine glänzende, und es beteiligten sich auch an den Festlichkeiten viele Schweizer Gäste, namentlich Angehörige der Universität Bern mit ihren Familien. Was die Vorbereitung der Arbeiten des Kongresses be trifft, so war man in Dresden im größeren Maßstabe damit vorgcgangcn. An Drucksachen erhielt man in Bern die ge druckten Referate, die während des Kongresses zur Verlesung gelangten und an welche die Debatten anknüpften; außer dem in dem Bulletin der Association einen Rückblick auf die Thätigkeit des Dresdener Kongresses. Für diesen lag im vorigen Jahre allerdings eine große Fülle von Material vor, darauf berechnet, bei der zu erwartenden Revision der Berner Konvention durch die Abgeordneten der verbündeten Regie rungen Berücksichtigung zu finden. Nachdem nun diese Revi sion im Frühjahr dieses Jahres in Paris stattgefunden hat, so ist das Beratungsmaterial in der Hauptsache erschöpft, und es mag eine Ruhepause den mit der Vorbereitung der Ar beiten des diesjährigen Kongresses beauftragten Herren er wünscht gewesen sein Aber es kann als ein Zeichen der rührigen Lebensfähigkeit der Association gelten, daß sie, trotz dem die Berner Konvention vorläufig auf Jahre hinaus aufs neue festgestellt ist, sich schon in diesem Jahre wieder damit beschäftigte, die Keime zu neuen Rechtsanschauungen zu ent wickeln, und daß sie die Verschiedenheiten der Urheberrechts- gcsetzc der einzelnen Länder anszuglcichen sucht. So beschäftigte sich eine Arbeit von Jules Lermina mit dem Urheberrecht an den Erzeugnissen der Presse, und Georges Maillard brachte ein internationales Urheberrecht, das er den Staaten gleichsam als ein Normalgesetz darbietet; beide werden uns später beschäftigen. Die Kongreßmitglieder aus Paris hatten die Artigkeit, uns Deutschen viel über die Vertreter unserer Reichsregierung ans der Pariser Konferenz zu erzählen; sie seien der Gegen stand einer außerordentlichen Hochachtung gewesen Um sie zu ehren, habe man den Beschluß gefaßt, die nächste Konfe renz der Mächte über die Berner Konvention in sechs bis zehn Jahren in Berlin stattfinden zu lassen. Namentlich die Herren Reichardt und Dambach hätten durch eine wunderbare Be herrschung des gesamten Materials und durch die zielbewußte Art der Behandlung sofort die Führung in der Versammlung übernommen, und ihretft Vorgehen wesentlich sei die schnelle und erfolgreiche Beendigung der Arbeiten zu danken gewesen. Auch von dem Verleger-Kongreß, der im Juni d. I in Paris stattgefunden, war viel die Rede, und Herr Layus, der Sekretär des 6srols in Paris, sprach mir die zuversichtliche Hoffnung aus, daß damit eine bleibende, segensreiche Ein richtung des internationalen Buchhandels geschaffen sei 998
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