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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.05.1900
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- 1900-05-18
- Erscheinungsdatum
- 18.05.1900
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- Deutsch
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114. 18. Mai 1900. Nichtamtlicher Teil. 3859 Außerdem sind folgende Anträge, die sämtlich aus Leipzig kommen, zu erwähnen: Die Generalversammlung wolle beschließen: Die Romanverleger zu ersuchen, daß sie zum Auslegen aparte Hefte mit dem Aufdruck -Probeheft- herausgeben, an welche das 2. Heft keinen Anschluß hat; zum Anliesern an neu gewonnene Abonnenten besondere erste Hefte; einige Mitglieder zu persönlichen Unterhandlungen mit den Verlegern zu wählen. Begründung. Das Auslegen erster Hefte wird als Feil bieten angesehen, weil sich das 2. Heft anschlieht. Cs sind schon hohe Strafen gezahlt worden. Die Generalversammlung wolle beschließen: Die Verleger sind auszufordern, in Zukunft bei allen neu erscheinenden Werken, sowie neu beginnenden Jahrgängen das 1. Heft derartig herzustellen, daß es den bestehenden Gesetzen entspricht. Begründung: Da von sächsischen Behörden, in letzterer Zeit auch von preußischen, das 1. Heft als ein Teil des ganzen Werkes angesehen wurde, so macht es sich unbedingt not wendig, um allen weiteren Konflikten und geschäftlichen Störungen aus dem Wege zu gehen, entsprechende Probe hefte herzustellen. Die Generalversammlung wolle beschließen: Der Central-Vcrein Deutscher Kolportage-Buchhändler er richtet in Leipzig ein Grosso-Geschäft auf der Grundlage einer Genossenschaft -G. m. b. H.» unter Bezugnahme auf die Aus führungen der vorjährigen Kommission, daß ein derartiges Unternehmen für die Mitglieder des Centralvereins von größtem Vorteil ist und außerdem zur Erhöhung des Ansehens und der Machtstellung des Centralvereins im deutschen Buchhandel bei tragen wird. Eine Verlegerklage. — lieber den Absatz spezifisch schwäbi scher Litteratur berichtet Herr Robert Lutz in Stuttgart im Stuttgarter -Beobachter- in sehr entmutigender Weise. Man darf ihm nach den trübseligen Absatzergebnissen, die er mit anerkennens werter Offenheit mitteilt, seine Verzagtheit nicht verdenken, und wir müssen gestehen, daß diese dürftigen Ziffern uns bei dem be kannten teilnahmvollen Interesse des Schwaben für seine Dichter in Erstaunen gesetzt haben. Der Artikel im -Beobachter- vom 15. Mai d. I. ist überschrieben -.Schwabenart' und schwäbische Litteratur-. Herr Lutz sagt darin: -Der Buchhandel, speziell der Buchhandel mit schwäbischer Litteratur. befindet sich gegenüber der Teilnahmlosigkeit des Publi kums — teilnahmlos, was den kärglichen Absatz auch sehr guter schwäbischer Litteraturerzeugnisse betrifft —, in einer üblen Lage. Ich will nicht behaupten, daß die Teilnahme für die übrige Litteratur sonst im Reich größer wäre, im Gegenteil, sondern nur. daß die spezifisch schwäbische Litteratur infolge des be schränkten Absatzfeldes ganz besonders unter der Teilnahmlosigkeit leidet. Als Verleger der Dichtungen von Hiller, Buck, Nefflen, Wagner. Karl Mayer. Griesinger, Wechßler u. a. besitze ich eine jahrelange Erfahrung über mehr oder weniger hervorragende Erzeugnisse schwäbischen Geistes. Aber was waren die Erfolge? Hitlers -Naive Welt- ist das einzige Buch, das einige (3) Auflagen erlebt hat, alle anderen vermochten es nicht über die kleine erste Auflage zu bringen, und bei manchen dieser Erzeugnisse wurden nicht einmal die Kosten gedeckt; es gingen dabei hübsche Summen verloren, so zum Beispiel bei den vor züglichen Volksschauspielen von G. F. Wagner, deren Neuauflegung Professor Herm. Fischer in Tübingen als ein Verdienst pries, und worüber Krauß in seiner Schwäbischen Literaturgeschichte schreibt: --Wenn Wagner auch nicht den ersten deutschen Dialektdichtcrn zugezählt werden darf, so ist er doch unter den schwäbischen ohne Frage der bedeutendste-». -Besonders charakteristisch für die mißliche Lage der schwäbischen Litteratur erscheinen mir meine jüngsten Erfahrungen auf diesem Gebiete. Ich verlegte vor einigen Jahren das von der ganzen württembergischen Presse mit lebhafter Freude aufgenommene Werk: -Bilder aus Alt-Stuttgart-, ein kleines Prachtwerk, mit Text versehen von M. Bach und Karl Lotter, so recht ein Buch für den kulturfreundlichen und heimatliebenden Stuttgarter und Württemberger im In- und Auslande. Wie sehr dies Werk geschätzt wird, zeigt eine erst unlängst in der -Zeitschrift für Bücherfreunde- erschienene Besprechung, wo es heißt: -Der Verlag von R. Lutz, Stuttgart, der sich speziell der schwäbischen Dichtung in warmer und opferwilliger Weise annimmt, hat mit -Alt-Stuttgart- ein nicht genug zu empfehlendes Werk geschaffen. Daß die Schilderuntzen nicht lehrhaft trocken, sondern frisch und anregend geschrieben sind, erhöht den Wert des Buches-, Nun kostet das Werk ja allerdings 8 oder 10 Mark; allein man sollte immerhin erwarten, daß auch außerhalb Stuttgarts so viel Interesse dafür vorhanden wäre, daß eine ansehnliche Anzahl Exemplare abgesetzt würden. Mit Nichten! Obwohl der Ruf des Werkes weit und breit verkündigt wurde, so blieb der Verkauf doch fast gänzlich auf Stuttgart beschränkt; der gesamte Absatz außerhalb Stuttgarts beziffert sich auf ca. 12 Exemplare, sage also: das württembergische Land, Deutschland, Amerika re. nehmen ein Dutzend Exemplare eines solchen Werkes ab. Der Verkauf in Stuttgart beträgt einige Hundert Exemplare, womit ungefähr die Kosten des Werkes hereingebracht sind. -Im Jahre 1898 erschien eine Sammlung Erzählungen aus dem schwäbisch-fränkischen Volksleben unter dem Titel -Ung'schminkt» aus der Feder des -Beobachter« - Redakteurs und Landtagsab geordneten Schmidt-Buhl. Diese Erzählungen klingen nur eben an den Dialekt an, haben ein echt volkstümliches Gepräge und können sich nahezu mit den Roseggerschen Erzählungen messen. Sie wurden denn auch sehr freundlich ausgenommen, von fast allen württembergischen Zeitungen, auch einigen außerwürttembergi- schcn teilweise eingehend und rühmend besprochen und haben sogar in der Schwäbischen Literaturgeschichte von Krauß eine ehrenvolle Stelle gefunden. Diese Erzählungen bedeuten für Württemberg um so mehr, als wir außer G. Weitbrecht zur Zeit überhaupt keinen namhaften Prosadichter im Lande haben. Das bekannte New Parker -Schwäbische Wochenblatt- hatte das Ab drucksrecht der Erzählungen für Amerika erworben und schrieb mir neulich: Die Erzählungen hätten drüben sehr gefallen, ob ich noch weitere senden könne? — Man sollte meinen, daß ein solcher Autor bald genug bekannt würde, daß sein Buch einen regen Ab satz finden müßte. Durchaus nicht! Das Resultat eines jahre langen Vertriebs im ganzen württembergischen und deutschen Buchhandel ist ein Absatz von 187 Exemplaren. -Solche Ziffern sind kläglich, sie spiegeln aber nur die allge meine Litteratur-Misere in Deutschland wider, die besonders zu Tage tritt auf dem Gebiete der Belletristik, da der Deutsche von seiner Gewohnheit, für Litteratur nichts auszugeben oder seinen bescheidenen Bedarf zu leihen, sei es von einem Freunde oder einer Leihbibliothek, nicht lassen kann, obgleich der wohlhabende Deutsche sonst Geld für jeden Tand, jeden Genuß übrig hat und in Wein, Bier und Rauch mehr draufgehen läßt als jeder andere Kulturmensch. -Man sollte meinen, daß die schwäbische Litteratur an den zahlreichen Schwabenvereinen im Deutschen Reich einen starken Rückhalt besäße. Das ist so wenig der Fall als möglich. Meine Versuche, bei diesen ein Interesse für schwäbische Bücher zu wecken, sind kläglich gescheitert. Unter solchen Umständen kann es bald so weit kommen oder ist es bereits dahin gekommen, daß der Verlag schwäbischer Dichtungen wegen Mangels an Unterstützung durch das Publikum nur durch -opferwillige» Verleger betrieben werden kann.» Pariser Weltausstellung. — Das deutsche Haus in der Uns äs3 vations der Weltausstellung, das u. a. auch die Aus stellung des deutschen Buchgewerbes enthält, ist am 1b. d. M. in festlicher Weise dem Besuch eröffnet worden. Der Reichskommissar Geheimer Rat Richter und der Geheime Rat Lewald begrüßten, umgeben von den übrigen Mitgliedern des Kommissariats, die sehr zahreich erschienenen, der Diplomatie, der Gesellschaft, sowie der Kunst und der Schriftstellerwelt angehörenden Gäste. Alle sprachen ihre lebhafte Bewunderung über den Pavillon und namentlich über das domartige Stiegenhaus mit den schönen Wandgemälden und der prachtvollen Marmortreppe aus. Ganz besonderes Ent zücken riefen die Säle mit den Kunstschätzen Friedrichs des Großen hervor. Große Anerkennung fanden auch die im Pavillon aus gestellten Modelle und Pläne von Arbeitshäusern, Aersorgungs- anstalten und Fabrikschulen, sowie die Ausstellung des deutschen Buchgewerbes. Auktion Tessier. — Am Montag den 21. d. M. beginnt in München unter Leitung des Herrn Jacques Rosenthal die Auktion der Sammlung des Cav. Tessier. Dürerbibliothek in der Stadtbibliothek von Frank furt a/Main. — Die Stadtbibliothek in Frankfurt a/Main hat eine höchst wertvolle Zuwendung erhalten, indem sie durch Herrn Theodor Stern dort in den Stand gesetzt worden ist, die^ be rühmte Dürer-Bibliothek G. A. Cornill-D'Orvilles von dessen Erben vor der in diesen Tagen in Stuttgart stattgehabten Versteigerung der gesamten großen Dürer-Sammlung anzukaufen. Die -Dürer-Bibliothek- enthält in den denkbar prachtvollsten Exemplaren eine ausgesuchte Sammlung fast aller von Dürer in Buchform herausgegebenen Werke, sowie alle jene, zu denen Dürer Blätter beigesteuert hat; außerdem eine große Litteratur über Dürer. — Eine weitere Zuwendung des Herrn Th. Stern ermöglichte es sodann dem Direktor dieser Stadtbibliothek, Pro fessor vr. Ebrard, auf der erwähnten Auktion in Stuttgart 516"
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