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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.08.1882
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1882-08-07
- Erscheinungsdatum
- 07.08.1882
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- Deutsch
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3398 Nichtamtlicher Theil. ^ I8l, 7. August. Nichtamtlicher Theil. Das Wiener liierhundertjnhrigc Buchdrucker-Jubiläum. Wien, welches sich dazu anschickt, das hochwichtige zwei- hundertjährige Jubiläum seiner heldemnüthigcn und vom Feld marschall Ernst Rüdiger Grafen von Starheinberg siegreich ge leiteten Vertheidignng bei der Belagerung durch die Türken zu feiern, hat, gleich München, vor kurzem ein jedenfalls noch wich tigeres Fest zum Andenken an die vor vierhundert Jahren statt- gesundene Einführung der Buchdruckerkunst gefeiert. Der hohen Wichtigkeit dieses Ereignisses entsprechend ist die Feier, zu welcher das Festcomitü alle Fachgenvssen von nah und fern durch Rundschreiben vom 9. Mai") eingeladen hatte, in würdigster Weise und unter zahlreicher Theilnahme von Seiten der Be hörden und hervorragender Männer der Wissenschaft und Kunst sowohl als auch und namentlich natürlich der Fachgenossen am 24. und 25. Juni vor sich gegangen."") Nachdem bereits am Vorabend der beiden Festtage, am 23. Juni, unter dem Vorsitze des Ehrenpräsidenten des Fest- comitvs, des Ministerialraths Karl Ritter von Scherzer, eine mit nachfolgendem Bankett verbundene Festsitzung der Mitglieder des Centralcomitös stattgefunden hatte und bei dieser Gelegen heit von den Obmännern der Festsection sowie der Comitss zur Veranstaltung der historischen Ausstellung und der Herausgabe von Wiens Buchdruckergeschichte der Schlußbericht erstattet worden war, wurde die erste eigentliche Festfeier am Vormittag des 24. Juni in der von außen und innen herrlich geschmückten Halle des k. k. oesterreichischen Museums für Kunst und Industrie abgehalten und, nach einem vocal-musikalischen Vorspiele, von dem Buchdruckereibesitzer Fr. Jasper, dem Obmann des Fest- comitbs mit folgender Begrüßungsrede eröffnet! Die Buchdrucker Wiens begehen heute ein Fest, wie es in den Mauern unserer lieben Donaustadt noch nicht gefeiert wurde. Vier Jahrhunderte sind es, das; der erste Jünger Gutenberg's in Wien sich Geschichte des Buchdrucks in Wien hcrauszugeben und eine historische Ausstellung von Wiener Drucken zu veranstalten beschloß. Um dieses weitgesteckte Ziel zu erreichen, setzte sich das Coniitö mit den Gelehrten kreisen in Verbindung, und es ist ihm auch gelungen, die besten Kräfte dafür zu gewinnen. Nach jahrelangem mühevollen Forschen und Arbeiten haben wir heute die Freude, aus das Resultat unserer Mühen blicken zu können. — Von der Buchdrucker-Geschichte Wiens liegt der erste Halb band vor und die historische Ausstellung soll heute eröffnet werden. Was in der stillen Gelchrtenstubc aus dem Staube der Vergessenheit kurzer Zeit ward durch das cinmnlhige Zusammenwirken so vieler Kräfte Großes geleistet. Darum ist es für mich eine schöne Pflicht, Allen zu danken, die Theil hatten an unserem Unternehmen. Ich danke den Mit- Abgedrncki im Börsenblatt vom 2S. Mai. "*) Eine ausführliche Beschreibung der Festseier findet sich in der Oesterreichischen Buchdrucker-Zeitung vom SS. Juni. gliedern des Comitos für ihr eifriges Wirken, insbesondere aber dem Autor unseres Werkes, Herrn IN. Anton Mayer, und allen seinen Berufsgenosscn, die ihn bei seinem schwierigen Unternehmen unterstützten; ich danke ferner Herrn Nr. Wilhelm Haas und seinen College», die sich der mühevollen Arbeit unterzogen, die Ausstellung zu arrangiren. Mciu ^Dauk gilt^ auch allen Jenen, die uns mit Rath und That nnter- An diese Rede schloß sich zunächst eine Ansprache des Bürgermeisters Uhl, welcher im Namen der Stadt die Gefühle der wärmsten Theilnahme an der Feier auszudrücken wünschte, worauf sodann die eigentliche, ebenso umfängliche und alle Phasen der Wiener Bnchdruckergeschichte berührende, wie „geist volle und echt patriotische" Festrede des Ehrenpräsidenten von Scherzer folgte. Nach Schluß dieser Rede, und nachdem noch vom Männergesangverein „Gutenbergbund" das von dem greisen Du. L. A. Frankl gedichtete und vom Professor Stoiber com- ponirtc Buchdruckerlied vorgetragen worden war, eröffnete der Musenmsdirector und Obmann des Ausstellungscomitvs, Hosrath Professor von Eitelberger die in zwei großen Sälen des Museums untcrgebrachte historische Ausstellung mit folgender Ansprache: Aufgcfordert, die historische Buchdruck-Ausstellung mit einer An sprache zu eröffnen, muß ich vorerst erwähnen, daß das Zustandekommen dieser Ausstellung von Wiener Buchdrucken nach manchen glücklich über standenen Fährlichkeiten den Vorständen der Bibliotheken des In- und Auslandes, des Hofes, der Kirche und des Staates zu verdanken ist, welche gewiß nicht mit leichtem Herzen die seltensten Druckwerke dem Comitö und dem ^oesftrreichisckstn Museum vertrauensvoll^ überlassen der geistvolle Freund Albrecht Dürer s Max I.. Rudolf II., Leopold 1. und vor allen die glorreiche Kaiserin Maria Theresia und ihr großer Sohn Joseph II., Kaiser Franz l. als Gründer der Staatsdrnckerci. Als Direktor einer Anstalt, welcher unser Kaiser die Ausgabe gestellt hat, die Kunst im Gewerbe im weiten Kaiserreiche zu pflegen, muß ich jetzt erinnern, daß die schönsten Drucke der jüngsten Zeit, welche wir der kaiserlichen Huld und Kunstliebe zu danken haben, und die nicht in den Rahmen der historischen Ausstellung Passen, in das Programm nicht ein gereiht werden konnten. Sie werden mit mir übereinstimmen, wenn ich dem Wunsche Ausdruck gebe, es möge die Wiener Buchdruckerkunst auch in aller Zukunst Hand in Hand mit der Kunst wandeln, zu Ehren des alte» ruhmreichen Oesterreich und der schönen Residenzstadt Wie:,, dessen geistiges Gedeihen uns Allen am Herzen liegt. — Somit eröffne ich nun die historische Ausstellung und lade die Herren ein, dieselbe zu besichtigen. Hierauf geleiteten die Mitglieder des Ausstellungscomitös die Versammlung in die Ausstellungsräume, wo man in ebenso übersichtlicher wie geschmackvoller Anordnung die größten und schönsten Schätze der Wiener Buchdruckerkunst von der ältesten Zeit an bis ziemlich auf unsere Tag aneinander gereiht fand und damit „das Wirken und die Thätigkeit der Buchdrucker Wiens aus nahezu vier Jahrhunderten in einem Gesammtbilde dargcstellt" erhielt. Leider hatten kleinliche Bedenken von miß günstiger Seite die Ausstellung moderner Druckerzeugnisse, welche das historische Bild zu Ehren der Wiener Druckindustrie des XIX. Jahrhunderts in würdiger Weise ergänzt haben würden,
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