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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.11.1903
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1903-11-26
- Erscheinungsdatum
- 26.11.1903
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19031126
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190311263
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- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19031126
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- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1903
- Monat1903-11
- Tag1903-11-26
- Monat1903-11
- Jahr1903
- Titel
- Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.11.1903
- Autor
- No.
- [11] - 9741
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274, 26. November 1903. Nichtamtlicher Teil. 9741 der Bestellanstalt zu übertragen. Die bisher gemachten Erfahrungen sind durchaus befriedigende. Auch mit ver schiedenen Zeitschriften - Verlegern sind wir in erneute Ver handlungen getreten, und wir haben die große Genugtuung, Ihnen melden zu können, daß jetzt alle größeren Zeit schriften bereits am Donnerstag durch die Bestellanstalt zur Ausgabe gelangen. Wir wollen nicht unterlassen, auch an dieser Stelle für das dem Berliner Sortimentsbuchhandel er wiesene Entgegenkommen unfern Dank auszusprechen. Dem Beamten - Pensionsfond der Bestellanstalt haben wir nach dem Beschluß der vorjährigen Hauptversammlung aus dem Überschuß der Bestellanstalt 750 ^ und ferner die uns von dem Allgemeinen deutschen Versicherungsverein ge währte Vergütung von 69 ^ 92 H überwiesen. Unser unvergeßlicher verstorbener Vorsteher Herr Leon hard Simion hat der Pensionskasse testamentarisch 1000 ^ vermacht, welcher Betrag von den Testamentsvollstreckern ausgezahlt worden ist. Dadurch ist der Bestand der Kasse auf 3008 51 H angewachsen. Dem Heimgegangenen rufen wir über das Grab hinaus herzlichen Dank nach für diese Betätigung seines im Leben nie versagenden Gemein sinnes. Wie Ihnen erinnerlich sein wird, hatte die »Allgemeine Vereinigung deutscher Buchhandlungsgehilfen« im vorigen Jahr den Vorstand der Korporation um seine Mitwirkung zur Durchführung des 8 Ühr-Ladenschlusses für den Berliner Sortimentsbuchhandel ersucht. Da bis auf ganz geringe Ausnahmen hier bereits um 8 Uhr geschlossen wird, glaubten wir diesem Ersuchen nicht Folge geben zu können. Inzwischen hat das Polizeipräsidium auf Betreiben der Ver einigung unter den Geschäftsinhabern die durch das Gesetz vorgeschriebene Abstimmung über die Einführung des 8 Uhr-Ladenschlusses vorgenommen, die aber zu einer Ab lehnung geführt hat. Wir sind auch heute noch der Ansicht, daß eine zwangsweise Durchführung des 8 Uhr-Laden schlusses für den Berliner Buchhandel nicht erforderlich ist, die, wie es in einer Zuschrift an uns heißt, zur Folge haben würde, »daß der Schutzmann vor der Tür steht, welcher darauf dringt, daß wie in der Kneipe zur Polizei stunde auf die Minute geschlossen werde«. Trotz vielfacher Umfragen ist uns nicht bekannt geworden, daß in Berliner Sortimentsbuchhandlungen in nennenswertem Maße über 8 Uhr hinaus gearbeitet wird, und wir zweifeln nicht daran, daß unsere Herren Kollegen berechtigten Forderungen ihrer Angestellten entgegenkommen werden. Wer den ganzen Tag fleißig arbeiten soll, hat einen Anspruch auf die ihm zugesagte Ruhezeit, und er wird, wenn sie ihm gewährt wird, um so freudiger bereit sein, in drängender Geschäfts zeit auch über die festgesetzten Arbeitsstunden hinaus tätig zu sein. Als im Anfang d. I. die Buchhändler-Lehranstalt in Leipzig die Feier ihres 50jährigen Bestehens beging, nahm der Vorstand der Ortsgruppe Berlin der »Allgemeinen Ver einigung deutscher Buchhandlungsgehilfen« Veranlassung, bei uns die Begründung einer gleichen Lehranstalt anzuregen. Der Vorstand hat diesen Gedanken reiflich erwogen; er kam aber bald zu der Ansicht, daß eine solche Schule bei den Berliner Verhältnissen, die besonders auch in bezug auf die Angestellten im Buchhandel von den Leipzigern völlig ver schieden sind, weder zweckdienlich noch lebensfähig sein werde. Den jungen Männern stehen in Berlin zur Wahrung ihrer allgemeinen Bildung und ihres kaufmännischen Wissens eine große Zahl bewährter Fortbildungsanstalten zur Ver fügung, die der Verein »Krebs« jetzt bereits zum zweiten Vörlenblatt sür den deutschen Buchhand et. 70. Jahrgana. Male in übersichtlicher Weise zusammengestellt hat, und es erschien uns überflüssig, daneben noch eine neue für Buch händler einzurichten. Anders liegen die Dinge auf dem rein buchhändlerischen Gebiete. Viele unsrer jungen Be rufsgenossen, besonders im Sortiment, haben kaum Gelegen heit, die Entstehung des Buchs, ihrer Ware, kennen zu lernen; all die zahlreichen künstlerischen und technischen Betriebe, die hierbei mitzuwirken haben, bleiben ihnen fremd, und doch erscheint gerade diese Kenntnis für den Buch händler unentbehrlich. So entschloß sich' der Vorstand, für den Winter 1903/04 eine Reihe von Vorträgen über die Herstellung des Buches zu veranstalten. In einer am 1. März stattgehabten Besprechung, an der Vertreter des Vereins »Krebs« und der Vereinigung teilnahmen, wurde der Plan erörtert und in seinen Grundzügen festgelegt, und nachdem das Unternehmen im Laufe des Sommers feste Gestalt ge wonnen hatte, hat die Vortragsreihe am 16. Oktober ihren Anfang genommen. Wir freuen uns lebhaft der überaus regen Beteiligung aus den Kreisen unsrer jungen Berufs genossen. Etwa 500 Zuhörer füllten die Aula des König lichen Wilhelms-Gymnasiums, die uns von deren Leiter, Herrn Geheimen Regierungsrat l)r. Kübler, in dankenswertester Weise zur Verfügung gestellt worden ist, und wir danken von Herzen allen, die uns bei der Durchführung unsers Plans, besonders durch Übernahme von Vorträgen anterstützt haben. An die Mitglieder der Korporation richten wir heute noch einmal die Bitte, ihren Angestellten die Möglichkeit pünkt lichen Besuchs der Vorträge zu gewähren, und ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß der Eifer nicht erlahme. Wir erhoffen Segensreiches von diesem Unternehmen, und wir sind darum auch überzeugt, daß Sie die in den Voranschlag eingestellten erforderlichen Mittel gern bewilligen werden. Im Anschluß an diese Vorträge wird der Verein »Krebs« einen Lehrkursus über »Bibliographie« (Beschreibung und Verzeichnung des Buches) veranstalten, wobei wir ihn gern wieder wie bisher durch Gewährung eines Zuschusses unter stützen. Als durch die Zeitungen die Nachricht ging, daß die »Ältesten der Kaufmannschaft von Berlin« die Errichtung einer Handelshochschule planten, haben wir uns auf An regung von Herrn Prager zur Mitwirkung bei diesem Unter nehmen, dessen Ausgestaltung nach der buchhändlerischen Seite wir in Anregung brachten, bereit erklärt. In der uns zugegangenen Antwort heißt es: »Wir behalten uns vor, auf Ihre Anregung zurückzukommen, sobald die organisatori schen und finanziellen Grundlagen der Handelshochschule soweit festgestellt sein werden, daß wir von Ihrem gefälligen Anerbieten Gebrauch machen können. Der neue Zolltarif ist, wie Ihnen bekannt, durch Be schluß des Reichstages zum Gesetz erhoben werden. Der auch von uns auf das lebhafteste bekämpfte Zoll auf gebundene Bücher ist fallen gelassen worden; dagegen sind die beträcht lich erhöhten Papierzölle bestehen geblieben. Der Vorstand der Korporation hat sich dem Vorgehen der »Vereinigung für die Zollfragen der papierverarbeitenden Industrie und des Papierhandels« angeschlossen, die nunmehr ihr Bemühen darauf richtet, bei dem in Aussicht stehenden Abschluß neuer Handelsverträge eine Herabsetzung der Papierzölle zu er reichen. Einer an uns ergangenen Aufforderung gegenüber, uns dem im Anfang d. I. gegründeten »Bund der Kaufleute« anzuschließen, haben wir zunächst eine abwartende Stellung eingenommen, weil uns die Ziele dieses Vereins noch nicht deutlich genug erkennbar erschienen. Der Hauptausschuß hat sür das laufende Jahr Herrn 1290
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