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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.09.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-09-02
- Erscheinungsdatum
- 02.09.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil 6823 Herr Pape: Ich will nicht auf alle Ausführungen des Herrn Vorredners eingehen, ich möchte nur konstatieren: er hat namens des Börsenvereins ausgesprochen, daß dem Sorti menter Unrecht geschieht, wenn er nicht ein Minimum von 25 Prozent Rabatt empfängt. Meine sehr geehrten Herren, wie dieser Antrag der Dresdner Buchhändler bei uns einging, hatten wir im Verein Hamburg-Altonaer Buchhändler schon vier Wochen früher die Sache besprochen, ohne von dem Vorgehen der Dresdner Kollegen etwas zu wissen. Nachdem wir die Begründung des Dresdner Antrags gehört haben, stehe ich nicht an, den Antrag als eine sehr verdienstvolle Anregung zu bezeichnen, aber ich möchte an den verehrten Börsenvereins-Borstand, von dem ja viele Vertreter hier anwesend sind, die Frage richten, ob er glaubt, Mittel und Wege finden zu können, ohne An nahme dieses Antrages auf die Verleger einwirken zu können, daß sie den Sortimentern einen Minimalrabatt von 25 Prozent zubilligen in allen Fällen. Wenn der Börsenvereins-Vorstand mit dem Gewicht seiner Autorität an die Verleger herantritt, so hoffe ich, daß er diese ebenso überzeugen wird, wie es jüngst bezüglich des Kampfes gegen die Unterbietung der Ladenpreise geschehen ist. Ich glaube, allen den Schwierigkeiten, die diesem Antrag entgegenstehen, gehen wir aus dem Wege, wenn der Vorstand des Börsenvereins die Erklärung abgiebt, er glaube Mittel und Wege finden zu können, um die Verleger zu bewegen, daß sie den Sortimentern geben, was recht und billig ist. Im anderen Falle, wenn auch der Antrag ab gelehnt wird, wird er immer wiederkehren, denn wo ein Notstand ist, da werden auch Notschreie laut werden. Herr Engelhorn: Wenn ich Herrn Pape erwidere, so kann ich zunächst nur für meine Person sprechen, da die Anregung, die Herr Pape giebt, den Börsenverein noch nicht beschäftigt hat. Ich muß auch gestehen, daß ich momentan keinen praktikabel» Weg weiß, wie dieses Ziel erreicht werden soll, aber ich glaube zusichern zu dürfen, daß der Börsen vereins-Vorstand, wenn die Uebelstände, wie sie Herr Heinze geschildert hat, zu seinen Ohren kommen, gewiß die Sache reiflich und ernstlich in Erwägung ziehen wird, und vielleicht wird es ihm auch gelingen, auf die Verleger einzuwirken, daß, soweit irgend Uebelstände vorliegen, sie beseitigt werden. Ich möchte da gleich die Ausnahme erwähnen, die schon Herr Müller hervorgehoben hat. Bei amtlichen Publikationen wird es vielen Verlegern überhaupt nicht gelingen, in dieser Richtung Wandel zu schaffen, wenigstens nicht rasch; vielleicht geht es im Laufe der Zeit. Aber ich würde es sehr be grüßen, wenn der Antrag Heinze, der, wenn er angenommen würde, zu schweren Erschütterungen des Börsenvereins führen müßte, zurückgezogen würde. Man könnte statt dieses An trages vielleicht eine Resolution fassen, die Sache bis zum nächsten Jahre zu prüfen und dann mit Vorschlägen vor Sie zu treten. Ein bindende Zusage zu machen bin ich natür lich nicht in der Lage. Ich kann nur sagen, daß ich von meinen Vorstandskollegen weiß, daß sie solchen Anträgen immer eingehendste Erwägung und Prüfung zu teil werden lassen, und daß ihnen alles daran liegt, dem Sortiment die Lebensbedingungen zu erhalten, deren es zu seinem Gedeihen bedarf. (Bravo!) Herr Hart mann: Meine Herren, wenn wir gestern die neuen Satzungen angenommen hätten, in welchen Ausschüsse für besondere Fälle vorgesehen sind, so glaube ich, würde hier ein solcher Fall vorliegen, daß wir einen Ausschuß er- nännten, der die Sache prüft. Ich bin dem Vortrage des Herrn Heinze aufmerksam gefolgt, aber ich muß offen ge stehen, im Laufe der Vorlesung bin ich erlahmt. Mir ist es nicht möglich gewesen, allen Details gerecht zu werden, und ich weiß nicht, ob ich den Vorschlag des Herrn Vorstehers Engelhorn auch befürworten soll, daß dieser Antrag einfach zurückgezogen werde. Vielleicht findet sich ein anderer Weg, nämlich das ganze Material, das Manuskript, das Herr Heinze vorgelesen hat, einem Ausschuß zur Prüfung zu übergeben, und einen solchen Ausschuß besitzt der Börsenverein schon in dem Vereinsausschuß. Der Vereinsausschuß hat bereits drei mal die Verkehrsordnung beraten. Als es das zweite Mal geschah, war ich Mitglied des Vereinsausschusses, im Jahre 1891 oder 1892. Wir haben sehr eingehend über diesen Punkt gesprochen, haben uns aber nicht einigen können, weil wir nicht das massenhafte Material hatten, das Herr Heinze heute vorgelegt bat. Ich bin überzeugt, wenn der Vereins ausschuß diesen Antrag zur Prüfung erhält, um nächste Oster messe darüber Bericht zu erstatten, daß wir dann einen Be richt des Vereinsausschusses erhalten, dem die gegen die Ver leger gerichtete Spitze vollständig abgebrochen ist. Denn wir haben das Glück, im Vereinsausschuß einen Ausschuß zu be sitzen, in dem Verleger und Sortimenter gleichmäßig gemischt sitzen, und ich habe das Vertrauen zu diesem Ausschuß, daß er uns ohne Voreingenommenheit einen Bericht geben wird, besser, als wenn wir heute diese Debatte fortsetzen. Wir könnten bei einer solchen Debatte immer nur Einzelheiten aus dem großen Material, das Herr Heinze gesammelt hat, herausnehmen und sind nicht sicher, ob wir nicht falsch auf gefaßte Einzelheiten weiter ausspinnen, ohne der Sache selbst zu nützen. Ich gebe also anheim, ob wir eine Resolutton fassen in dem Sinne, wie Herr Engelhorn vorgeschlagen hat. Ich wäre der Meinung, diesen Antrag nicht verschwinden zu lassen, sondern ihm morgen dem Vereinsausschusse zur Prüfung und Berichterstattung auf der nächsten Haupt versammlung zu überweisen. Herr Goeritz: Sehr geehrte Herren, meine Freunde und ich haben von vornherein gesagt, daß dieser Antrag sehr viel Bedenkliches hat, denn es ist klar, daß derjenige, der das Buch erzeugt, auch berufen ist, den Verkaufspreis zu bestim men. Immerhin ist das eine Regel, von der es auch Aus nahmen giebt. Wenn Herr Müller sagt, im kaufmännischen Leben käme derartiges nicht vor, so darf ich erwidern, daß mir Fabrikanten geklagt haben, daß sie durch die Waren häuser, Grossisten u. s. w. gezwungen würden, nach deren Pfeife tanzen zu müssen. Nichtsdestoweniger würde ich mich nicht für eine Sache erwärmen können, die nur im mindesten eine neue Feindschaft erzeugen könnte. Anderseits möchte ich das dankenswerte und anregende Material verwertet wissen, das Herr Heinze geboten hat, und das, wie ich hoffe, auch Herrn Kommerzienrat Engelhorn überzeugen wird, das mein für einzelne Fälle ausgesprochener Tadel wohl berechtigt war. Ich sage, ich wünschte, daß dieses Material in der Weise verwertet werde, wie Herr Hartmann es vorgeschlagen hat; es scheint mir das der richtigste Weg zu sein. Ich möchte aber noch eines erwähnen, wo sich der Sor timenter nicht so einfach helfen kann, wie Herr Müller vor schlug. Auch ich befolge seine Praxis und sage: an jedem Buche muß ich rund 25 Prozent verdienen und schlage nötigenfalls so viel auf den Netto-Preis. Es giebt eine Menge amtlicher Publikationen, militärische Handbücher u. s. w., bei denen das geht. Anders aber bei Schulbüchern. Wenn ein Schulbuch 1 ^ kostet und zu 85 H bar abgegeben wird, so wird es nicht gut möglich sein, es an die Schüler mit dem notwendigen Aufschlag zu verkaufen. Darum möchte ich ganz besonders darauf Hinweisen, wie dringend wünschens wert es ist, daß der Verleger gerade bei Schulbüchern es SOI'
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