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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.03.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-03-17
- Erscheinungsdatum
- 17.03.1906
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- Deutsch
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2850 Künftig erscheinende Bücher. 63. 17. März 1906 Am 26. dieses Monats gelangt zur Ausgabe die r. Auflage Olauäia PoNieeUa F Von Arnold von der Fässer. n Illustriert von NÜdN-. - -- Preis drosch. „O 3.—, eleg. ged. ^ 4.—. Inhalt: Auf Wache am Vischofsschloß. — Des Kanzlers Rat. — Fra Luigi. — Claudia und Filiberta. — Des Mönches Ge ständnis. — Verrat. — Fra Luigi am Scheidewege. — Die Befreiung. — Filibertas Tod. — Der Bannfluch. — Das Fest am Tobliner See. — Gerächt. rst rst A- vr. Arnulf Sonntag äußert sich in der Allgemeinen Zeitung, München, über das Buch folgendermaßen: »Größere epische Versdichtungen werden unter den literarischen Erscheinungen der Gegenwart immer seltener angetroffen! Um so erfreulicher ist es für den Freund klarer Kunst und Poesie, wenn er mitten in der Hochflut des Prosa-Romans Schriftsteller trifft, die unbekümmert um Mode und Literaturwarenbörse das, was sie uns zu sagen haben, in das Goldgewand der Sprache, in den Vers kleiden. Von der Passer gehört zu diesen. In seinem zwölfteiligen Sang aus dem Trentino erzählt er uns die Geschichte von Claudia Porticella, der wunderschönen Geliebten des Bischofs Karl Emanuel von Trient, die selbst den Mönch Fra Luigi, der nach Trient kam, um wider die sündige Liebe und Geliebte des Bischofs zu predigen, mit dem Zauber ihrer Schönheit bestrickte und bis zum Wahnsinn brachte. (Folgt eingehende Inhaltsangabe.) — Ein besonderer Vorzug der Dichtung liegt in ihrem lyrischen Stimmungsgchalte und der Naturschilderung. Die Schönheit der Landschaft und namentlich die sicgvolle Macht und der üppige Glanz des Südtiroler Frühlings führt uns der Dichter mit großer poetischer Macht vors Auge. Von der Passers Sang, dem der Verleger in gerechter Würdigung seines Wertes eine kostspielige, künstlerische Ausstattung angedeihen ließ, wird gewiß niemand ohne Genuß und Befriedigung lesen." Das Hannoversch: Tageblatt sagt: „Claudia Porticella, ein Sang aus dem Trentino von Arnold von der Passer, erweist sich als eine frische Historie. Sie erzählt von der unseligen Claudia, der Geliebten des Bischofs von Trient, und von dem Unheil, das sie und alle trifft, die ihr nahe waren. Das hübsch ausgestattete Buch wird den zahlreichen Freunden der Muse Julius WolssS willkommen sein. Prof. vr. Richard Maria Werner äußert sich u. a. in „Die Zeit", Wien, wie folgt: „Glücklich sind wir also trotz des Naturalismus und des Kampfes der Neuerer gegen die abgestandene Literatur wieder bei Vater Scheffel angclangt, bei dem leicht versifizierten, mit Liedern ausgestatteten, romantisch angehauchten novellistischen Epos nach dem altbewährten Schema. Und ich glaube, es wird seine Liebhaber finden; das Schicksal des Bischofs Karl Emanuel Madruzzo von Trient und seiner schönen Geliebten Claudia Porticella, die er gern unter Verzicht auf seine geistliche Würde zu seiner Gattin machte, die Jntriguen und Gegenbestrebungen der Adelspartei, vertreten durch den Grafen Antonio von Castelfondo und seine Braut Filiberta Madruzzo, die Leiden des unglücklichen Priesters Fra Luigi von Belluno und nicht zum letzten die hübschen Bilder südtirolischer Landschaft werden teilnahmsvollen Lesern begegnen. Die Verse sind melodisch und mit Geschick abgestuft." Eine andere große Wiener Zeitschrift sagt: „Wir begrüßen diese echt vollkräftige Dichtung mit größter Freude. Denn A. v. d. Passer macht den Versuch, den reichen historischen Sagenschatz Österreichs poetisch zu verarbeiten. In dem vorliegenden Fall handelt es sich um Claudia Porticella, die schöne Tricntinerin, die den Trientiner Bischof Karl Emanuel von Madruzzo mit ihren Liebeskünsten bezaubert hatte und die in die tirolische Volkssage übergegangen ist. A. o. d. Passer behandelt das heikle Thema in diskreter Form und weiß uns die beiden Hauptfiguren, den Bischof und Claudia, trotz ihrer ethischen Schwächen näherzubringen. Die Verse sind von seltener Formvollendung, die landschaftlichen Schilderungen der Südtiroler Alpenwelt von bestrickendem Zauber. Die Illustrationen sind für das Buch eine ebenso geschmackvolle wie empfehlende Beigabe. Der (Amtliche!) Bote für Tirol und Vorarlberg, Innsbruck, läßt sich eingehend über das Buch aus, er sagt: „Warum der Dichter dieses, wie uns scheint, dramatische Motiv episch behandelte, darüber wollen wir mit ihm nicht rechten, sondern uns lieber freuen, daß sich einer gefunden, der diesen eigenartig spröden, ja fast gefährlichen, aber gerade deswegen hoch interessanten Stoff mit höchst anerkennenswerter Kunst und seltener Sprache behandelte. Wie schon angedeutet, ist das Problem des Pflichtenkonfliktes, den hier Geschichte wie Sage bieten, ein ungemein heikles und schwieriges. Es kann mir als Aufrichtigkeit aus gelegt werden, wenn ich sage, ich habe mit einer gewissen Angst nach dem Buche gegriffen. Von Seite zu Seite ließ mich der Dichter in diesem Gefühl, aber das erwartete Schreckliche kam nicht. Die Spannung und Neugierde machte sich beim Lesen so groß, daß ich das Epos in einem Atem zu Ende las, und als ich fertig war, legte ich das Buch mit einem Gefühl wahrer und hoher Befriedigung weg. Ich hatte den Eindruck, als ob lauter farbenprächtige Gemälde an mir vorübergehuscht wären, Gemälde mit schöner Land schaft und leichtfüßiger Staffage in bunten Gewändern, ganz so wie Natur und Volk in unserem südlichen Landesteile. Manchmal reiht sich in fast skizzenhafter Andeutung Bild an Bild, Sang an Sang, immer anziehend, spannend und sprudelnd. In schöner Steigerung schwingt sich der Dichter zu hoher Kunstschönheit empor. So im dramatisch bewegten vierten und ganz besonders im ungemein zart empfundenen fünften Gesang. Mit poetischer Strenge der Sage, aber nicht der Geschichte gerecht, läßt er sowohl den seiner Mission untreuen Fra Luigi wie die Titelhelden büßen und wird so ungezwungen zum Apologeten der Sitte und Moral. . . . Besonders die Frauen werden viel von ihrem Ich darin finden .... vr. Josef Schenk bespricht das Buch in der Meraner Zeitung wie folgt: „Arnold von der Passer hat sich uns als Dichter bisher nur durch zwei Liedersammlungen bekannt gemacht, die seine echte lyrische Begabung in sorgfältiger glatter Form zeigten; in der vorliegenden poetischen Erzählung aus den alten Zeiten des geist lichen Fürstentums Trient verstärkt er jenen ersten Eindruck sehr bedeutend, und wir stehen nicht an, ihn nach dieser Leistung den besten Sängern der Liebe in unserer Literatur beiznzählen .... Der Dichter der Claudia ist nicht nur ein Meister in der Schilderung der südlichen Naturschönheit, die er offenbar aus eigener Anschauung kennt, er vermag nicht nur mit Rudolf Baumbach'schem Humor uns an rechter Stelle zu erquicken — es ist ihm besonders im fünften Gesänge das Schwerste und Höchste in der Dichtkunst gelungen, nämlich wirkliche, ergreifende Erhabenheit. Die Darstellung leidenschaftlicher Liebe im fünften Gesänge
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