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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.03.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-03-19
- Erscheinungsdatum
- 19.03.1906
- Sprache
- Deutsch
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65, 20. März 1906. Nichtamtlicher Teil. 2921 lungsgehilfen, aus deren einer hervorgehl, daß bereits 1405 Auskunftsbogen über 991 Firmen vorliegen, sowie eine Stelle aus der »Buchhändler-Zeitung« vom 22. Februar 1906, in der Herr Dullo selbst von »unserer schwarzen Liste« spricht) Ein sehr beachtenswerter, überzeugend geschriebener Artikel gegen diese Stellenbeschreibungsbogen ist in der Nummer des Börsenblatts vom 12. Oktober 1905 erschienen; er ist zu lang, um hier vorgetragen zu werden, doch möchte ich ihn besondrer Beachtung empfehlen »Da, wie schon erwähnt, die Verhandlungen über uns in Dresden speziell berührende Verhältnisse nichts vorbrachten, außer — bezeichnender Weise — im Schlußwort, so hatte ich es für das Richtige gehalten, zu schweigen, wogegen der mitanwesende Herr Kollege Kuhles seiner Meinung über das Gehörte unverblümt Ausdruck gab »Übrigens hätte diese öffentliche Buchhandlungsgehilfen- Versammlung unsere heutige Versammlung wohl nicht be schäftigt, wenn nicht in zwei Dresdner Zeitungen, nämlich im Dresdner Anzeiger vom 20 Februar 1906 und in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20. Februar 1906, Be richte über die Versammlung erschienen wären, die tatsächliche Unrichtigkeiten enthielten und geeignet erschienen, die Dresdner Buchhändler in den Augen des Publikums herabzusetzen. Auf beide Berichte hat der Vorstand unsers Vereins geant wortet, was wiederum eine Entgegnung des Vorstandes der Ortsgruppe Dresden der Allgemeinen Vereinigung Deutscher Buchhandlungsgehilfen zur Folge hatte. Dieser Sachverhalt veranlaßte unfern Vorstand, die Angelegenheit heute hier zur Sprache zu bringen. »Da die Berichte ebenso wie die Entgegnungen in beiden Zeitungen dem Sinne nach übereinstimmen, so lasse ich hier nur die Veröffentlichungen in den Dresdner Neuesten Nach richten als die ausführlicheren folgen: Dresdner Neueste Nachrichten, 20. Februar 1906: Die Allgemeine Vereinigung Deutscher Buchhandlungs- gehilsen (Ortsgruppe Dresden) hatte für Sonnabend abend nach Helbigs Etablissement eine öffentliche Buchhandlungs- gehilfen-Versammlung einberufen, zu der der größte Teil der hier konditionierenden Gehilfenschaft erschienen war. Der Ge schäftsführer der Vereinigung und Redakteur der -Buchhändler- Warte-, Herr Heinrich Dullo-Berlin, sprach über: -Die Lage der Buchhandlungsgehilfen und was uns not tut-. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sei ein allgemeiner wirtschaftlicher Um schwung eingetreten, der dem Gehilfen das Selbständigwerden ungemein erschwere. Der größte Teil aller Gehilfen müsse jetzt damit rechnen, zeitlebens in abhängiger Stellung zu bleiben. Pflicht des ganzen Gehilfenstandes sei es deshalb, auf die all gemeine materielle Hebung seiner Lage hinzuarbeiten. Diese Arbeit aber könne wirksam nur im Rahmen einer Organisation betrieben werden. Gegenwärtig stelle sich die wirtschaftliche Lage des Buchhandlungsgehilfen im Durchschnitt als sehr un günstig dar. Monatsgehälter für junge Gehilfen in Höhe von 40 und- wenig mehr seien leider nichts Seltenes. Dazu komme die ganz unregelmäßige und durchaus ungenügende Regelung der Arbeitszeit und die leider noch sehr im Schwünge befindliche Unsitte der Überstunden. Bei einer bekannten Leipziger Kommissionsbuchhandlungsfirma seien allein 490 Überstunden in einem Jahre gemacht worden. In einer angesehenen Dresdner Verlagshandlung müßten zur Weihnachts zeit die Gehilfen, welche die Jour haben, von früh 7 Uhr bis abends '/z10 Uhr arbeiten mit kurzen Effenspausen. Redner empfahl deshalb den Anschluß an obengenannte Ver einigung, die rührig für die Sache der Buchhandlungsgehilfen- schast eintrete und gegenwärtig über 2000 Mitglieder habe. Herr Dullo verbreitete sich sodann noch über die Leistungen der Vereinigung. Mehrere Eingaben sind an den Reichstag be treffend die Arbeitszeit der im Kontor Angestellten, den § 63 des Handelsgesetzbuchs (Abzug des Krankengeldes) und seine widerspruchsvolle Auslegung durch die verschiednen Gerichte, die Einschränkung der sogenannten Ausnahmetage im Buchgewerbe und dergleichen mehr gerichtet worden. 9000 ^ hat man in Börsenblatt sür den Deutschen Buchhandel. 78. Jahrgang. den letzten vier Jahren von der Vereinigung aus für Stellen- losenunterstützung ausgegeben; außerdem unterhält der Verband einen Stellennachweis und erteilt Auskünfte über die Bonität buchhändlerischer Firmen. — An die Ausführungen des Herrn Dullo schloß sich eine sehr rege Debatte, an der sich Vertreter des deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes und des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen, sowie der Prinzipalität beteiligten. Der prinzipale Redner erhob die Beschuldigung gegen die Gehilfenschaft, sie verlange alles mögliche von den Prinzipalen, sei aber selbst nicht willens, etwas Ordentliches zu leisten. Man möge nur Vertrauen zu den Chefs haben, dann werde alles gut werden. Demgegenüber wies der Referent darauf hin, daß gerade die Gehilfenschaft sich seit zehn Jahren intensiv mit der Ausbildung der Gehilfen beschäftige, während von dem Buchhändlcrverein hierfür absolut nichts geschehen sei. Wo solle das Vertrauen zu den Chefs Herkommen, wenn, wie dies 1902 hier in Dresden geschehen sei, -versucht werde, die Organisation der Gehilfen durch einen Boykott zu sprengen?- — Der Aufforderung zum Beitritt folgte eine ganze Anzahl Herren. Hierauf wurde gegen 12 Uhr die Versammlung ge schloffen. Dresdner Neueste Nachrichten, 22. Februar 1906 Aus Buchhändlerkreisen. Vom Vorstand des Vereins Dresdner Buchhändler erhalten wir die nachfolgende Zuschrift der wir im Interesse der Unparteilichkeit Raum geben, ohne uns mit einer der beiden Parteien zu identifizieren. »Unter Bezugnahme auf die in der letzten Nummer der -Dresdner Neuesten Nachrichten» erschienene Notiz, betreffend die am ver gangenen Sonnabend abend stattgehabte Versammlung Dresdner Buchhandlungsgehilfen und die bei dieser Gelegenheit seitens des Referenten ausgesprochenen Ansichten, erklärt der Vorstand auf Grund seiner genauen Kenntnis der allgemeinen Sachlage, insbesondere aber der Dresdner Verhältnisse, daß die Be hauptung, »wonach sich die wirtschaftliche Lage der Buchhand lungsgehilfen im Durchschnitt als sehr ungünstig darstelle-, den Tatsachen in keiner Weise entspricht; für ebenso unrichtig erklärt er es, daß »Monatsgehälter sür junge Gehilfen in Höhe von 40 Mark und wenig mehr nichts Seltenes seien-. Demgegen über wird festgestellt, daß wirkliche Buchhandlungsgehilfen (also nicht die vielfach im Buchhandel als subalterne Hilfskräfte an- gestellten Schreiber, die selbstverständlich nur entsprechenden Lohn beziehen) mindestens das doppelte Anfangsgehalt beziehen, das sich je nach Fähigkeit und Leistungen des Betreffenden für jüngere Gehilfen in Dresden nachweislich auf durchschnitt lich 120 beläuft. Auch die Klage hinsichtlich der -ganz un regelmäßigen und durchaus ungenügenden Regelung der Arbeits zeit und der leider noch sehr im Schwünge befindlichen Unsitte der Überstunden« trifft — zum mindesten für Dresden — in keiner Weise zu; aus wenigen Einzelfällen aber einschränkungs los Folgerungen gegen die Gesamtheit der Prinzipalität ziehen zu wollen, wird jedem billig Denkenden als ebenso unberechtigt wie verfehlt erscheinen müssen. Schließlich legen wir gegen die unwahre Behauptung, daß -im Jahre 1902 seitens der Chefs die Boykottierung der Organisation der Gehilfen versucht worden sei«, entschieden Verwahrung ein.« Dresdner Neueste Nachrichten, 1. März 1906: Sprechsaal. Gegenüber der Erklärung des Vereins Dresdner Buchhändler in der Nummer vom 22. d. M. erklären wir auf Grund uns vorliegenden Materials und unsrer praktischen Erfahrungen, daß die wirtschaftliche Lage der Buchhandlungsgehilfen aller dings eine außerordentlich ungünstige ist. Insbesondere er klären wir, daß Gehälter von 40, 50 und 60 ^ an junge Ge hilfen (nicht Schreiber!) im Buchhandel innerhalb der letzten fünf Jahre tatsächlich gezahlt worden sind und noch gezahlt werden. Für Dresden sind solche Gehälter nicht behauptet worden, immerhin sind auch in der Hauptstadt Sachsens Ge hälter von 75 bis 80^ durchaus nichts Seltenes. Das angegebene Durchschnittsgehalt von 120 für junge Gehilfen (wir ver stehen darunter solche bis zu 24 Jahren) stellen wir solange als Unwahrheit hin, bis uns der erwähnte Nachweis durch Auf stellung einer sämtliche Dresdner Firmen umfassenden Gehalts statistik erbracht ist. Die vom Referenten verurteilte Unsitte der 385
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