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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.08.1907
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1907-08-23
- Erscheinungsdatum
- 23.08.1907
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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8246 Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Sprechsaal. 1S6, 23. August^1S07. Sprechsaal. (Ohne Verantwortung der Redaktion; jedoch unterliegen alle Einsendungen den Bestimmungen über die Verwaltung des Börsenblatts.) Direkter Berlagsvertrieb (Vgl. Nr. 184, 189 d. Bl.) Der Schrobsdorffschen Buchhandlung in Düsseldorf möchte ich in ihrer Kontroverse mit dem Verlag für Börsen- und Finanz literatur in Berlin einige, ihre Ansicht, daß der »direkte Verlags vertrieb- dieser Firma ein sehr bedeutender sein muß, unter stützende offene Mitteilungen machen. Am 27. Dezember 1906 traf bei mir und zwei anderen hiesigen Kollegen ein -Jahrbuch der Hamburger Börse 1906/07« ein. Zwei weitere Kollegen konnten mir nur Mitteilen, daß dieses Buch am 24. Dezember vom Verlag an sie expediert worden sei. Vor mir liegt nun aber eine Rechnung des Verlages vom 22. Dezember 1906 folgenden Wortlauts: Lsrlin ^V. 35, den 22 Nsr. 1906. d.-Ko. Stsßsiitrsrstr. 11. Ksobvllvx kür Herrn L. ?. von VorlaA kür Lörssn- und künanrlitsratur ^.-6., Lsrlin M. Lrkülluvgsort: Lsrlin. Sie ewxkanxen anbei ^k xell. Verlangen vom rur ASÜ. Lvsiobt 1 llabrbuob der Hamburger Börse 1906-7 Das Original mit der ausgefüllten Journalnummer, die ich diskretionshalber dem Verlag nicht mitteilen darf, hat der Re daktion des Börsenblatts Vorgelegen. Mit dieser Rechnung ist einem hiesigen Bankhaus, das, so lange ich denken kann, zu meiner Kundschaft zählt, ein Exemplar des genannten Werks zugegangen und schon am 27. Dezember, wo ich und zwei andre Kollegen erst unsre Exemplare erhielten, per Postanweisung bezahlt worden. Danach sind doch die Exemplare für die Privatkundschaft nicht später, sondern früher als die für den Buchhandel ex pediert worden! Hamburg, den 15. August 1907. C. Boysen. Erwiderung. Wie wir auch der Firma C. Boysen in Hamburg bereits mit geteilt haben, konnte unser »Jahrbuch der Hamburger Börse- in folge Verzögerung in der Buchbinderei nicht, wie beabsichtigt, am 22. Dezember, sondern erst am 24. und 27. Dezember zur Aus gabe gelangen. Es sind nachweislich auch erst an diesen Tagen die bei uns vorliegenden direkten Bestellungen auf das Werk expediert worden. Da uns die Firma C. Boysen trotz Ersuchens das in Frage kommende Bankhaus nicht namhaft macht, so bedauern wir auch nicht in der Lage zu sein, ihr an dieser Stelle den Beweis von der Haltlosigkeit ihrer Anschuldigungen erbringen zu können. Berlin, im August 1907. Verlag für Börsen- und Finanzliteratur A.-G. Ein Blick in das Buchhändler-Schaufenster. (Vgl. Nr. 188 d. Bl.) Zu dem Artikel des Herrn Edmund Kantorowicz in Nr. 188 des -Börsenblatts für den deutschen Buchhandel- sei hier kurz Folgendes erwidert: Wenn Herr Kantorowicz schreibt, nach seiner Ansicht sei der Artikel von der Redaktion der -Volksbildung-, das heißt von mir, veröffentlicht, um den Buchhändlern -etwas am Zeuge zu flicken-, und, wie weiter ausgeführt wird, aus, nach meiner Auf fassung, niedrigen geschäftlichen Motiven, so sind das Vorwürfe, gegen die ich die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung und mich persönlich zu verteidigen unter meiner Würde halte. Daß Herr Kantorowicz sich nicht scheut, derartige Vorwürfe aus zusprechen, mag er mit sich selber auSmachen. Die in dem von mir abgedruckten Artikel der -Sozial-Korre- spondenz- erhobenen Klagen richten sich nicht, wie Herr Kan torowicz behauptet, gegen alle Buchhandlungen. Immer wieder heißt es darin: -mancher Buchhändler-, -viele Buchhändler- Schaufenster-, »diesen Buchhändlerfenstern-, -häufig« usw. Ich finde keine Übertreibung in dem Artikel. Es steht in dieser Be ziehung, wie jeder Kundige weiß, schlimm genug. Die betreffenden Buchhandlungen sind aber — das ist in dem Artikel auch an gedeutet — lediglich Werkzeuge und Begleiterscheinungen allge meiner Vorgänge in unserm Kulturleben, die zu bekämpfen eine Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung nicht Unterlasten darf. Nur aus diesem Grunde ist der Artikel aus der -Sozial- Korrespondenz-, einer nach ihrer Tendenz und ihrer Geschichte und wegen ihres Herausgebers, des Geheimrats Professor Or. Böhmcrt- Drcsdcn, gewiß beachtenswerten Zeitschrift, in die -Volksbildung übernommen worden. Ich wollte damit nützen. Daß man auch an andrer Stelle in derselben Richtung arbeitet, beweist z. B. fol gender Brief eines Vereinsvorsitzenden aus einer kleinen Stadt, der mir zur Veröffentlichung zugeht: -So schwierig die Bekämpfung schlechter Literatur in der Großstadt ist, in kleineren Städten dürfte sie ziemlich einfach mit großem Erfolge durchführbar sein. Ein Beispiel: In einer Stadt von 10000 Einwohnern tauchten in den Schaufenstern »Nick Carter- und ähnliche Schriften auf. Ans Anregung des Bürger vereinsvorstandes vereinigten sich die Leiter der sämtlichen höheren und Volksschulen und ließen in allen Buchhandlungen ein Rund schreiben zirkulieren mit der Bitte, die betreffenden Schriften nicht mehr im Schaufenster auszulegen und auch nicht an Schüler bezw. Schülerinnen zu verkaufen. Dem Wunsche wurde sofort allseitig entsprochen. Sicherlich könnte an manchen Orten noch viel mehr erreicht werden, wenn die Beteiligten sich auf die Macht, die sie in der Tat besitzen, besinnen würden. Einem geschlossenen Vor gehen der Schulleitungen setzt kein Buchhändler leicht Widerstand entgegen.« Indessen: audiatur st altora pars. Ich werde auch den Artikel des Herrn Kantorowicz in der -Volksbildung- abdrucken lassen und die Leser fragen, wem sie recht geben, der -Sozial-Korre- spondenz- oder Herin Kantorowicz. Die Angelegenheit ist so wichtig, daß sie eine weitere Erörterung verdient. Zunächst handelt es sich natürlich um alle Schund- und Schandliteratur und alle minderwertige literarische Ware. Darüber hinaus läßt sich dabei aber auch die für unser Volksleben und insbesondre die für die Erziehung unsrer reiferen Jugend ebenfalls wichtige Frage stellen und beantworten, ob die heute sehr umfangreiche, zwar zur ernsten Wissenschaft und Kunst gehörige, der Jugend und den unmündigen Erwachsenen aber für gewöhnlich serngehaltenc Literatur durch das Buchhändler-Schaufenster gewissermaßen auf die Straße geworfen werden soll, oder ob es nicht richtiger und auch geschäftlich ohne Schaden möglich ist, diese Artikel nur im Laden selbst auszustellen bezw. auf Verlangen vorzulegen. Je strenger der Buchhandel in dieser wie in jeder andern Beziehung gegen sich selbst ist, um so leichter wird man plumpe -Lex-Heinze-- Angriffe abwehren können. Ich persönlich denke vom Buchhandel als dem Mittel, durch das unser Geistesleben durch das gesamte Volk flutet, sehr hoch, lege darum aber auch einen noch höhern Maßstab an ihn als an den Handel schlechtweg und lehne Angriffe wie die des Herrn Kantorowicz ein für allemal ab, auch für den Fall, daß ich wieder einmal einen Aufsatz veröffentlichen müßte, der gewisse Er scheinungen im Buchhandel tadelt. Berlin. I. Lews, Redakteur der »Volksbildung». Unverlangte Sendungen »auf Verlangen vom ??« In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß Verlagshandlungcn unverlangte Zusendungen machen und zur Irreführung des Kom missionärs auf die Faktur schreiben: auf Verlangen vom ? ? Das ist doch ein direkt unreeller Vorgang; einer solchen Hand lungsweise würde ich mich vor mir selbst schämen. Im Wieder holungsfälle werde ich die Namen dieser Firmen bekannt geben. Linz, 20. August 1907. Vinzenz Fink, Hofbuchhandlung (A. Foltz).
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