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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.03.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-03-31
- Erscheinungsdatum
- 31.03.1906
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- Deutsch
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75, 31. März 1906. Nichtamtlicher Teil. 3367 um ein zu Reklamezwecken hergestelltes Bild, sondern um ein Kunstwerk, dessen Verlagsrecht der Firma Rich. Bong zusteht. Der Angeklagte hat nun, ohne Erlaubnis dazu einzuholcn, sich einen Holzschnitt nach dem Bilde anfertigen und das Bild in seinem »Glücksboten- abdrucken lassen. Zu seiner Entschuldigung führte er an daß er keine Ahnung davon gehabt habe, dazu nicht berechtigt gewesen zu sein; das Urheberrecht liege seinem Beruf und seiner Kenntnis völlig fern. Da Unkenntnis des Gesetzes niemand vor Strafe schützt und alle Tatbestandsmomente des Nachdrucks Vorlagen, so mußte die Verurteilung des An geklagten eintreten. — Dessen Revision wurde am 29. d. M. vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. Neuerwerbungen der Königlichen Staatssamm lungen in München im Jahre 1905. Königliche Gra phische Sammlung. (Schluß aus Nr. 74 d. Bl.) — Die ältere Münchner Graphik erfuhr eine wertvolle Bereicherung durch ein lithographisches Plakat für ein Pferderennen im Jahre 1823 von Peter Heß, eine frühe Lithographie von Schwind, eine Lithographie von Heinzmann und je eine Radierung von Julius Thäter und Christian Jank. Von I. CH. Erhard wurden zwei Radierungen und eine sehr seltne Lithographie erworben. Von älterer nord deutscher Kunst ist besonders die Ergänzung des Menzel-Werkes hervorzuheben: es wurde um acht Probedrucke von Holzschnitten und sieben Lithographien vermehrt, darunter seltne Frühwerke, wie der -Markgrafenstein«, der steirische Volkssänger und Ge legenheitsarbeiten, wie die Tischkarte zu dem Festmahl der Stadt Berlin für die Truppen im Jahre 1866. Weiter sind Radierungen von Bürkner und Maydell und Lithographien von Hübner er wähnenswert. Der Hauptteil der Erwerbungen auf diesem Gebiete fällt auf lebende Münchner Künstler: es wurden Radierungen erworben von August Holmberg, Joseph Weiser, Hermann Urban, Maurice Achener, Fritz v. Hellingrath, ein Schabkunstblatt von Karl Mühl meister, Radierungen und Lithographien von Max Feldbauer und Hans Volkert, Lithographien von Maximilian Dasio, Franz Hoch, Fritz Erler, Rudolf Sieck, Paul Hey, Hanns Joseph Weber, ein Blatt in Farben schabloniert von L. Jungnickel, Farben holzschnitte von Georg Braumüller und Martha Cunz. Aus den Ankäufen von Künstlern außerhalb Münchens sind hervorzu heben zehn Radierungen von Leopold Graf Kalckreuth (Stuttgart), eine Radierung und drei Schabkunstblätter von Bernhard Pankok (Stuttgart), Radierungen von Walther Conz (Karlsruhe), Fritz Böhle (Frankfurt), Ernst Moritz Geyger (Florenz), Lithographien Carlos Grethe (Stuttgart), Schulte im Hofe (Berlin), Paul Bürck (Magdeburg), Richard Grimm (Leipzig), Holzschnitte von Walther Klemm (Wien) und Julius Conrad (Budapest). Die ausländische Kunst ist dieses Jahr etwas zurllckgetretein immerhin ist manches Nennenswerte erworben worden, besonders von Franzosen. Die ältere Lithographie ist hier mit Bellangs und Ferrogio, die neuere mit Fantin-Latour, die Farbenradierung mit Thaulow- Hondard und Balestrieri vertreten. An Engländern ist eine Galvanographie (Lord Roberts) von Herkomer, an Niederländern Radierungen von Graadt van Roggen und Nieuwenkamp er wähnenswert. Die Photographiensammlung wurde durch eine große Anzahl Pflichtexemplare hiesiger Kunst anstalten nach holländischen Galerien, Aufnahmen der photographischen Gesell schaft nach Schnorr v. Carolsfeld und Schwind und Photo graphien nach Feuerbach und Menzel vermehrt, die Porträt sammlung durch Bildnisse von Wittelsbachern, sowie eine Anzahl Schillerbildnisse. Auch die ältere Jllustrationskunst erfuhr eine wesentliche Be reicherung. So sind vor allem zu nennen das berühmte Radier werk »Lieder eines Malers mit Randzeichnungen seiner Freunde» von Robert Reinick und Bertholds Radierungen zu Bechsteins -Sonntag«. Der seinerzeit beliebte Umrißstich ist durch Riepen hausen und Moriz Retsch, die lithographische Federzeichnung durch Disteli, Buhl und Franz Seitz vertreten. Die Mehrheit bilden natürlich die Holzschnittwerke. Mehrere Bücher wurden erworben von Franz Graf Pocci und Erwin Speikter, von ersterem u. a. -^.ucksissv, Oreaw ok littis Take-, von letzterem ,^uäsrssu, 8üoss ok kortuue- und Tieck, der gestiefelte Kater. Weiter sind zu nennen das Nibelungenlied mit Illustrationen von Schnorr v. Carolsfeld und Neureuther, Musäus' Volks märchen mit Holzschnitten von Ludwig Richter u a, Gellerts Fabeln, illustriert von Osterwald, Sonderlands Holzschnitte zu Jmmermanns Märchen, Jrmela, von Steinhaufen; ferner einige künstlerisch ausgestattete Werke, die auf Schiller Bezug haben. Die französische Lithographie ist auf diesem Gebiet vertreten durch Chapuy, das Münster von Straßburg, und Cham, Iss üaius ä'Ostsnäs; der französische Holzschnitt durch mehrere von Tony Johannot illustrierte Bücher, wie Ls 8a§s, 6ii Sias, und durch Philippon, LlaZa-äns cowigus, mit Holzschnitten von Daumier, Cham u. a. Auch in diesem Jahre sind viele zahlreiche Schenkungen zu verzeichnen. Vor allem verdankt die Sammlung dem erwähnten ungenannten Gönner 36 Radierungen von Meyer-Basel und 46 Radierungen nebst einer Lithographie von Professor Peter Halm, ferner Stauffer-Bern, Profilbild von Menzel, zwei vorzügliche frühe Drucke von Leibl, Radierungen von Degenhard, Otto Fischer, Leopold Graf Kalckreuth, Victor Sieger, Ancts- berger, Gotthard Kühl, eine seltene Gelegenheitsarbeit von Max Klinger, drei Radierungen und zwei Litho graphien von Maximilian Dasio, Lithographien von Franz Hoch und Carlos Grethe. Herr Tylograph Knesing schenkte Probe drucke zu Menzelschen Holzschnitten, davon einen mit handschrift lichen Bemerkungen Menzels, sowie Illustrationen Schillerscher Werke in Probedrucken. Herr Professor Strützel gab vier eigene Radierungen und Frau Jensen zwei der seltenen Radierungen Emil Lugos. Aus Anlaß der Schillerfeier erhielt die Sammlung Schillerbildnisse von Herrn Kupferstecher Schultheiß, Herrn Maler Karl Bauer und von der Verlagsbuchhandlung I. I. Weber in Leip zig. Von den Verlagsbuchhandlungen G. Grote (Berlin) und Georg Wigand (Leipzig) wurden Probedrucke zu Schiller-Illustrationen und Erinnerungsblätter geschenkt, darunter Arbeiten von Menzel, Ludwig Richter, A. v. Werner, W. Friedrich, Lossow u. a. Exlibris eigener Zeichnung schenkten Herr W. Ehringhausen und Herr C. Anner. Wittelsbacher Bildnisse schenkten Herr Professor Holm berg, der Verlag C. Andelfinger L Co. und die Kunstanstalt Karl Kuhn. Endlich ist noch eine Schenkung italienischer Blätter aus dem Nachlasse Wilmersdörfer erwähnenswert, darunter die 16 Tro phäen von Enea Vico und vier Radierungen von Mitelli. Durch Verfügung des königlichen Kultusministeriums wurden der Samm lung überwiesen die sämtlichen Bilddrucke der sogenannten Ferchlschen Sammlung von Inkunabeln der Lithographie, wodurch endlich die Königliche Graphische Sammlung instand gesetzt ist, diese Kunst von ihren ersten Anfängen historisch vorzuführen. Hugo Gebers (Stockholm) Förlags-Katalog (180 S. 8".), den 2. Januar 1906. — Zum zwanzigjährigen Bestehen seiner Firma hat der schwedische Verleger Hugo Geber in Stockholm einen neuen Verlagskatalog herausgegeben. Sein Verlag ist aus dem von Jos. Seligmann L Co. hervorgegangen, dem Geber zuerst als Gehilfe, von 1878 bis 1886 als Teilhaber angehörte, worauf er ihn unter eignem Namen allein sortsetzte. Wenn sich auch die Tätigkeit des Verlags auf fast alle Zweige der Literatur erstreckt hat, so sind doch, wie die systematische libersicht zeigt, mit Vor liebe Belletristik und in dieser, aber auch auf vielen andern Gebieten, Übersetzungen gepflegt worden. So finden wir in dem von Professor Henrik Schück herausgegebenen Unternehmen »Vürläslittsratursn i urval ooü ökvsrsättninZ« die Perlen der Weltliteratur von der Antike bis zur Renaissance vereinigt, darunter z. B. Wiedergaben des Roland-, des Hildebrand-, des Nibelungen-Liedes, von Beowulf und Hartmann von Aue. Schück und Professor Karl Marburg sind die Hauptvertreter der literaturgeschichtlichen Gruppe. Beide zusammen gaben hier die bekannte -Iliustrsraä svsvsü Littsratur- üistoria- 1896—97 heraus. Schück verfaßte unter anderm eine große Shakespeare-Biographie, veröffentlichte sieben Reihen populärer kulturhistorischer Aufsätze unter dem Sammel titel -Sr Aawls, pappsr-, zwei Bände »Ltuäisr i voräisir littsratur- ooü reli^iovsüistoria », und vor allem eine Geschichte der Weltliteratur, von der bisher zwei Bände die antike und die israelitische Literatur behandelnd, vorliegen (1900—1903). Seine selbständige Auffassung und moderne Methode, verbunden mit einem fast unbegrenzten Wissen haben ihm zahlreiche Bewunderer und Schüler geworben, sogar außerhalb Schwedens. Ihren Dank brachten sie zum Ausdruck in der zu I Schücks fünfzigstem Geburtstag, am 2. November 1905, bei seinem 443'
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