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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.04.1906
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- 1906-04-25
- Erscheinungsdatum
- 25.04.1906
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- Deutsch
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4138 Nichtamtlicher Teil. 94, 25. April 1906. Register genau nach dem Titel eingereiht, doch findet man z. B. »Bedienung der Kartätschgeschütze« nicht bloß unter Bedienung, sondern auch unter Kartätschgeschütze. Auf diese Weise ist das Auffinden eines Werkes, dessen Titel man nur annähernd kennt, sehr erleichtert. Dadurch hat aller dings das in zwei Spalten gesetzte Register einen Umfang von 102 Seilen, also annähernd ein Drittel des Katalogs erreicht. Die Bearbeitung dieses Nachtrags weist gegenüber dem Hanptkatalog einen erheblichen Fortschritt auf, da die Titel mit peinlicher Genauigkeit wiedergegeben sind, während der Hauptkatalog augenscheinlich von Kräften hergestellt worden war, die in der Bibliographie nur sehr un zureichende Kenntnisse besaßen. Das Erscheinen jenes Katalogs fiel eben in eine Zeit, wo man auf industriellen Werken derartigen Arbeiten jedenfalls noch nicht die richtige Bedeutung beizumessen pflegte. Da die Technische Bibliothek schon seit Jahren einer Neuordnung unterzogen wird und in den nächsten Jahren wohl auch in einem größern Gebäude untergebracht wird, dürfte später auch ein neuer Gesamtkatalog erscheinen. Für diesen wird es sich jedenfalls empfehlen, die systematische Einteilung zu verbessern, wobei die Einteilung des im vorigen Jahre erschienenen Bücherverzeichnisses des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund zu Essen (3. Ausgabe, 1905) wenigstens zum Teil als Muster dienen kann. Es ist dies eine Einteilung, die zwar auch nicht allen Wünschen entspricht, aber doch den Vorzug einer besseren systematischen Übersicht hat und für die praktischen Bedürfnisse berechnet ist. Tony Kellen. Fünfzig Jahre graphischer Kunst. Ein Gedenkblatt zum Jubiläum der Firma N. Brend'amour L Comp, in Düsseldorf am 25. April 1906. * Die Entwicklung im Reiche der graphischen Kunst ist für den Buchhändler immer ein interessantes Kapitel. Und da sich so ein Stück Entwicklung an den Namen Brend'amour knüpft, so wird man in Buchhändlerkreisen dem fünfzig jährigen Jubiläum der Firma R. Brend'amour L Comp, in Düsseldorf am 25. April d. I. besondere Beachtung schenken. Hat doch gerade diese Firma viel mit dazu beigetragen, den Erzeugnissen deutscher graphischer Kunst im In- und Auslande zu hohem Ansehen zu verhelfen. Und ist doch auch der Name Brend'amour innig verknüpft mit einer Reihe ge diegener buchhändlerischer Unternehmen, auf die wir auch gegen wärtig mit Stolz und Genugtuung blicken können, da sie stets eine Zierde des deutschen Kunstverlags bleiben werden. Ist es nicht heute noch jedem feinsinnigen Kenner ein besonderer Ge nuß, den 1863 in Berlin erschienenen, von Prof. B. Vautier illustrierten »Oberhof« von Jmmermann zu betrachten, zu dem Brend'amour die meisterhaften Holzschnitte schuf? Und nehmen nicht Werke wie die im Aufträge des Rheinisch- Westfälischen Kunstvereins herausgegebenen Reproduktionen der Alfred Rethelschen Fresken im Rathaussaal zu Aachen und die Holzschnitte nach den köstlichen Zeichnungen Adolf von Menzels zu »Der zerbrochene Krug« von Kleist (Verlag von A. Hofmann L Co., Berlin) jetzt noch unsre Aufmerksamkeit in Anspruch? Und was haben die graphischen Künste in technischer und künstlerischer Hinsicht seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht alles für Wandlungen durchgemacht, die sich in den Leistungen der Brend'amourschen Kunstinstitute gut widerspiegeln! Das erste größere Jllustrationswerk, durch dessen Ge lingen der Name Brend'amour der Verlegerwelt bekannt wurde, war ein »Jllustrirter Katechismus«, den 1862 der Verlag von A. W. Schulgen, Düsseldorf und Paris, heraus gab und zu dem der Maler Rud. Elster ca. 112 Bilder lieferte, die im Faksimileholzschnitt getreu vervielfältigt wurden. Dann folgten der schon genannte »Oberhof« von Jmmermann und das Prachtwerk »Der Jäger« von Graf Waldersee (1865, Verlag von Alexander Duncker, Berlin) mit vielen prächtigen Schnitten nach Originalzeichnungen des Tiermalers L. Beckmann. Alphons Dürr, Leipzig, gewann Brend'amour für die beiden Prachtwerke »Die Insel Sizilien« und »Die Insel Capri«, elftere von Lindemann-Frommel und letztere von Metzener illustriert, 1868 und l870 er schienen. Ein Jahr später erfolgte dann, ebenfalls von Alphons Dürrs Verlag, die Herausgabe der prächtigen Prellerschen Odyssee-Landschaften — alles Kabinettstücke der deutschen Holzschneidekunst. Nach 1871 nahm die Illustrierung von deutschen Klassikern Brend'amour in Anspruch, die bei G Grote, Berlin, und Ed. Hallberger, Stuttgart, erschienen. Wir nennen hier vor allem die lebensvollen Abbildungen zu Schillers und Goethes Werken, die Hallberger von den besten Künstlern jener Zeit zeichnen ließ und die in Brend'amour einen würdigen Interpreten fanden. Die jetzige Neuauflage dieser Werke und ihre begeisterte Aufnahme überall beweisen nur, wieviel Gesundes und Ursprüngliches und Schönes in diesen Perlen deutscher Jllustrationskunst ruht, das immer wieder be geisterte Verehrer finden wird. Wir begreifen daher die späteren großartigen Aufträge, die dem Brend'amourschen Kunstinstitut vom In- und Ausland zuteil wurden. Besonders war es Frankreich, das Brend'amour mit seiner Kundschaft beehrte, was viel sagen will, wo die Franzosen doch selbst eine hochentwickelte graphische Kunst, speziell im Holzschnitt besaßen. Aber die vorzüglichen Leistungen im Faksimile- wie auch Tonholzschnitt, die aus der Brend'amourschen Offizin hervorgingen, bestachen Verleger wie Hachette in Paris, und dieser sicherte sich Brend'amours Mitarbeit durch einen Vertrag, der bereits 1863 in Kraft trat. Der Verlag L- Hachette L Cie., Paris, hatte tüchtige Mitarbeiter zu seinem illustrierten Journal »'tour cku Llonäs« nötig und zu den alle zwei Wochen erscheinenden Nummern war Brend'amour durch Vertrag verpflichtet, zahlreiche Abbildungen zu liefern, was seit 1863 auch regelmäßig geschah, bis 1870 der Ausbruch des deutsch-französischen Krieges diese Verbindung plötzlich zerstörte. Durch diesen Krieg wurden auch noch andre geschäftliche Verbindungen Brend'amours mit französischen Verlegern gelöst — so mit I. Hetzel, Didot Frsres, Lahure, Jules Claye, Plon und Baillard L Co. Hier kann man wieder sehen, wie schwer schädigend ein Krieg auf die internationalen Beziehungen im Kunst handel zu wirken vermag. Es gelang Brend'amour trotz der eifrigsten Bemühungen nicht, die früheren Verbin dungen nach dem Kriege wieder herzustellen, obwohl sein Atelier immer Besseres zu bieten vermochte. Außer für »ll'our äu wonäk« kamen die Brend'amourschen Holzschnitte noch in Doroschen und andern hervorragenden, von den namhaftesten französischen Künstlern illustrierten und unter Mithilfe der besten französischen Tylographen geschaffenen Prachtwerken zum Abdruck, die später in deutschen Ausgaben auch uns bekannt wurden (siehe die Hall- bergerschen Ausgaben und andre). Daß gerade ein deutsches Kunstinstitut berufen war, an den besten franzö sischen Prachtwerken mitzuwirken, ist jedenfalls eine Tatsache, die sich der Kenntnis der meisten jetzigen Verleger entzieht, die aber in der Geschichte der deutschen Jllustrationskunst und -Technik deutlicher eingezeichnet werden müßte. Was Brend'amour in Frankreich einbüßen mußte, konnte nur zum Teil wieder errungen werden durch Anknüpfung neuer Verbindungen in England und Rußland. So mancher
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