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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.02.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-02-19
- Erscheinungsdatum
- 19.02.1908
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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41, IS. Februar 1908. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt f. d. Ltschn. Buchhandel 2027 Kleine Mitteilungen. * Brrrechuunaöschrck als Postkarte. — Die Bayerische Filiale der Deutschen Bank in München hat uns den Probe druck eines Schecks »Nur zur Verrechnung- vorgelegt, der die Form und Einrichtung einer Postkarte hat mit einem leicht ab trennbaren und vom Absender als Beleg zurückzubehaltenden seit lichen Abschnitt. Die Ausschriftseite ist in der Mitte durch einen senkrechten Strich geteilt. Die rechte Hälfte trägt die Aufschrift -Postkarte- und die üblichen Punktlinien für die Adresse, die linke Hälfte entlang dem Trennungsstrich die beiden Zeilen: Dieser Scheck muß vom Adressaten an eine Bankfirma giriert werden. Für mich/uns an die Bankfirma: Ganz links befindet sich ein vom Adressaten abzutrennender Abschnitt mit dem Vordruck: Jch/Wir übersende(n) Ihnen hierdurch ^ . . . . Scheck aus die Deutsche Bank, München, zu den 190 . . (Absender:) Das Scheckformular trägt rechts (auf der Rückseite des linken svom Adressaten abzutrennendenj Abschnitts der Aufschrtftseite) folgende Bemerkung: Kostenfreie Verrechnung dieses Schecks nach Feststellung der Ordnungsmäßigkeit, welche die für Postwendung nötige Zeit in Anspruch nimmt in Berlin, Augsburg, Bremen, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg, Wiesbaden bei der Deutschen Sank, an anderen Orten bei den zum Scheck-Verband der Deutschen Bank gehörigen Bankfirmen. Hierzu teilt die Bayerische Filiale der Deutschen Bank in München folgendes mit: Bayerische Filiale der Deutschen Bank München, Lenbacbplatz 2. Depositen-Kassen: München, Karlstraße 21. Augsburg, Philippine Welserstraße O 29 (Welserhaus). Wir teilen Ihnen ergebenst mit, daß wir beabsichtigen, ver suchsweise einen Postkarten-Scheck einzuführen. Der Postkarten-Scheck hat die Form einer Postkarte und wird nach Ausfüllung vom Aussteller an seinen Geschäftsfreund nach den postalischen Vorschriften für Postkarten versandt. Der Post karten-Scheck ist ein Verrechnungs-Scheck und unterliegt in der Behandlung den Vorschriften über Verrechnungs-Schecks. Der Postkarten-Scheck ist bestimmt zum Ausgleich kleinerer Zahlungen zwischen Firmen und Personen, welche Bankkonto be sitzen, und soll einer weiteren Ausdehnung des Scheckverkehrs durch Ersparung von Porto, Arbeit und Zeit förderlich sein. W:r erlauben uns, Ihnen anbei ein Muster zu behändigen und Ihre Aufmerksamkeit auf die drei für die Benutzung dieses Schecks maßgebenden Bestimmungen zu lenken, welche jedem ein zelnen Formular aufgedruckt sind: 1. Die Postkarten-Schecks dürfen über keinen höheren Betrag als 1000.— lauten. 2. Die Postkarten-Schecks werden nicht in bar bezahlt. 3. Die Postkarten-Schecks müssen vom Adressaten direkt an seine Bankverbindung gegeben werden. Gegen eventuell auftauchende Bedenken wegen Versendung eines Schecks als offene Postkarte bemerken wir, daß schon die Eigenschaft als Verrechnungs-Scheck das Einziehen des Schecks durch einen Unberechtigten erschwert, wenn nicht nahezu unmöglich macht; wir haben aber die Sicherheit für eine richtige Ver rechnung weiter dadurch erhöht, daß wir dem Scheck die Order klausel beigesügt und jedes nicht sofort kontrollierbare Zwischen giro durch die Bestimmung ausgeschlossen haben, daß der Scheck vom Adressaten direkt an seine Bankverbindung zu geben ist. Falls Sie von diesen neuen Schecksorrnularen Gebrauch zu machen wünschen, werden wir Ihnen auf Wunsch gern ein Scheck buch zur Verfügung stellen. Hochachtungsvoll (gez.) Bayerische Filiale der Deutschen Bank. -Letzrnaschinenl Hände Weg!- — Unter diesem etwas be fremdlich klingenden Titel ist soeben bei Otto Huhn in Halber stadt eine Schrift von A. Wernekinck erschienen, die wohl ver dient, von Buchdruckern und Verlegern gelesen zu werden. Der Verfasser hat die Setzmaschinen vor siebzehn Jahren in Amerika kennen gelernt und ist in diesem Jahrhundert bis Frühjahr vorigen Jahres längere Zeit als Vertreter und Reisender für Setzmaschiuenfabriken, und zwar für Monoline und Typograph, tätig gewesen. Er kennt also die Verhältnisse und darf be anspruchen, daß man die in seiner Schrift niedergelegten An sichten, zu denen hier übrigens keine Stellung genommen werden soll, prüft. Wernekinck sagt u. a., daß die Linotypes 1891 anläßlich eines Konflikts der New Aorker Staatszeitung mit der amerikanischen Setzer-Union in größerer Anzahl eingefllhrt wurden, also offen bar zur Abwehr der von dem Setzerverband geforderten höheren Tarifsätze, und daß auch die großen deutschen Druckereien bet An schaffung der Setzmaschinen weniger auf Ersparnisse sahen, als vielmehr auf schnelle Bewältigung des Satzquantums. Man wollte lieber eine geringere Zahl bestentlohnter Setzer an guten, wenn auch kostspieligen Maschinen haben, als die fortgesetzten Scherereien und den Arger mit einer vielköpfigen Gehilfenschaft- Für kleinere Druckereien hält Wernekinck den Setzmaschinen betrieb für unvorteilhaft, da sie durch diese ihren Betrieb verteuern und komplizieren. Von verschiedenen kleineren Zei tungsverlegern wurde Wernekinck vorgchalten, daß sie gar nicht daran dächten, Maschinensatz einzuführen, da sie mit den Platten des Berliner Zentralbureaus für die deutsche Presse schneller und billiger arbeiteten und dadurch Zeit gewännen, den lokalen Teil besser zu pflegen, wenn auch der stereotypierten Berliner Korre spondenz der Nachteil der Uniformität anhänge. Die von Werne kinck mitgeteilten Berechnungen sind einleuchtend. Wenn in einem Betriebe mit vielen Setzmaschinen Störungen durch Anstellung eines ständigen Mechanikers nach Möglichkeit vermieden werden, so verringern in einem kleineren Betriebe die unausbleiblichen Maschinendefekte, das Fehlen von Ersatzteilen usw. die Rentabili tät ganz bedeutend und führen sehr unangenehme kostspielige Stockungen herbei, wo doch die Kontinuität des Betriebs erste Bedingung sein sollte. Nach Wernekinck darf mit höheren Stundenleistungen als 6000, 5080 und 4200 Buchstaben sür Linotype, Monoline und Typograph nicht gerechnet werden, wenn es auch hier und da höhere Leistungen geben kann. Wernekinck warnt auch vor dem bedingungsweisen Kauf einer Setzmaschine, bei dem sich der Drucker zum Kauf ver pflichtet, wenn die Fabrik ihm einige Wochen hindurch den Nach weis erbringt, daß eine solche Satzleistung zu erzielen ist. Ein Elitesetzer liefere natürlich diesen Beweis, während der Käufer nur mit einem Durchschnittssctzer rechnen könne. Suche ein umsichtiger Käufer bei einer solchen Angelegenheit einen Maschinensetzer durch Inserat, so bekomme er immer eine tüchtige Kraft, aber wenn er die Maschine fest gekauft habe, so werde ihm der Mann wahr scheinlich bald kündigen. Wie das zusammenhängt, kann man sich denken. Daß früher eine höhere durchschnittliche Stundenleistung für die verschiedenen Systeme angenommen werden konnte, liegt nach Wernekinck daran, daß die Maschinensetzer gediegener ausgebildet wurden. Bei flottem Geschäftsgang haben aber die Maschinen fabriken weniger Wert darauf gelegt. Daher auch die letzten Feststellungen des Tarifamts und der heutige Zustand. Auch die Ausbildung im Maschinensatz in der Druckerei selbst ist in mancher Beziehung bedenklich. Erstens wird die in den Bcsitz der Druckerei übergegangene Maschine beim Anlernen strapaziert, während sonst die Fabrik das Versuchskaninchen stellte. Dann wird vom Instrukteur guter Satz verlangt, wodurch die Jnstruk- tionszeit wesentlich zusammenschrumpft und schließlich stellt die Fabrik den Instrukteur nur fichs bis acht Wochen, während nach dem Tarif dreizehn Wochen Lehrzeit erforderlich sind. Wenn andrerseits ein Drucker in der Provinz einen jüngeren Gehilfen auf mehrere Wochen zur Ausbildung nach Berlin schickt, so hat auch dies seine Schattenseiten. Cs kostet Geld und gibt keine Bürgschaft dafür, daß sich der Gehilfe für die ihm zur Aus bildung gewährte Unterstützung dankbar erweist. Im Gegenteil, er kommt ganz anders wieder als er auszog, keinesfalls besser und zufriedener, aber vielfach genußsüchtiger und anspruchsvoller. 263*
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