Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.02.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-02-22
- Erscheinungsdatum
- 22.02.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19080222
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190802221
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19080222
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1908
- Monat1908-02
- Tag1908-02-22
- Monat1908-02
- Jahr1908
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Firma E. A. Enders hervorgegangen. Herr Emil Alexander Cnders gründete sie im Jahre 1859 und leitete sie, sich auf einen kleinen aber auserlesenen Kundenkreis beschränkend, in gewissenhafter treuer Pflichterfüllung bis zu seinem im Jahre 1888 erfolgten Tode. Dann übernahm sein Sohn Max Enders die Leitung der Firma mit einem Bestand von 25 Arbeitern. Von nun an beginnt die Entwicklung des Geschäftes schneller vor sich zu gehen. Bald genügten die früheren Räume nicht mehr, und bereits im Jahre 1898 konnte die Firma ein eigenes Fabrikgebäude in der Salomonstraße Nr. 10 errichten, das sie heute nach weitern zehn Jahren unter'allmählicher Verdrängung der im Anfang aufgenommenen Abmieter mit ihrem Betriebe voll in Anspruch nimmt und das sie in diesem Jahre durch einen weiteren Neubau vergrößern wird. -Außer dem im dritten Hof liegenden Maschinenhaus mit je zwei Kesseln, Dampfmaschinen und Dynamos enthält das Fabrikgebäude in sechs Stockwerken 5000 gm Arbeitssäle und 2000 gm Lagerräume, in denen 400 Beamte und Arbeiter be schäftigt werden und 150 Maschinen neuester Konstruktion und von verschiedenster Art aufgestellt sind. Diese werden sämtlich elektrisch einzeln oder in Gruppen angetrieben. -Bei einer täglichen Verarbeitung von ca. 680000 Druck bogen beträgt die Jahresleistung des Gesamtbetriebes ca. 200 Millionen Druckbogen. Nimmt^man zur besseren Veran schaulichung dieser Zahlen an, daß jeder Bogen ein zehntel Millimeter stark ist, so würden die 200 Millionen Bogen auf- einandergelegt, eine Säule von 20000 Meter ergeben, die also siebenmal höher wäre, als die Zugspitze, der höchste deutsche Berg. Wird ferner für jeden Bogen eine Länge von 1 Meter angenommen, so ergeben die 200 Millionen Bogen nebenein andergelegt eine Länge von ca. 200000 Kilometer, die ausreichen würde, den ganzen Erdball fünfmal zu umspannen. Verarbeitet ergeben die Bogen einer Tagesleistung 60—70000 fertige Bücher und Broschüren, mithin jährlich ca. 20 Millionen Exemplare. -Die Anordnung der verschiedenen Abteilungen des Be triebes entspricht dem Fabrikationsgange, den die rohen Bogen bis zum fertigen Buche durchzumachen haben, und zwar derart, daß die Bearbeitung im obersten Geschoß beginnt und im un tersten beendigt ist. Demnach befinden sich im Dachgeschoß die Lagerräume für die rohen Bogen, wie sie die Druckereien ab- liesern; hier lagern etwa 10 Millionen Bogen. Im dritten Ge schoß tst die Handfalzerei und die Maschinenfalzerei, im zweiten Geschoß: die Vorrichterei, die Hefteret und Schneiderei, sowie die Schnittmacherei; im ersten Geschoß die Fertigmacherei, die Handpresseret und die Schnellpresserei. Im Erdgeschoß befindet sich eine Abteilung, die sich ausschließlich mit der Anfertigung von Noten befaßt, sowie die Kontore der Buchhalterei, der Korre spondenz und der Betriebsleitung, das Prtvatkontor und das Empfangszimmer. Das Untergeschoß' enthält die Zuschneiderei und das Materiallager. Hier befinden sich auch die Lager räume für gebundene und broschierte Bücher, von denen durch schnittlich etwa 400 000 Exemplare etngelagert sind. Im Jahre 1909 wird die Firma das goldne Jubiläum ihres Bestehens feiern können. In fast fünfzigjähriger Arbeit hat sie sich einen Kundenkreis geschaffen, zu dem die ersten Firmen des deutschen Verlagsbuchhandels und der Industrie gehören; unter ihnen befinden sich Welthäuser wie C. F. Peters und L. Staackmann, mit denen sie seit mehr als 40 Jahren in ununterbrochener umfangreicher Geschäftsverbindung steht. Mit Befriedigung kann sie heute auf ein Personal blicken, das allen Anforderungen gewachsen und wohlgeschult ist, befinden sich doch mehrere Jubtlare darunter, die das Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit erhalten haben.- Hierauf nahm der König das ihm gewidmete, in feinstes Leder gediegen gebundene Werk und die für die Prinzen und Prinzessinnen bestimmten, prachtvoll gebundenen Bücher, denen eine kleine Gedenkschrist mit zahlreichen Außen- und Jnnen- Abbildungen der Betriebsräume beigefügt war, mit offensichtlicher Freude entgegen, sprach seine Freude über die vornehmen Ein bände aus und entsprach auch gern der Bitte, seinen Namen in das Goldene Buch der Firma C. A. Enders einzutragen. Nun mehr begab sich Seine Majestät unter Führung des Herrn Max Enders in die Maschinenfalzerei, wo er die hohe Leistungsfähigkeit der Falzmaschinen bewunderte, dann in die Handfalzerei. Seine Majestät fragte eine der Arbeiterinnen, wieviel sie falzen könne, und war erstaunt über die hohe Arbeitsleistung. In der Vorrichteret und der Hefterei fesselten die Arbeiten den König, während er in der Schnittmacherei insbesondre dem Geschick des Marmorierers, der in kurzer Zeit aus seinen ver miedenen Farbtöpfen einen prächtigen Schnitt auf den Grund aufgetragen und auf ein Papier abgehoben hatte, besondre Auf merksamkeit widmete. In der Fertigmachsrei, der Hand- und Schnellpresserei bekundete der König sein ganz besondres Interesse, das sich überhaupt auf dem ganzen Rundzang durch häufige Fragen deutlich zeigte. Die Herstellung einer Einbanddecke in Gold- und Farbpressung verfolgte Seine Majestät mit ganz be- onderer Aufmerksamkeit und Bewunderung für die geschickte und andere Ausführung. In der Notenabteilung, in der seit 43 Jahren die Musikalien Ar C. F. Peters broschiert oder gebunden werden, sprach Seine Majestät seine Freude darüber aus, daß sich die Firma Enders aus kleinen Anfängen zu einem so umfangreichen Geschäfte ent wickelt habe. An den Kontoren der Betriebsleitung und Korrespondenz vor über, begab sich der König nach dem Ausstellungszimmer, in dem eine Auswahl alter und neuer Einbände aus dem 15. und 16. Jahr hundert bis zur Gegenwart ausgestellt war, um den Fortschritt der Handarbeit bis zum heutigen Massenbetrieb zeigen zu können- Seine Majestät widmete dieser Ausstellung besonderes Interesse, das sich durch häufige Fragen bekundete. Nach Verlassen der Fabrikgebäude gewährte Seine Majestät gern noch inmitten der Arbeiter, soweit diese auf dem Hofe Auf teilung nehmen konnten, eine photographische Aufnahme. Dann verabschiedete er sich mit Händedruck von Herrn Max Enders und verließ unter Hochrufen der dichtgedrängt stehenden Arbeiter das Fabrikgrundstück. * Verein Berliner Musikalienhändler. — Die Haupt versammlung des Vereins Berliner Musikalienhändler findet am Dienstag, den 25. Februar 1908, abends 9 Uhr, im Restaurant Krziwanek, Berlin, Mittelstraße 57/58, Ecke Friedrichstraße, statt. Tages-Ordnung: 1. Rechnungslegund des Kassenführers. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Die Restbuchhandels-Ordnung. 4. Der Kundenrabatt. 5. Die Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht. 6. Neuwahl des Vorstandes und der Ausschüsse. *FachkursnS für Buchhändler in Berlin. — Der Verein jüngerer Buchhändler -Krebs» in Berlin versandte das nach folgende Rundschreiben: (Red.) Fachkursus für Buchhändler veranstaltet im Einvernehmen und mit Unterstützung der Korporation der Berliner Buchhändler. Die Gehilfen und Lehrlinge des Berliner Buchhandels lädt der -Krebs-, Verein jüngerer Buchhändler, zur Teilnahme an dem im Februar d. I. beginnenden Fachkursus: Aus der Praxis des Verlegers: I. Die Beschaffung der Vorlagen und Druckformen der Ab bildungen, Tafeln und Buchschmuck. II. Die Berechnung der Herstellungskosten und die Kalkulation der Bücherpreise hiermit ein. Das nachstehende Programm gibt jede nähere Auskunft. Der Inhalt der Vorlesungen soll eine Ergänzung der beiden im Vorjahre von uns veranstalteten Fachkurse über die Herstellung und künstlerische Ausstattung des Buches bieten und die beabsich tigte Darstellung der produzierenden Tätigkeit des Verlegers ab schließen. Allen Berufsgenossen raten wir eindringlich, die hier gebotene Gelegenheit zur Erweiterung ihres Wissens auszunutzen. Die Herren Prinzipale bitten wir, ihren Angestellten den pünktlichen und regelmäßigen Besuch der Vorträge zu ermöglichen. Die Beteiligung an dem Kursus ist für sämtliche Buchhändler Berlins, selbstverständlich auch für Lehrlinge, durchaus kostenlos. Es wird gebeten, von dem angefügten Anmeldeschein Gebrauch zu
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder