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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.02.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-02-27
- Erscheinungsdatum
- 27.02.1908
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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sittliche Verseuchung geschützt wird. Da ich für Sie der Zelot bin, will ich andre für mich sprechen lassen. Der Redner zitiert den be kannten Artikel von Friedrich Paulsen und bezieht sich auf Professor HanS Thoma in Karlsruhe, der bezüglich der fraglichen Sorte von Reproduktionen erklärt hat: Zur Beurteilung solcher Machwerke bedarf es nicht der Künstler, dazu genügt der Gendarm. Vor drei Jahren hat sich Herr Bassermann in bezug auf diese Sach, verständigenfrage auch so ausgesprochen. Sein juristischer Verstand stehe ihm still. (Hört! hört!) Ich habe hier eine Anzahl Repro duktionen, Herr Mugdan, sehen Sie sich diese an und sagen Sie mir, ob Sie diese Bilder Ihren eignen Kindern in die Hand geben wollen. (Hört! hört!) (Der Redner überreicht dem Abgeordneten Mugdan ein Paket Ansichtskarten. Die Abgeordneten drängen sich um den Abgeordneten Mugdan und den Tisch des Hauses, auf dem weitere Partien von Reproduktionen ausgelegt sind.) In Deutschland soll es 52 Firmen geben, die sich lediglich mit der Verbreitung dieser Pornographien beschäftigen, und Herr Leixner hat die Ausgabe für Annoncen auf jährlich eine halbe Million taxiert. Es ist aber mehr. Wir wollen keine Knebelung der Kunst, sondern ihre Freiheit, ihre Befreiung vom Gemeinen, das sich unter dem Deckmantel der Kunst breit macht. Wer darin eine Knebelung der Kunst sieht, beweist, daß er weder Verständnis, noch Empfindung hat für wahre Kunst. (Beifall.) Abgeordneter Jurrck-Leipzig (natl.). Nach Rücksprache mit dem Abgeordneten Mugdan kann ich dem Abgeordneten Roeren auf die Frage, ob Herr Mugdan gestatten würde, daß die hier vorgezeigten Bilder seinen Kindern unterbreitet würden, mit einem vernehmlichen Nein antworten, und wenn ich jemals dazu kommen sollte, daß ein Dritter meinen Kindern solche Bilder vorlegte, so würde ich wahrscheinlich zu einem Akt der Selbsthilfe schreiten (Beifall), der zwar mit dem Gesetz nicht vereinbar wäre, vor dem ich aber trotzdem nicht zurückschrecken würde. (Lebhafter Beifall.) In den Ausführungen des Abgeordneten Roeren ist mir nicht ganz klar geworden, ob er sich gegen die Anwendung der bestehenden gesetzlichen Vorschriften wandte, oder ob er eine Ergänzung der Gesetzgebung wünschte. Ich meine, daß gerade in dem Z 184a des Strafgesetzbuchs für die Fälle Vorsorge getroffen ist, in denen eine sittliche Vergiftung der Kinder stattfindet. Von ganzem Herzen wünsche ich nichts sehnlicher, als daß der Staat von der Waffe, die ihm in die Hand gegeben ist, energischen Gebrauch mache. (Lebhafter Beifall.) Kleine Mitteilungen. Aufwendungen für die Universitäten in Preußen seit 1868. — Das zurzeit im Druck befindliche Heft 204 der -Preußischen Statistik» enthält eine eingehende Universitätsstatistik und behandelt im ersten Abschnitt u. a. auch die Ausgaben und Einnahmen der preußischen Landesuniversitäten vom Jahre 1868 ab. Entsprechend den Aufstellungen im Etat werden die Aus gaben in ordentliche und außerordentliche gesondert. Die ordentlichen Ausgaben sind von 3935449 ^ im Jahre 1868 auf 16 238 519 im Jahre 1905/06, d. i. um 312,62 v. H. gewachsen. Davon entfällt über die Hälfte (8 554 581 ^) allein auf die Aufwendungen für die Institute und Sammlungen, für die auch die einmaligen und außerordentlichen Ausgaben vornehmlich Verwendung finden. Den zweitgrößten, aber schon beträchtlich geringeren Posten im Ausgabehaushalt der Universitäten nehmen die Dienstbezüge der Professoren und Do zenten ein. Diese sind in dem gleichen Zeitraum unter Cin- rechnung der Wohnungsgeldzuschüsse und der entsprechenden Beträge aus Staatsmitteln, deren Verwendung nicht an eine be stimmte Universität geknüpft ist, von 1 786 108 bis auf 5 440 420 ^ oder um 204,60 v. H. gestiegen. Bet allen übrigen Ausgabetiteln handelt es sich um verhältnismäßig kleinere Summen; aber auch sie haben überall bedeutend zugenommen am wenigsten die unter dem Titel -für Konviktorien, Unter stützungen und Stipendien- zusammengefaßten. Auch diese würden merklich größer erscheinen, wenn der Fonds für deutsche Studierende aus den polnischen Landesteilen, der eigentlich hier mit berücksichtigt werden müßte, nicht seit 1898 vom Universitäts etat abgetrennt worden wäre. Nach den Voranschlägen des Staatshaushaltsetats für das Jahr 1907, die in obiger, absichtlich mit 1905/06 abschließender Darstellung nicht berücksichtigt worden sind, stellten sich die ordentlichen Ausgaben in ihrem Gesamtbetrags wie in ihrer Ver teilung auf die vornehmsten Titel für die einzelnen Universitäten und das Lyzeum zu Braunsberg, wie folgt: darunter für Be- Aufwendungen soldung der Prof. für Institute, Summe und Lehrer einschl. Sammlungen der der Wohnungs- und den Ausgaben gelder für Lehrer Universitäts» und Beamte gottesdienst. Berlin 4 019 467 1 089 220 2 460 383 Bonn 1 590 040 581 908 823 746 Breslau 1 837 047 574 080 1 093 553 Göttingen 1 541 706 512 721 829 308 Greifswald 1 192 556 380 430 671 571 Halle 1 813 845 491158 1 113918 Kiel 1 556 793 413 174 975 877 Königsberg 1 407 371 482 736 771 527 Marburg 1 146 827 386 350 592 535 Münster 479 657 284 486 129 614 Braunsberg 61 960 50 890 5 200 Zusammen 16 647 269 5 247 153 9 467 232 Die außerdem für Universitätszwecke aus staatlichen Mitteln zur Verfügung gestellten Beträge, deren Verwendung nicht an eine bestimmte Universität geknüpft ist, belaufen sich für das Etatsjahr 1907 auf 995 674 Die einmaligen und außerordentlichen Ausgaben entfallen vornehmlich auf Neubauten bezw. Um- und Erweiterungsbauten, sowie auf größere einmalige Einrichtungen und Ausrüstungen der Institute und Sammlungen. Auch von den Bauten kommt der größere Teil den letzteren zugute. Im Wesen der einmaligen und außerordentlichen Ausgaben liegt es, daß sie sich weder auf die einzelnen Universitäten noch auf die einzelnen Jahre gleichmäßig verteilen. Im Laufe der hier betrachteten 38'/^ Jahre sind für die Universitäten und das Lyzeum zu Braunsberg 97 160 678 ^ (mit Einschluß von 818 200 die sich auf die einzelnen Universitäten nicht verteilen lassen) einmalig und außerordentlich aufgewendet worden; das ergibt im Durchschnitt jährlich 2 540148 Den einzelnen Universitäten und dem Lyceum Hosianum sind in dem ganzen Zeitraum außerordentlich zugewendet worden: Berlin. . . . 27 807 925 ^! Kiel 9 250813 ^ Bonn .... 7 563 404 „ Königsberg . . . 7 584 996 „ Breslau . . . 11058 615 „ Marburg . . . 6179 019 „ Göttingen . . 9 045 214 „ Münster .... 1 969267 „ Greifswald . . 5 383 834 „ Lyceum Hosianum Halle .... 10440633 „ zu Braunsberg 58758 (Deutscher Reichsanzeiger nach: Statist. Korr.) * Übersetzungen aus dem Deutschen in die dänische, eng lische U. a> Sprachen. 1S07. H. (Vgl. Nr. 39 d. Bl., Seite 1922, Spalte 1, erster Titel). — Zu berichtigen: LrcLmamn, 7>., (Men, F>er/l»A ^e>mckt.) 3 80 Uieümann, I-., 6sogra.püioa,i-stati»t>io uaivsrsai poolcst atlas. IVisv, 6. L Lsrnät. 79->-63 x. U. äiagrs., map8, 8. ol. 1 A 50 o. Ausstellung graphischer Kunst. — Ein kunstwiffenschaft- liches Studienmaterial ersten Ranges bietet gegenwärtig die Kunsthandlung Hermann Vogel in Leipzig in einer Reihe Reproduktionen nach Handzeichnungen alter Meister aus der Louvre-Sammlung in der stattlichen Zahl von über 1000 Blättern, die als unvergängliche Kohledrucke von der bekannten Kunst anstalt Braun L Co. in Dörnach ausgesührt sind und die interessanten und kostbaren Handzetchnungen mit größter Treue wiedergeben. Alle Feinheiten und charakteristischen Eigentümlich keiten der Darstellungsweise treten klar zu tage. Diese Vorstudien gewähren vortrefflichen Einblick in die Schaffensweise der Großen
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