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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.08.1900
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- 1900-08-07
- Erscheinungsdatum
- 07.08.1900
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- Deutsch
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5846 Nichtamtlicher Teil. 181, 7. August 1900. C Rcgcnhardt iv Berlin. 5857 Reich, der deutsche Schreibzopf. 60 August Schupp in München. 5858 Höing, üg-rrrsiss. 80 l/vxvsavSA. 1 ^ 60 6ostbs, röwisobs kklsAissv. 70 buxusausZ. 1 20 llovAvs, Oapbvis vvä 6blos. 70 -ß; buxvsavsA. 1 ^ 20 i>). Oonsoisnos, IVis viav Nalsr vvirä. 70 ttvxusavsA. 1 20 krsvost, Nauov llssoavt. 1 ^ 60 ttuxusavsA. 2 80 Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig. 5857 Oarvsr, clis Lxruvbs cior .4ügu. ttsbsrs. v. Nursbo.il. 3 ; Asb. 4 Hugo Stcinitz Verlag in Berlin. 5857 Alvensleben, das Weiberregiment am Hofe der Königin Eli- beth von England. 2 Veit >k Comp, in Leipzig. 5856 Pohle, Frauen-Fabrikarbeit u. Frauenfrage. Ca. 1 ^ 50->). Nichtamtlicher Teil Neue Studien über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst. Zwei Festschriften sind in Mainz bei Gelegenheit der großen Gutenbergfeier erschienen: eine populäre wurde im Aufträge der Festleitung von K. G. Bvckenheimer im Ver lag der Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei herausgegeben, nnd eine solche, die, im Aufträge der Stadt Mainz von Otto Hartwig in Marburg redigiert, vorzugsweise für die Ge- lehrteukreise bestimmt ist.*) Die letztere enthält zwölf wert volle Arbeiten zur Geschichte der Erfindung Gutenbergs, die vieles Neue bringen und manche der bisherigen Ansichten im Lichte neuester Forschung berichtigen. Kurze Mitteilungen über die Ergebnisse dieser Studien werden sich deshalb auch an dieser Stelle rechtfertigen. Ein anschauliches Bild entwirft der Herausgeber von dem Milieu, aus dem heraus die Erfindung geboren ward, ausgehend von der Thatsache, daß jede große Entdeckung das Produkt einer Entwickelung zu sein pflegt, die in der Regel erst nach mehrfachen Schwankungen und Fehlschlägen auf ihr Ziel losgeht. »Dieses klar zu erfassen und zu erreichen, ist das Werk eines genialen Menschen, der damit zum Entdecker einer neuen Wahrheit, zum Urheber einer großen Erfindung wird.« Sicher wäre Deutschland, sagt Hartwig, nicht das Geburtsland und die Wiegenstätte der Buchdruckerkunst ge worden, wenn nicht in Mainz und den zahlreichen alten Städten der gesegneten oberrheinischen Tiefebene, von dem Rheingau hinauf bis Straßburg und Basel, im fünfzehnten Jahrhundert eine Kultur geherrscht hätte und geistige Bedürf nisse zu tage getreten wären, die in ihrer Weise über die der übrigen Gegenden Deutschland und vieler anderer Länder Europas hinausgegangen wären. Nach dieser interessanten Arbeit zur Einführung folgt eine hochbedeutsame Abhandlung des um die Geschichte der Holz- uud Stempelschneidekunst des fünfzehnten Jahr hunderts verdienstvollen W. L. Schreiber in Potsdam über die Vorstufen der Typographie. Durch die bekannten Ein tragungen des Abtes Jean le Robert zu St. Aubert in Cam- bray in sein Tagebuch, worauf die Belgier ihren Anspruch auf die Erfindung der Buchdruckerkunst stützen, hält Schreiber für erwiesen, daß »in der niederrheinischen Tiefebene (im weitesten Sinne gedacht) spätestens 1445 gedruckte Bücher käuflich, und zwar in verschiedenen Ausgaben« zu haben waren. Diese Bücher können nicht von Holztafeln gedruckt worden sein, weil sie ausdrücklich als ».jetts su wolle« be zeichnet werden. Dasselbe ist der Fall bei den Donaten, die die Kölner Chronik erwähnt. Deren Verfasser hätte sich wohl kaum so weitschweifig ausgedrückt, wenn er hätte sagen wollen: »In Holland wurden ganze Bücher, wie heute die Buch- illustrativnen, in Holz geschnitten«, da doch sein Buch selbst voll von Holzschnitten ist. In seinen eingehenden Untcr- *) Festschrift zum fünfhundcrtjährigen Geburtstag von Johann Gutenberg, im Aufträge der Stadt Mainz herausgegeben von Otto Hartwig. 4". 455 S. u. 35 Tafeln. 50 Eine gleich lautende Ausgabe erscheint als Beiheft zum -Centralblatt für Bibliothekwesen- für 25 (Leipzig, Harrassowitz.) suchungen gelangt Schreiber zu den folgenden Ergebnissen: Die vor wenigen Jahren gemachten glücklichen Funde R. Forrers beweisen, daß mit hölzernen Handstempeln bedruckte Stoffe schon im sechsten Jahrhundert in Egypten getragen wurden. Der Zeugdruck von festen Platten scheint erst in: dreizehnten Jahrhundert aufgekommen zu sein, während der Uebergang zum eigeytlichen Bilddruck, d. h. zur Herstellung von Holz- tafelu, die auf Papier oder Pergament abgedruckt werden sollten, erst gegen Ausgang des vierzehnten Jahrhunderts sich vollzogen zu haben scheint. Das verbindende Mittelglied zwischen dem Stoffmuster und dem Heiligenbild dürften die Spielkarten gebildet haben. Bisher mußte Deutschland und speziell Tirol als das Ursprungsland des Bildholzschnitts betrachtet werden, doch glaubt Schreiber eher Norditalien als die Heimat desselben ansehen zu müssen, trotzdem die ältesten italienischen Einzelblätter kaum bis 1460 zurückreichen. Aber die Ansicht gründet sich auf eine Verordnung von 1441, wo nach »die Kunst und das Handwerk der Karten und ge druckten Bilder« damals zu Venedig in starkem Niedergange begriffen war, sich mithin in einer früheren Zeit in Blüte befunden haben muß. Die Beantwortung der Frage, ob der Holzschnitt als Vorläufer der Buchdruckerkunst betrachtet werden kann, kommt auf die Feststellung heraus, wann die ersten Bücher mit ge schnittenem Text hergestellt worden sind. Auf Grund vieler Untersuchungen gelangt nun Schreiber dahin, in der Ent wickelung der deutschen Blockbuchlitteratur klar drei Pe rioden zu unterscheiden. In der ersten, die vielleicht schon 1450, wahrscheinlich aber erst etwas später beginnt, stehen die Holzschneider im Dienste von Schreibern oder geistlichen Gesellschaften; sie haben lediglich die Bilder anzufertigen, während der Auftraggeber den Text, und zwar fast immer in lateinischer Sprache, hinzufügt. In der zweiten Periode, deren Anfang zwischen 1460 und 1465 zu liegen scheint, sind die Holzschneider, wie die vorwiegend in lateinischer Sprache abgefaßten Erläuterungen beweisen, zwar zumeist noch in fremdem Dienste thätig, doch überläßt man ihnen nicht nur die Reproduktion der Bilder, sondern auch diejenige der Texte. Zwischen 1465 und 1470 beginnt die dritte Periode, in der die Holzschneider, als die eigentlichen Verleger auftreten; sie beschränken sich nicht darauf, bereits vorhandene Tafeldruck werke oder eine ähnliche, ihnen zu Gebote stehende Bilder handschrift nachzuschneiden, sondern sie erweitern noch den Kreis und ziehen namentlich die volkstümliche deutsche Litte- ratur heran. Ziemlich dieselbe Entwickelung läßt sich auch bei den niederländischen Blockbüchern wahrnehmen, nur könnte dort die Landessprache schon etwas früher zur Geltung ge kommen sein. Schreiber behauptet weiter, daß die ältesten Blockbücher, die holländischen sowohl wie die deutschen, nicht eigentlich gedruckt, sondern gestempelt sind. Man druckte die mit schwarzer Farbe bestrichene Holzplatte von oben (petschaft artig) auf das Papier ab, so daß sich auf der Rückseite des letzteren nur ein geringer Eindruck bemerkbar machte, während die spätere Biblia paupsrum-Gruppe, zu der auch die Sibyllen- j Weissagungen, der Gamundia-Kalender uud das Spsouluw
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