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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.10.1909
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1909-10-12
- Erscheinungsdatum
- 12.10.1909
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19091012
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190910126
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11980 Börlenblatt s. d. Dlschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. .Hk 287. 12. Oktober 1SVS. strenger gehandhabt werden als bisher, um den Handel zu schützen. Was für Franzosen annehmbar ist. dürste doch auch in England Zustimmung finden. Das Schleudern des >1tm68 Loosi Olub« hat ja seiner zeit überall so großes Aufsehen erregt, daß alle Fachblätter, auch das -Börsenblatt«, wiederholt darüber berichtet haben. Wie bekannt, unterwarf sich diese Firma den Vorschriften des von den Sortimenter- und Verleger-Vereinen ver einbarten Abkommens betreffs der »Hst« - Bücher und wurde dann als Mitglied in den Verein der Sortimenter aus genommen. Nicht lange nachher sah man aber schon Plakat- träger in den lebhaftesten Straßen Londons und besonders in der Nähe der großen Buchhandlungen, die der staunenden Menge zu wissen gaben, daß 6 sb.-Romane vom »Dimes Iloolr 6Ind« zu I si>. verkauft würden. Viele Warenhäuser ahmen dieser Firma nach; sie betrachten eben Bücher nicht als Handelsartikel, sondern nur als Lockmittel. Ein eigenartiger Konkurrent ist dem englischen Sorti ment seit einiger Zeit in den Cafetiers erstanden, so daß die Dnbliner Buchhändler sich veranlaßt gesehen haben, bei dem englischen Verleger-Verein ganz energisch dagegen auf zutreten. daß solchen »Buchhändlern« mit dem Verleger- Rabatt geliefert werde. Die Schäden des Schleudern? treten also in beiden Nachbarländern durch einen vollständigen Rückgang des Sortimentsbuchhandels offen zu Tage, und wir deutschen Buchhändler müssen cs dem tatkräftigen Eingreifen unseres Börsenvcreins danken, daß uns ein ähnliches Schicksal erspart wurde. L. Rincklake. Über Versteigerungen. <Vgl. Nr. 221, 227, 231. 23t d. Bl.) Es tut wirklich not — ich muß es heute wiederholen —, daß im Börsenblatt einmal etwas ausführlicher über das Versteigerungswesen berichtet wird, denn es scheint tat sächlich selbst in Kreisen mit langjähriger buchhändlerischer Erfahrung noch Unkenntnis darüber vorhanden zu sein. Im Börsenblatt Nr. 234 läßt Herr Toeche Maler) einen Angstruf ertönen, daß kein Sammler mehr etwas billig kaufen könne, wenn künftig alle Versteigerer nach des bösen Härtel Beispiel keine Limiten mehr annehmen wollen, und daß gegen die Firmen, die den »neuen Kurs« nicht mit machen. alles Vertrauen schwinden müsse! Folgen wir einmal Herrn Toeches Phantasie und nehmen wir an. daß nun auf einmal all den angesehenen soliden Versteige rungsfirmen nicht mehr zu trauen sei. bloß weil ein Provinzantiquar für seinen im Vergleich zu den Weltfirmen doch bescheidenen Kundenkreis keine Limiten mehr annimmt. — warum gibt Herr Toeche dann nicht einfach seine Limiten einem andern Antiquar am betreffenden Orte, wie das seit vielen Jahren alle vorsichtigen Sammler und Antiquare längst tun!? Warum überhaupt diese Aufregung über eine so einfache Sache? Muß denn durchaus der Versteigerer selbst die Aufträge annehmen? Bei andern als Bücher- und Kunst oersteigerungen darf der Versteigerer gesetzlich überhaupt nicht mitbietcn; bei gerichtlichen Versteigerungen, bei denen doch auch zuweilen Bibliotheken unter den Hammer kommen, gibt ebenfalls niemand dem Auktionator seine »Limiten«, höchstens — wenn dies überhaupt möglich ist — werden feste Gebote eingereicht. Man gibt eben einem andern Ver treter am Ort seinen Auftrag oder kommt selbst. Warum ist dieses so ganz selbstverständliche Verfahren bei meinen Versteigerungen so schwer zu begreifen? Die Sache ist doch so klar und einfach: Der Katalog wird einige Wochen vor dem Versteigerungstage versandt. Während dieser Zeit haben die auswärtigen Käuser Gelegenheit, sich die betreffenden Sachen zur Ansicht kommen zu lassen und ihre Gebote einzuschicken. Wer kein festes Gebot ab geben will, gibt seine Limiten einem anderen Antiquar oder Sortimenter am Platze. Die betreffenden Adressen sind meist bekannt oder werden vom Versteigerer nachgewiesen saus älteren Auktionskatalogen liest man öfters den Hinweis; Austräge übernehmen die und die Firmen). Nun kommt der Termin. Zu diesem stellen sich Sammler und Antiquare persönlich ein, die selbst bieten oder die Limiten der jenigen Käufer haben, die eben keine festen Gebote machen wollten. Die Versteigerung geht den üblichen Gang, wer das höchste Gebot abgibt, bekommt die betreffende Nummer. Es kann nun sein, daß diese Nummer dem Ver steigerer für einen auswärtigen Käufer auf dessen festes Gebot zufällt oder daß dieses Gebot am Platze übersteigert wird, genau so. wie eine Limite überboten werden kann. Es ist also genau dasselbe Verfahren wie bei jeder anderen Versteigerung. Wer am meisten bietet, bekommt die Nummer. Es ist lediglich Privatsache der Käufer, ob sie dem Ver steigerer selbst ein festes Gebot geben (»Bitte für die und die Nummer soundsoviel für mich zu bieten«), oder ob sie lieber durch einen Anderen bieten wollen. Es ist vollkommen unverständlich, wie jemand im Ernst behaupten kann, dieses Verfahren sei gar keine Versteigerung, es -verstoße gegen das Wesen einer Auktion«, und diese Preise, bei denen der Meistbietende die Nummer erhält, der also die anderen überboten hat. seien »nicht ersteigert«. Meine drei diesjährigen Versteigerungen nach dem »neuen System- haben mir gezeigt, daß meine Kundschaft mit der Neuerung einverstanden war; es ist keine einzige Beschwerde vorgekommen. Auch ist aus diesem Kreise keine Anfrage eingelausen, daß meine Bedingung nicht begriffen oder falsch verstanden worden sei. Es war also nicht nötig, daß im Börsenblatt ein Reiter erschien, der »die Wohltaten einer Auktion meinen eigenen Kunden» erkämpfen mußte, von denen, wie er glaubt, »höchstwahrscheinlich viele Käufer von der Tragweite dieser Auktionsbedingung sich gar keine Rechen schaft gegeben haben«. Mußte wirklich im Börsenblatt Sturm geläutet werden? viküells «st sntirum non seribvrs. Es soll nun auch genug sein von meiner Seite an dieser Stelle. Wem die Sache noch dunkel ist oder gemeingefährlich dünkt, dem will ich gern privatim Rede stehen. Dresden. Richard Härtel. Kleine Mitteilungen. Aus Leipziger Kunftsalons. — Bei P. H. Beyer L Sohn inLeipzig hat gegenwärligP.Renouard-Paris eine hochinteressante graphische Sondcrausstellung veranstaltet, die nicht nur ein glänzendes Zeugnis bietet für souveräne Beherrschung der Technik, über die der Künstler verfügt, sondern ihn auch als einen hervor ragenden und geistvollen Lebensschilderer kennzeichnet. Die Aus stellung besteht aus Radierungen und Steinzeichnungen, die durch weg erkennen lassen, ein wie genialer Meister der Nadel und des Stifts Renouard ist, ein Künstler, der alle technischen Schwierig keiten spielend überwindet und dessen Darstellungen außer einer stimmungsvollen malerischen Gesamtwirkung auch sein- empsundene Verteilung der Tonwerte erkennen lassen. Mit scharsem Auge und sicherer Hand weiß er das ihn unmittel- bar umgebende Leben zu erfassen und wiederzugeben, nicht in der Form eines trockenen Chronisten, sondern wie ein geistvoller Er zähler, und so weiß er alles, was sich seinem Künstleraugc als ge eignetes malerisches Objekt darbietet, zu einer fesselnden und oftmals ungemein poesievollen Schilderung zu gestalten. Ob dies nun Straßenszcuen oder Landschajtsbilder sind, ob er uns einen Blick in die große Oper, das Variete oder den Ballettsaal tun läßt, ob er uns Bilder von der Weltausstellung oder interessante Archi tekturstücke zeigt, immer gewahrt man den mit seinem Empfinden
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