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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.08.1895
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1895-08-23
- Erscheinungsdatum
- 23.08.1895
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Zeitungen
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1895
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Eriche)»'. 0» Verbindung mit den »Nach richten an» dem Buchhandel») täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — JahrcSpreiS: siir Mitglieder ein Exemplar lo X. slir Nichtmitglieder Sl> X. Börsenblatt für den Anzeigen: für Mitglieder 1» Psg., für Nichtmitglieder 20 Psg., siir Nichtbnch. Händler 30 Psg. die dreigespallcne Petii- zeile oder deren Raum. Deutschen Buchhandel und die verwandten Geschäftszweige. Eigentum des BvrsciwcreinS der Deutsche» Buchhändler zu Leipzig. Leipzig, Freitag den 23. August. 1895. Nichtamtlicher Teil. Zur Raliattlirwegung in England. Von Th. Wohlleben in London. In letzter Zeit ist die Nabattbewcgung in England in ein akutes Stadium getreten. Einige der großen und ein flußreichen Verleger planen nichts geringeres als die gänzliche Aushebung des Ladenpreises. Zur Orientierung über die Lage führe ich die dem Vorschlag der Verleger vorhergegangenen Ereignisse kurz an. Der vor nicht langer Zeit gegründete Sortimenterverein »Rim ^ssooiateä Uoolrsollvrs ot (lrsat Nritaiv auä Irslavck- hat sich die Aufgabe gestellt, dem Rabattnnivesen, das ja bekanntlich in England viel schlimmere Zustände hcrbeigeführt hat als in Deutschland, zu steuern und durch gemeinsames Vorgehen eine allmähliche Verringerung der jetzt üblichen Rabattsätzc zu erzielen. In einer im April dieses Jahres abgchaitenen, leider nur schwach besuchten Versammlung hielt der bekannte Verleger W. Heinemann, ans eine Aufforderung von Seiten des Vorstandes hin, einen längeren Vortrag über die erfolgreiche Bekämpfung der Schleuderet in Deutschland. Er gab in ansprechender Weise ein recht klares, wenn auch in einzelnen Details nicht ganz genaues Bild vom Bürsenverein, seiner Geschichte, seiner Stellung zur Nabattfrage und seinen Erfolgen. Ich fürchte, Herr Heinemann schilderte die Zu stände im deutschen Buchhandel in etwas gar zu rosigen Farben; denn der Beifall war ein für englische Gemüter unerhört lebhafter und riß einige Stock-Briten zu außer ordentlich schmeichelhaften Lobreden auf die deutschen Kollegen hin. Ein alter graubärtiger Herr meinte sogar, er sei sein Lebtag stolz gewesen, ein »üvgllsbmau« zu sein; heute Abend aber wünschte er, er wäre ein Deutscher. — Doch dies nur nebenbei. Der. Vortrag, der darin gipfelte, daß ein Erfolg nur durch gemeinsames Vorgehen von Verlegern und Sortimentern zu erzielen sei, machte, wie gesagt, einen vortrefflichen Ein druck. Die Versammlung beschloß sofort, ihn mit Erlaubnis des Vortragenden drucken und unter den Buchhändlern Eng lands verteilen zu lassen. Das ist denn auch geschehen und die sehr gediegen ausgestattete Broschüre erschien unter dem Titel: lloobselliug. — Rim s^stsm aäoptoä in Oermauz' t'or Um prsvonUau ot vväorsoliivA auck t'or proiuoUvA Um 8:Us ol booim dz- IV. ! lliin-maim. Der nächste Schritt des Vereins war, die Verleger zu einer Konferenz mit den Sortimentern im Herbst d. I. ein- zuladcn, und dieser Einladung folgte ein weiteres Cirkular an die Verleger. In diesem letzteren machen die Sortimenter Vorschläge, die als Grundlage für weitere Unterhandlungen dienen sollen; ein Hanptvorschlag ist der, die Einhaltung bestimmter Rabattsätzc durch eventuelle Konto-Schließung von Seiten der Verleger zu erzwingen. Als Antwort erhielt der Sekretär des Vereins folgenden merkwürdigen Brief, der in der Augnst-Nnmmer des »Uooir- sslisr« veröffentlicht wurde und den ich seines allgemeinen Interesses wegen vollständig in Uebersetzung wiedergebe. »39, Lickei'voster limv, .!uiy 29. 189b. »Geehrter Herr! »Nach einer infolge Ihres Cirkulars vom 10. Juli vor kurzem im Hause des Herrn Murratz abgehnltenen Ver sammlung von Verlegern wurde ich ersucht. Ihnen folgenden, von mir der Versammlung gemachten Vorschlag zu unter breiten. Ich thuc dies gern — nicht so sehr in der Hoff nung, Ihnen damit den Schlüssel zur Lösung Ihrer Schwierigkeiten in die Hand zu geben, sondern vielmehr mit der Absicht, klarzulegen, was praktisch durchführbar ist und was nicht. »Wie ich sehe, liegt die Schwierigkeit in der That- sache, daß, infolge der übergroßen Konkurrenz, der Ver dienst der Sortimenter auf ein Minimum gesunken ist. Ihr Verein schlägt als Remedur vor, eine Vereinigung oder einen Ring zu bilden, der die Preise, zu welche» ein Buch an das Publikum verkauft werden soll, regelt. Da Sie als Sortimenter allein die Einhaltung der Preise nicht erzwingen können, so bitten Sic uns Verleger, mit Ihnen Hand in Hand zu gehen und durch ein gewisses ausschließendes Handlungsstzstem die Buchhändler zu zwingen, an das Publikum zu gewissen Preisen zu verkaufen. »Die Verleger wären gerne bereit hierzu, wenn es praktisch möglich wäre, den Sortimentern die übergroße Konkurrenz, an der die ganze Menschheit zu leiden hat, vom Halse zu halten. Die Ursachen jedoch, an denen im Jahre 1852 ein ähnlicher Versuch scheiterte, sind heute noch in demselben Grade vorhanden, und eine neue Vereinigung würde wahrscheinlich ein noch kürzeres Leben fristen als die vor 43 Jahren, die infolge einer Entscheidung der da mals ernannten Schiedsrichter, Lord Campbell, Mr. Grote und Dean Milman, aufgelöst wurde. »Mein Vater, der verstorbene W. Longman, der die Sache des damaligen Vereins vor dem Schiedsrichteramt vertrat, stellte fest, daß er zugeben müsse, eine solche Ver einigung könne nicht bestehen, ohne Zwang (Oosroiou) ans- zuüben, und die den Richtern unterbreitete Frage war: Darf der Buchhändler-Verein mit seinen gegenwärtigen Zwangsmaßregeln weiter bestehen? »In seinem Urteil erwähnte Lord Campbell Folgen des: »»Dem Ersuchen, das Schiedsrichteramt zu über nehmen, sind wir gern nachgckommen in der Hoffnung, der Litteratur einen Dienst zu erweisen. lieber die gesetzliche und moralische Seite der Frage wurde von uns kein Urteil verlangt, — man bat uns nur, zu entscheiden, was nach unserer Meinung recht und billig ist.«« »Weiter sagte Lord Campbell in seinem langen Urteil: »»Solche Bestimmungen (des Vereins) scheinen schon prima kaeis ungerechtfertigt und stehen dein Prinzip der freien Gebarung in allen Handelsangelegenheiten Zwelundscchztgsicr Jahrgang. 604
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