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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.05.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-05-19
- Erscheinungsdatum
- 19.05.1911
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- Deutsch
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^ IIS, is: Mai IS11. Nichtamtlicher Teil. ss-imil-tt s.». »Wn. «lE-ndL 6115 Berliner Briefe.*) i. Die Buchhändler der Reichshauptstadt pflegen das Herannahen der sommerlichen Jahreszeit nur mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Bedeutet doch für die Mehrzahl von ihnen das sich draußen in der Natur zeigende Grün und der lockende Sonnenschein den Beginn einer Periode erzwungener Tatenlosigkeit, die ihnen die im Laufe des ganzen Jahres empfundenen Sorgen jeglicher Art durch die unfreiwillig geschaffene Muße zu Grübeleien nur noch ver größert. Bedenken über die Schleuder-Konkurrenz, über den vermehrten Eintritt von Warenhäusern in die Reihen ord nungsgemäßer Buchhandlungen und viele ähnliche Kalami täten beunruhigen sie, und die Erfüllung des schönen Wortes unseres edlen Kaisers Friedrich -Lerne zu leiden, ohne zu klagen«, wird ihnen wohl niemals so schwer gemacht wie gerade in den Tagen, wo ihre besten Kunden sich auf Reisen begeben. — Der Fremdenzufluß, der für die Davonziehenden einen gewissen Ersatz bilden sollte, wiegt selbst in unserer Reichshauptstadt die Verluste, die durch die Entfernung eines großen Teils der heimischen Bevölkerung erfolgt sind, nicht auf. Jedoch gibt es auch für den Berliner Buchhändler in der jetzigen Übergangszeit des Frühlings, noch vor Beginn der völlig toten Saison, immerhin noch manche Gelegenheit, Gedanken der oben geschilderten Art zu verscheuchen. Ver anstaltungen belehrenden und unterhaltenden Charakters zeitigt besonders der diesjährige Monat Mai in großer Anzahl. Und nicht nur die Herren Gehilfen, sondern auch die Geschäftsinhaber selbst finden gegenwärtig so manche Gelegenheit, ihre freien Stunden der Besichtigung von Aus stellungen oder dem Besuche von Vorträgen zu widmen. Einen sehr interessanten Abend bot — um zunächst nur ein Beispiel anzuführen — der Kunstgewerbeverein seinen Mitgliedern und einer hauptsächlich aus Fachkreisen bestehenden Reihe von Gästen. Herr Professor vr. Jean Loubier hielt einen äußerst fesselnden Vortrag über »Das Leder und seine kunstgewerbliche Verwertung». Der Herr Vortragende, dem der Berliner Bibliophilen-Abend häufig sehr fördernde Ausführungen über buchgewerbliche Gegenstände zu danken hat, verbreitete sich eingehend über die Arten des Leders und ihre Zubereitung. Die Musterung des Fabrikats, Material verfälschungen und Surrogate wurden in der Einleitung geschildert. Was über Verzierungsarbeiten, über Lederschnitt, Ritzarbeit, Punzen, Pressen (blind, mit Gold, mit Farben). *) Der vorstehende Artikel leitet eine Serie Briefe ein, der sich in Kürze Leipziger, Münchener, Hamburger und Stuttgarter Briese anschüeßen sollen. Sie möchten die buchhändlerische und literarische Physiognomie einer Stadt innerhalb eines bestimmten Zeitraumes — es ist an ein 4- bis Swöchentliches Erscheine» der Berichte aus jeder Stadt gedacht — sestzuhalten und im Lichte einzelner Vorkommnisse zu zeigen versuchen, welchen Niederschlag Fragen unseres Berufs- und Wirtschaftslebens im Rahmen örtlich be grenzter Verhältnisse finden. Wir folgen der Anregung eines alten kenntnisreichen Berussgenossen, wen» wir uns bereit erklären, auch hin und wieder Berichte aus kleineren Städten zu bringen, aus denen sich ein Bild der literarischen und buch händlerischen Verhältnisse gewinnen läßt, und würden selbst -aus die Dörfer gehen«, wenn dort sür unsere Zwecke etwas zu holen ist, das, über das lokale Interesse hinausgehend, dem Leser einen Einblick in die dortigen buchhändlerischen Verhältnisse zu geben vermag, aus dem er, auch ohne näheres Verhält nis zu den lokalen Dingen und Personen, das Allgemeine im Besonderen erkennen kann. Denn deutsche Kultur lebt und regt sich allerorten, und auch der Buchhandel in kleineren Städten wird hin und wieder etwas aus seinem Gebiete zu berichten wissen, was sür die Gesamtheit der Berussgenossen mit Nutzen gelesen werden kann. Red. Handvergoldung und Auflegearbeit gesagt wurde, fand die lebhafteste Aufmerksamkeit gerade von demjenigen Teile des Publikums, der sich in der Regel nur des schönen Anblicks der hergestellten Knnstgegenstände erfreut und jetzt mit Be friedigung erfahren konnte, wie vieler mühevoller Arbeiten es erst bedarf, bevor die Kunstgegenstände, seien es nun Möbel, Tapeten, Sattlerarbeiten, Schuhe und Handschuhe, Portefeuillearbeiten, Galanteriearbeiten und — last not least — Bucheinbände, vollendet find. Mit dem Vortrag war eine Ausstellung von Leder und Lederarbeiten sowie be sonders kunstvoller Bucheinbände von seiten erster Berliner Firmen verbunden. Von ihnen ist P. Kersten, Fach lehrer an der von dem Königlich Preußischen Ministerium sür Handel und Gewerbe errichteten Kunftklasse der Berliner Buchbinder-Fachschule, der einzige, der auch die Große Berliner Kunstausstellung 1911 beschickt hat. Achtzehn künstlerische Bucheinbände, Meisterwerke sinnigen Geschmacks, liefern ein beredtes Zeugnis dafür, wie viel echtes Kunst empfinden, das sich dem Inhalt eines mit einer vornehmen und dauerhaften Umkleidung zu versehenden Werkes anzupassen sucht, zu erreichen vermag. Unter den in einer Glasvitrine zur Schau gebrachten kostbaren Einbänden ragen solche, die aus den seltensten Ledersorten hergestellt und mit geschmackvollen Goldpressungen versehen sind, im Werte von 80-200 ^ hervor. Ich empfehle den Herren Verlegern, die besonders gute Bücher für Bibliophilen aufnehmen, sich von Herrn P. Kersten einen solchen Kunsteinband anfertigen zu lassen und ihre Fabrikbuchbinder alsdann zu beauftragen, nach dieser Originalarbeit die ganze Auslage maschinell zu binden, wo bei ausdrücklich erwähnt sei, daß in dem Honorar sür den Originaleinband das Vervielfältigungsrecht enthalten ist; es geht also auf den Verleger über. Sehr bemerkenswert für uns Buchhändler ist auch die in der Großen Berliner Kunstausstellung in übersichtlicher Weise zur Anschauung gebrachte Sammlung von Originalen des Verbandes Deutscher Illustratoren. Gar manche der ausge stellten Zeichnungen und Aquarelle werden nicht nur die kundigen Thebaner, sondern auch alle aufmerk samen Leser an die ernsten und humoristischen Bilder in unseren illustrierten Blättern erinnern. Es würde überflüssig sein, hier die Namen der Künstler anzuführen, auf die unser Vaterland stolz sein kann, die jüngeren und die älteren, sie sind uns längst liebe, vertraute Freunde geworden. Den Ehrensaal des Ausstellungsgebäudes haben die Veranstalter dieses Mal der Berlinischen Kunst aus den Jahren 1830—1850 geweiht. Öffentliche und private Sammlungen haben ihre Schätze bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Diese Sonderausstellung zieht die Aufmerksamkeit der Besucher im höchsten Grade auf sich, so daß man auf ein großes Allgemein- intereffe für Alt-Berlin schließen könnte. Die hiesigen Herren Antiquare haben es indessen wiederholt beklagt, daß es in Berlin nur eine winzige Anzahl von Sammlern Alt-Berliner Bücher und Bilder gibt. Der Verein für die Geschichte Berlins, der in einigen Jahren sein SOjähriges Jubiläum feiern kann, hat in seiner Mitgliederzahl noch nicht das erste Tausend erreicht, was in einer Dreimillionenstadt viel be sagen will. Der Deutsche Buchhandel würde es gewiß mit Freuden begrüßen, wenn der Verein in seinem Fachblatte durch eine »Bllcherschau« in jeder Nummer die Aufmerk samkeit seiner Leser auf diejenigen literarischen Erzeugnisse hinlenken möchte, die sich mit der Geschichte der Reichshaupt stadt beschäftigen. Ein Versuch, der vor einigen Jahren eine Zeitlang mit der Einführung einer solchen Übersicht gemacht worden ist, müßte wieder ausgenommen werden. Sorgen doch auch andere Vereine, wie die von dem unvergeßlichen Otto von Lsixner begründete, jetzt unter Leitung des Herrn Professor Karl Theodor Gacdertz stehende »Neue 793°
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