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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.11.1911
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- 1911-11-30
- Erscheinungsdatum
- 30.11.1911
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- Deutsch
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278, 80. November 1911. Nichtamtlicher Teil. svq-notatt tz. Sr «uchu tzuchhaudol- 15047 gaus und Moderne belgische Kunst (Malerei, Bildhauerkunst, Graphische Künste und Kunsthandwerk). Auch zwei andere belgische Provinzstädte haben be deutende retrospektive Ausstellungen aus dem Gebiete des Kunstgewerbes in ihren Mauern beherbergt — nach dem Ausstellungstrubel der Hauptstadt ist vernünftigerweise da durch auch die Provinz zu ihrem Rechte gekommen. Es war dies die Mechelner »Lxposition ckos anoieus motiors ck'art maliuois, ck'art religioux äo la provinoo ck'Lnvers ot cko koliiloro loeal« vom 5. August bis 5. Oktober, also Produkte der alten Kunsthandwerker der bekannten Bischofsstadt Mecheln, religiöse Kunst der ganzen Provinz und schließlich Volks kundliches, letzteres in Fortsetzung und Ergänzung der so wohlgelungenen vorjährigen ersten Folkloreausstellung. — In Tournai hatten wir ebenfalls eine Vereinigung von alten Erzeugnissen des Kunstgewerbefleißes: »Exposition des rlnoiouuos Industries d'Lrt Nourvarsiemrss«. Die Ausstellung umfaßte die Goldschmiedekunst, Porzellan, Möbel und Musik instrumente. Diese verschiedenen Provinzial-Ausstellungen, in Verbindung mit der berühmten Ausstellung des siebzehnten Jahrhunderts, von der ich im vorigen Jahre ausführlich berichtete, legten beredtes Zeugnis ab von den reichen Kunst schätzen Belgiens und dessen vielseitiger kunstgewerblicher Tätigkeit in vergangenen Zeiten. Hierher dürfen wir schließlich auch noch die bedeutende nordfranzöstsche Industrie-Ausstellung in Roubaix rechnen, die, unweit der belgischen Grenze gelegen, von Belgiern reichlich beschickt und nicht weniger zahlreich besucht worden ist. Trotz der enormen intellektuellen Aktivität des vorigen Jahres, die sich in der Abhaltung von annähernd 100 meist internationalen Kongressen geäußert hat, haben wir auch in diesem Sommer wieder einige hervorragende internationale Kongreße hier empfangen: Im August denjenigen der Esperantisten, der teils in Antwerpen, teils in Brüssel stattfand und dessen Arbeiten von der hiesigen Presse mit einigem Skeptizismus verzeichnet wurden. Sodann, gleichzeitig, den 1. internationalen PLdo- logenkongreß, der der Wissenschaft vom Kinde und der Er forschung der Kindesseele gewidmet war und aus dem das weibliche Element stark vertreten war, und schließ lich den 3. internationalen Chirurgenkongreß, der, alle 3 Jahre von der »Internationalen Chirurgen-Gesellschaft« veranstaltet, auch diesmal wieder in Brüssel, unter dem Präsidium des bekannten Pariser Klinikers Lucas-Championnidre und der Leitung des unermüdlichen Brüsseler Chirurgen Profefsoi Depage stattfand, dem auch als Anerkennung für seine großen Verdienste um das Zustandekommen der ersten drei Kongresse das Präsidium für den nächsten, 1914 in London abzuhaltenden Kongreß übertragen wurde. Aus den beiden zuletzt genannten Kongressen waren Ausstellungen von wissen- schaftlichen Apparaten und Instrumenten veranstaltet worden, während die Einrichtung eines Lesesaals mit Auslage der einschlägigen Literatur in französischer, deutscher und eng lischer Sprache der hiesigen SortimentLfirma Misch L Thron übertragen worden war. Der materielle Erfolg der elfteren Aus stellung stand allerdings unter den daran geknüpften Erwartungen, was zum Teil darauf zurückzufllhren war, daß die Sitzungen der Pädologen in zwei durch einen halbstündigen Weg ge trennten Lokalen (der königlichen Akademie in der oberen und einer Volksschule in der unteren Stadt) stattsanden. Dafür war das Ergebnis der Chirurgie-Ausstellung um so erfreu licher. Wenn ich diese Erfahrungen aus der eigenen Praxis hier bekannt gebe, so geschieht es lediglich deshalb, um den Sortimentsbuchhandel auf dieses meines Erachtens nicht genug gewürdigte Propagandamittel nachdrücklich aufmerksam zu machen, um so mehr, als die Herren Verleger — nicht nur in Deutschland! - in richtiger Erkennung ihrer Interessen den Sortimenter meist mit dem gewünschten Entgegenkommen zu unterstützen geneigt sind. Es dürfte für beide Teile dabei vermutlich mehr herauskommen als bei den neuer dings so beliebten Schaufensterwettbewerben und Vortrags reisen. » » « Vortragsreisen — Barsortiment. Es ist vielleicht nicht i unwillkommen, über diese beiden, das derzeitige Interesse 'des deutschen Buchhandels beherrschenden Streitfragen auch eine AuslandSstimme zu vernehmen. Die erstere hat zwei Seiten: eine ideale und eine materielle; ihre Beurteilung kann also je nach dem Standpunkt eine ganz verschiedene, sogar entgegengesetzte sein. Lassen wir einmal den Idealismus beiseite, obwohl wir als Buchhändler ein Anrecht darauf haben, uns als dessen Vertreter aufzuspielen. Die hochinter essante Umfrage des Börsenblattes wurde in erster Linie von Schriftstellern beantwortet; mir scheint es, daß die in Frage kom menden Verleger, speziell solche von schönwissenschaftlicher Lite ratur, sowie die wichtigeren Vertreter des Sortimentshandels sich in gleichem Umfange an der Erörterung der Frage be teiligen sollten; ihre Mitteilungen würden die Ergebnisse der oben erwähnten Umfrage vor allem nach der rein geschäft lichen Seite hin ergänzen, zumal wenn es sich um gemachte Erfahrungen handelt?) Aus meiner eigenen Praxis muß ich leider berichten, daß die vom hiesigen »Deutschen Schul verein« alljährlich im Winterhalbjahr in der Aula,der deut schen Schule veranstalteten Vorträge und Vorlesungen von mehr oder weniger berühmten Schriftstellern, Rezitatoren und Gelehrten auf den Absatz der Werke der betreffenden Autoren keinen bemerkbaren Einfluß gehabt haben. Ich brauche hierzu kaum zu betonen, daß ich als Mitbesitzer einer spezifisch deutschen Buchhandlung als besonders dazu qualifiziert gelten kann, die literarischen Bedürfnisse der hiesigen »Deutschen Kolonie« zu kennen und zu beurteilen. Unsere Erfahrungen mit den Vortragsabenden des »Deutschen Kunstvereins« stellen sich kaum besser. Ich rühre wohl verstanden nicht an der idealen Seite dieser übrigens stets vorzüglich besuchten Veranstaltungen, die den Zweck haben, das Deutschtum im Auslande zu fördern, die Deutschen zusammenzuhalten und für literarische und künst lerische Fragen zu interessieren. Das kommt zweifelsohne indirekt auch dem Buchhandel zu gute, doch geschieht auf diesem Gebiete wenigstens hier in Belgien von Vereinen, Schulen,Volkshochschulen, Stadtverwaltungen usw. so viel, daß der Buchhändler es kaum nötig haben dürfte, sein Geld dafür auszugeben. So paradox es klingen mag, es geschieht m. E. sogar eher zuviel, und das Publikum hat heutzutags, wenigstens in den Großstädten, so viele Gelegenheiten zur kostenfreien Be lehrung und Weiterbildung auf allen Gebieten des mensch lichen Wissens, daß cs das BUcherkaufen dabei verlernen kann. Nun zum Streit um, oder gegen das Barsortiment I Ich kann beim besten Willen nicht mit ins große Horn der Entrüstung stoßen nnd stelle mich aus Gerechtigkeitsgefühl lieber auf die Seite der vielgeschmähten großen Herren vom Barsortiment, trotzdem meine beruflichen Interessen ganz die selben sind, wie diejenigen der deutschen Sortimentsbuch- händler. Die verehrten Herren Kollegen im Sortiment scheinen vor allem zu vergessen, was sie dem Barsortiment verdanken. Sie nehmen die mustergiltigen Kataloge, um die uns die ganze Welt beneidet, als etwas ganz Selbstver ständliches hin, während der Auslandssortimenter beim Ver gleich mit dem bibliographischen Material der anderen Länder immer wieder auf die Superiorität der von den ») An Aufforderungen dazu hat es unsererseits nicht gefehlt (vgl. noch zuletzt die Notiz in Nr. 2SL, S. 13SL9). Red. 1947»
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