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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.02.1925
- Strukturtyp
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- 1925-02-07
- Erscheinungsdatum
- 07.02.1925
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- Deutsch
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X: 32, 7. Februar 1925. «edoMoneller LeU. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 2101 trotz dieser großen Geschwindigkeit ein Reißen des Papiers kaum vor- lvmmt. Diese neue RotationSmaschin«, die für die dänische Zeitung »Astenpoften» in Kristiania gebaut wurde, liefert in der Stunde 218 00V Zeitungen zu 8 Seiten oder 38 888 Zeitungen zu 48 Seiten. Die unbestreitbare Besserung der politischen -und wirtschaftlichen Lage hat ihren Stempel auch sonst dem Buchdruckgewerbe ausgedrllckt, und zwar in erfreulicher Weise. Die Besserung des Beschäf tigungsgrades nahm non Monat zu Monat zu, so daß in den letzten Monaten des Jahres 1924 die Konjunktur im deutschen Buch- druckgewcrbe durchschnittlich mindestens alz befriedigend und im Zei tungsgewerbe als gut, in einzelnen Fälle» sogar als sehr gut be zeichnet werden muß. Mancherlei Umstände, wie die Wiederbelebung der Werbetätigkeit, der Wiederbeginn besserer Exportmöglichkeiten, die Reichstagswahlen, die Weihnachtsbediirsnisse usw., kamen der Kon- junkturbesserung zugute. Eine nicht minder erfreuliche Erscheinung, die mit der Konjunkturbelebung zusammenhängt, ist die Unterbringung der Arbeitslosen im Buchdruck- und Zeitungsgewerbe, sowie das Aus- Hören der sogenannten Kurzarbeit (Kurzarbeiter sind Arbeiter, die weniger als die normale Arbeitszeit von wöchentlich 48 Stunden ar beiten). Nach den statistischen Erhebungen des frcigewerkschaftlichcn Verbandes der Deutschen Buchdrucker, der im Jahre IMS gegründet wurde und gegenwärtig rund 72 888 Mitglieder zählt — wohl über 8V?? aller Buchdruckergehilsen —, waren im Monat November nur noch 435 Arbeitslos« vorhanden lim Monat Oktober V3V). Während im Monat Oktober noch 127 Kurzarbeiter ermittelt wurden, waren im November überhaupt keine Kurzarbeiter mehr vorhanden. Es ist auch zu berücksichtigen, daß eine etwaige Arbeitslosigkeit sich wohl nur in den wenigsten Fällen über einen ganzen Monat erstreckt l meist wird es sich um eine kürzer« Dauer der Arbeitslosigkeit Handeln. Im Interesse aller Angehörigen des Buchdruck- und Zeitnngsgewcrbes — Prinzipale wie Gehilfen — ist gewiß zu wünschen, daß diese zu friedenstellende Konjunktur nicht von kurzer Dauer ist, sondern sich noch recht lange behauptet. Auch in den übrigen Zweigen der graphi schen Industrie ist bis jetzt eine gute Konjunktur zu verzeichnen, nicht minder in der gesamten Druckmaschinenindustrie, in den Setzmaschinen fabriken, in den Schriftgießereien, in der Buchbindereimaschinen- Jndustrie usw. Teilweise ist sogar Hochkonjunktur anzutrefsen, sodaß längere Lieferungsfristen ausbedungen werden. Die Bugra-Hevbstmeifse in Leipzig bot dem graphischen Fach mann willkommene Gelegenheit, manche Neuerungen aus inaschinentechn'ischem Gebiet in Augenschein zu nehmen. Wesent liche Fortschritt« hat auch, wie bereits erwähnt, der Offseb- und Tiefdruckmaschinenbau aufzuweisen. Wenn nicht alles trügt, so steht beiden Druckverfahren noch eine aussichtsreiche Zukunft bevor. Sehr zahlreich sind z. B. die Beilagen für Zeitungen und Zeitschriften, die mittels dieser Verfahren bereits hergestellt werden und allgemeinen Anklang finden.- Die Druckprei s e erfuhren im Laufe des Jahres zweimal Er höhungen. Beim Jahresbeginn war noch die 8. Ausgabe des Preis- tariss maßgebend (brauner Preistarif). Derselbe erfuhr am 31. Mai des vorigen Jahres eine Erhöhung von ISA. Im Juni 1924 erschien die wieder aus Goldmarkpreisen aufgebaute 7. Ausgabe des Deutschen Buchdruck-Preistarifs. Di« Sätze desselben setzen sich aus der Tei lung der vor diesem Tariß gültigen 6. Ausgabe (»brauner Tarif») durch den Divisor 20 einschließlich des vorhin erwähnten Zuschlages von 10A zusammen. Seit 1. November 1824 sind auch die Sätze der 7. Ausgabe (»blauer Tarif») um 10?? erhöht worden. Die L o h n « n tw i ck l u n g im deutschen Buchdruckgewerbe zeigt seit der Einführung der Rentenmark (November 1823) folgendes Bild: Vom 10. November 1823 ab wurden erstmalig wieder Goldlöhnc ge zahlt, und zwar vom 10. bis 18. November 25 Mark in der Spitze; vom 17. November 1823 bis 28. März 1824 betrug der Spitzenlohn (den nach dem bis 31. Januar 1825 gültig gewesenen Lohntarif ver heiratete Gehilfen über 24 Jahre in Orten mit 25?? Ortsznschlag erhielten) 27 Mark, vom 28. März bis 2. Mai 38 Mark, vom 3. bis 30. Mai 31.50 Mark, vom 31. Mai bis 31. Oktober 33.80 Mark und ab 1. November 48 Mark. Es hat also im vergangenen Jahre eine viermalige Lohnerhöhung stattgefundcn (von 27 aus 38 Mark, von 30 aus 31.58 Mark, von 31.58 auf 33.88 Mark und von 83.80 aus 40 Mark). Die letzte Lohnerhöhung (ab 1. November) war ferner mit einer ein maligen Sonderzahlung von 8 Mark für die verheirateten männlichen Arbeitnehmer und von 8 Mark für die ledigen Arbeitnehmer (ein schließlich der Lehrlinge) und der weiblichen Arbeitnehmer verbunden. Ein« Staffelung dieser Sonderzulagen nach unten (wie bei den Löhnen) fand nicht statt. Das deutsche Buchdruckgewerbe verlor im Jahre 1824 einige be-! sonders markante Persönlichkeiten. Am 12. Juli verschied im 67. Le-! bcnsjahre Geheimer Kommerzienrat Georg W. Büxenstein, der Börsenblatt f. den Deutschen Buchhandel. 92. Jahrgang. Vater der Deutschen Buchdrucker-Tarisgemeinschast und ehemaliger Präsident derselben. Der Verstorbene war viele Jahre Vorsitzender des Vereins Berliner Buchdruckeretbesitzer und ein überaus rühriges Mitglied des Deutschen Buchdrucker-Vereins. Am 18. Oktober starb im 56. Lebensjahre vr. Robert Faber, Buchdruckeretbesitzer und Verleger der »Magdeburgtschen Zeitung», Ehrenpräsident des Vereins Deutscher Zeitungs-Verleger. Von 1912 bis 1921 war er Vorsitzen der dieses Vereins. Im hohen Alter von 95 Jahren starb am 18. No vember zu Kloster Oberzell bet Würzburg Friedrich v. König, bis 1904 Seniorchef der Firma König L Bauer in Würzburg, zweiter Sohn von Friedrich König, der zu Anfang des vorigen Jahrhunderts die Schnellpresse erfand. Unerwartet starb am 8. Dezember tm 51. Le bensjahre Stadtrat Hans Heenemann, Vorsitzender des Deut schen Buchdrucker-Vereins und Ehrenmitglied des Vorstandes des Vereins Berliner Buchdruckereibesitzer. Der Verstorbene war an der Spitze einer deutschen Buchdruckereibefitzer-Delegation nach Slmerika gereist und war erst wenige Tage von dieser anstrengenden Reise zurück- gekehrt, als ihn eine schwere Krankheit heimsuchte, die sein Ableben hcrbeisührtc. Die in den Vorkriegszeiten so guten Beziehungen des deutschen graphischen Gewerbes zu Amerika haben ohne jeden Zweifel eine nachhaltige Förderung erfahren durch die vorhin erwähnte, vom Deutschen Buchdrucker-Verein in das Land der unbegrenzten Möglich keiten entsandte Delegation, die dort den in den Tagen vom 15. bis 18. Oktober in Chicago staitgefundenen Kongreß der amerikanischen Buchdruckeretbesitzer (llnüsä Iz-potdeias ok Lmorica) besucht! und die herzlichste Aufnahme fand. (Siehe den Bericht im Bbl. Nr. 28.) Ludwig Lunz: Die oberfränkischer» Dichtungen und Dichter mit besonderer Beachtung Bambergs. Ein Literaturbild. 1824. Gr. 8°. 122 Seiten. G. Köhler, Frankenverlag, Wunstedei. Mk. 2.50. Obersranken umfaßt das nordöstliche bayerische Gebiet mit den bemerkenswerten Ortschaften Bamberg, Bayreuth, Koburg, Kulm bach, Wunsiedel u. a., Namen also, die in der Geschichte, Kultur- und Literaturgeschichte oft Vorkommen und eine Rolle spielen. Der Landstrich und seine historischen Persönlichkeiten sind deshalb auch oft zu Helden oder zum Gegenstand von Erzählungen, Dramen und Dichtungen gemacht, ebenso Land und Volk von Oberfranken, wenn auch in geringerem Maße. In Lunz ist nun ein warmer Freund seiner oberfränkischcn Heimat erstanden, der den Spuren in Dichtung und Sage bis in die ältesten Zelten zurück nachgegangen ist. Es gehört ein großer Sammeleifer, unverdrossener Lesemut sowie gute Kenntnis heimatlicher Geschichte und Landeskunde dazu, um die Be handlung oberfränkischer Personen, Gebiete und Ereignisse in der unermeßlichen Literatur aufzusinden. Lunz hat nun einen weit gehenden Spürsinn entwickelt — in Adols Wilbrandts Roman »Ein Mecklenburger» z. B. wird entdeckt, daß der Held am Schluß sich ein Gut iu der Nähe Bambergs lausen wird! — und in der ersten Ab teilung seines Buches aus 62 Seiten eine recht große Anzahl von Schriftstellern und Büchertiteln beigebracht und teilweise kritisiert, die sich irgendwie mit seiner Heimat beschäftigen. Ohne Zweifel ein dankenswertes Material für die Lokal- und Literaturgeschichte. In der zweiten Abteilung werden die Schriftsteller aufgezählt, die in Obersranken geboren sind oder dort gelebt haben. Namen-, Ort schafts- und Sachregister beschließen das interessante Werk, das als Unikum in der Literaturgeschichte lange vereinzelt bleiben und seinen Wert behalten wird. Der Fernstehende wird schwer in der Lage sein, bei dem Spür sinn des Verfassers seinem Wunsche folgen zu können und Ergän zungen bciznbringen. Vermißt haben wir die köstliche Kriegswirt- schaftsgeschichte »Michel, Die Geschichte von der Butter» (Langen, Mün chen), bi« von Hans Raithel ist. Manche Kritik des Verfassers ist frisch und fröhlich, etwas eigenartig die über Wilhelm Jensens Romane »Die fränkische Leuchte« und »In majorsm Del Cloriam». Stilistisch seien beide ein Ulk. Wir wollen Jensens Sti! in manchem seiner Bücher, die schnell zwecks Broterwerb entstanden sind ober in denen er seinem krausen Humor und seinen Sonderlingen zu sehr nachgeht, hier nicht verteidigen, halten es jedoch kaum für denkbar, daß ein Verleger diese beiden recht dicken Bände nacheinander bringt, wenn sie stilistisch ein Ulk sind. S. 285
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