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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.04.1897
- Strukturtyp
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- Band
- 1897-04-27
- Erscheinungsdatum
- 27.04.1897
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- Deutsch
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3090 Nichtamtlicher Teil. IS 95, 27. April 1897. Wissen, für die intellektuelle Kultur nur durch den Wert der Buchdruckcrkunst selber übertroffen wird. Allein wir haben hier auch zu fragen, wie es bei dieser Entwicklung um die Kunst steht. Es leuchtet unschwer ein, daß die Fertigkeit im Faksimi lieren nicht gleichbedeutend ist mit selbständiger graphischer Kunst, ja ihr oft geradezu widerspricht. Es ist wohl ein Verdienst, ein Oelgemälde durch Druck aus Papier täuschend nachzubitden; aber es ist ein technisches Verdienst, kein Ver dienst der frei schaffenden Kunst. Die Chromolithographie sucht ihre Technik so zu verfeinern, daß sie der Laie nicht mehr als Druck erkennt, sic sucht also ihre Technik zu verbergen und wird zum Surrogat. Das wirkliche Kunstwerk aber ist erst dann vollkommen, wenn es auch in der Technik echt ist, indem es seine spezielle Technik zu künstlerischen Wirkungen zu benutzen sucht und künstlerisch auch zur Geltung zu bringen vermag. Darum, weil man dies erkennt und ein Gegengewicht gegen die moderne Faksimile-Illustration sucht, werden z. B. die modernen graphischen Originalarbeiten, z. B. die Künstler- Lithographieen so freudig begrüßt, desgleichen Plakate, die mit wenigen Farben und einfachsten Mitteln künstlerische Wirkung anstreben. Man wird daher in der Buch-Illustration, soweit es sich um Kunst, nicht um Wissenschaft handelt, nicht die faksimilierte Nachbildung eines dem Buchdruck fremden Originals, sondern künstlerische Originalschöpsungen mit unverschleierter Benutzung der neueren Techniken als Ideal anzusehen haben. Durch die modernen Tonbilder entstehen dem Buchdruck unserer Zeit nicht geringe Schwierigkeiten. Wir haben ge sehen, wie verwandt der alte Linien-Holzschnitt dem Typen bilde war; weniger wesensgleich war schon der Linien- Kupferstlch. Die modernen Illustrationen, die ganz aus Tönen bestehen, sind aber in den Satz, der doch gewissermaßen als Linienzcichnung wirkt, sehr schwer künstlerisch zu verar beiten. Wirken sie doch meist als Flecke und Massen. Nur durch Abwechslung in den Tönen und vorzüglichen Satz und Druck ist eine Art von Harmonie zu erzielen. Hierfür können z. B. einige französische Werke mit Heliogravüren und amerikanische Drucke mit Autotypiecn als Muster dienen. Die volle künstlerische Harmonie zwischen Text und Illustration oder Ornament läßt sich eben am besten durch in Holzschnitt oder wenigstens Slrichmanier ausgesührten Buchschmuck > er zielen. Das haben die großen englischen Illustratoren Walter Crane, Morris u. a. klar erkannt und entschlossen verwertet. Alle ihre Ornamente und Illustrationen sind in Strich- holzschintl oder Strichätzung reproduziert und deshalb der Type stammverwandt. Hierauf beruht das überraschende, ja unerhörte Ausblühen der englischen und amerikanischen Buchdekoraüon. Ein zweiter, sachlicher Grundsatz kommt hinzu. Man verhehlt sich in vielen Kreisen längst nicht mehr, daß die sogenannte künstlerische Illustration, wie sie in den zahl reichen Prachlwcrlen, in illustrierten Klassikern rc. vertreten ist, sich von den Wegen der Kunst mehr und mehr entfernt hat. Statt den Text zu umspielen und zu erläutern, hat sie sich häufig so breit gemacht, daß der Text erdrückt worden und zur Nebensache herabgesunken ist. Selbst bei den zartesten Poesicen hat sich oft der Illustrator zwischen Dichter und Leser gedrängt und dem letzteren Bilder auf- gedrängt, die dessen eigene Auffassung und Phantasie lähmen. Aus diese Weise sind nach und nach die illustrierten Klassiker-Ausgaben mehr ein Hemmnis denn eine Förderung für das Verständnis der Litteratur geworden. Auch hier setzt die moderne Bewegung ein. Wir wünschen keinen Mittler zwischen uns und dem Dichter. Dagegen werden wir dem Künstler dankbar sein, wenn er uns den Genuß des Lesens erhöht. Er möge das Dichterwort gleichsam musikalisch, Stimmung anregend, be gleiten, indem er das Auge des Lesenden zu befriedigen sucht durch Gestaltung des Buchganzen zum Kunstwerk. In dieser feinfühligen Dekoration, nicht in der breitspurigen Illustrie rung, liegt die Aufgabe des Buchkünstlers. Indem er dies erkennt, wird er bestrebt sein, das Buch vornehmlich durch Kopfleisten, Schlußstücke, Initialen rc. zu schmücken, eigentliche Bilder nur an geeigneten Stellen einzufügen, so daß sie den Genuß des Lesers erhöhen, statt ihn zu stören. Auf dieses Ziel sollte die moderne Buchdekoration zu streben. Einige Firmen haben auch in Deutschland bereits den Anfang gemacht. Wir hoffen, daß auch die breiten Massen der Verleger und Drucker sich bald besinnen und energisch aufraffen möchten, damit unser deutscher Buchdruck in der gegenwärtigen Weltbewegung auch künstlerisch mit Ehren bestehe und im Jahre 1900 bei der Pariser Weltausstellung sich nicht mit dem Zeugnis begnügen müsse: »wissenschaftlich und technisch vortrefflich, künstlerisch mittelmäßig!« ?. II. Johannes Vrahms-Litteratur (mit Ausschluß der Musikalien). Der kürzlich erfolgte Tod von Johannes Brahms hat die Auf merksamkeit auf seine Werke und die Schriften über ihn und seine Schöpfungen gelenkt. Nachfolgende Zusammenstellung enthält in Buchform erschienene Arbeiten über feinen Lebensgang und seine Werke: Deiters, Her mann, Johannes BrahmS. Lex.-8". (56 S.) Leipzig 1880, Breitkopf L Härtel, 2.—. (Sammlung musikalischer Vorträge. Hrsgbr.: Paul Graf Waldersee. Nr. 23 u. 24.j — Oäseslbs. Nracluit cle l'uHsuurucl pur Ncos. II. br. 8". (100 8.) Lbsoäs, 1884. 2.—. ^— Oassslbs. L biograpbiesl elreteb. Lrow tbs Osrurao. 12". London 1887, Lieber Oncvin. 6 sb. Klingsr, Kux, Lrubwe-Lkuntusie. 41 8tiebs, liuclisrungsn uoll 8t8illrgiebnullgsn ru Ocunpositionen von lobunnse örabins. Lucl.-Op. XII. IM. (37 8.) Leipzig 1894. Lsrlin, 5 Miller L Lutbarllt. 6sb. in Lsclsr. 450.—. Nobler, Louis, llobunnes Lrabms uncl seine 8Iß!lang io clsr Nusilcgssobiobts. LI.-8". Hannover 1880? Krause, Emil, Johannes Brahms in seinen Werken. Eine Studie. Mil Verzeichnissen sämtlicher Instrumental-und Vokalkom positionen des Meisters, gr. 8". (Ilt, 107 ,S.) Hamburg 1892, LucaS Gräfe L Sillem. ^ 1.80. La Mara (Marie Lipsius), Musikalische Studienköpfe. 3. Bd. 8". (338 S.) 6. Ausl. Leipzig 1883, H. Schmidt L C. Günther. 3.50; geb. ^ 4.50. (Enthält: Jüngstoergangcnheit und Gegenwart. Charakterzeich nungen von MoscheleS, David, Henselt, Franz, Rubinstein, Brahms, Tausing.j Der Nusilctübrsr. Osoisinverstänclliebs Lrläuterungsn bsrvor- ragsnclsr Werbe aus clecn Osbists der Instrumental- unä Vokal musik. Kit rablrsiebsn Notsnbsispislsn. liecligisrt von tl. Llorio. Lrankturt a/K. 1895/96, L. Lsobbold. Lieber Kall oa. 60 Num mern 8" ä ^ —.20 erschienen, darunter von 1. Lrabms folgendes: Lrabms, lobannss. l. Lkadsmisobe Lsst-Ouvsrtürs op. 80. II. Die tragische Ouvertüre ox. 81. Lrläutsrt v. 1. 8ittard. (16 8.) 1895. (Kusiklübrer dir. 25.) — Nlavisrknnrert io L-rooll, Op. 15, erläutert, v. Oarl Lever (18 8.) 1895. (Nr. 18.) — Lonrsrt I. Violine io. Begleitung des Orebsstsrs. Op. 77. Lrläutert v. k. Leubsrgsr. (16 8.) 1895. (Nr. 36.) — Lin deutsches Leguism. Op. 45. Lrläutsrt v. Oarl Lever. (34 8.) 1895. (Nr. 40. 41.) ^ —.40. — I. Rhapsodie (ro. Lsxt) Op. 53. II. Nänis (m. Nsxt) Op. 82. Lrläutsrt voo R, Heuberger. (14 8.) 1895. (Nr. 44.) — I. 8ebioksalsliscl (ro. Nsxt) Op. 54. ll. Ossang clsr Larrsn (o>. Nsxt) Op. 89. Lrläutsrt v. 1. 8ittarcl. (18 8.) 1895. (Nr. 37.) — 8erenads k. kleines Orchester, Op. 16, erläutert v. Ivan lloorr. (25 8.) 1895. (Nr. 16.) — 8sxtstt io L-dur, Op. 18, erläutert v. Iwan Knorr. (20 8.) 1895. (Nr. 23.) — 8extstt kür 8trsiobiu8truioeots (Nr. 2, 6-clur, Op. 36). Er läutert v. Iwan Knorr. (22 8.) 1896. (Nr. 57.)
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