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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.09.1876
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1876-09-18
- Erscheinungsdatum
- 18.09.1876
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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rieth und erlosch. — 1872 etablirte die Meycr'sche Buchhandlung in Kottbus daselbst eine Filiale. Zuletzt sei noch Senftenberg, ein Städtchen von circa 2000 Einwohnern erwähnt, wo W. Erbe aus Hoyerswerda 1848 ein Filialgcschäst hinsetzte, das aber längst erloschen ist. Zur Niederschrift dieser historischen Skizze brachten mich die Denkschriften, welche das Börsenblatt über die vom Börsenverein projectirte allgemeine Geschichte des Buchhandels uns zu lesen gab. Fürwahr eine schöne Aufgabe, an deren Lösung ich aber keinen rechten Glauben habe. Sie müßte auch nicht bloß, wie die bisher vor handenen derartigen Arbeitenden Verlagsbuchhandel in ihr Bereich ziehen, sondern auch den Sortimentshandel. Für den ersteren liegt Material genug vor, für den letzteren sehr geringes, und dennoch ist er ein mächtiger Factor für die Entwickelung des literarischen Lebens. Seine innere Entwickelung, namentlich im 19. Jahrhun dert, ist uns bekannt, für seine äußere Ausdehnung bietet uns jetzt das Schulz'sche Adreßbuch das beste Material; für frühereZeiten aber fehlt uns alles, oder ist doch nur sehr dürftiges Material vorhanden. Zur Herstellung einer Entwickelungsgeschichte desselben ist meiner Ansicht nach der Weg der einzige, wenn seitens der Buchhändler Spe- cialgcschichtcn von Städten, Kreisen, Provinzen in Bezug auf Ge schichte des Buchhandels geliefert würden. Specialgeschichte ist die Mutter der allgemeinen Geschichte; für diese könnte auf diese Weise schönes Material beschafft werden, ohne solche würde eine allgemeine Geschichte des Buchhandels eine mangelhafte werden. Darum wünschte ich Nachfolger, und bessere. Es sei diese Skizze eine An regung. Ich darf mich vollständig als Autodidakt bezeichnen und bin weit entfernt ein Muster hinzustellen, gebe vielmehr nur eine Idee. Ich nahm den Kreis, den ich genauer kenne durch mein nun 47 jäh riges ununterbrochenes buchhändlerisches Leben in demselben. Leicht hätte ich meine Darstellung pikanter L la Vehse machen können und sie hätte dadurch das Trockene verloren. Ein anderer Begabterer hätte das Ganze geistiger aufgefaßt und sie dadurch interessanter gemacht. Jenes wollte ich nicht, letzteres konnte ich nicht. Eine treff liche Quelle für Specialgeschichte gibt der alte Voigtffche „Nekrolog der Deutschen" durch seine Biographien, die lange Reihe der Jahr gänge des Börsenblattes schließt sich daran an. Ein Register dieser Nekrologe wäre zu diesem Zweck eine sehr wünschenswerthe Vor arbeit; doch wer unternimmt diese? Die Handlungsgcschichten als Einleitung zu den Verlagskata logen bieten aber das schönste Material; — wären sie nur häufiger! Im Börsenblatt ist der Wunsch nach solchen Handlungsbiographien von mir und Andern nach den Vorbildern von Tempsky, Velhagen L Klasing, T. O. Weigel, Waisenhausbuchhandlung in Halle, Mühl mann rc. mehrfach ausgesprochen! Wie selten finden wir aber der gleichen! Unser verehrter College Enslin gab vor einiger Zeit die Idee, Büchergeschichten zu schreiben, und machte den Anfang mit eigenem Verlage, in höchst interessanter Weise, zur Nachahmung auffordernd, aber Niemand hat den prächtigen Gedanken ausge nommen und weitere Beiträge geliefert. So, fürchte ich, wird auch mein Einfall Wohl kaum Nachahmung und, was wünschenswert!) wäre, bessere finden. Die Geschichte der Handlung Velhagen L Klasing in dem Verlagskataloge schließt mit den Worten: „Es wäre wohl wünschenswerth, wenn auch andere Handlungen, zumal die größeren und eingreifenderen unter ihnen, Lebensbilder des Werdens und Wachsens darböten, Befreundeten zur Theilnahme, Jüngeren zur Lehre. Und sind sie mit Wahrheit versaßt, so werden sie nicht werthlos sein, wenn sie auch nur einen ganz kleinen und unscheinbaren Theil der großen Gesammtthätigkeit darstellen. Denn auch im Kleinen, ja im Kleinsten spiegelt sich das Ganze." Dieser Wunsch läßt sich auch auf die Stadt-, Kreis- und Provinzial geschichte des Sortiments- und Vcrlagsbuchhandcls nach meiner Idee anwenden. Miscellen. „Direct mit Post, Nachnahme beim Commissionär." Ein Vorschlag. — Die Weigerung vieler Verleger, an Firmen, mit denen sie nicht in regelmäßigem Verkehr stehen, directe Sen dungen zu machen, hat in zahlreichen Fällen ihre Berechtigung, da viele, ja vielleicht die meisten Firmen die Baarfacturen nicht bei Vorzeigung einlösen lassen. Der Unzuträglichkeiten und Nachlässig keiten, welche sich selbst sehr respectable Firmen in diesem Punkte zu Schulden kommen lassen, sind so viele, daß man nur widerwillig dem Wunsch um directe Sendung und Eincassirung der Baarfactur beim Commissionär nachkommt. Zur Vermeidung von bereits mehrfach durch Nichteinlösung von Facturen erlittenen Verlusten habe ich den Ausweg gefunden, den Betrag durch Postnachnahme auf dem Packet zu erheben, dem Besteller aber nur einfaches Packetporto zu berech nen. Die Mehrkosten für die Nachnahme trage ich, und sind dieselben nicht so bedeutend, daß sie nicht vom Verleger übernommen werden könnten, wenn er den Vortheil hat, sein Geld sofort und ohne Risico zu erhalten. Sämmtliche Empfänger von Palleten, die ich so ver sandte, sind damit einverstanden gewesen, da sie dadurch noch die Baarprovision des Kommissionärs ersparen, und werden letztere es ebenfalls nicht ungern sehen, wenn sie weniger Baarfacturen zum Eincassiren erhalten. Heilbronn, 13. Sept. 1876. C. F. Schmidt. Englische Bücher sind im Jahre 1875 ausgeführt: nach den Vereinigten Staaten für 269,907 Psd.St., wogegen die Einfuhr von dort nur 17,452 Pfd. betrug; nach Australien für 302,432 Pfd.; nach Frankreich für 31,59 Pfd (Einfuhr 54,295 Pfd.); nach Deutsch land für 18,363 Pfd. (Einfuhr 31,481 Pfd.); nach Holland für 22,035 Pfd. (Einfuhr 29,067 Pfd.); nach Belgien für 18,483 Pfd. (Einfuhr 16,931 Pfd.). Gesammtwerth der ausgeführten englischen Bücher ward 916,351 Pfd. gegen 904,792 Pfd. im Jahre 1874. Aus dem Reichs-Postwesen. — Das kaiserl. General- Postamt hat hinsichtlich des Einlegens von Briefen in die nach Frankreich bestimmten Geld- und Packereisendungen nach stehende Bekanntmachung erlassen: „In den in Frankreich aus Deutschland eingegangenen Packereisendungen sind seitens der französischen Zollbehörden bei der zollamtlichen Revision in letzter Zeit häufig Briefe oder sonstige Mittheilungen, welche die Eigen schaft von Korrespondenzen hatten, vorgefunden worden. Zur Fern haltung von Nachtheilen wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Einlegen derartiger Schriftstücke in die nach Frankreich bestimmten Packereisendungen gegen die französischen Postgesetze verstößt und Zuwiderhandlungen die Einleitung des Strafverfahrens in Frank reich zur Folge haben." Personalnachrichtcn. Am 13. ds. feierte der älteste Chef der Breitkopf L Härtel'- schen Buchdruckerei hier, Herr Stadtältester Raymund Härtel, sein fünfzigjähriges Buchdrucker-Jubiläum, wozu demselben aus den betreffenden Kreisen vielfache Beweise der Liebe und Hochschätzung dargebracht wurden.
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