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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.02.1876
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1876-02-09
- Erscheinungsdatum
- 09.02.1876
- Sprache
- Deutsch
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- Zeitungen
- Saxonica
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Erscheint Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel und die mit ihm verwandten Beiträge für daS Börsenblatt sind an die Geschäftszweige. kkigenthum dri BörsendereinS der Deutschen Buchhändler. ^7 32. Leipzig, Mittwoch den 9. Februar. 1876. Nichtamtlicher Theil. Tic Buchhändler und Buchdrucker in der „Allgemeinen Deutschen Biographie". IV.*) 27) Berger: Peter B., Buchdrucker aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, der in Augsburg iu den Jahren 1486—89 thätig war. Aus seiner Ossicin ist nur Weniges ans unsere Zeit gekommen, zu nennen ist davon: „Leben der Allvater", „Spiegel menschlicher Behaltnuß", 1488—89. 28) Bettuch: Friedrich Justin B., hervorragender Buch Händler und Schriststcllcr, geb. 30. Sept. 1747 in Weimar, ge storben ebendaselbst 30. April 1822. B. stndirte zuerst in Jena Theologie, nachher die Rechtswissenschast und übernahm im 1.1769 das Amt eines Erziehers der beiden Söhne des Freiherr» Bachos von Echt, früheren dänischen Gesandten in Spanien. Durch diesen wurde B. mit der spanischen Sprache bekannt und zu einigen lieber setzungen verschiedener Meisterwerke der spanischen Literatur in das Deutsche veranlaßt, von denen der Don Quixote von Cervantes mit der Fortsetzung von Avellaneda, Leipzig 1775—76, 6 Bände, de» meisten Anklang sand. 1775 zum Gehcim-Sccretär des Herzogs Karl August ernannt, unterhielt B. als solcher die intimsten Bezie hungen zu den hervorragendsten Größen jener berühmten Litera turepoche, wie Goethe u. A.; er war auch Mitarbeiter an Wieland's Deutschem Merkur und eutwars, zusammen mit Wieland und Schütz, den Plan der „Jenaischen allgemeinen Littcraturzcitung", welche 1785 ins Leben trat, und deren eifrigster Mitarbeiter B. bis 1805 war. Jm J. 1789 gründete er in Weimar das „Industrie-Comptoir", in der Absicht, vermittelst dessen die verschiedensten Erzeugnisse vaterländischer Industrie nach auswärts zu vertreiben; dieser groß gedachte Plan scheiterte jedoch an der Ungunst der Verhältnisse, so daß B. sich bald genöthigt sah, die Thätigkcit seines Institutes lediglich auf den Vcrlagsbuchhandel, als eine von zeitlichen und örtlichen Verhältnisse» ziemlich unabhängige Industrie, zu beschrän ken. Ans dem Staatsdienste 1802 ausgetreten, widmcteB.nunmehr seine ganze Kraft dem Buchhandel, nahm für seine Anstalt die Firma „Landes-Jndustric-Comptoir" an, zweigte 1804 eine beson dere Abtheilnng unter der Firma „Geographisches Institut" davon ab, und leistete nun, namentlich aus dem Gebiete der Geographie und der Kartographie, als Verleger ganz Hervorragendes. Der von ihm ins Leben gerufene große Wciland'schc Atlas steht heute noch in wohlverdientem Ansehen, die in den Jahren 1798—1824 von B. im Verein mit Zach, Gasparini, Ehrmann u. A. heraus gegebenen „Geographischen Ephcmcriden" haben der Wissenschaft viel genützt, auch hatte das von ihm 1790 begonnene bedeutende pädagogische Unternehmen, das „Bilderbuch sür Kinder", 12 Bände in Quart, mit 1185 color. Kupfertascln, beim Erscheinen einen großen Einfluß, den es lange behauptet hat. Schließlich sei auch noch erwähnt, daß B.dic erste deutsche Modenzeitung gegründet hat, das von 1786 —1827 erschienene „Journal des Luxus und der Moden", ein Blatt, welches heute »och als Spiegelbild von Kultur und Sitte ans der Zeit der französischen Revolution und des Kaiser reiches ein Interesse beanspruche» kann. Mühlbrccht. Die Verwaltung des Landes-Jndustrie-Comptoirs hatte B. bereits im I. 1818 in die Hände seines Schwiegersohnes Ludwig Friedrich v. Froriep (geb. 1779, gest. 1847) gegeben. Dieser hatte in den Jahren 1801 — 1814 nach einander in Jena, Halle und Tübingen die Professur der Chirurgie und Geburtshilfe, von 1814—16 die Stelle des königlichen Leibarztes zu Stuttgart be kleidet und war von letzterem Orte nach Weimar übcrsicdclnd hier in die Stellung eines großhcrzogl. Obcrmcdicinalrathcs eingctreten. Er leitete das Verlagsgcschäst und Geographische Institut 27 Jahre hindurch, setzte die von B. gegründeten periodisch erscheinenden Werke sott, wie: die „Geographischen Ephemcriden" bis 1832, die „Bibliothek der Reisebeschrcibungen" bis 1835, das „Gartcn- magazin" bis 1828 re., und rief zahlreiche neue literarische Unter nehmungen ins Leben, unter welchen hervorzuhebcn sind: die „Chirurgischen Kupfertascln", die „Klinische Handbibliothek", daS „Chemische Laboratorium", die „Universal-Pharmakopöc", der „Handwerker und Künstler" und ganz besonders die „Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde". Gleichwohl zeigte es sich, daß Froriep mehr Gelehrter als Kaufmann war, und als er im I. 1845 schwer erkrankte, sah sich sein Sohn Robert Froriep (geb. 1804, gest. 1861) genöthigt, seine Lansbahn in Berlin, wo er seit 1832 Professor an der Universität und seit 1833 als Medicinal- rath in der wissenschaftlichen Deputation des Ministeriums der Mcdicinal-Angelegcnheiten war, abzubrcrhen und das in schwie rigen Verhältnissen befindliche Landes-Jndustric-Comptoir zu übernehmen. Sein ganzes Streben ging nun dahin, das Geschäft ohne Verlust sür Andere zu veräußern, und dies gelang ihm im I. 1855. Aber auch unter der Leitung der verschiedenen namhaften Firmen, an welche die Anstalt nach einander überging, erhob sie sich nicht wieder zu der früheren Höhe und Bedeutung, sie wurde parccllirt und heute besteht nur noch das Geographische Institut, welches seit dem I. 1868 sich im Besitze des Ur. C. Arndt befindet und an diesem einen sehr tüchtigen Direktor erhalten hat. A. Froriep. 29) Besser: Johann Heinrich B., Buchhändler, geb. zu Quedlinburg am 1. Nov. 1775, ch.g.Dee. 1826 in Hamburg. Sein Vater, ein Geistlicher in Quedlinburg, hatte eine starke Familie; um den Söhnen einen guten Unterricht geben zu können, nahm er ! junge Ausländer zur Erziehung ins Haus, und so kam unser B. mit 64 ") III. S. 1875, Nr. ISV. Dreiundvierzigster Jahrgang.
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