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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1878-11-18
- Erscheinungsdatum
- 18.11.1878
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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268, 16. November. Nichtamtlicher Theil. 4647 maleret hinzugefügten Mittheilungen ein nicht minder großes Inte resse der Leser für sich in Anspruch zu nehmen geeignet sind. Was zunächst das Werk als Preßerzeugniß an sich betrifft, so fordern der von der Zollikofer'schen Buchdruckerei besorgte, höchst geschmackvolle Text sowohl, welchem Holzschnitte — Initialen und Schlußvignetten nach Mustern anderer mit dem L8uItsriuillL.ur6airl gleichzeitiger Handschriften von St. Gallen, sowie von Handschriften der königl. Bibliothek in Bamberg, der königl. Hof-und Staats bibliothek in München, der Arsenal- und National-Bibliothek in Paris und des Domes zu Worms — eingedruckt sind, als die in der Lithographischen Anstalt von I. Tribelhorn in St. Gallen herge stellten sauberen Tafeln — Facsimiles von Initialen und Bilder gruppen aus dem Lsaltsriuw ^ursuw — unsere volle Bewunde rung. Es ist alles geschehen, was die Typographie und der Kunst druck leisten können, um dem Werke eine seinem inneren großen Kunstgehalte würdige äußere Gestalt zu geben. Was sodann den Inhalt des Werkes anlangt, so sind es vor allem die 18 Tafeln, welche die Aufmerksamkeit der Beschauer auf sich ziehen: sie bringen einen Theil der Miniaturmalereien zur Anschauung, mit denen die kostbare, aus dem 9. Jahrhunderte stammende St. Gallische Handschrift der Psalmen in reichem Maße geschmückt ist. Zu bedauern bleibt zwar, daß der Historische Ver ein, der nach Scherrer's Mittheilung in seinem „Verzeichnisse der Handschriften der Stiftsbibliothek von St. Gallen" die Absicht gehabt hatte, eine Nachbildung sämmtlicher Gemälde des Codex in Farbendruck herauszugeben, diesen seinen Plan nicht zur Ausfüh rung gebracht, sondern die Nachbildung nur auf eine Auswahl der Miniaturen beschränkt hat; indessen bleibt immerhin auch schon die bloße Auswahl sehr dankenswerth, da sie den Standpunkt der Kunst im St. Gallischen Stifte zu damaliger Zeit hinreichend erken nen läßt. Die Handschrift stammt entweder aus der Zeit des Abtes Hartmut (872—883), von dem berichtet wird, daß er Bücher „mit Gold, Silber und Edelsteinen geschmückt" habe abschreiben lassen, oder schon aus der Zeit von dessen Vorgänger, des Abtes Grimald (841 — 872), des Erzkanzlers des Königs Ludwig des Deutschen und eines der ersten Gelehrten des Reiches der Karo linger, von welchem gerühmt wird, daß er St. Gallens ruhmvollste Epoche — das goldene Zeitalter für Künste und Wissenschaften, welches bis in die Mitte des 11. Jahrhunderts hinein gedauert hat — eröffnet habe. Unter Grimald's Regierung bildete sich im Stifte eine Art Akademie wissenschaftlich hochbegabter und kunst sinniger Männer, welche die St. Gallische Schule zu einer der ersten des Reiches erhoben, und Werke ins Leben gerufen haben, die noch jetzt in ihren Ueberresten die höchste Bewunderung erregen. Nach einer der Handschrift später beigeschriebenen Notiz soll der Codex das Werk des Mönches Folkart (Folchard) sein; diese Notiz dürfte jedoch insofern einem gerechten Zweifel unterliegen, als der Charakter der Bilder und Initialen dieser Handschrift von dem der Miniaturen eines anderen Psalmencodex, welchen Folkart nach weislich gefertigt hat — denn es findet sich darin von ihm selbst eingeschrieben: ,,8uoo praaooptorw Hurtmoti z'usss. ssouiuo Uol- obarckus stuclait, rits patrurs librurn" — augenscheinlich abweicht. Bilden nun auch die 18 Tafeln dem Titel des Werkes nach den Hauptinhalt desselben, so spielt gleichwohl der den Tafeln vor angestellte „Beitrag zur Geschichte der Karolingischen Miniatur malerei" keineswegs eine untergeordnete Rolle, weil er es ist, der den Werth der auf den Tafeln zur Veranschaulichung gebrachtenMinia- turen auch erst zur richtigen Geltung bringt, und nachweist, auf welcher niedrigen Stufe vor Karl's des Großen Zeiten die Minia turmalerei, wie anderwärts, ebenso in St. Gallen sich befunden habe, und wie dann fast mit einem Male in dieser Kunst ein gänz licher Umschwung zum Bessern eingetreten sei. „Die Ausstattung aller bisherigen Werke," schreibt Rahn, „die muthmaßlich in St. Gallen geschaffen wurden, ist von untergeordneter Bedeutung. Die Zahl der Initialen ist gering, ebenso ihre Größe im Verhältnisse zum Text. Die Phantasie ist beschränkt, der Formensinn noch un entwickelt. Figürliche Compositionen gehören zu den seltenen Aus nahmen, und wo solche Vorkommen, sind sie roh und ungeschlacht. Die Technik ist mangelhaft, die Zeichnung unsicher, von Malerei kann fast nicht die Rede sein. Was ferner den Stil dieser ältesten Schriftverzierungen charakterisirt, das ist die Zaghaftigkeit der Ornamentik, ein Schwanken zwischen den mannigfaltigen Rich tungen, wie man sie in den Werken fränkischer, longobardischer und irischer Herkunft kennen gelernt hatte. Nirgends, soweit sich ein Rückschluß aus datirten Handschriften fassen läßt, ist vor Grimald's Zeit eine feste Richtung zu constatiren, ein Anlauf zu den lebensvollen und kräftigen Gebilden, wie sie die Kunst der westfränkischen Kalli graphen schon seit dem zweiten Decennium des 9. Jahrhunderts genommen hatte. Unvermittelt und ganz mit einem Male tritt eine neue Richtung in drei biblischen Handschriften auf, die nachweisbar unter Grimald entstanden sind. Die Initialen, welche diese Hand schriften schmücken, bezeichnen einen gänzlichen Bruch mit dem bis herigen Stile der artistischen und kalligraphischen Ausstattung." Wie rasch dann und in welchem Maße der Umschwung der ornamentalen Kunst zum Bessern in der St. Gallischen Schule vor sich gegangen war, davon gibt das ksulteriuiu Larsuw, welches nicht lange nach jenendrei Handschriften entstanden ist, das offenkundigsteZeugniß. Mit Recht nennt Rahn einige der Initialen dieses Psalters „einzig in ihrer Art". Zudem scheinen alle Ornamente selbständige Erfindungen eines St. Gallischen Künstlers zu sein; und wenn man in einzelnen deutschen Handschriften des 9. und lO.JahrhundertsStilähnlichem begegnet, so hält es Rahn nicht für allzu gewagt, daraus den Schluß zu ziehen, daß dies dem Einflüsse der weithin berühmt gewordenen St. Gallischen Schule zuzuschreiben sei. I. Petzholdt. Was ist Schleudern? Diese Frage soll nach den Intentionen des Börsenvereins- Vorstandes von den ins Leben zu rufenden Orts- und Gau-Ver einigungen berathen werden; jeder Verein soll sich äußern, „was innerhalb seines Bereiches mit Berücksichtigung der localen und Provinziellen Verhältnisse als Schleuderei, mithin als gefährlich für den Weiterbestand des soliden Sortiments auf seitheriger Basis anzusehen ist". Wir wissen nicht voraus, in welcher Weise die verschiedenen bereits vorhandenen und infolge der gegebenen Anregung sich etwa noch bildenden Vereine (was geschieht Wohl, wenn keine zu Stande kommen?) sich über die Frage aussprechen werden, doch scheint es, daß in dem einen Punkte alle Stimmen gleich lauten dürften, welchen auch bereits die Eisenacher Conferenz festgestellt hat: „Schleuderei ist u. a. jede öffentliche Ankündigung eines nicht anti quarischen Buches zu einem niedrigeren als dem Ladenpreise". Nachdem dieser Grundsatz von der maßgebenden Notabelnversamm- lung verkündet worden ist, und im Hinblick auf die voraussichtliche Einhelligkeit der abzugebendcn Vereinsstimmen darüber, will es uns scheinen, als sollte von Seiten der Herren Verleger nicht ge zögert werden, diesem Grundsätze sofort Geltung zu verschaffen. Der Stuttgarter Verlcgerverein hat in dieser Richtung bereits vor der Eisenacher Conferenz einen dankenswerthen Anfang gemacht, ebenso Hr. Spanier, und es sind auch schon günstige Erfolge dieser Anfänge an verschiedenen Orten thatsächlich nachweisbar; — möch ten also doch alle anderen Verleger, insbesondere die größeren, recht rasch das Gleiche thun, sei es corporativ oder jeder für sich, die wohlthätigen Wirkungen würden sich schon im diesjährigen Weihnachtsgeschäfte zeigen. Gerade das Weihnachtsgeschäft bietet 638*
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