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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.05.1872
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1872-05-14
- Erscheinungsdatum
- 14.05.1872
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18720514
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Das vomBundesrath in Aussicht genommene, mit lebhaftem Verlangen ersehnte Reichsprcßgesetz ist wider Erwarten dem jetzt znsammengetretenen Reichstage noch nicht vorgclegt und wir dürfen dessen Vorlage erst in der nächsten Session erwarten. Die Aufhebung derZeitun gsst euer und des Kalender st emp el s steht leider für die nächste Zeit noch nicht bevor. Mit besonders lebhafter Freude haben wir Alle die wesentlichen Erleichterungen zu begrüßen gehabt, welche das General- Postamt des Deutschen Reiches in letzter Zeit gerade dem Postverkehr des deutschen Buchhandels hat zu Theil Werden lassen, und durch welche der buchhändlerische Verkehr bedeutend gefördert wird; ich nenne von solchen neben der Erweiterung des Maximalgewichtes für Kreuzbandscndungen bis zu 1 Pfund hauptsächlich die Einführung der 4 Pfennig-Bücher-B est ellzettel, zu deren Einrich tung mitgewirkt zu haben mir zu einer besonderen Befriedigung gereicht. Dem nicht ermüdenden Bestreben des Reichs-Postamtes, dem postalischen Verkehr immer weitere Erleichterungen und Vereinfachungen zu schaffen, gebührt unsere volle Anerkennung. — Auch der Buchhandel erfreut sich des Aufschwunges, welchen nach dem Frieden das gesammte gewerbliche Leben Deutschlands genommen hat; der Bedarf deutscher Literatur in den mit dem Vaterlande nun wieder vereinten deutschen Ländern wird der Verbreitung und dem Absätze deutscher Literatur immer mehr und mehr zu Statten kommen. Wenn auch die so bedeutend gesteigerten Herstellungskosten unserer Producte auf die Bücher-Preise nicht ohne Einfluß blei ben können, so brauchen wir bei dem allgemein sich hebenden Wohlstand in Deutschland doch nicht besorgt zu sein, daß der Absatz deut scher Bücher, für welche auch im Auslände der Markt ein immer größerer wird, werde geschädigt werden. — Die große Zahl bnchhändlerischer, vielfach eigenartiger Etablissements, welche, seitdem der Buchhandel ein freies Gewerbe geworden, entstanden sind, ist zwar auf die Gesammtentwickelung des deutschen Buchhandels nicht ohne Einfluß geblieben, das an den Tag getretene Bcdürfniß dieser Etablissements, dem Organismus des deutschen Buchhandels sich cinzureihen, darf uns aber Bürge sein, daß — welche Veränderung dieser auch erfahren wird, die Befürchtung seines Einsturzes nicht begründet ist. Wir werden diesen nothwendigen Veränderungen offenen Auges und mit der Sicherheit und Klugheit entgegensetzen, welche LieBedürfnisse einer neuen Zeit nicht lediglich nach denen einer vergangenen beurtheilt. Ob und in welcher Weise die in anderen Handels und Productioszweigen in jüngster Zeit behufs eines umfassenden und großartigen Geschäftsbetriebes zusammengetretenen zahlreichen Associationen auf die Gestaltung des Buchhandels von wirklichem Einflüsse werden, müssen wir abwarten. — Ein Bild von der äußerlichen Thätigkeit des Vorstandes im abgeschlossenen Jahre gibt Ihnen die Mittheilung, daß die Registrande einen Eingang von zusammen 548 Nummern nachweist, darunter 40 Gesuche um Aufnahme, 63 Verpflichtungen, 53 Zu schriften und Umläufe vom Vorsteher u. s. w. Indem ich schließlich den letzten Jahresbericht unseres Unterstützungsvereins vorlege, darf ich ans den besonderen Fonds zur Unterstützung der durch den Krieg von 1870—1871 Geschädigten Hinweisen, welcher durch die im vorigen Jahre von dem Börsenverein demselben überwiesenen 2000 Thlr., wie durch weitere reiche Gaben anderer Wohlthäter, zu einem Capital von 5000 Thlrn. angewachscn ist, das — wie der Jahresbericht sagt — dem Unterstützungsverein die beruhigende Gewißheit gewährt, daß nach dieser Richtung hin der Dank des gestimmten deutschen Buchhandels auch in Zukunft abgetragen werden kann. Der Herr Vorsteher fügte dem Jahresberichte noch die Mittheilung bei, daß vorgestern das unten folgende Schreiben der Kaiserlichen Universitätsbibliothek zu Straßburg an den Vorstand gelangt sei, welches den Dank der Bibliothek für die reichen Gaben des deutschen Buchhandels ausspricht, und daß ferner der Vorstand mit einer Einladung zu der Feier der Eröffnung der Univer sität Straßburg beehrt worden und der Vorsteher derselben Folge leisten werde. Kaiserliche Universitäts-Bibliothek. Straßbnrg, den 24. April 1872. An den Vorstand des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler in Leipzig. Hochverehrte Herren! Der Umstand, daß der hochverehrliche Vorstand des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler am 28. d. Mts. zu einer Generalversammlung Zusammentritt, bietet dem unterfertigten Vorstande der kaiserlichen Universitäts- und Landesbibliothck die erwünsch teste Gelegenheit, die Gefühle seines innigsten Dankes zum Ausdruck zu bringen. Die außerordentliche Theilnahme an der Neubegrün dung der hiesigen Bibliothek, welche der gesammte deutsche Buchhandel — dem ruhmvollen Vorgang der Koryphäen desselben folgend — fort und fort bethätigt, hat bereits die bedeutendsten Erfolge erzielt, auf die Sie, hochverehrte Herren, mit Freude und Stolz Hinblicken können; sie hat auch außerdeutsche Standesgenossen und gelehrte Korporationen veranlaßt, uns thatkräftige Unterstützung zu gewähren. Nehmen Sie unfern wärmsten und herzlichsten Dank für diese schöne nationale That, in der die Geschichte eine glänzende Manifestation jener edeln deutschen Gesinnung verzeichnen wird, welche zu jeder Zeit dem deutschen Buchhandel in hervorragender Weise eigen war. Möge Sie das Bewußtsein lohnen, durch diese der deutschen Wissenschaft in den Reichslanden dargebrachten Opfer zugleich die Interessen des deutschen Volkes in der dankenswertesten Weise gefördert zu haben. In ausgezeichneter Hochachtung Der Vorstand der kaiserl. Universitäts - und Landesbibliothck: vr. Barack. Diesem Berichte reihte sich nun die Ansprache des Herrn Vorstehers zur Enthüllung des im Börsensaale aufzustellenden Bildnisses von Carl Duncker an, welche lautet: Das Andenken des deutschen Buchhandels an Carl Duncker zu ehren, hatte der Vorstand in der letzten Ostermesse be schlossen, bei dem vorschriftsmäßig darüber zu entscheidenden Collegium zu beantragen, das Bildniß Carl Duncker's im Saale unseres Börsengebäudes aufzustellen. Wie wir öffentlich bekannt gemacht, hat das Collegium dem Anträge zugcstimmt, und heute ist der Tag, an Welchem Carl Duncker's Bildniß dem Börsenverein übergeben wird.
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