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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.08.1885
- Strukturtyp
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- Band
- 1885-08-05
- Erscheinungsdatum
- 05.08.1885
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- Deutsch
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3618 Nichtamtlicher Teil. B 1?9, 6. Äuguft. gerichteten Bestrebungen des Provinzialbuchhandels im allgemeinen so lange wirkungslos bleiben müssen, als namentlich von Berliner Handlungen die Gewährung eines Rabatts von ION als eine selbstverständliche Maßregel betrachtet und über diesen Prozent satz hinaus häufig genug Vergünstigungen gewährt werden. Es scheint natürlich, daß der Provinzialsortimcnter unter solchen Um ständen immer wieder darauf zurückkommen muß, das einzige durchgreifende Mittel zur Aufbesserung seiner Lage in einer Herabsetzung des Verleger-Rabatts an die Handlungen der von der Schleuderei infieierten Städte zu erblicken. Aus dem hierauf erstatteten Bericht des Herrn Weber- Königsberg, welchem als Schriftführer die Erledigung aller in ternen Angelegenheiten des Vereins in erster Linie obgelegen hatte, erhellt zunächst, daß die vor zwei Jahren angesertigte Liste fauler Kunden bisher aus Mangel an Beiträgen nicht hat fort geführt werden können. Die Versammlung beauftragt den Vor stand, nach der Ostermesse nächsten Jahres eine neue Liste auf zustellen. Die Schädigung, welche dem Sortimentsbuchhandel durch den Offiziers-Verein zugefügt wird, dessen Katalog für alle Bücher lieferungen einen Rabatt, namentlich aber für Reisehandbücher 15N anbietet, hat den Vereinsvorstand veranlaßt, bei dem Ver- bandsvorstaude den Antrag einzureichen, den betreffenden Bücher lieferanten zu ermitteln und dessen Ausschluß vom buchhänd lerischen Verkehr veranlassen zu wollen. Eine Antwort ist bisher nicht eingegangen. Die Versammlung ersucht den Vorstand, diese Angelegenheit weiter zu verfolgen. Bei der Besprechung einiger unter den Vereinsmitgliedern selber entstandenen Differenzen ergiebt sich, wie schwer es ge legentlich auch einer soliden Handlung werden kann, den Vor wurf eines einzelnen Schleuderfalles zu vermeiden; zumal, wie bereits erwähnt, die Konkurrenz in billiger Lieferung von Berlin fortdauert, von wo aus sogar einzelne Handlungen in den Provin- zial-Hauptstädten Vertreter eingesetzt haben. Immerhin wird zu beachten sein, daß ein jeder sich des Rechtes begiebt, im eigenen Interesse von anderen die Beachtung eines Gesetzes zu fordern, welches er selber glaubt in diesem oder jenem »Ausnahmefall« außer acht lassen zu dürfen, und daß diejenigen Kollegen, welche sich in dem gleichen Fall durch die selbstgegebenen Rabattnormen strenger gebunden erachten, durch ein Abgehen von diesen seiner seits unzweifelhaft Schaden erleiden und berechtigten Grund zur Klage gewinnen. Der Ausgleich derartiger Differenzen läßt sich aber am ehesten in offener persönlicher Aussprache und in dem Urteil sachverständiger und befreundeter Kollegen finden, wozu die Versammlungen des Vereins allein Gelegenheit bieten Es legt darauf Herr Scheinert-Danzig Rechnung über die Verwaltung der Vereinskasse, deren Jahreseinnahme 492 Mark 97 Pf , deren Ausgabe 409 Mark 41 Pf. betrugen, so daß ein Bestand von 83 Mark 56 Pf. verbleibt. Nachdem die Herrn Backe-Königsberg und Lohauß-Tilsit die Rechnung revidiert, wird dem Herrn Kassenführer Decharge erteilt und der Dank der Ver sammlung für die übernommene Mühewaltung ausgesprochen. Alsdann berichtet Herr Meißner-Elbing über den Ver lauf der diesjährigen Delegierten-Versammluug des Verbandes und über die Hauptversammlung des Börsenvereins. Nur den letzten Passus des bezüglichen Referats wollen wir wiedergeben. Derselbe lautete: Die große Majorität der Hauptversammlung, welche den Verzögcrungsantrag der Berliner Kollegen bezüglich des Neubaues der Börse verwarf, und der Enthusiasmus, mit welchem der letztere nach dem Vorschlag des Vorstandes gutgeheißen wurde, wird diesem und namentlich dem Herrn Vorsitzenden desselben hoffentlich Mut und Lust geben, rüstig weiter zu schaffen an dem Werk, dessen Endziel einzig und allein sein kann: der feste Zu sammenschluß aller wirklichen Buchhändler zu einer Genossen schaft, deren Mittelpunkt werden und bleiben muß der Börsen verein in Leipzig. Eine Mahnung zu allseitigem Eintritt in den Börsenvercin bildete auch in diesem Jahre den Schluß des Berichtes. Das darauf folgende Referat des Herrn Dreher-Königsberg über die Frage: »Welche gemeinschaftlichen Einrichtungen können die Mitglieder des Provinzial-Vereins treffen, um den Ertrag ihrer Geschäfte zu heben?« giebt den Anwesenden reiche Anregung, selber zur Besserung ihrer Lage Hand anzulegen. Die Vorbedingung dafür bleibt allerdings immer die Vereinigung der Berufsgenossen zu gemeinschaftlichem Handeln. Ein solches läßt sich bethätigen sowohl gegenüber dem Kommissionär und dem Verleger, als auch unter sich selber. Wenn auch die Vorteile, welche durch Annahme eines gemeinschaftlichen Kommissionärs, durch gemeinschaftliche Be züge, durch Errichtung eines Bar- oder eines Vereins-Sortiments in erster Reihe auch nur den Handlungen der größeren Städte zu gute kommen werden, so ist doch ein Anschluß der Handlungen in den kleineren Städten in mehreren Fällen möglich. Als das geeignetste Feld für eine lokale Bereinigung empfiehlt Referent zunächst das Schulbüchergeschäft, bezüglich dessen Königs berg ebenfalls ein nachahmenswertes Beispiel gegeben hat. Der Antrag: die Konvention, welche die Königsberger Kollegen bezüg lich der Schulbücher dahin geschlossen haben, daß von diesen ein Rabatt nicht mehr gegeben werden darf, auf den Verein auszu dehnen und ein Verzeichnis der in der ganzen Provinz gebrauchten Schulbücher mit festen Preisen aufzustellen, wird seitens des Herrn Scheinert-Danzig aus lokalen Gründen und von anderer Seite wegen der Größe der Provinz und der großen Zahl der verschie denen eingeführten Lehrmittel als vorläufig nicht durchführbar be zeichnet. Die Versammlung beschließt indessen, die Vereinsmit glieder dringend aufzufordern, daß ein jeder in seiner Stadt eine derartige Konvention mit den Kollegen herbeiführe, und stimmt dem Antrag zu, auf der nächstjährigen Hauptversammlung eine Änderung der aufgestellten »Rabattnormen« in Beratung zu ziehen dahin gehend, daß ß 3 derselben fortan laute: Von Schulbüchern, Zeit schriften und ausländischer Litteratur wird kein Rabatt gegeben. Bei Nr. 5 der Tagesordnung: »Welche Mittel sind anzu wenden, um die sämtlichen Buchhandlungen unserer Provinz zum Anschluß an den Verein zu veranlassen«, erläutert der Vorsitzende zunächst die Unzuträglichkeiten, welche sich aus dem gegenwärtigen Zustand ergeben. Die sämtlichen Sortimentshandlungen nehmen teil an den Vorteilen, tvelche dem ganzen Stande durch die Be mühungen und durch die Opferwilligkeit der einzelnen dem Pro vinzialverein resp. dem Verbände angehörenden Kollegen unzweifel haft bereits erwachsen sind, ohne ihrerseits dafür irgend ein Opfer zu bringen. Wenn es einem jeden der gegenwärtigen Nichtmit glieder auch überlassen bleiben muß, wie er sich mit einer solchen Thatsache persönlich abfindet, sieht der Verein seinerseits doch keinerlei Verpflichtung, auch im weiteren für die persönlichen Inter essen von Nichtmitgliedern einzutreten, wie er dies bisher gethan hat. Die Versammlung beschließt demgemäß, der Vorstand möge es hinfort ablehnen, das Interesse eines Nichtmitgliedes in Streit sachen zu vertreten. Der weitergehende Antrag, die Nichtmitglieder als Gegner unserer Bestrebungen anzusehen und mit denselben jeden Verkehr aufzugeben, wie solches u. a. der Leipziger Sortimenterverein innerhalb seines Kreises gethan hat, wird als zu weit gehend vor läufig nicht zur Beratung gestellt. Dagegen beschließt die Ver sammlung den Vorstand zu ersuchen, an die Nichtmitglieder eine
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