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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.08.1885
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1885-08-19
- Erscheinungsdatum
- 19.08.1885
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- Deutsch
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38S6 Nichtamtlicher Teil. 1S1, iS. August. Mein Verfahren ist auch in der vorbeschriebencn Weise nicht neu; denn jüngst erst schrieb mir der Herausgeber der Papierzeitung, daß er selbst vor einiger Zeit dergleichen Ver suche mit Herrn Professor S. bereits ausgeführt habe. Ob dabei die Einrichtung der Falzherstellung in meiner Weise geschah, ist mir zwar nicht bekannt geworden; auch habe ich von den Resultaten anderer Anstalten, die vielleicht gleiche Versuche vor- genommcn haben, noch keine Nachricht, halte aber exakte Fort arbeit und Vergleichung der gewonnenen Resultate für äußerst wichtig und erforderlich. Das Prüfungsmittel ist im übrigen nur eine Vervoll kommnung einer uralten Handhabe der Sachverständigen alter Schule. Vermutete man sonst bei Papiersorten, auf deren Festigkeit und Zähigkeit es besonders ankam, einen Mangel solcher Eigenschaften, so wurden Ecken des Papieres umgefalzt und durch nachheriges kräftiges Anziehen die Haltbarkeit des Stoffes festgestellt. Auch hier war lange Praxis die Lehr meisterin Die Übung brachte ein verfeinertes Gefühl, und so wie ein erfahrener Papierverständiger die gewöhnlichen Größen nach dem Griffe ziemlich genau bestimmt, so auch ist es dem Geübten möglich, ein Urteil, wenn auch kein untrügliches, durch die beschriebene Reißprobc zu erhalten. An die Stelle der nur dem Praktiker möglichen alten Prüfungsart wäre nun die weit genauere zahlenmäßige und stets nachweisliche Probe getreten, die jeder vornehmen kann, der die Instrument besitzt. Will man diese vorstehend beschriebene Methode, Papiere im Falz auf Zähigkeit zu prüfen, neben den Proben des Papieres ohne Falz vornehmen (ohne letztere Probe wäre die erstere von geringerem Werte), so sind auch hierfür mehrere Reißver suche nötig Nimmt man von diesen Proben bei ungefalzten Streifen die Höchstwerte in Länge und Breite und stellt den Mittelwert beider Größen dem Mittelwerte der Reißlängen von Streifen mit Falz gegenüber, so erhält man ganz feste Ver hältnisse, die sich je nach Stoff und Festigkeit in Ziffern aus- drücken. Als Prüfungsinstrument ist jetzt vornehmlich der Reusch'sche Apparat empfohlen, welcher allerdings in seiner jetzigen ver besserten Gestalt vollkommen genannt werden kann. Dagegen gestattet sein Preis (350 M.) nicht jedem Geschäftsmann dessen Anschaffung. Man hat in neuerer Zeit den Apparat von Horat in Wien (von ihm Taßmeter genannt) unverdient geringwertig geachtet, ja denselben für Prüfungen als unzulässig bezeichnet Diese Meinung bedarf aber einer wesentlichen Einschränkung, indem das Instrument zwar nicht zu ganz feinen Messungen geeignet ist, wohl aber in gewissen Grenzen ein annähernd richtiges Bild der Reißlängen gewährt; übrigens auch um vieles ein facher und leichter zu handhaben und billiger zu beschaffen ist (Preis 50 M.),als der Apparat von Reusch Das Horaksche Instru ment sollte jeder Papierhändler und jedermann, der bedeutende Papiermengen einzukaufen hat, besitzen, wenn ihm die Beschaffung eines vollkommeneren Apparats zu kostspielig ist. Aber nicht nur diesen Apparat, sondern auch noch weitere Vorrichtungen und die Anwendungsweisen anderer Versuchs instrumente sollte jeder Verleger und Papierhändler besitzen und kennen. Neben einer guten Papierwage, die das Bogengewicht festsiellt, sollte eine feine chemische Wage, auf der man bis 1 Milli gramm genau ablesen kann, nicht fedlen. Auf letzterer ist sichere Abwägung zur Ausrechnung des Quadratmeter-Gewichtes der Papiere möglich, und eine der wichtigsten Proben bei Papier, der Nachweis des Aschengehaltes, ist durch dieses Instrument zu erlangen. Neben dieser feinen Wage hat man nur noch einen kleinen Platinatiegel nötig zur Verbrennung des Papieres zu Asche. In Ermangelung eines solchen etwa 30 M. kostenden Gegen standes kann man sich mit einem spiralförmig um das zu ver brennende Papierstück gewickelten Platindraht helfen. Ferner dürften einige Rcagcuzmittcl zur Erkennung der Stoffbcimischung dringend nötig sein. Z. B. ist etwas schwefelsaures Anilin zum Nachweis von Holzschliff zu empfehlen. Versuche, wie sie z. B. jüngst von einem Professor in Wiesbaden empfohlen sind, dürfte jeder Papier- intereffent leicht vornehmen können, um zu sehen, wie sich die verschiedenen Papierqualitäten unter dem Einflüsse von Säuren u. s. f. verhalten. Ob die Anschaffung eines guten Mikroskopes (etwa 600fache Vergrößerung) und die Einrichtung eines kleinen chemischen Laboratoriums zu weit führen würde, will ich nicht entscheiden. Sollten dem Interessenten chemische Analysen und mikroskopische Arbeiten eine nicht allzu ungeübte Beschäftigung sein, so dürften auch solche Vorkehrungen nicht fehlen; dieselben können oft mit Vorteil angewandt werden, sind eine nützliche Unterhaltung, erhalten das Interesse lebhaft und schaffen uns Verständnis für die Fortschritte unserer Industrie. Vor allem aber befähigen sie uns zur Verbreitung nützlichen Wissens und zur Übertragung desselben auf unsre jungen Fachgenoffen. Es ist im Papier verständnis noch recht viel nachzuholen; unser Wissen ist in dieser Richtung leider gering. Die Fabrikation hat sich seit der Ver wendung von Hadern-Surrogaten ganz umgewandelt, und unsre Erfahrungen mit neuen Fabrikations-Methoden sind noch äußerst jung. Wir werden zwar nur langsam vorwärts kommen, und es gehört das Zusammenwirken einsichtiger Männer dazu, um in diesen mangelhaften Zuständen Wandel zu schaffen. Ob der Verlagsbuchhandel der Papierprüfung geeignete Förderung gewähren wird, ob er in seiner Gesamtheit erkennt, was zu thun nützlich ist, will ich heute nicht erörtern. Einen leisen Zweifel aber erlaube ich mir auch nach dieser Seite hin auszusprechen. Je bedeutender der Einfluß der Theorie auf die Praxis wurde, um so feindlicher verhielten sich die Praktiker stets den Theoretikern gegenüber; weil sie sich in ihren alten Gewöhn« heiten beeinträchtigt fanden. Die zweite jährliche Ausstellung der Vsrssnixinx tob ds- vorävrinx van äs bsluu^sn vau äsu dosstiiLnäsl vom 6.-8. August 1885 zu Amsterdam. Auf der Generalversammlung der Vsrssui^iu^ tot bsvor- cksrill^ van cko belanZon van cksn boskbancksl 1883 wurde be schlossen, von 1884 an jährlich zur Zeit der Generalversammlung eine buchhändlerische Ausstellung zu veranstalten. Dieselbe fand denn auch im August 1884 zum ersten Male statt. Auf der Generalversammlung desselben Jahres wurden als Mitglieder des Komitees für die zweite Ausstellung gewählt: K. Groesbeek (Scheltema L Holkema's Boekhandel), I H. van Heteren (I. H. L G. van Heteren) und Allert de Lange. Diese drei Herren richteten ihr Augenmerk besonders darauf, solche Werke zur Ausstellung zu erhalten, die entweder gar nicht oder doch nur in beschränkter Weise zur Ansicht versandt wurden. Es gelang ihren Bemühungen viele derartige Werke zu erhalten, und die Ausstellung, welche nebenbei bemerkt auch sehr hübsch arrangiert war, kann als gelungen betrachtet werden. Der einfach, aber geschmackvoll ausgestattete Katalog, dessen Umschlag mit einer Zeichnung Joh. Braakensieks, das Innere und Außere unserer Bestellanstalt darstellend, geschmückt ist, führt
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