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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.01.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-01-20
- Erscheinungsdatum
- 20.01.1914
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- Deutsch
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Nr. IS. »innerhalb ^des^Deu^jchen Reiches. Ni^tmitg^ieder^im N ^eil^berechnet. — In dem illust^erten^sU: sür Mitglieder ^ »36 Marl? jährlich. Nach dem (ttusland erfolgt Lieferung!! Raum 15'Pf-,'/« 6.13.50 M.,26 M.,'/> 6.50 2N., sür Nicht-»» ! üher Lmpzig oder dur^ Kreuzband, an Nichtmit^lieder in N Mitglieder 40 ^)f.. 32 M.. 60 M.. 100 ^N.— Deilagen werden »4 MKeMMÄMNMerW'öÄ'SM^ch^WWNÄ Leipzig. Dienstag den 20. Januar 1914. 81. Jahrgang. Redaktioneller Teil. Das Weihnachtsgeschäft des Groß - Berliner Sortiments 1913. Eine Umfrage. Statistische Zahlen sind relative Zahlen, erst die Verglei chung verleiht ihnen Wert. Sie bewegt sich bei der nachfolgenden Untersuchung in doppelter Richtung. Einmal setzt sie die Einzel zahlen zu der Gesamtheit der Antworten in ein Verhältnis und gibt uns so ein Bild der wirtschaftlichen Lage des letzten Weihnachtsmarltes. Noch beredter aber werden die Zahlen, wenn wir auch die Wirtschafts p e r i o d e selbst nicht absolut, sondern relativ betrachten, d.h. zu früheren in Beziehung setzen. Nach dem die vorliegende Umfrage schon 1912 und 1913 — für die vorhergehenden Weihnachten — veranstaltet wurde, bietet sich die Möglichkeit, auch diese drei Jahre unter sich zu vergleichen. Voraussetzung ist natürlich, daß die Umfrage im wesent- lichen den gleichen Charakter trägt. Die Fragen sind daher — mit Ausnahme einer im Vorjahr cingefügten — gleichlautend und auch der Kreis der Sortimenterfirmen, die ich wieder nach dem »Berliner Hilfsbuch« ausgesucht habe, war lm Prinzip der gleiche. Auch die Schwierigkeit der Auswahl war, wie ich hier gleich bemerken will, die gleiche. Es ist unendlich schwer, z. B. einer »Buch- und Schreibwarcnhandlung«, wenn man sie nicht Persönlich kennt, anzusehen, ob es sich um ein reguläres Sortiment mit einer Nebenbranche handelt, oder um ein Papiergeschäft, das auch ein paar 10 ^-Heftc führt. Glei ches gilt von wissenschaftlichen Sortimenten, die manchmal da neben, namentlich zum Fest, ein ganz bedeutendes belletristisches Sortiment führen, — manchmal auch nicht. Auch hier ist bei dem Umfang Großberlins eine persönliche Kenntnis sämtlicher Firmen nicht zu verlangen. Es muß hier zum Tröste dienen, daß bei Arbeiten mit größeren Zahlen auch einzelne Fehler kompensiert werden. Schließlich noch ein Wort über die Bewertung der gewon nenen Zahlen. Im vorigen Jahr hatte ich, nachdem dieAnzahl der Antworten bei den beiden ersten Umfragen nicht überein stimmte, mir damit geholfen, daß ich die Zahlen der ersten Umfrage auf den Nenner der zweiten umrechnete. Diesmal habe ich sowohl die diesjährigen, als auch die vorhergehenden Zahlenwerte prozentuell berechnet, das Material also auch für künftige Umfragen ein für allemal fcstgelegt. Es sind also im folgenden, soweit nichts anderes bemerkt, sämtliche statisti schen Zahlen nicht als absolute, sondern als Prozente zu betrachten. Ich gebe nun im folgenden die gewonnenen Resultate; Ant worten allgemeinen Charakters habe ich wieder am Schlüsse gruppenweise zusammengestellt. l. War das Berliner Weihnachtsgeschäft besser oder schlechter, wie voriges Jahr? Wir waren bei der ersten Umfrage davon ausgegangen, daß das Geschäft des Jahres vorher (1910) ein »mittelmäßiges« war. Vergleicht man damit die gewonnenen Zahlen, so war 1911 gleich dem Vorjahr, also auch »mittelmäßig«, 1912 und 1913 geben beide ebenfalls wenig günstige Resultate: 1911: besser 37, schlechter 37, gleich 26; 1912: „ 30, „ 42, „ 28; 1913: „ 42, „ 40, „ 18. Also wieder kein erfreuliches Resultat. Einzelne Kommen tare habe ich am Schluß zusammengestellt. 2. Gab es ein in großer Masse gekauftes belletristisches Saisonbuch? und welches? Bei der ersten Umfrage 1911 wurde Herzog, Burg kin d e r, 57 mal genannt; hier konnte man also von einem wirk lichen Saisonbuch sprechen, daneben 16 mal Frenssen, Der Untergang der Anna Hollmann. 1912 gab kein so geschlossenes Bild, immerhin ragten zwei Bücher resp. Autoren aus der Menge hervor: Hauptmanns ges. Werke 25 mal und Bloem,DasciserneJahr20 mal. Auch dieses Jahr kann man mit gewisser Einschränkung von zwei Büchern des Jahres sprechen: Bloems Trilogie (es wurde z. T. das Gesamtwerk, z. T. der 3. Band benannt) 42 mal, Kellermann, Der Tunnel 29 mal. Es liegt also hier der immerhin seltene Fall vor, daß sich ein Autor zwei Jahre in der Gunst des Weihnachtspublikums be hauptet hat. Als Kuriosität kann man noch darauf Hinweisen, daß die beiden anderen Standardwerke Hauptmann und Keller mann einem Verlag angehören (S. Fischer, Berlin). Die sonstigen Nennungen waren durchweg zersplittert, er klären sich wohl mehr aus dem Geschmack des Verkäufers, als des Käufers und bieten kein statistisches Interesse. 3. Hatten Sie den Eindruck, daß Zeitereignisse (Erinnerung an die Freiheitskriege, Fremdenlegion, Elsässische Frage, Ark tische Entdeckungsreisen) von einem gewissen Einfluß auf die Wahl der Bücher waren? Die Frage wurde im Jahre 1911 allgemein verneint, und ich glaubte damals auf den unpolitischen Charakter des Weihnachts geschenkes Hinweisen zu dürfen. l912 wurden 24 mal die Frei heitskriege genannt, was dem Resultat einigermaßen wider spricht, obwohl gerade die Erinnerung der Freiheitskriege nicht als reines Zeitereignis zu bezeichnen ist. Auch diesmal wird die Frage 20 mal bejaht. Neben den Freiheitskriegen wurden die Fremdenlegion und Entdeckungsreisen ge nannt. Ich möchte an dieser Stelle einige allgemeine Urteile über den Geschmack des Publikums überhaupt zusammenstellen: »Es gingen mehr Klassiker wie früher; weniger mittlere Jugcndfchriften und Bilderbücher; teure fast gar nicht.« »Der Absatz guter Sammlungen, wie Langewlesche, Insel- Bücher u. a. m., ist immer noch im Steigen.« »Die flache Literatur hat immer größeren Absatz bei der wachsenden Oberflächlichkeit unter den Gebildeten.« 105
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