Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.07.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-07-08
- Erscheinungsdatum
- 08.07.1918
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19180708
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191807083
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19180708
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1918
- Monat1918-07
- Tag1918-07-08
- Monat1918-07
- Jahr1918
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
156, 8. Juli 1918, Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. dem Buchhandel nützlich zu sein, wenn sie ab und zu eine Notiz über den Buchhandel in die bielgelesenen Blätter bringen, also z. B, in die Ullstcinschen Blätter, in die Scherlschen Blätter und die »Tägliche Rundschau«. Ich kann darin nichts Bedenkliches finden: im Gegenteil, es ist wünschenswert, daß das Publikum auch über die Lage des Buchhandels im allgemeinen informiert wird, und wir haben deshalb die Journalisten gebeten, von den Vorgängen und dem Stande der Dinge bei uns gelegentlich Mitteilung zu machen. Vorschriften darüber, in welcher Weise das geschehen soll, können wir ihnen natürlich nur im allgemei nen machen. Vorsitzender: Meine Herren, man sieht daraus wieder, daß ein aus dem Zusammenhänge gerissener Satz, in die Öffentlich keit gebracht, leicht Unheil stiften kann. (Sehr richtig!) Wenn «s auch ohne Zweifel einzelnen Buchhändlern jetzt, im Kriege, gut geht, so ist bei den meisten das Gutgehen doch nur sehr relativ. Der Absatz hat sich ohne Zweifel im vergangenen Jahre gegen die ersten Kricgsjahrc gehoben. Aber wenn Sie z. B. die wissenschaftlichen Verleger nehmen, so wird Ihnen gewiß jeder bestätigen, daß der Absatz kaum die Hälfte oder wenig mehr als die Hälfte des früheren betragen hat (Sehr richtig!), und daß demnach auch der Gewinn ein sehr beschränkter ist, wenn überhaupt bei einzelnen Firmen noch von einem Gewinn gesprochen werden kann. (Zurufe.) Aber auch bei den schön- wissenschaftlichen Verlegern liegen die Dinge zum Teil sehr im argen. Der Umsatz ist gewiß bei allen schönwissenschaftlichen Verlegern vorzüglich gewesen, ja, er wird die Friedensumsätze zum Teil überschritten haben. Aber der Gewinn — und das ist doch schließlich für den Kaufmann die Hauptsache — ist ge wiß in allen Fällen zurückgegangen, und mancher schönwissen schaftliche Verleger wird mit großem Bedauern vor seinem Lager stehen, das zusammengeschrumpft ist, und das er jetzt nicht mehr oder nur zu ganz hohen Preisen ergänzen kann, zu Preisen, die einen Gewinn überhaupt nicht mehr zulassen. In folgedessen sind die guten Erträgnisse des Buchhandels doch nur sehr mit Vorsicht zu behandeln, und wir müssen sagen, daß wir glücklich sein können, daß unser Gewerbe sich durch die Kriegszeit durchgerungen hat, aber daß wir von einem glänzen den Geschäft im Durchschnitt nicht sprechen können. (Sehr richtig!> Wird sonst noch zu dem Jahresbericht das Wort gewünscht? Georg Ernst (Berlin): Darf ich noch ein Wort dazu sagen? Ich möchte anregen — ich habe es schon früher für wichtig ge halten, daß auch buchhändlerische Angelegenheiten in der Tages- presse zu Sprache kommen —, daß vielleicht dom Verlegerverein selbst, wenn es gegeben erscheint, derartige Mitteilungen der Tagespresse zur Verfügung gestellt werden, damit derartige Ver öffentlichungen auch wirklich so erfolgen, wie es im Interesse des Verlegers liegt. Vorsitzender: Die Anregung ist sicher sehr beachtlich und wird von uns weiter verfolgt werden. Kommerzienrat Carl Schöpping (München): Meine Her ren, wie unangenehm diese Zeitungsnotizen, in denen die Lage des Buchhandels als so glänzend dargestellt wird, sind, lassen Sie mich, bitte, an Folgendem beweisen. Es erscheint in Leipzig, von dem ja nicht immer nur Gutes kommt, eine »Zeitschrift für Deutschlands Buchdrucker«, die in 10 090 Exemplaren verbreitet wird. Darin steht, daß der Verlagsbuchhandel bei dem jetzt herrschenden Papiermangel seine ältesten Bestände geradezu in Gold verwandelt hat, — also eine Behauptung, die auch nicht unwidersprochen bleiben kann; denn wir wissen ja Wohl, daß das zwar beim Papierhandel zum großen Teil zutrifft, dagegen wissen wir ebenso bestimmt, daß dies bezüglich des Verlags buchhandels nicht zutrifft, und es ist nicht schön, wenn ein »ver wandter« Geschäftszweig — sagen wir einmal: die Gelegenheit benutzt, im Streit mit dem »schwarzen Mann« — so ist die Einkaufsgesellschaft in jener Zeitschrift bezeichnet — eine unzu treffende Behauptung aufstellt, die den andern schädigt. Vorsitzender: Meine Herren, wir können ja vielleicht von unserer Seite aus eine entsprechend korrigierte Notiz an die Zeitungen hinausgehen lassen, wie es Herr Ernst vorschlägt. Dem würde nichts im Wege stehen. Erster Vorsteher des Börsenvereins, Kommerzienrat Artur Seemann (Leipzig): Ich wollte nur, um den Eindruck nicht aus- kommen zu lassen, als ob diese Notiz, von der hier die Rede war, etwa auf unfern Jahresbericht zurückginge, feststellen, was wir im Jahresbericht ausgesprochen haben. Es heißt dort: Die wirtschaftliche Lage des Buchhandels hat sich im Be richtsjahr gebessert, ja man darf sagen, daß manche Buch- Händler recht gute Umsätze hatten; im Weihnachtsgeschäft wurden höhere als im Vorjahre erzielt, Wohl eine Folge der Knappheit anderer Waren, die sonst zu Geschenken dienten. Das ist durchaus die Wahrheit. Wir hoffen, daß damit dem Buche neue Freunde gewon nen worden sind, die das Interesse für das Buch auch für die Zeit nach dem Kriege bewahren werden. Das Weihnachtsge schäft würde noch besser ausgefallen sein, wenn der Verlag imstande gewesen wäre, allen Anforderungen zu genügen. Hier hemmten aber die Schwierigkeiten der Papierbeschaf fung, die Verteuerung des Papiers und die Knappheit aller zur Herstellung und zum Vertrieb des Buches benötigten Ma terialien die Erzeugung beträchtlich. Die angedeuteten Hin dernisse und der damit verbundene Mangel an Büchern neh men noch ständig zu, sodatz für die Zukunft auf gleich gün stigen Verkauf nicht gerechnet werden kann. Wir wollen fer ner nicht unerwähnt lassen, daß der wissenschaftliche und der Zeitschriftenverlag stärker unter der Einwirkung des Krieges zu leiden hatten als vordem. Meine Herren, das ist die reine Wahrheit. Vorsitzender: Wird zu dem Punkte sonst noch das Wort ge wünscht? — Nein. Dann werden wir so verfahren, wie ich es vorhin skizziert habe. Dann wären wir wohl am Ende des Jahresberichts, und ich frage, ob Sie ihn genehmigen wollen. — Es erhebt sich nie- mand; der Jahresbericht ist einstimmig genehmigt. Wir kommen nunmehr zu Punkt 2: Bericht des Schatzmeisters und der Rechnungsprüfer. Da sowohl unser Erster Schatzmeister, Herr Klasing, wie unser Zweiter Schatzmeister, Herr Spemann, wie Sie vorhin ge hört haben, leider nicht anwesend sein können, so hat einer der Herren Rechnungsprüfer, »nd zwar Herr Rudolf Linnemann, es frcundiichst übernommen, Ihnen über den Kassenbericht etwas zu sagen. Ich bitte Herrn Linnemann, das Wort zu nehmen. Rechnungsprüfer Rudolf Linnemann (Leipzig): Meine sehr geehrten Herren! Der Kassenbericht befindet sich gedruckt in Ihren Händen. Die einzelnen Posten stimmen ziemlich mit dem Voranschlag überein, sodatz im wesentlichen Erläuterungen dazu wohl nicht erforderlich sind. Der im Voranschlag vorgesehen gewesene Fehlbetrag ist erfreulicherweise nicht eingetreten. Allerdings ist das nur mög- lich gewesen durch die Erhöhung des Mitglicdsbeitrages »m 3 Mark, die in der vorigen Hauptversammlung bewilligt wor den war. Auch die Ausgaben sind meist niedriger geblieben, als sie im Voranschlag aufgeführt waren; nur der Posten: »Her stellungskosten der Frage- und Kreditliste« ist um 750 Mark höher geworden, was ja aber ohne nähere Erklärung verständ lich erscheint. Wesentlich niedriger ist der Posten, der sich auf die von uns gezahlten Beiträge bezieht. Er hat statt 2300 Mark nur 1050 Mark betragen. Das kommt daher, daß, wie Sie bereits aus dem Jahresbericht ersehen haben, der Beitrag für das Berner Bureau des Internationalen Verlegerkongresses, der im vorigen Jahre wieder bewilligt worden war, wegen des schlechten Stan des unserer Valuta nicht zur Auszahlung gekommen ist. Er ist zurückgestellt worden und wird nun voraussichtlich in diesem Jahre zur Auszahlung kommen. Ferner ist der Beitrag für den Brmd deutscher Vereine des Druckgewerbcs, Verlages und der Papierverarbeitung statt mit 1000 Mark nur mit 500 Mark zur Auszahlung gekommen, da dieser Beitrag erst seit dem 1. Juli 1918 läuft, sodatz die 1916 bezahlten 1000 Mark zur Hälfte sich auf das erste Halbjahr 1917 bezogen, 1917 also nur noch der Beitrag für ein halbes Jahr mit 500 Mark zu bezahlen war. 393
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder