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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1914
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- Deutsch
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- Saxonica
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VSrsenbllilt!. L. Dtschn. BuchhanvU, Redaktioneller Teil. ^ 214, 15. September 1914. Feldpostordnung. Hingabe des Vorstandes des Deutschen VerlegervercinS zur Ab änderung der Bestimmungen der stcldpostordnung. An Se. Exzellenz den Staatssekretär im Reichspostamte Wirklichen Geheimen Rat Herrn Kraetke Berlin. Ein. Exzellenz ist eine Eingabe des Vorstandes des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zn Leipzig vom 29. August d. I. unter breitet worden, mit der eine Abänderung der Bestimmungen der Feldpostordnung durch Zulassung von Drucksachen-Sendungen an die im Felde Stehenden angestrebt wird. Der ergebenst Unterzeichnete Vorstand des Deutschen Ver- legervercins, eines Vereins, der über 700 Mitglieder umfaßt, da runter alle maßgebenden und großen Buch- und Zeitschriften- Verleger des Deutschen Reiches, möchte diese Eingabe nach- drücklichst unterstützen. Der Deutsche Verlegerverein hat erst in diesen Tagen seine Mitglieder aufgefordert, für die Lazarette Bücher aus ihren Be ständen zu stiften. Er würde es aber mit Freuden begrüßen, wenn es möglich wäre, Lesestoff nicht nur an die Lazarette, sondern auch an die Truppen im Felde durch die erbetene Ab änderung der Bestimmungen der Feldpostordnung bequem be fördern zu können. Wir verharren, in der Hoffnung, daß unserer ergebenen Bitte entsprochen werden kann, als Ew. Exzellenz ergebenster Vorstand des Deutschen Verlegervercins Arthur Meiner, Erster Vorsteher. Badisch-Pfälzischer Buchhändler-Verband E.V Im Bereich unseres Verbandes hat der Kriegszustand sehr einschneidende Wirkungen gehabt; über einen Monat sind unsere Pfälzer Mitglieder von jedem Paketverkehr abgeschnitten gewesen, und erst seit einigen Tagen sind Pakete wieder zulässig, Bahnsen dungen noch nicht. Welch unheilvolle Folgen das Verbot der Postsendungen für die Pfälzer Handlungen hatte, brauchen wir nicht auszuführen und auch nicht, welche große Mehrkosten und Spesen ihnen durch den Kreuzbandbezug, insbesondere durch die Unkulanz mancher Verleger erwachsen sind. Es braucht nicht be tont zu werden, daß sich unser Verband den Erklärungen der übrigen Kreis- und Ortsvereine, die in dieser Hinsicht erlassen sind, voll und ganz anschlietzt. Jetzt steht in Baden und der Pfalz der Schulanfang bevor, und dem Sortimenter erwächst damit eine neue Sorge. In Baden hoffen wir, daß der Fracht- und Expreßgutverkehr, der wiederum tagelang unterbleiben mußte, wieder in Kraft tritt und richtig funktioniert, aber die armen Kollegen in der Pfalz sind übel da ran. Wir richten daher an den Vorstand des Börsenvereins die Frage, ob es nicht seinen Vorstellungen beim Generalkommando gelingen kann, eine ausnahmsweise Zulassung von Schul büchern zum Bahnverkehr zu erwirken; wir richten ferner an die Schulbücherverleger und Barsortimenter die Bitte, unseren Pfäl zer Kollegen nach Möglichkeit entgegenzukommen, sei es durch bil ligere Berechnung der Spesen, sei es durch günstigere Bezugsbe dingungen, sei es durch ein erweitertes Rücksendungsrecht. Sollte ein Bezug durch Frachtgut nicht möglich sein, so würde der Be zug der Schulbücher durch die Post bei der großen Anzahl der verschiedenartigsten Bücher eine Mehrbelastung zur Folge haben, die das Sortiment nicht zu tragen vermag. Das Schulbücher geschäft in der Pfalz ist in ernste Frage gestellt, umsomehr, als bei den Verhältnissen an der Grenze — viele Schulen sind zu Laza retten eingerichtet, viele Schüler der höheren Klassen sind ins Feld gezogen — vorerst die Grundlagen zur Berechnung des etwaigen Absatzes fehlen. Den Kollegen in Baden und in Elsaß- Lothringen wird es ähnlich ergehen; ihnen zu helfen und sie zu 1394 stützen, sollte Ehrenpflicht des Buchhandels und eine Kriegspflicht sein, der sich jeder, den es angeht, gern unterziehen sollte. Es ist bedauerlich, daß der deutsche Buchhandel im Anfang des Krieges vielfach kleinmütig und kleinlich erschien, daß manche Verleger sich nicht der edlen Vorbilder zu Anfang des 19. Jahr hunderts erinnerten, eines Perthes, Göschen, Cotta, Reimer, Mohr, Herder, um nur einige Namen zu nennen, und daß der Sor timenter vielfach nicht den kleinlichen Konkurrenzneid vergessen konnte. Nur Einigkeit führt zur Stärke und zum Ziel! Allen Kollegen in Baden und der Pfalz rufen wir deshalb zu: Fort mit Hader und Zwist, vereinigt Euch zu gemeinsamem Bezug von Schulbüchern und zeitgemäßen Artikeln und habt nicht die törichte Furcht, daß der Kollege Euch vielleicht in die Karten guckt und Euren Absatz ermittelt. Wir brauchen Männer mit weitem Blick in dieser ernsten, großen Zeit. Der Badisch-Pfälzische Buchhändler-Verband. I. A.: I. H. Eckardt. stellvertretender 1. Vorsitzender. Krieqspolitik. Ein Wort zu den Sprechsaal-Artikeln der letzten Zeit. Die Redaktion hat im allgemeinen kein Recht, sich in die Aus einandersetzungen der Parteien im Sprechsaal zu mischen. Nur wenn die Geister allzu heftig aufeinanderplatzen oder die Er örterungen nichts Neues zutage fördern, erwächst ihr nach den Bestimmungen über die Verwaltung des Börsenblattes die Pflicht der Stellungnahme, falls Ton und Art der Einsendungen nicht schon vorher daran gemahnt haben, daß die Bemerkung an der Spitze des Sprechsaals: »Ohne Verantwortung der Redaktion« die preßgesetzliche Vertretung dieser Rubrik durch die Redaktion nicht aufhebt. Denn diese Einschränkung gilt nur insoweit, als sie zum Ausdruck bringen soll, daß die Redaktion weder für den Anlaß noch für das materielle Zustandekommen der Einsendungen verantwortlich gemacht werden kann, also von den Lesern auch nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann, daß sie zum Abdruck gelangen. Mit Rücksicht auf den durch die Überschrift schon ange deuteten Zweck dieser Rubrik: frei und zwanglos Erfahrungen und Meinungen bekanntzugeben, Anregungen oder Beschwerden zur Sprache zu bringen, sind die Bestimmungen für die Aufnahme dieser Einsendungen so weitherzig, daß der Redaktion schon aus diesem Gründe eine nennenswerte Einwirkung auf ihre Aufnahme oder Gestaltung versagt ist. Im höheren Sinne, als es der preßgesetzliche Begriff erfaßt, tragen demnach die Leser bzw. die Einsender unter ihnen die Ver antwortung für diese Rubrik, da die Redaktion, abgesehen von kleinen Scharmützeln über den Begriff des öffentlichen Interesses, das selbstverständlich jeder Einsender für sich in Anspruch nimmt, auch wenn es sich um seine ureigensten privaten Angelegenheiten handelt, bereitwilligst jedem die Klinke in die Hand gibt, der Ein laß begehrt. Mögen nun auch, und nicht selten zur Freude jener, die gern über den Zaun einen Blick in die buchhändlerischen Ver hältnisse tun möchten, hier manchmal sehr energisch Über griffe, Mangel an Verständnis oder gutem Willen ge rügt, dem Sortiment »Versagen« oder dem Verleger Selbst herrlichkeit vorgeworfen werden, so wissen wir doch, daß, mit wenigen Ausnahmen, alle diese Dinge keine größere Bedeutung als die eines Familienzwistes haben, der in demselben Moment beigelegt ist, wo Gegner des Buchhandels viel leicht Kapital daraus schlagen oder einen Gegensatz zwischen Ver lag und Sortiment konstruieren möchten. Wenigstens sind wir bis her immer noch stark genug gewesen, uns den Luxus gegenseitiger Bekämpfung leisten zu können. Die Redaktion hat aus diesem Grunde auch keinen Anstand ge nommen, alle Einsendungen aufzunehmen, die ihr nach dem Aus bruche des Krieges über das Verhalten der einen oder der anderen Partei zugegangen sind. Eine Aussprache, auch wenn hüben und drüben jeder seine eigene Sprache spricht und seine Sonderinter essen in den Vordergrund stellt, wird weit eher zu einer Verstän digung führen, als wenn das Feuer unter der Asche glimmt oder sich an einer Stelle Ausgang sucht, wo wichtige allgemeine Inter essen gefährdet werden könnten. Nicht auf Krieg, sondem auf
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