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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.02.1889
- Strukturtyp
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- Band
- 1889-02-11
- Erscheinungsdatum
- 11.02.1889
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- Deutsch
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764 Nichtamtlicher Teil. ^4 35, I I. Februar 1889 liche Recht der Ilebersetzung selbst dann nicht als mitbegriffen gelten kann, wenn der Verlagsvertrag nicht bloß auf eine Auflage gestellt, sondern so gefaßt ist, daß dem Verleger ein unbeschränktes Verlagsrecht zugleich für folgende Auflagen eingeräumt ist. Eine ausdrückliche Verabredung, dahingehend, daß auch das Uebersctzungsrecht dem Verleger L übertragen sein solle, liegt, wie bemerkt, nicht vor. Das Uebersctzungsrecht, welches, wie oben ausgeführt ist, einen besonderen Bestandteil des Rechtes des Urhebers bildet, ist dem Autor als dem Urheber des Manu skriptes, verblieben; er hat dasselbe nach Inhalt des vorliegenden Vertrages, welcher nach allgemeinen Rechtsregeln strikt inter pretiert werden muß, nicht aufgegeben und deshalb unzweifelhaft das ausschließliche Recht behalten, Ucbersetzurgen seines Werkes ganz nach seinem Belieben und namentlich ohne Genehmigung des ursprünglichen Verlegers zu veranstalten oder veranstalten zu lassen. Ob und wie lange der Autor von diesem ausschließlichen Recht in Wirklichkeit Gebrauch machen kann, hängt allerdings davon ab, ob derselbe die im 8 6 litt, o des Gesetzes vom 11. Juni 1870, bezw. in den internationalen Verträgen, namentlich im Art. 5 der Berner Uebereinknnft, betreffend die Bildung eines inteinationalen Verbandes zum Schutze von Werken der Litteratur und Kunst, vom 9. September 1886 vorgeschriebenen Förmlich keiten erfüllt hat. Ludwig Adolph Kittlcr f. Am Morgen des 14. Januar 1889 entschlief sanft und ruhig, nach kurzer Krankheit, aber längeren Leiden, einer der ältesten Vertreter des Kommissionsbuchhandels, Herr Ludwig Adolph Kittler in Leipzig, wenige Stunden nach Vollendung seines vierundsiebzigsten Lebensjahres. Geboren in Leipzig am 13. Januar 1815 als dritter Sohn des angesehenen Kaufmanns Johann Gottfried Kittler, verlor er schon am 24. August 18 l9 den Vater, welcher, kaum 45 Jahre alt, von schwerer Krankheit dahingerafft wurde. Die Erziehung der drei Knaben im Alter von 5 bis 9 Jahren war nunmehr ganz allein der Mutter, Maria Dorothea Elisabeth Kittler geb. Beyer überlassen, die mit Aufbietung aller Kräfte für alles Nötige sorgte, sich selbst jedes Vergnügen versagte und deren ganzes Denken nur darauf gerichtet war, die Knaben etwas Tüchtiges lernen zu lassen. Sie überwachte die Schularbeiten und hielt ihre Kinder ebenso zu Fleiß, Ordnung und Rechtschaffenheit an, wie sie selbst darin ein gutes Beispiel gab. Den ältesten Knaben ließ sie das Nikolai-Gymnasium besuchen, die zwei jüngeren brachte sie in die ausgezeichnete, damals einzige Bürgerschule, welche auch unser L. A. Kittler bis Ostern 1830 besuchte. Sodann trat letzterer in die Lehre bei seinem Vormund Carl Cnobloch in Leipzig, welcher zu jener Zeit eines der größten Kommissionsgeschäfte und außerdem sehr bedeutenden Verlag besaß, so daß Kittler gleich bei Beginn seiner Laufbahn alle Branchen des Buchhandels genau kennen lernte, zumal auch das Sortiment gepflegt wurde. Cnobloch war ein sehr gewissen hafter, fleißiger Mann, der streng auf Pünktlichkeit und Ordnung hielt, wodurch er viel dazu beitrug, daß auch seinem. Zögling diese guten Eigenschaften zur andern Natur wurden. Gegen Ende des Jahres 1833 erkrankte Cnobloch sehr schwer und überließ am 2. Januar 1834 seinen Verlag und am 28. Januar 1834 auch das Kommissionsgeschäft an seinen lang jährigen Buchhalter Ed. Langbein, welcher das Kommissions geschäft im Verein mit Bernhard Hermann unter der Firma Hermann L Langbein forlsetzte. Auf Wunsch Cnoblochs wurde L. A. Kittler am 1. März 1834 zum Gehflfen erklärt. Cnobloch starb bald darauf, am 30. April 1834. Kittler blieb auch ferner im Geschäfte von Hermann L Langbein, und als am 1. Januar 1839 Langbein ausschied und ein eigenes Kommissionsgeschäft gründete, blieb L. A. Kittler bei Bernhard Hermann bis 1845 und trat den 15. September 1845 bei T. O. Weigel ein, wo er bis September 1846 blieb. Am I. Oktober 1846 übernahm er das kleine Kommissions geschäft von Leopold Michelsen in Leipzig, welches er seitdem unter seinem eigenen Namen fortsetzte. Der große Fleiß, die strenge Ordnungsliebe, Rechtschaffen heit und Zuverlässigkeit, an die er durch seine Erziehung und während 1er Lehrzeit gewöhnt worden war, brachten ihm gute Erfolge. Unermüdlich arbeitete der Entschlafene oft bis tief in die Nacht hinein, alle wichtigen Sachen selbst erledigend und die Arbeiten überwachend. Es konnte nicht ausbleiben, daß diese Sorgfalt sehr bald Anerkennung bei seinen Geschäftsfreunden fand, wie aus zahlreichen Briefen hervorgeht. Sein Geschäft vergrößerte sich rasch und dehnte sich mehr und mehr aus. Es liegt dem Schreiber dieses ein Brief von einem seiner Geschäftsfreunde aus dem Jahre 1850 vor, in welchem letzterer an einen dritten schreibt: »Daß ich mein Geschäft trotz der großen Concurrenz in drei Jahren zu einem der größten und angesehensten hier bringen konnte, und auch für die ganze Zukunft gesichert weiß, habe ich nur meinem Freunde Kittler in Leipzig zu danken, der mit so großer Umsicht und Sorgfalt für alles sorgt, was nur irgend für mich von Nutzen und Interesse ist, daß ich nur durch ihn so weit gekommen bin.« Auch bei allen seinen anderen Geschäftsverbindungen zeigte er stets dieselbe Sorgfalt und Pünktlichkeit und erwarb sich da durch Vertrauen und Freundschaft. Für die Gesamtinteressen des Buchhandels war er zu seinem Teile thätig als langjähriges Mitglied des Komitees für die Bestellanstalt. Seine angestrengte geschäftliche Thätigkeit hinderte ihn aber nicht, überall ratend und helfend zur Seite zu stehen, wo sein bewährter Rat und seine Hilfe gesucht wurden. Viele der Kollegen wußten seine uneigennützige Beratung auch sehr zu schätzen und nahmen dieselbe in wichtigen Angelegenheiten häufig in Anspruch. Seinem Personal gegenüber war er ebenfalls ein väterlicher Freund und Berater. So einfach nnd mäßig seine eigene Lebensweise war, so trat er doch gern Notleidenden gegenüber hilfebringend ein, liebte es aber in seinem anspruchs losen Sinne nicht, daß seine Wohlthaten an die Oeffentlichkeit kamen. Wie sehr es ihm Bedürfnis war, Andern zu helfen, hat der Verblichene über seinen Tod hinaus bewiesen, indem er noch durch seinen letzten Willen eine größere Anzahl Legate aussetzte und Stiftungen bedachte. Bis zum Tode seiner braven Mutter, im Herbst 1863, lebte er, da er keine eigene Familie besaß, in treuer Fürsorge für diese und führte mit ihr einen Hausstand. Der älteste Bruder war schon 1854 gestorben. Besonders innig war die Zuneigung, welche den überlebenden Bruder Robert Kittler in Hamburg mit dem nun Heimgegangenen verband. Beide standen fünfzig Jahre lang in ununterbrochenem wöchentlichen Briefwechsel, sie lebten ganz in- und für einander. Nach den anstrengenden Arbeiten während des Winters und der Ostermesse war er oft sehr erschöpft; er erholte sich zwar in jüngeren Jahren bald wieder durch eine Sommerreise, doch mit den zunehmenden Jahren nahm auch seine Kränklichkeit sehr zu, und sah er sich deshalb veranlaßt, seinen Freund Carl August Schulze am 1. Juli 1875 als Teilhaber in sein Geschäft aus zunehmen, der es fortan weiter führte und bald allein leitete. Durch ein Brustleiden verschlimmerte sich das Befinden des Entschlafenen in bedenklicher Weise; mehrmaliger längerer Aufenthalt in Ems, Salzungen und Reichenhall brachten zwar stets für einige Zeit große Erleichterung; dennoch nahm sein Leiden mehr und mehr zu nnd es trat große Schwäche ein. Am 5. Januar d. I. hatte wieder ein heftiger Hustenanfall seine Kräfte so sehr er schöpft, daß er denselben nicht mehr zu überwinden vermochte.
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