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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.02.1889
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1889-02-11
- Erscheinungsdatum
- 11.02.1889
- Sprache
- Deutsch
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35, I I. Februar 1889. 765 Nichtamtlicher Teil. Am 14. Januar früh 5^ Uhr nahm Gatt ihn zn sich, sanft nnd ruhig ließ er ihn bei vollem Bewußlsein einschlafen. Leicht sei ihm die Erde! Vermischtes. Vom Pvstwescn.— Es ist nicht allgemein bekannt, daß die Post auch Pakete zu dringender Beförderung, sogenannte dringende Pakete an- nimmt. Diese Pakete werden mit der nächsten Gelegenheit, also auch nüt den Schnell- und Konrierzügen befördert. Sie müssen mit einem farbigen Zettel, welcher die besonders hervorzuhebende Bezeichnung -dringend- mit einer kurze» Inhaltsangabe trägt, ausgezeichnet sein. Auf der Begleit- adressc ist der gleiche Vermerk zu machen. Die Einschreibung und Wert angabe ist bei diesen Paketen nicht zulässig. Das Porto ist dasselbe wie für andere Pakete. Für die dringende Beförderung ist eine Gebühr von l für jedes Paket zu zahlen. (L. Ztg.) Vortrag. Verlagsrecht und Vcrlagsvertrag. — Am 8. d. M. hatten sich aus Einladung des Buchhandlungsgchilfcnvercins zn Leipzig im Buchhändlerhausc gegen hundert Zuhörer eingcsunden, um dem ange- kündigtcn Vortrag des Herr» Ur. Max Lange über das Thema -Ver lagsrecht und Verlagsvertrag im Lichte der neuesten Bestrebungen für ihre gesetzliche Regelung« ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Der Herr Vortragende gab zunächst eine geschichtliche Darlegung der Entwickelung des Verlagsrechtes, welches im Kampfe gegen den Nachdruck zuerst von Buchhändlern angeregt und glücklich errungen wurde, sodann in folgerechter Rückwirkung auch dem Schriftsteller Vor teile brachte, welche, scstgchalten und auf rechtliche Grundlage gestellt, zur allgemeinen gesetzlichen Anerkennung eines selbständigen Urheber rechtes führten. Seitdem ist dann das Verlagsrecht in zweite Linie getreten, als ge wissermaßen abgeleitetes Urheberrecht oder vielmehr als die kauf männische Seite oder der geschäftlich auszuübende Teil des Autorrechtes. Aus dem innigen Zusammenhänge zwischen beiden Seiten desselben Rcchtskreises entwickelten sich naturgemäß mannigsache Beziehungen zwi schen den beteiligte» Personen, den Schriftstellern und den Buch händlern, und diese Beziehungen erlangten mit dem wachsenden Auf schwünge des Schrifttums eine reiche Ausgestaltung, aus welche die früheren vcrlagsrcchtliLc» Normen in den älteren Landesgesctzen nicht überall zugcschnittcn sein konnten. Es konnte nicht ausbleibcn, daß namentlich mit dem ungeahnten Aufschwünge der Tagcsprcsse und dem hierdurch ungemein geförderten Anwachsen des Schriftstcllerstandcs, dieser darauf Bedacht nahm, seine Rechte zu erweitern, vor allennaber zu befestigen. So sehen wir, wie schon im Jahre 1851 eine der ersten Verbindungen dieser Art, der Schrifl- stellervercin zu Leipzig, hervorgcgangen aus dem früheren sogenannte» «Littcratenvercin zu Leipzig», eine erste Schrisisteller-Vcrsammtung nach Leipzig bcries, welche eine Beratung über Bcrlagsbestimmungcn zum ersten Gegenstand der Tagesordnung gemacht hatte. Durch verschiedene weitere Versuche dieser Art gelangte man schließlich im vorigen Septem ber zu dem seinerzeit hier milgetciltcn Beschlüsse einer Eingabe an den Reichskanzler, es möge das Verlagsrecht seine Regelung in dem neu zu schaffenden bürgerlichen Ge etzbuchc finden. Indessen die ganze Anlage dieses Gesetzbuches stehe solcher An schauung entgegen. Ebenso wenig fei zu erwarten, daß gelegentlich einer Neubearbeitung unseres deutschen Handelsgesetzbuches das Verlags- Verhältnis dort Ausnahme finden werde. Es bleibe keine andere Aussicht, als die Regelung des Verlags- Verhältnisses durch ein besonderes Spczialgcsctz, wie cs bereits hinsicht lich der Urheberschaft und des Urheberrechts mit Rücksicht auf den Nach druck ergangen sei. Es gebe in der That manche schwerwiegende Rechts frage im Verlagsgebict, welche sich angesichts des heutigen, so vielgestaltigen Bcrlagsverkchrs kaum noch mit Anwendung bestehender Gejetzesvorschristcn lösen lasse. Es könne auch aus einer Kodifikation das wahre und aus schließliche Heil sür den lebendigen Geschäftsverkehr und für dessen recht liche Behandlung kaum geschöpft werden. In einem nachfolgenden Vorträge, sam l9. d. M., wird der Herr Redner, dessen Ausführungen mit großem Beifall entgegengcnommcn wurden, den zweiten Teil seines Gegenstandes, den Verlagsvcrtrag, be handeln. Besitzw cchsel. — Die hochangesehcne,, im Jahre 1785 in Leipzig gegründete und im Jahre 1868 nach Stuttgart übersiedelte G. I Göschensche Verlagshandluug, deren Entstehung in die Blütezeit unserer Litleratur fällt und welche Klopstvck, Wieland und Lessing zu ihren ersten Autoren zählte, ist in diesen Tagen in den Besitz des Herrn Adolf Nast, Inhabers der M etzlcrschen Sortimentsbuchhandlung in Stuttgart, über- gcgangen Gleichzeitig hat Herr Nast die von dem Vorbesitzer der Firma, Herrn F. Weibert, gesammelte höchst wertvolle Lessing-Bibliothek mit ihren seltenen Schätzen erworben. Versteigerung. — Durch Herrn Josephson's Antikvariat in Upsala erhielten wir mit dem Katalog die Mitteilung von einer vom 27. Februar bis 2 März dort statthabenden Versteigerung, welche die Aufmerksamkeit der Antiquare beanspruchen dürfte. Die zur Versteigerung gelangende Bibliothek des Justitieradet vr. Christian Naumanns enthält u. a. eine große Anzahl von wertvollen alten Drucken, darunter nament lich 23 Drucke aus der Zeit vor 1500. -Reform - Cirkulare.» — Gesetzlich geschützt vor Nachahmung wurden unter Nr. 35 des Musterschutz-Registers die -Reform-Cirkulare». Erfinder: C. W. Koenitzer in Frankfurt a. M.; Herstellerin: Buch druckerei Robert König in Leipzig. Personalnachrichten. Kastellan Bogen. — Am 9. d. M. feierte der langjährige Kastellan der alten Buchhändlcrbörse in Leipzig, Herr Samuel Friedrich Bogen, sein achtzigstes Geburtsfest. Der Gefeierte, welcher vom Börsenverein unter ehrendster Anerkennung erst bei Gelegenheit des Abschiedes von der alten Börse seines treu verwalteten Amtes entlassen wurde, er freut sich körperlich wie geistig der denkbar vollkommensten Rüstigkeit und Frische. Wir wünschen dem alten, im deutschen Buchhandel von Gene rationen bestens gekannten Herrn die Erhaltung seiner Gesundheit und Kräfte und noch recht viele und freundliche Jahrs zu einem heiteren, be haglichen Lebensabend. Gestorben: am 3. d. M. in Trier, im Alter von 76 Jahren, Herr Friedrich Lintz, der langjährige Inhaber und Leiter der hochangesehenen Lintz'schen Buchhandlung und Buchdruckerei, der Vater der jetzigen Inhaber des Hauses. Der Trier'schcn Zeitung entnehmen wir in folgendem die Mitteilung der näheren Umstände des betrübenden Heimgangs und stimmen in auf richtiger Hochachtung des Verstorbenen de» warm empfundenen Worten ihres Nachrufes bei. -Bis vor kurzem hatte sich der alte Herr großer geistiger und ver hältnismäßig auch körperlicher Rüstigkeit zu erfreuen; am 25. vor. Mts. warfen ihn die Folgen eines unglücklichen Falles aus das Krankenlager, von welchem er sich nicht mehr erheben sollte; zwar war die durch den Unfall hervorgerufene direkte Verletzung nur wenig bedeutend, aber die Körpcrkräfte waren doch dem Stoß nicht mehr gewachsen und der Tod trat schließlich infolge von Altersschwäche ein, ohne daß sein Nahen sich besonders angekündigt hätte. Ein reiches Leben ist erloschen, eine Persön lichkeit aus dieser Welt geschieden, welche dank ihrer vielseitigen Thätigkeit als Geschäftsmann und Bürger jahrzehntelang zu den bekanntesten unserer Stadt gehörte. Der Verstorbene War in Trier am 27. Januar 1813 als Sohn des Buchhändlers I. I. Lintz und dessen Gattin Johanna, geb. Grach, ge boren; er erhielt sein- Ausbildung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt, sodann in Antwerpen und Heidelberg, wo er als Hospitant der Univer sität in rege Verbindung nüt akademischen Kreisen trat und u. a. mit dem jugendlichen Dichter Lenau näher bekannt wurde. Nach dreijährigem Aufenthalt in Heidelberg wandte er sich nach München und Augsburg, um sodann in die väterliche Buchhandlung zu treten. Auf die Ausbil dung und Entwickelung des Knaben hatte neben den Eltern der am 18. Dezember >829 verstorbene Großvaicr desselben, der Königliche Appella- tions-Nat Fr. Lintz, früher Bürgermeister Von Trier, den größten Ein fluß. 1838 übernahm der Verstorbene von seinem Vater das Verlags und Sortimentsgeschäft und führte am 23. April des gleichen Jahres Fräulein Clärchen Thanisch als Gattin heim. Frau Lintz wurde 1880 durch den Tod von der Seite ihres Gatten gerissen. Herr Fr. Lintz senior kaufte 1839 die Blattausche Druckerei. 1842 begründete der Verstorbene das »Trierische Jntelligenzblatt-, zu dessen Druck schon 1844 die erste der kürzlich erfundenen Schnellpressen hier in Trier angeschafft wurde. Bald darauf wurde eine Stereotypie eingerichtet. Ende 1847 entstand aus dem -Jntelligenzblatt» ein täglich erscheinendes politisches Blatt, die »Saar- und Moselzeitung». Die schon seit dem vorigen Jahrhundert unter verschiedenen Verlegern bestehende -Trierische Zeitung- wurde 1848 durch Herrn Lintz von den Geschwistern Hetzroth (zwei Damen) erworben und mit der -Saar- und Mosel-Zeitung» vereinigt. Während der Verstorbene auf das von ihm geleitete Zeitungsunter nehmen, auf die Druckerei und das Verlagsgeschäst große Umsicht und Sorgfalt verwandte und seine Bemühungen zur Hebung und Ausdehnung der verschiedenen Zweige des Geschäftes von Erfolg gekrönt sah, hielt er sich dem öffentlichen Leben keineswegs fern. Das Vertrauen seiner Mit bürger machte ihn 1850 zum Stadtverordneten, und er hat volle 33 Jahre hindurch, bis 1883, das Amt eines solchen versehen; ganz gewiß ein beredtes Zeugnis für seine Brauchbarkeit und Beliebtheit. Von seinen Eltern übernahm er 1856 das Weingut Wawern, und unter seiner Pflege ist der »Wawerner Hcrrenberg- zu einem der gesuch testen Saarweine geworden. 1870 begleitete er zweimal Sendungen von Liebesgaben unserer Stadt zu den in Frankreich stehenden Truppen und wurde durch Ver-
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