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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.11.1879
- Strukturtyp
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- Band
- 1879-11-12
- Erscheinungsdatum
- 12.11.1879
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- Deutsch
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4658 Nichtamtlicher Theil. 282, 12. November. EoSmar, A., Schicksale der Puvpe Wunderhold. 7. Aufl. IS. Geb. s. — — Puppe Wunderhold u. ihre Freundinnen. S. Aufl. 16. Geb. S. — Tag, ein, in der Berliner Gewerbe-Ausstellung. Spiel. Fol. * 1. so Richter s Verlags-Anstalt in Leipzig. Georgen'S Mutter- u. Kindergarten-Buch. 2. Jahrg. 2—4. Hft. 4. Subscr.-Pr. ä, * 5. —; Einzelpr. ä. * 6. — Statistik d. Bezirkes der Handels- u. Gewerbekammer Zittau ^Kreishaupt- mannschaft Bautzens aus den I. 1871—1877. 8. In Comm. * 7. — Pistoriade, die. Eine lust. Examengeschichte in Versen. 3.Aufl. 16. * —. 50 Wanderlehrer, der. Gemeinfaßliche Vorträge u. Stoff für's Vereinsleben. Zeitschrist f. die freie Volksbildungspflege. Hrsg. v.J. Keller. 2. Jahrg. 1879/80. (12 Hfte.) 1. Hft. 8. Charlottenburg. Vierteljährlich * 2. 50; einzelne Hfte. * 1. 50 Thiel in Leipzig. p Hugo, V„ 17SS. Jllustr. Ausg. 6. Lfg. 8. ' —. SO H. Voigt in Leipzig. k., otkttnsr örisk LN Lrü8t V. ^Vsbsr, Vsrk8.886r äsr „b'olter- Nichtamtlicher Theil. In Sachen der „einheitlichen Orthographie siir den deutschen Buchhandel". Es ist leider eine unverkennbare Thatsachc, daß die Unsicher heit in der Orthographie seit den Tagen der Berliner ortho graphischen Konferenz nur noch größer geworden ist. Die An nahme, daß jene Versammlung von Fachmännern — Germanisten, Schulmännern und Vertretern des Buchhandels und des Buch druckes — nicht bloß, wie weiland jene politischen Dresdener Consercnzen, „schätzbares Material" zu sammeln bestimmt sei, sondern daß vielmehr die Beschlüsse derselben über kurz oder lang, wenn auch erst nach einer neuen Revision, als Norm für den Unterricht gelten würden, veranlaßte sehr viele aus allen betheiligten Kreisen, Schriftsteller, Lehrer und Verleger, die jedem am meisten zusagenden Neuerungen einstweilen schon anzu nehmen und in Schrift und Druck, im eigenen Gebrauch und im Unter richt anzuwenden. Die Einen, Verehrer des parlamentarischen Prin zips, nahmen an, die Majoritätsbeschlüsse würden jene Norm bilden und verfuhren danach; Andere, von Natur conservativer angelegt und doch einem mäßigen Fortschritt nicht abhold, meinten recht sicher zu gehen, wenn sie die Minoritätsansichten, welche sich zu den elfteren wie das minus zum plus verhielten, aber immerhin einen nicht unerheblichen Fortschritt in der von Allen außer Hrn. Sanders verfolgten Richtung bezeichnet»!, acceptirten; noch Andere hielten sich wenigstens für berechtigt, nunmehr solche Neuerungen zuzulassen, die ihrer eigenen persönlichen Neigung entsprachen und durch die Autorität der Conferenz gebilligt waren. Auch fehlte es nicht an Solchen, welche entschieden die Ansicht hegten, man müsse, nachdem Duden in seiner „Zukunftsorthographie" nach gewiesen, daß die von Raumer vorgeschlagene Beibehaltung des Dehnungs-h nach dem Vocal e auf einer irrigen Voraussetzung beruhe, die wichtigste Neuerung, nämlich die Ausmerzung des nur zur Bezeichnung der Vocallänge dienenden h auch nach e consequent durchführen. So vielfache Schattirungen neuer Schreibweise nun aber auch nach jenenConferenzbeschlüssenund auf Veranlassung derselben sich zeigten, so hatten sie doch alle eins gemeinsam: alle enthielten, sei's kühnere, sei's schüchternere Versuche, anerkannte Mängel der alten Schreibweise zu beseitigen. Wer daher jetzt einen neuen Versuch zur Herbeiführung einer „einheitlichen deutschen Orthographie" macht, der müßte, so sollte man glauben, etwa irgend eine Station auf jenem Wege als die für jetzt angemessene Ruhestätten bezeichnen, bezw. Nachweisen, daß und warum es sich empfehle, in der Reform der Schreibweise bis zu einem bestimmten Punkte zu gehen. Daß Jemand glauben könnte, es lasse sich heut zutage in Sachen der Rechtschreibung eine Einheit Herstellen, indem man lediglich zu der alten, nahezu von allen bei dieser Sache Jnteressirten und eines sachkundigen Urtheils Fähigen als verbesserungsbedürstig anerkannten Schreibung zurückkehre, das würden wir nicht für möglich halten, wenn der Versuch dazu nicht durch die Hrn. Breitkops L Härtel soeben gemacht wäre. Gegen diesen Versuch müssen wir uns und zwar gerade im Interesse des von den genannten Herren verfolgten Zweckes aus das allerentschiedenste erklären. Wir glauben, daß nichts ungeeigneter ist, um den all seitig erstrebten Zweck einer „einheitlichen deutschen Orthographie" zu erreichen, als jenes Sanders'sche „Hilssbuch". Daher erlauben wir uns einige Bemerkungen gegen den in Nr. 243 des „Börsenblattes" dem Breitkopf L Härtel'schen Circular vorausgeschickten Artikel über „Einheitliche Orthographie sür den deutschen Buchhandel". Derselbe enthält mehrere Unrichtigkeiten und unbeweisbare Behauptungen. Daß es nicht die „Reichs regierung" war, welche die orthographische Konferenz nach Berlin berief, sondern der preußische Kultusminister vr. Falk, berühren wir als unerheblich nur im Vorbeigehen. Um so ernstlicher müssen wir gegen das über die Conserenz und über die Haltung und die Wünsche des „Volkes" in der orthographischen Frage Gesagte Protest erheben. Es ist nicht der Thatsache entsprechend, wenn gesagt wird, „eine Einigung aus der Conferenz" sei gescheitert an den „extremen Forderungen der Theoretiker"; denn erstens sind extreme Forderungen*) auf der Conferenz von Niemand gestellt worden, und zweitens hat sich die Conserenz über die wichtigsten Punkte thatsächlich geeinigt. So wurde z. B. die Ersetzung des th in allen deutschen Wörtern durch bloßes t mit allen gegen eine Stimme (Sanders) beschlossen. Wie ferner das „Volk" sich dahin ausgesprochen, daß es „im Wesentlichen nur eine systematische Ordnung und Feststellung dessen, was bei dem größten Theil der Gebildeten überwiegender Brauch ist" wolle, wären wir begierig zu erfahren. Dasselbe gilt von der Behauptung, daß die Kundgebung der Hrn. Breitkopf L Härtel (die Empfehlung des Sanders'schen Hilss- buches zur Herbeiführung einer orthographischen Einheit) „die allgemeine Anschauung des Volkes zur Geltung bringe". Wenn es weiter in jenem Artikel heißt: „Auf diesem, wissen schaftlichin hervorragendster Weise von Daniel Sanders vertretenen Standpunkte stand auch der zur Conferenz gezogene Vertreter des Buchhandels", so gibt auch dieser Satz in mehrfacher Beziehung zu Ausstellungen Anlaß. Wir wollen nicht davon reden, daß eine wissenschaftliche Ver tretung eines Standpunktes, aus dem eine systematische Ordnung des bei dem „größten Theil" der Gebildeten als „über wiegender Brauch" Geltenden erstrebt wird, kaum denkbar ist und daß der wissenschaftliche Standpunkt, den Sanders ein nimmt, anderswo liegt — wir müssen nur in Abrede stellen, daß der Vertreter des Buchhandels (Hr. vr. Toeche) einfach auf jenem Standpunkte gestanden hätte. Auf S. SO der Verhandlungen der Conferenz ist zu lesen, daß bei der Bcrathung über die *) Was „extreme Forderungen" in orthographischen Dingen sind, das kann man aus der Frikke'schen Zeitschrift „Reform" oder aus den Carl'schen Vorschlägen zu einer neuen Lautschrift ersehen.
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