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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.12.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-12-21
- Erscheinungsdatum
- 21.12.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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14784 Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. ^ 296, 21. Dezember 1908. Hermann Kayser in Kaiserslautern. 14794 Heeger u. Wüst: Volkslieder aus der Rheinpfalz mit Sing weisen aus dem Volksmunde. Bd. 1. 3 ^ 80^. Priber ä: LammerS in Berlin. 14792 Georg Reimer in Berlin. 14792, 14795 Verlagsbuchhandlung von Richard Lchoetz in Berlin. 14796 *66r1iner l'ierürrtliebe 'WoellenZLÜrikt. 1909. I. (Quartal. 5 *v6ut8ob6 I'leisobdssekg.usr-^situnb. 1909. I. Quartal. 1^25kß. *26it8obrikt kür I'lsiZell- u. Niledb^isne. XIX. II. t^uartLl. 4 Verlag der Tribüne in Berlin. 14794 Nichtamtlicher Teil. Russisches. Der einfachste unter den verschiedenen Bucheinbänden ist die Steif broschur. Die Deckel bestehen aus dünner Pappe, und das Ganze einschließlich des Rückens ist mit Papier überzogen. Als Halbsranzbände bezeichnet man die Bücher, deren Rücken und zumeist auch Ecken mit Leder versehen sind, und deren Rücken vergoldet ist oder einen Goldtitel trägt. Darüber ist man in der ganzen zivilisierten Welt einer Meinung, in Rußland jedoch herrschen darüber noch andere Anschauungen. Nach Artikel 178 des russischen Zolltarifs von 1906 sind gedruckte Bücher in nichtrussischer Sprache, sofern sie nicht in Halbfranzband gebunden sind, zollfrei. Halbleinen bände, Ganzleinenbände usw. sind demnach nicht zollpflichtig. Aber das unmöglich Scheinende, in Rußland wird es Ereignis. Im Vertrauen auf den klaren Wortlaut sandten wir vor kurzem ein in Ganzleinen gebundenes Buch als Kreuzband, der Sicherheit halber eingeschrieben, an eine Adresse nach Rußland ab. Die Sendung gelangte aus Rußland unbestellt wieder an uns zurück. Wir erhoben deshalb unter Bei fügung des corpns äelieti Beschwerde bei dem Kaiserlichen Briefpostamt in Leipzig, das uns darauf unterm 7. Dezeniber erwiderte: -Die anliegende Einschreibsendung an Rußland ist — wie auf dem Umschläge bereits von der russischen Postverwaltung vermerkt ist — zurückgcsandt worden auf Grund des Punktes 2b Z 3 Artikel 16 des Weltpostvertrages, wonach es verboten ist, in die gewöhn lichen oder eingeschriebenen Briessendungen nach dem Auslande zollpflichtige Gegenstände einzulegen. »Es muß angenommen werden, daß Sie gegen diese Bestimmung verstoßen haben.« Worin der Verstoß zu finden sein könnte, wurde uns nicht mitgeteilt, obwohl wir die Kreuzbandsendung in genau dem Zustand, wie wir sie zurückempfangen hatten, eingereicht hatten. Wir haben infolge dieses Bescheides selbst den Zolltarif näher eingesehen und fanden dabei, daß bei dem Z 178 des Zolltarifs von 1906 in einer Anmerkung auf eine Ver fügung vom Jahre 1891 Bezug genommen ist, die lautet: Als nicht Halbfranzbände sind nur solche an zusehen, deren Rücken aus Pappe, wenn auch mit Papier beklebt, besteht (6. 91 Nr. 24902.). Eine geradezu klassische Erklärung! Nach russischer Auffassung sind also mit Ausnahme von Steifbroschuren alle Bucheinbände Halbfranzbändel Es kommt ungefähr darauf hinaus, als wenn jemand die Behauptung ansstellen würde, alles, was nicht schwarz ist, sei als weiß anzusehen. Nun wird es uns auch erklärlich, warum russische Handlungen bei als Kreuzband zu versendenden Bestellungen öfters bemerken: »Falls nicht broschiert zu haben, dann die Decke abreißen«. Ist es nicht möglich, einer derartigen willkürlichen und unsinnigen Auslegung einen Riegel vorzuschieben? Die Handelskammern sollten bei dem Reichskanzler durch setzen, daß solchem den Buchhandel schwer schädigenden Unfug ein Ziel gesetzt wird, selbst auf die Gefahr hin, durch eine solche Vorstellung den Unwillen unseres östlichen Nachbars zu erregen. Leipzig. Veit L Comp. Leipziger Graphik. Bei P. H. Beyer <L Sohn in Leipzig findet man gegen wärtig eine Ausstellung Leipziger Graphiker, die, wenn auch kein erschöpfendes, so doch ein höchst interessantes und fesselndes Bild von dem Schaffen der Leipziger Graphiker bildet. Obenan stehen als Koryphäen auf graphischem Gebiete Max Klinger und Otto Greiner. Klinger ist vertreten durch einige Radierungen aus den Zyklen »Vom Tode« und »Dramen«, sowie durch zwei meisterhaft modellierte Akte. Klingers ra dierte Bilderfolgen' sind ja längst allgemein bekannt gewor den und hochgeschätzt, so daß an dieser Stelle weiteres nicht zu sagen nötig ist. Nur auf den weiblichen in Aquatintatechnik ausgeführten Halbakt sei hier noch wegen seiner wundervollen Tönung und der überaus feinfühlig durch geführten Modellierung hingewiesen. Greiner exzelliert in diesem Kreise besonders durch seine unübertrefflichen Federsteinzeich nungen. Er verfügt hinsichtlich der Beherrschung der Federzeich nung auf Stein über eine so phänomenale technische Sicherheit, daß seine Linienführung ganz den Charakter annimmt, als sei sie mit dem Stichel in die Kupferplatte gegraben. Das figurenreiche Blatt »Golgatha« bildet den Höhepunkt in diesem Teil des graphischen Schaffens Otto Greiners. Hier ist auch die Charakter schilderung von höchster Lebendigkeit. Von Greiners einzigartigen Porträtzeichnungen sei auf das von übersprudelnder Lebenskraft erfüllte Doppelbildnis des Malers und Dichters »Langheinrich und seine Frau« hingewiesen. Als ich vor einigen Jahren auf den jugendlichen, viel versprechenden Graphiker Walter Zeising aufmerksam machen durfte, gewann ich beim Betrachten seiner Arbeiten die Über zeugung, einem sehr begabten Künstler gegenüberzustehen; daß jedoch seine Weiterentwicklung sich in so sichtbar aufsteigender Linie bewegen würde, das, gestehe ich offen, habe ich damals nicht erwartet. Um so mehr freue ich mich, von seiner diesmaligen Kollektion Radierungen, die sich besonders aus malerischen Stadtmotiven aus Dresden und Hamburg zusammensetzt, berichten zu dürfen, daß seine Arbeiten mit zu den besten zählen, die hier zu sehen sind. Diese inter essanten Städtebilder zeigen, daß sein malerisches Erfassen ebenso bewundernswert ist, wie seine mit scheinbar spielender Leichtigkeit auf der Kupferplatte wiedergegebenen Darstellungen. Wie er die Farbenwerte und den Stimmungsgehalt in die Schwarz- Weiß-Technik übersetzt, das ist so geistvoll und hat bereits einen
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