Börsenblatt für den deutschen Buchhandel
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- 1916-06-09
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- 09.06.1916
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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^ 132, 9. Juni 1916. Redaktioneller Teil. einigungen und Körperschaften zu Gruppen znsammenschließen und be sonders durch ihren großen Einfluß und die kraftvolle Wirkung ihrer Hilfsmittel hervortreten. Sie wird berufen sein, in der Handelswelt eine ausschlaggebende Stellung einzunehmen, so daß denn auch unser Vorstand nicht gezögert hat, ihr einen größeren Jahresbeitrag auszu- werfen, womit er hofst, seinen Teil zur Lösung der großen wirtschaft- schaftlichen Aufgaben beizutragen, die uns das Heute stellt und das Morgen aufgeben wird. « Er widmete dann den verstorbenen Mitgliedern, vor allem seinem Vorgänger im Amte, dem weit über die Grenzen seines Landes be kannten Lucien Layus herzliche Worte und hob besonders seine Ver dienste beim ersten und den folgenden internationalen Verlegerkon- gresscn hervor. Von den anderen verstorbenen Mitgliedern seien hier nur noch Löon-Eugene Ehrard, Adolphe Nourrit und Paul Bauchez sin Firma Masson) genannt. Den Verlust von Söhnen haben u. a. fol gende, auch außerhalb Frankreichs bekannte Herren zu beklagen: Henri Didier, Charles Massiv, Tony Velin, Georges Chamerot und Paul Lethieulleux. Der vom Verein ins Leben gerufene buchhändlerische Unterricht mußte aufgegeben werden. Herr Hachette äußerte sich darüber in fol genden Worten: »Unser Vorstand hat die Ansicht vertreten, daß es im vergangenen Jahre nicht am Platze war, den Unterricht wieder aufzu nehmen, und gegenwärtige Ereignisse lassen uns auch nicht voraus sehen, woher wir neue Lehrer und Schüler nehmen sollen. Das ist ein bedauerlicher Zustand, denn in dem Kampfe, den unsere Gewerbe nach dem Kriege zu bestehen haben werden, wird es unumgänglich notwendig sein, daß wir junge Gehilfen haben, die, mit einem guten Teile prak tischer Kenntnis ausgestattet, in der Lage sind, wenn nötig, auszu- wandern, um die Erzeugnisse unserer Gewerbe in fremde Länder zu tragen und so mitzuwirken an der Ausbreitung des französischen Buch handels, damit aber gleichzeitig bahnbrechende Vorarbeiter unserer Zi vilisation zu sein. Wir verlieren die Bedeutung des von unseren Fachgenossen Herrn A. Gillon, Le Sondier und Marchal begonnenen Werkes nicht aus dem Auge und glauben fest, daß die von ihnen ausgestreute Saat nicht verloren ist, sondern aufgehen wird zur erwünschten Zeit.« Unter anderem streifte er dann kurz das Schiedsgericht, das siebenmal in Tätigkeit trat und in allen Fällen, auch bei den fünf vom Gericht überwiesenen, versöhnend gewirkt hat. Betreffs der Stel lenvermittlung bemerkt er, daß sie zu Beginn des Krieges stark in Anspruch genommen worden ist, im vergangenen Jahre aber merklich zurückging, immerhin aber 65 Angestellten Unterkunft verschaffen konnte. Uber die »LiblioArapIrie 6s In Uranos«, die französische Bnch- händlcrzcitung, sagte er: »Die .Lidlio^iaplrie 6s 1a Kranes', deren Weitercrscheinen unser Vorstand gern erhalten sehen will, hat, wie alle anderen Zeitschriften, einen starken Rückgang in ihrer Verbreitung erfahren. Der offizielle Teil, in dessen Veröffentlichung eigentlich ihre Daseinsberechtigung liegt, erfordert große Ausgaben: die Papierpreise sind bedenklich ge stiegen, sodaß das Verhältnis von Einnahme und Ausgabe nicht mehr dasselbe ist, wie in früheren Jahren. Doch damit mußten wir uns abfinden, und wir schätzen »ns glücklich, das Fortbestehen der Buch händlerzeitung möglich gemacht zn haben, deren Erscheinen — drei Mo nate im Jahre 1871 ausgenommen — seit 1811 keine Unterbrechung erlit ten hat. Die Sondernummern znm Schulbeginn im Herbst und die Weih- nachts-Nenjahrs-Nnmmer sind ausgegeben worden, und wenn sie auch weniger Seiten als in Friedenszeiten zählen, so bestätigen sic doch, daß unsere Bcrufszweigc auch in der Kriegszeit sich betätigen.« Uber die Arbeit des Verlegerausschusses wußte er das Folgende zu berichten: »Dns Syndikat der Verleger hat sich in letzter Zeit mit zwei sehr wichtigen Fragen zu befassen gehabt: 1. mit der Erhöhung der Preise für Rohstoffe, der Arbeitslöhne und der sonstigen Unkosten und ihrer Einwirkung auf die Herstellungskosten der Bücher, die bei Schul büchern und Klassikern schon zu einer Erhöhung der Buchhändlerpreise geführt hat: 2. hat das Syndikat den neuen Tarif, der von der Syndi- katskammcr der Buchhändler Frankreichs ausgestellt worden ist, dnrch- znführen gehabt, der durchgängig für alle Bücher, die bis jetzt mit einem Nachlaß vom Verkaufspreise an das Publikum abgegeben wurden, den Verkauf zu dem vollen Preise unter Einhaltung aller in den Katalogen genannten Bedingungen festsetzt. Die jetzigen Ver hältnisse rechtfertigen vollständig eine derartige Maßnahme, die von den Sortimentern getroffen und von den Verlegern gutgeheißen wor den ist.« Das Snndikat für das geistige Eigentum hat im vergangenen Jahre nichts tun können: Herr Hachette berichtete darüber: »Das Syndikat für das geistige Eigentum hat dies Jahr keine Sitzungen abhalten können, da der Schriftführer und die meisten Abge ordneten einberufen worden sind. Übrigens ist es jetzt sehr schwer, etwas wunschgemäß zn erledigen. So hat z. B. die französische Regierung den zwischen Frankreich und Brasilien vermittelten Vertrag noch nicht veröffentlichen können. Wir müssen daher das Ende des Krieges abwarten, um wieder etwas Ordnung in die durch die jetzigen Verhältnisse geschaffene Lage zu bringen.« Die französischen Verleger beteiligten sich im Jahre 1915 an drei Ausstellungen. Wir lassen folgen, was Herr Hachette hierüber be merkte: »Auf der Ausstellung in San Francisco war für unsere Berufs zweige unter der Oberleitung der französischen Regierung ein ,Naum des französischen Gedankens' geschaffen worden, dessen Entstehen der Pariser Universität zu verdanken ist. Diese hatte in einem sehr schön geschmückten Saale in Bücherschränken, die von Pariser Häusern herge stellt waren, eine Sammlung aller hervorragenden Werke unserer Schriftsteller dargeboten. Anschließend hieran befand sich der ,Naum der Familie', der die Bücher für den Vater, die Mutter, das junge Mädchen und das Kind umfaßte. Ein Raum war den französischen Romantikern Victor Hugo, Balzac usw. gewidmet und enthielt Hand schriften, Bildnisse und Gemälde, die sich auf diesen Zeitabschnitt be ziehen. Dann war noch ein ,Naum des Syndikats der Verleger' vor handen, ein Saal im Directoire-Stil, in dem 26 unserer Berufs- genossen eine Sammlung ihrer Erzeugnisse znsamlnengestellt hatten. Fast alle in San Francisco ausgestellt gewesenen Werke sind dort geblieben, um als Werbemittel für Zwecke, wie sie von dem französi schen Hause in San Francisco und der Barklay-llniversität verfolgt werden, zu dienen.*) Einige Werke wurden auch dem französischen Hause in New Jork zugeteilt. Auch an der Ausstellung in Casablanca haben wir uns beteiligt. Einige unserer Berufsgenossen, die durch eine Anzahl ihrer Verlags artikel ganz besonders dazu berufen waren, haben der Aufforderung des Generals Lyautey Folge geleistet und an der Ausstellung, die als durchaus erfolgreich bezeichnet werden muß, teilgenommen. Endlich haben wir, vom August bis Dezember, in den Räumen des ,66rel6 6s 1a l^brairie' eine Ausstellung von Werken veranstaltet, die während des Krieges in Frankreich veröffentlicht wurden und den Krieg und seine Folgen behandeln. Sie enthielt ungefähr 800 lite rarische Werke und ebensoviel Stiche. Während ihrer Dauer hat sich die Herausgabe des Katalogs nicht bewerkstelligen lassen: denn täglich wurden uns neue Werke zugesandt, und infolge der materiellen Schwierigkeiten, denen wir begegneten, wird er erst in einiger Zeit erscheinen können. Diese Ausstellung hatte eine große Anzahl von Besuchern angezogen, unter denen sich auch der Präsident der Republik, der Minister der Arbeiten, der Handelsminister, die Abgeordneten des Kriegsministeriums und der General Pan be fanden. Uns kam der Gedanke, die ganze Ausstellung oder einen Teil derselben nach neutralen Ländern zu senden, um fiir die Sache Frank reichs zu werben. Wir haben uns in dieser Angelegenheit mit dem Ministerium des Äußern in Verbindung gesetzt, und es ist möglich, daß Anordnungen getroffen werden, um die Ausführung unseres Planes zu ermöglichen. Andererseits ist in Schottland ein Versuch in gleicher Richtung durch Herrn Eoissac, Schriftführer der .krenek Zeottwlr Society unter nommen worden, der in vier Städten dieses Landes eine Reihe von Vorträgen hielt, mit denen er kleine Ausstellungen, bestehend aus un gefähr 400 Werken, verband. Wir sind tatsächlich der Meinung, daß, wenn man Redner ins Ausland schickt, es auch nötig ist, zu zeigen, was unser Buchhandel eigentlich ist und leistet, und in diesem Sinne haben wir stets geant wortet, wenn man uns um Rat gefragt hat. So sind wir auch zusam men mit der .Loeietä des Oen8 de lettreg' von dem Präsidenten der Kommission für auswärtige Angelegenheiten des Senats, dem Präsi denten der Kommission für auswärtige Angelegenheiten der Abgeord- neten-Kammer und im Ministerium des Äußeren selbst empfangen wor den, und wir haben das Versprechen erhalten, daß man in Zukunft die Abgeordneten unserer großen Körperschaften zn Rate ziehen wird, wenn es sich um eine Propaganda im Anslande handelt. Dies, meine Herren, ist die kurze Übersicht unserer Tätigkeit, in der die Vorbcreitungsarbeiten für die der Sache Frankreichs geltenden Werbetätigkeit, der wir uns gewidmet haben, hoffen wir, einen wich tigen Platz einnchmen.« Gegen Ende der Sitzung fand noch die Verleihung einer goldenen Denkmünze an Herrn Desoer, den Vorsitzenden der belgischen Buch- händlervcreinignng. statt als Zeichen der Dankbarkeit für Belgiens *) Hierbei handelt es sich jedenfalls um die Niederlassungen der sogen, französischen Liga, die in verschiedenen großen Städten des Auslandes umfangreiche, oft 10 000 Bände starke Büchereien zu reinen Werbezwecken für die französische Literatur unterhält. Wir haben diesem nichts Gleichwertiges an die Seite zn setzen. 727
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